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Bietet die Inhalation mit einer Wasserpfeife oder einem Vaporizer Vorteile gegenüber dem Rauchen eines Joints?

Publiziert am: 13.02.07 - Medienformen: Medienform Text

Dr. Franjo Grotenhermen
Um es gleich vorweg zu sagen: Wasserpfeifen reduzieren die Schadstoffe im Cannabis-Rauch nicht relevant, während Vaporizer (Verdampfer) deutliche Vorteile bieten, wenn diese bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Die Verbrennung von Cannabis führt zur Entstehung von mindestens 200 Verbrennungsprodukten, die nicht in Cannabis gefunden werden. Darunter befinden sich feste, unlösliche Substanzen und gasförmige Verbindungen. Zu den Produkten der festen Phase zählen Teere und andere polyzyklische Kohlenwasserstoffe, von denen viele Krebs erregend wirken, wie beispielsweise Benzanthrazen, Benzopyrene und Naphthalin. In der gasförmigen Phase befinden sich Kohlenmonoxid, Zyanid, Benzol und Nitrosamine. Eine Strategie zur Verringerung der Belastung mit diesen Substanzen ist das Rauchen von THC-reichem Cannabis. Man muss für die gleiche Wirkung weniger rauchen als bei der Verwendung von Cannabis-Sorten mit geringeren THC-Gehalten.
Viele Konsumenten filtern Cannabis-Rauch in Wasserpfeifen. In einer Studie konnte auch gezeigt werden, dass Wasserfilter gasphasige Gifte wie Kohlenmonoxid und Nitrosamine reduzieren. Allerdings werden die polyzyklischen Kohlenwasserstoffe und andere festphasige Gifte durch Wasserpfeifen nicht entfernt. In einer anderen Studie kam sogar heraus, dass Wasserpfeifen größere Anteile an THC als an Teer entfernen, was Wasserpfeifen kontraproduktiv macht. Allerdings hält sich recht hartnäckig die Auffassung, dass Wasserpfeifen gegenüber dem Rauchen von Joints Vorteile hinsichtlich der Reduzierung von Schadstoffen aufweisen. Der gleiche Irrtum besteht gelegentlich hinsichtlich der Verwendung von Zigarettenfiltern. Diese Filter reduzieren zwar genauso wie beim Rauchen von Tabak die festphasigen Gifte, jedoch werden in gleichem Maße auch die Cannabinoide gefiltert, sodass sich auch hier kein Vorteil ergibt.
Zur Vermeidung der Exposition mit Verbrennungsprodukten sollte dafür gesorgt werden, dass keine Verbrennung entsteht. Dies ist möglich durch die Verwendung eines Verdampfers (Vaporizer), bei dem das Cannabis-Produkt auf 180 bis 190 Grad Celsius erhitzt wird. Bei dieser Temperatur verdampfen THC und andere Cannabinoide sowie ätherische Öle in der Cannabis-Pflanze. Diese Temperatur bleibt jedoch unterhalb des Verbrennungspunktes brennbaren Pflanzenmaterials, sodass kein Rauch entsteht. In einer amerikanischen Studie mit einem deutschen Vaporizer (Volcano) war der entstehende Dampf bemerkenswert sauber und bestand zu 95 Prozent aus THC. Die verbleibenden fünf Prozent bestanden aus anderen Cannabinoiden, einem ätherischen Öl und einem vermuteten polyzyklischen Kohlenwasserstoff. Im Gegensatz dazu bestand der Rauch, der nach dem Verbrennen von Cannabis-Rauch in einer Pfeife entstand, nur zu zwölf Prozent aus THC und anderen Cannabinoiden. Der Rest des Rauches bestand aus giftigen Produkten der Pflanzenverbrennung, inklusive eines Dutzends bekannter polyzyklischer Kohlenwasserstoffe.
In einer holländischen Studie, die im Juni 2006 in einer pharmazeutischen Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, wurde die Aufnahme von Cannabinoiden mit dem Volcano systematisch untersucht. Es zeigte sich, dass im Durchschnitt etwa 54 Prozent des THC in der Füllkammer des Gerätes in den Ballon des Vaporizers abgegeben wurde. Im Durchschnitt wurden 35 Prozent des inhalierten THC gleich wieder ausgeatmet. Dies entspricht etwa den Verhältnissen, wie sie auch beim Rauchen von Cannabis-Zigaretten beobachtet werden. Die Wissenschaftler schlossen daher aus ihren Ergebnissen, dass die THC-Mengen, die schließlich durch die Lunge aufgenommen wird, „den beim Rauchen von Cannabis vergleichbar ist, während die respiratorischen Nachteile des Rauchens vermieden werden“.
Ein wichtiges technisches Problem, das die Hersteller von Vaporizern lösen müssen, damit ein optimales Ergebnis erzielt werden kann, ist die Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur im Bereich der Füllkammer. Nur so kann gewährleistet werden, dass eine kontinuierliche Mindesttemperatur besteht, die zu einer ausreichenden Verdampfung von THC führt, ohne dass eine Maximaltemperatur auftritt, die zur Rauchentwicklung führen kann. Wird beispielsweise gleichzeitig verdampft und inhaliert, so wird die Temperatur in der Füllkammer bei schneller Inhalation wegen des stärkeren Luftzuges niedriger sein als bei langsamer Inhalation. Die Soll-Temperatur entspricht nicht immer unbedingt der tatsächlichen Temperatur. Dies macht den wesentlichen Unterschied in der Qualität der verschiedenen erhältlichen Vaporizer aus
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