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breitspiele
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Breitspiele Juni
In dieser Ausgabe soll es mal wieder einen Rundumschlag geben. Noch sind die Herbsterscheinungen 2006 nicht abgearbeitet, schon gibt es die Frühjahrskollektion 2007 und die Verleihung des „Spiel des Jahres“ ist ebenfalls in greifbare Nähe gerückt. Am 25. Juni wird der Preis verliehen. Nominiert sind: „Der Dieb von Bagdad“ (Ausgabe 04/07)und „Jenseits von Theben“ von Queen Games, „Zooloretto“ von Abacus, „Die Baumeister von Arkadia“ von Ravensburger und „Yspahan“ von Ystari.
Publiziert am: 08.06.07 - Medienformen: Medienform Text


Für diese Ausgabe habe ich mir so manchen Abend um die Ohren gehauen und gespielt, gespielt, gespielt. Lest selbst, wie „Wikinger“ von Hans im Glück, „Tsuro“ von Kosmos, „World of Warcraft“ vom Heidelberger Spieleverlag und „Justinian“ von Phalanx bei uns abgeschnitten haben.


Taktik
Wikinger

Den rauen Gesellen ist ihre Heimat zu klein geworden und es treibt sie hinaus, neues Land zu entdecken. Sechs Runden haben die zwei bis vier Spieler Zeit, Inseln zu finden und mit Adeligen, Spähern, Goldschmieden und Fischern zu besiedeln. Allerdings kommen ihnen allzu oft gegnerische Schiffe in die Quere, vor denen sie ihre Inseln und Mannen mit Kämpfern schützen können. Bootsleute bringen die an Land gebliebenen Gefolgsleute zu rechten Zeit auf die Inseln. So das Szenario und folgendermaßen funktioniert „Wikinger“:
Jeder Spieler erhält sein Festland, ein Startplättchen und etwas Startkapital. Auf dem Spielplan ist ein Drehrad, um das Runde für Runde sowohl eine Kombination aus Inselplättchen und Schiffen mit Figuren angeordnet werden. Startspieler wird, wer das meiste Gold bietet. Er darf zuerst eine Kombination nehmen, bezahlen und die Insel an sein Festland anlegen. Die Figur landet entweder auf der Insel oder auf dem Festland. Dann geht es solange reihum weiter, bis Plättchen und Figuren vergeben wurden. Am Ende der Runde gibt es eine Wertung. Entweder Gold oder Siegpunkte, allerdings nur, wenn die Figuren nicht von Schiffen bedroht werden, denn früher oder später lauern diese vor den eigenen Inseln. Wer die Schiffe mit Kämpfern abwehren kann, schlägt allerdings Nutzen aus ihnen, denn sie bringen weiteres Gold oder Siegpunkte. Nach sechs Runden gibt es noch eine Schlusswertung für das längste Eiland, die meisten Inseln und Bootsmänner. Nicht abgewehrte Schiffe bringen allerdings Minuspunkte und die Versorgung aller Gefolgsleute mit den Fischern muss auch gewährleistet sein, sonst gehen weitere Siegpunkte verloren. Wer dann auf der Siegpunktleiste ganz vorne steht, ist wahrlich ein echter Wikinger.
Hört sich alles banal an, ist es aber nicht, denn die Inseln haben einen Anfang, Mittelteile und ein Ende, auch ist das Angebot an Gefolgsleuten zufällig. Und der Kauf einer Kombination kann ganz schön ins Geld gehen. So dauert es ein paar Spiele, bis die Tücken des Spiels durchschaut sind und dann kann die Fortgeschrittenenregel gespielt werden. Hans im Glück hat mal wieder ein anspruchvolles Spiel herausgebracht.

Note: 2

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Legespiel
Tsuro

heißt „der Weg ist das Ziel“ und bei diesem Spiel ist der Name Gesetz. Denn jeder der zwei bis acht Spieler macht nichts anderes als einen Weg bis zum bitteren Ende zu beschreiten. Wie? Indem er zu Beginn des Spiels seine Spielfigur an den Rand des Spielplans legt und blind vier Wegkarten zieht. Haben das alle anderen auch getan, legt der Startspieler die erste Wegkarte, folgt einem der beiden Wege bis ans Ende der Karte und zieht eine Karte nach. Das machen alle anderen auch. Tja und irgendwann führt der Weg wieder an den Spielfeldrand und die Spielfigur ist raus. Oder ein Weg trifft auf den Weg eines Mitspielers, dann scheiden beide aus.
Wer seinem eingeschlagenen Weg am längsten folgen kann, gewinnt. Und das nächste Spiel folgt auf dem Fuß, denn eine Partie „Tsuro“ dauert nicht länger als 20 Minuten und nach einer Runde war bei uns nie Schluss. Ein schönes und schnelles Spiel. Seltsam eigentlich, dass es erst jetzt auf den Markt gekommen ist, hat es der Spieleautor Tom McMurchie doch schon 1974 entwickelt.
Note: 2

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Rollenbrettspiel
World of Warcraft (WoW) – Das Brettspiel

Wer kennt dieses Spiel nicht, zumindest am Computer und im www. Wer lieber am Tisch spielt, kann sich nun ebenfalls der „Horde“ oder „Allianz“ anschließen und seinen Charakter optimieren, um gegen Monster oder die gegnerischen Spieler zu kämpfen. Und die Seite, die sich stark genug fühlt, kann sich dem „Overlord“ stellen. Traut sich keine der Seiten, heißt es nach 30 Runden PvP (Player vs. Player) und die letzte Würfelorgie kann losgehen. Gespielt wird am besten zu zweit, viert oder sechst und zwar gruppenweise gegeneinander.
Der Reihe nach suchen sich die Spieler eine Charakterklasse aus, wie zum Beispiel: Hexenmeister, Schurke, Priester, Kämpfer, Druide, nimmt sich den dazugehörigen Kartenstapel und los geht es. Natürlich hat jede Seite ihre eigenen Aufgaben zu erfüllen – sprich Monster bekämpfen, das können unter anderem scharlachrote Ritter, Spinnen, Oger, Murlocks oder auch Drachen sein. Dafür gibt es Erfahrungspunkte, Gold und Gegenstände.
Natürlich leveln sich die Charakter auch im Brettspiel hoch und am Ende heißt es: Es kann nur einen Sieger geben: „Horde“ oder „Allianz“. Ereigniskarten sorgen für Abwechslung, ohne die WoW – das Brettspiel zur reinen Monsterabschlachterei verkommen würde. Wer mal einen Kampf gegen ein Monster oder Gegenspieler verliert, landet ohne große Verluste auf dem Friedhof oder in der Heimatstadt und spielt in der nächsten Runde weiter.
„WoW – Das Brettspiel“ ist ein Charakteroptimierungsspiel, das heißt, sowohl der eigene als auch die der Gruppe müssen gut aufeinander abgestimmt sein, sonst kann man beim Endkampf nur auf das Würfelpech der anderen hoffen. Gewürfelt wird mit achtseitigen Würfeln, von denen es Fernkampf-, Nahkampf- und Verteidigungswürfel gibt. Doch höchstens sieben Würfel jeder Sorte dürfen eingesetzt werden.
Was bleibt noch zu sagen. „WoW“ – das Brettspiel ist auf alle Fälle eines der besseren Rollenspiel-Brettspiele und hat seinen Reiz vor allem darin, dass nicht jeder gegen jeden sondern Gruppe gegen Gruppe kämpft. Einen Haken hat das Spiel natürlich schon: der Preis. Dafür liefert die Box viele schicke Monster und noch mehr Karten und Plättchen. Eine Erweiterung ist auch schon erschienen.
Note: 3

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Taktik
Justinian
merkt man an, dass Leo Colovini dahinter steckt, zwar nur als Co-Autor aber trotzdem. Spiele des italienischen Spieleerfinders zeichnen sich oft darin aus, dass man nie so genau weiß, ob die eigene Planung auch aufgeht. So auch in Justinian. Zwölf Günstlinge werden von den Spielern mit Einflussmarkern hin- und hergeschoben, um möglichst bei einer Wertung dort zu liegen, wo sie am meisten Siegpunkte bringen. Alles schön geheim, versteht sich.
Jeder Spieler hat einen Sichtschirm hinter dem die Einflussmarker liegen, außerdem Günstlingskarten in vier Farben, deren Zahlen angeben, welche der Jungs bevorzugt werden. Wer dran ist, kann einen seiner Einflussmarker entweder oberhalb eines Günstlings oder auf das aktuelle Spielphasenfeld legen. Sobald alle Spieler gepasst haben, werden die Marker oberhalb der Günstlinge umgedreht und die Günstlinge verschoben. Rote Zahlen heißt abwärts, schwarze aufwärts. Je weiter ein Günstling aufsteigt, umso mehr Punkte bringt er bei einer Wertung.
Das Spiel dauert drei Phasen, eine Phase endet, sobald ein Spieler eine Wertung ausruft, was er nur kann, wenn er genügend Einflussmarker auf dem Phasenfeld positioniert hat. Sollte allerdings ein anderer Spieler mit seinen Einflussmarkern einen höheren Wert erreicht haben, bestimmt er die Farbe, die gewertet wird. Da es nur drei Wertungen gibt, fällt eine Farbe raus. Pech, wer genau die Günstlinge weit nach vorne gebracht hat. Nach spätestens drei Wertungen ist das Spiel vorbei und wer die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.
„Justinian“ ist ein recht schnelles und spaßiges Spiel, da man nie weiß, welche Einflussmarker die anderen legen und ob die bevorzugten Günstlinge auch gewertet werden. Für reine Strategiespieler nicht so geeignet!
Note: 3+

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Wikinger
Autor: Michael Kiesling
Verlag: Hans im Glück
Spieler: 2–4
Alter: ab 8
Dauer: ca. 20 Minuten
Preis: ca. 30 Euro

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Tsuro
Autor: Tom McMurchie
Verlag: Kosmos
Spieler: 2–8
Alter: ab 10
Dauer: ca. 60 Minuten
Preis: ca. 25 Euro

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World of Warcraft – Brettspiel (in deutsch)
Autor: Christian T. Petersen
Verlag: Heidelberger Spieleverlag / Fantasy Flight Games
Spieler: 2–6
Alter: ab 12
Dauer: abendfüllend
Preis: ca. 70 Euro

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Justinian
Autor: Alessandro Saragosa und Leo Colovini
Verlag: Phalanx
Spieler: 2–4
Alter: ab 10
Dauer: ca. 60 Minuten
Preis: ca. 30 Euro
Kerstin Koch


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