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Cannabisverbot juristisch nicht haltbar

Studie zur Hanfprohibition erhält Preis der Universität Bremen
Publiziert am: 15.03.07 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Michael Knodt
Die Rechtswissenschaftlerin Dr. Nicole Krumdiek wurde kürzlich mit dem Studienpreis der Universität Bremen ausgezeichnet. Der Preis wurde ihr für ihre Dissertation (http://www.lit-verlag.de/isbn/3-8258-9543-2) "Die national- und international rechtliche Grundlage der Cannabisprohibition in Deutschland" verliehen.
In ihren Werk untersucht die Juristin, ob und in wie weit das Hanfverbot „unter Einbeziehung des aktuellen Forschungsstandes hinsichtlich der gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen des Konsums von Cannabis“ noch haltbar ist und kommt zu folgenden Ergebnis:
„...Dennoch kann und muss in Deutschland lebenden Bürgern die verfassungsrechtlich bestehende Freiheit zurückgegeben werden, eigenständig zu entscheiden, ob und wie ob und wie sie einen entsprechenden Konsum von Cannabisprodukten betreiben.“ Gleichzeitig spricht sich die Autorin für eine streng reglementierte kontrollierte Abgabe unter strengsten Jugendschutzauflagen aus. Menschen, die trotz dieser Bestimmungen problematische Konsummuster entwickeln, werde es auch weiterhin geben. Jedoch ist beispielsweise in den Niederlanden der Anteil der HanfraucherInnen, die Probleme mit übermäßigem Konsum haben, geringer als bei uns. Solche Menschen sollen Hilfe- und Therapiemöglichkeiten angeboten werden, ohne dass eine Kriminalisierung stattfindet.
Denn: „Die einzige Möglichkeit, straffrei Cannabis zu konsumieren, ist die: An einem Zaun findet sich ein Joint, man findet ihn - und ohne ihn zu berühren zieht man daran, geht weiter, nimmt den Joint aber nicht mit.“ ( Frau Dr. Krumdiek im Interview mit dem „Stern“) Und ein solcher Zustand ist auch in den Augen anerkannter Wissenschaftler in einer modernen Gesellschaft nicht mehr akzeptabel.
Auch andere positive Effekte einer staatlich kontrollierten Abgabe werden angesprochen, so zum Beispiel das wirtschaftliche Potential und die Spareffekte beim Wegfallen der Repression.
In Zeiten der Medienkampagne von ZDF, Welt, Bayrischem Rundfunk und anderer prohibitionistischer Kräfte ist es wichtig, das ein wissenschaftlich fundiertes Werk erscheint, welches die Panik erregende Hanfberichterstattung vieler JournalistInnen (siehe Kasten nebenan) entlarvt, indem es nüchterne Fakten präsentiert. Keins der Märchen, die in den letzten drei Jahren gedruckt oder gesendet wurden finden im neusten seriösen Buch über Cannabis Platz. Der Grund: Nichts davon ist wahr ( Einstiegsdroge, Gen- Gras, Beschaffungskrininalität, Motivationslosigkeit etc.).
Apropos Medienpanik: An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass Sandgras & Co keine Todesfälle verursachen, was kürzlich des Öfteren zu lesen war. Immerhin hat die Tagespresse sehr positiv auf die Preisverleihung an Frau Dr. Krumdiek reagiert und der „Stern“ hat sie sogar zum Interview eingeladen.
Natürlich schlägt die Autorin auch vor, wie es besser laufen könnte: Holland sei als Modell zwar brauchbar, jedoch müssten der Ankauf für die Abgabestellen ( Coffeeshops) besser geregelt sein. Auch in Holland ist macht sich ein Coffeeshopbesitzet ständig strafbar, weil er größere Mengen ankauft. Um die staatlich kontrollierte Abgabe komplett zu legalisieren, müssten die betroffenen Länder internationale Verträge, allen voran mit der UN, ändern. Vorschläge, wie eine kontrollierte Hanffreigabe schrittweise umgesetzt werden könnte, ohne sich mit der internationalen Staatengemeinschaft anzulegen, hat Frau Dr. Krumdiek auch schon für unserer Politiker parat.
Offen bleibt, in wie weit sich Politiker, Lobbyisten und Medienmacher der Meinung von Frau Dr. Krumdiek anschließen. Löblich ist, dass selbst Hardliner bei der Heroinvergabe auf Rezept von ihren ablehnenden Position abgerückt sind. Nachdem sie sich vor Ort von den Erfolgen der Projekte überzeugen konnten. Was lange noch nicht heißt, das die Ratio auch dann das Handeln bestimmt, wenn es darum geht, das BtmG, insbesondere den Teil über Cannabis, den gesellschaftlichen Zuständen anzupassen.
Ein weiterer Nachteil der HanfliebhaberInnen ist, dass sich mit der Herstellung von synthetischem THC lange nicht so viel Geld verdienen lässt wie mit legalem Heroin. Auch deshalb wird Kiffern, anders als Opiatabhängigen, weiterhin die Unterstützung der Pharmaindustrie fehlen.
Schon vor zehn haben böse Zungen behauptet, Heroin auf Rezept wäre Schwerstabhängigen früher zugänglich als medizinisches Cannabis für kranke Menschen. Sie sollten Recht behalten.
Die Miteinbeziehung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die Cannabisdiskussion war, ist und bleibt wohl auch in Zukunft politisch unerwünscht.

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