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Im Praxistest: Spectrumreflex vs 400 Watt NDL
Publiziert am: 13.02.07 - Medienformen: Medienform Text

Chronic, 5. Woche


Zugegeben - Henk war sehr skeptisch, als er von unserem neuem Vorschlag für sein neues Testprojekt erfuhr. Unser niederländischer Experte fühlte sich in die 1980er-Jahre zurückversetzt, in denen er erste Experimente mit CFL-Röhren, umgangssprachlich Neonröhren, gestartet hatte. Das neue Testobjekt sah zwar genauso aus wie die alten Klassiker, hat es aber im wahrsten Sinn des Wortes „in sich“. Die Theorie: Spectrumreflex-Leuchtmittel besitzen ein für blühende Pflanzen optimales Lichtspektrum, und das wichtigste: Das Glas ist eine besonders lichtdurchlässige Spezialanfertigung von Philipps, deren obere Hälfte von innen mit einer Licht reflektierenden Schicht versehen ist. So erreicht das Licht, das bei der Verwendung von CFL-Röhren bisher immer ungenutzt die Decke anstrahlte, die Pflanzen zu fast 100 Prozent. Dabei entsteht fast keine Hitze und die Energiekosten pro Quadratmeter Pflanzfläche würden sich um ungefähr 25 Prozent verringern. Das ist bei einem Anschaffungspreis von 270 Euro für das Ein-Quadratmeter-Leuchtmittelset irgendwann einmal wieder über die Stromrechnung eingespart.
Im Vergleich zu 4U- oder 8U-Leuchtmitteln (Envirolight, Maxgrow, Nutrilight, um die bekanntesten zu nennen), die mit dem selben Lichtspektrum arbeiten, wird das Licht gleichmäßiger auf die gesamte Pflanzfläche verteilt. Was hat ein/e ambitionierte/r GärtnerIn von einem prima funktionierenden 8U-Leuchtmittel mit 200 Watt Leistung, wenn zum Erzielen guter Ergebnisse zwei dieser „ Riesenbirnen“ aufgehangen werden müssen, um einen Quadratmeter ausreichend zu beleuchten? Weniger Hitze, dafür keine Stromkostenreduzierung und hohe Anschaffungskosten.
Auch sollen die benötigten Filter und Absaugventilatoren bei der Verwendung der Spectrumreflex-Systeme nach Aussage des Herstellers kleiner und somit leiser sein, da nicht so viel Wärme abgesaugt werden muss. Weil Henk jedoch seine bereits installierte Abluftanlage nicht umbauen konnte, wurde dieser Aspekt in seinem Report nicht berücksichtigt.

Die Praxis: Henk ersetzt eine seiner 400 Watt-Natriumdampflampen durch acht dieser Röhren, aufgehangen in dem mitgelieferten Rahmen, der einen gleichmäßigen Abstand der Leuchtkörper und eine leichte Höhenverstellbarkeit ermöglicht.
Die Belichtungszeit in der Blütephase beträgt bei diesen Leuchtmitteln 12,5 (!) Stunden, während der Wuchsphase sollten die Lampen mindestens 20 Stunden angeschaltet bleiben. Erste Befürchtungen, dies könnte zu verlängerten Blühzeiten oder Irritationen des nebenan stehenden Feldes mit einer herkömmlichen Lampe führen, erwiesen sich als grundlos.
Als Sorte wurde eine kommerzielle Schnellblüherin, Chronic von Serious Seeds gewählt, als Medium dienten Hydrokorrels in einer Aqua-Farm.
Jedes dieser insgesamt sieben hydroponischen Systeme wurde mit drei bis fünf Pflanzen bestückt, denen nach guter Bewurzelung eine Vorwuchszeit von zehn Tagen gegönnt wurde. Als Grundlage für die Nährstofflösung diente eine Mischung aus Osmose- und Amsterdamer Leitungswasser (EC-Wert 0,3).
Der pH-Wert lag während des gesamtem Zyklus bei 5,8, wobei mit Canna Aqua Vega & Flores gedüngt wurde. Zusätzlich erhielten die Pflanzen Wurzel- und Blühstimulatoren von Ecolizer sowie PK 13/14 in der Endblüte. Der EC-Wert wurde von anfänglich 1,2 auf 2,2 in der fünften Blütewoche gesteigert und bis kurz vorm Spülen wieder auf 2,0 herabgesenkt. Die letzten zehn Tage wurde der Nährstofftank ausschließlich mit pH-kontrolliertem Wasser zum Ausspülen aller Düngerreste befüllt.
Henk installierte die Lampen fünf Zentimeter über den Pflanzenspitzen, da die Leuchtmittel eine relativ geringe Tiefenwirkung haben, ist das ein sehr wichtiger Aspekt bei allen CFL Grows. Schon der doppelte Abstand würde erhebliche Ertragseinbußen zur Folge haben. Das ist auch der Grund, warum eine gut durchdachte Aufhängung die Arbeit immens erleichtert  unser holländischer Kleingärtner musste anfänglich die Röhren alle ein bis zwei Tage ein wenig höher hängen.
Obwohl es zu Zeiten, als dieser Report entstand, im Freien sehr warm war, überstieg die Temperatur im Growraum die 25 Grad Celsius-Marke nicht, meist waren es zwischen 21 und 23 Grad Celsius, nachts waren es im Grachtenkeller ungefähr 20 Grad Celsius. Im Winter wäre wohl eine zusätzliche Wärmequelle notwendig, sofern die Mädels außerhalb einer beheizten Wohnung o.ä. stehen.
Eine CO2-Flasche, kombiniert mit einem Heizaufsatz, macht nicht nur in der Dunkelphase den Blühraum warm, sondern dient als zusätzliche CO2-Quelle. Jedoch reicht auch ein handelsüblicher Heizlüfter mit Thermostat, um die Temperatur auf dem erwünschten Niveau von über 14 Grad Celsius in der Nacht zu halten. Hierbei sollten aufgrund der Brandgefahr jedoch keine Billiggeräte eingesetzt werden. Ohne zusätzliche Heizung würden die Temperaturen im Herbst und im Winter in einen für Hanf-Pflanzen unangenehmen Bereich fallen, da die Spectrumreflex wie schon erwähnt kaum Abwärme produzieren.
Auffällig war, besonders in den letzen zwei Wochen der Blüte, der im Vergleich zu Pflanzen unter Natriumdampflampen mildere Geruch, der auf die geringere Ausdunstung ätherischer Öle und Aromastoffe zurückzuführen ist – eine weitere Folge der geringen Wärmeabstrahlung.
Davon abgesehen entwickelten sich die Chronics absolut normal, genau wie ihre Schwestern unter den Hochdrucklampen nebenan. Henk erntete unter den acht Röhren ein wenig mehr als 350 Gramm getrocknete Blüten, seinen Angaben zufolge nicht mehr und nicht weniger als unter seine restlichen beiden 400 Watt-Lampen. Allerdings schmecke das Gras unserem Freund ein wenig aromatischer.
Messungen ergaben, dass die Leuchtmittel auch wirklich die angegebenen 288 Watt verbrauchen, was einer Betriebszeit von zwölfeinhalb Stunden täglich einen Verbrauch von 3,6 Kilowattstunden ergibt. Eine 400 Watt-Natriumdampflampe hat einen Tagesverbrauch von genau 4,8 Kilowattstunden. Berechnet man die zusätzlichen Kosten, die für eine Heizung anfielen, sobald es kälter wird, tendiert die Energieersparnis gegen null.
Für heiße Sommer oder ohnehin geheizte Räume stellen die Leuchtmittel jedoch eine ernst zu nehmende Alternative zu herkömmlichen Hochdruckdampflampen dar. Sofern mensch bereit ist, die hohen Anschaffungskosten zu tragen.


Mehr unter:
www.spectrumreflex.nl
www.growinberlin.de


KIMO und Henk Paschulke
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