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Die Hanfberatung im HanfJournal
Erste Hilfe für Kiffer
Publiziert am: 15.06.07 - Medienformen: Medienform Text


Rike (19) aus Berlin fragt:
„Hi Kascha,
ich habe noch nie angebaut, sondern mein Gras immer nur fertig im Tütchen gekauft. Jetzt würde ich aber gern mal wissen, welche Pflanzen man eigentlich raucht, die Männlichen oder die Weiblichen? Und woran kann man die eigentlich unterscheiden? Ich hab zwar schon viele unterschiedliche Hanfpflanzen gesehen, aber das waren auch immer unterschiedliche Sorten..“

Kascha antwortet:
„Hey Rike,
also zuerst einmal sind es die weiblichen Pflanzen, die man raucht. Von diesen nimmt man entweder die Blüten und Blattspitzen, das so genannte „Gras“, oder das Harz das man gepresst „Haschisch“ nennt. Die männlichen Pflanzen sind nur dazu gut, die Weibchen zu bestäuben damit diese Samen produzieren. Das ist sinnvoll, wenn man z.B. züchtet und in erster Linie neue Samen für die nächste Generation haben möchte. Zum Rauchen ist es aber besser, wenn die Weibchen nicht bestäubt wurden und somit im Gras keine Samen sind, deshalb entfernen viele Grower die Männchen, sobald sie sie identifizieren können. Das ist für das ungeübte Auge allerdings kein all zu leichtes Unterfangen, sehen sich die Pflanzen doch im Grunde recht ähnlich. Sie unterscheiden sich aber auch, nämlich wie folgt: Die Weiblichen wachsen nicht wie die Männchen relativ gerade nach oben, sondern verästeln und verzweigen sich viel mehr. Sobald Blüten entstehen sieht man bei den Weibchen die typischen kleinen Blütenhaare schon aus den Knospen ragen, während die männlichen Pflanzen eher kleine Kelche entwickeln. Je entwickelter die Pflanzen sind, desto besser ist ihr Geschlecht zu erkennen – sobald sie aber erst mal anfangen mit ihren Pollen los zu stäuben ist die samenfreie Ernte in Gefahr. Meine Empfehlung für Sinsemilla-Freunde ist daher, sich die Pflänzchen beim Wachsen immer genau anzusehen und Erfahrung mit den Veränderungen zu sammeln. Einige verwenden auch feminisierte Samen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu weiblichen Pflanzen heranwachsen sollen. Für die Geschlechtsentscheidung spielen aber vor allem bestimmte Nährstoffkonzentrationen im Boden eine Rolle, so dass man die Entwicklung von männlichen Pflanzen nur mit einem gewissen Aufwand verhindern kann.“


Max (22) aus Göttingen möchte wissen:
„Hallo Kascha,
ich rauche noch nicht sehr lange und tu mich mit den Szenebegriffen noch etwas schwer. Irgendwie habe ich gehört, dass man nicht nur Joints, sondern auch so genannte Blunts rauchen kann, und dass das wohl ganz nett sei. Leider hab ich keine Ahnung wovon die Leute reden. Kannst du mir erklären was ein Blunt ist?“

Kascha erklärt:
„Hi Max,
also ein Blunt unterscheidet sich grundsätzlich nicht sehr von einem Joint, besteht aber aus anderen Materialien. Die Urform des Blunts entstand, indem man Zigarren aufschnitt, den Tabak entfernte, statt dessen Gras einfüllte, und das ganze wieder irgendwie zu rollte. Weil die Tabakblätter, in die Zigarren gerollt sind, keine Klebefläche haben, gestaltet sich dies etwas schwieriger als bei einem Joint. Üblicherweise wird das Blatt sehr stark angefeuchtet, dann fest zugerollt und das ganze dann kurz mit einem Feuerzeug oder über einer Heizung getrocknet. Mittlerweile gibt es auf dem Markt so genannte „Blunt Papers“, mit denen man fast wie mit einem normalen Paper Blunts rollen kann. Diese gibt es von der „Zigarillo“-Variante in einer 15- oder 20 Stück-Packung bis zum angefeuchteten, in Folie verpackten Einzelblatt mit unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Während in den USA meines Wissens Blunts überwiegend pur geraucht werden (wie dies dort auch bei Joints üblich ist), finden sich in Europa beide Varianten recht häufig an: sowohl der Pur-Blunt als auch der, der wie ein europäischer Joint mit Gras-Tabak-Mischung gefüllt wurde. Beides hat Vor- und Nachteile: während der Pur-Blunt üblicherweise ein ziemlich heftiges Konsumerlebnis ist, das einige als recht kratzig empfinden und üblicherweise mit einer dosisbedingt ziemlich starken Wirkung einher geht, empfinden andere die Beimischung von Tabak bei einem durch die Verwendung eines Zigarrenblattes ohnehin schon hohen Tabakanteil als unangenehm.“


Anna (19) aus Hannover fragt:
„Hallo Kascha,
mein Freund wurde letztens von einer Polizeistreife mit dem Auto angehalten, und nachdem sie ihm mit der Taschenlampe ins Auge geleuchtet haben, wurde ein Drogentest angeordnet. Er war zwar nicht bekifft, das war aber ein Montag und er hatte Samstag noch spät abends gekifft. Bei der Blutprobe wurde auch irgend welches THC gefunden, da sehe ich aber nicht durch. Was ist denn der Unterschied zwischen THC und THC-COOH? Er hatte THC <1ng aber THC-COOH wurden 3,5ng gefunden. Was heißt das und was passiert jetzt?“

Kascha antwortet:
„Hi Anna,
ich werde dir erst einmal erklären was die verschiedenen THCs alle sind und wo das her kommt, dann kann ich dir sagen, wie in solchen Fällen üblicherweise verfahren wird. Weil das sich zwischen den Einzelfällen allerdings zum Teil stark unterscheidet, kann ich dir keine genaue Vorhersage geben.
Also das THC-COOH ist ein Abbauprodukt, in welches das THC im Körper umgewandelt wird. Es hat keinerlei psychoaktive Wirkung, baut sich aber langsam und unregelmäßig ab. Daher wird es gern verwendet, um einen Anhaltspunkt zu gewinnen, ob regelmäßiger Konsum vorliegt. Was regelmäßiger und was gelegentlicher Konsum ist bleibt dabei unbeantwortet, an einigen Stellen wird statt regelmäßig (was ja auch „zu jedem runden Geburtstag“ sein kann) auch von mißbräuchlich gesprochen (was wiederum einen Haken hat, da es eine Bewertung vornimmt, die an dieser Stelle keinen Sinn macht). Die Grundidee ist folgende: Je höher die THC-COOH-Konzentration, desto wahrscheinlicher ist ein häufigerer Konsum. Dabei wird, zumindest in der juristischen Theorie, bis 5ng/ml von nur einzelnem oder seltenem Konsum ausgegangen, zwischen 5 und 75 ng/ml ist man in einer Grauzone, in der man mit Nachkontrollen rechnen muss (einen THC-Wert von <1ng/ml und keine weiteren Verhaltensauffälligeiten vorausgesetzt). Liegt die THC-COOH-Konzentration über 75ng/ml kann von regelmäßigem Konsum ausgegangen werden und der Lappen ist definitiv erst mal weg. Wie gesagt, das sind theoretische Betrachtungen, die in den einzelnen Bundesländern recht unterschiedlich gehandhabt werden und auch methodisch einige Fragen offen lassen. Dennoch sollte es (wenn keine erschwerenden Begleitumstände dazu kommen) für deinen Freund ganz gut aussehen. Falls es Probleme gibt kann euch ein Anwalt an dieser Stelle sicher weiter helfen.“
Kascha
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