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breitspiele
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Breitspiele - Juli
Alle Jahre wieder wird das „Spiel des Jahres gekürt. Da erst Ende Mai die Kandidaten feststehen, werden in dieser Ausgabe die Nominierten und Empfohlenen, soweit ich sie gespielt habe, vorgestellt.
Publiziert am: 18.07.07 - Medienformen: Medienform Text


Folgende Spiele sind nicht dabei, da sie schon in anderen Ausgaben besprochen wurden:
„Der Dieb von Bagdad“ von Queen Games ist nominiert und ist auch ein feines Spiel, bei dem mit Karten Wächter bestochen werden, um die Schätze aus den Palästen zu klauen (Ausgabe (04/07).
Dass „Wikinger“ von Hans im Glück nur auf der Empfehlungsliste steht, mag daran liegen, dass es doch recht kompliziert ist und eher für Vielspieler geeignet ist (Ausgabe 06/07).
„Imperial“ aus dem Hause Eggert-Spiele ist definitiv eines meiner Favoriten des Spielejahrgangs 2006/2007 und dass es ebenfalls empfohlen wurde, freut mich sehr (Ausgabe 12/06).
Das Spiel zum Buch „Die Säulen der Erde“ von Kosmos hatten wir eigentlich auf der Nominierungsliste erwartet, aber vielleicht ist es auch schon etwas zu kompliziert, um allen Spielern gerecht zu werden (Ausgabe 01/07).
Und da ich inzwischen gelernt habe, dass ich nicht alle Spiele ausprobieren kann, weil dazu schlichtweg die Zeit fehlt, muss ich mich immer wieder auch gegen Spiele entscheiden, was allerdings auf gar keinen Fall ein Qualitätsurteil sondern reine Geschmacksache ist. Deshalb landeten „The Kaleiscope Classic“ (Pro Ludo), „Burg Appenzell“ (Zoch Spiele), „Jetzt schlägst’s 13“ (Ravensburger), „Sky-Bridge“ (Pro Ludo), „Würfel-Bingo“ (Ravensburger), „Der Prestel Kunstmarkt“ (Prestel) und „Alchemist“ (Amigo) bisher noch nicht auf meinem Küchentisch.
„Yspahan“ und „Jenseits von Theben“ habe ich noch nicht bekommen, sodass deren Besprechung auf den nächsten Monat verschoben werden muss. Leider. Fehlt noch ein empfohlenes Spiel namens „Notre Dame“ (alea), das ebenfalls in dieser Ausgabe besprochen wird.

Die Nominierten:
„Der Dieb von Bagdad“
(Queen Games, von Thorsten Gimmler, ab 8 Jahren, 2–4 Spieler, ca. 45 min., ca. 25 €)
„Zooloretto“
(Abacus-Spiele, von Michael Schacht, ab 8 Jahren, 2–5 Spieler, ca. 45 min., ca. 30€)
„Jenseits von Theben“
(Queen Games, von Peter Prinz, ab 8 Jahren, 2–4 Spieler, ca. 75 min., ca. 30 €)
„Die Baumeister von Arcadia“
(Ravensburger, von Rüdiger Dorn, ab 10 Jahren, 2–4 Spieler, ca. 60 min., ca. 28 €)
„Yspahan“
(Ystari, von Sébastien Pauchon, ab 8 Jahren, 3–4 Spieler, ca. 60 min., ca. 29 €)

Taktik
Die Baumeister von Arcadia

Als ich die Kurzfassung des Spieles gelesen haben, dachte ich, hört sich ja an wie Caylus, das im vergangenen Jahr den Sonderpreis „Komplexes Spiel“ bekommen hat. Aber „Die Baumeister von Arcadia“ entpuppt sich als ein völlig anderes Spiel. Die Regeln sind sehr einfach, dafür hat das Spiel ganz schön Tiefgang. Und so funktioniert es. Jeder Mitspieler bekommt einen Sichtschirm, hinter dem er im Lauf des Spieles eigene und neutrale Baumeister, seine Siegel und sein Gold bunkert. Es gewinnt, wer am Schluss das meiste Gold hat. Gold gibt es im Lauf des Spiels im Tausch für Siegel, die wiederum erhalten die Spieler, sobald Gebäude auf dem Spielplan von Baumeistern oder anderen Gebäuden umstellt sind. Außerdem wird – sobald ein Gebäude fertig ist – auf dem Spielplan das Kastell „Arcadia“ ebenenweise weitergebaut. Und ein Blick von oben auf das Kastell bestimmt den Kurs, mit dem die Siegel in Gold getauscht werden. Sind fünf rote Siegel zu sehen, bekommt der Spieler für jedes rote Siegel das er abgibt, fünf Gold. Allerdings kann jeder Spieler höchstens viermal – abgesehen von der Schlusswertung – Siegel in Gold tauschen. Folglich sollte der Zeitpunkt des Tausches wohl überlegt sein. Doch zu langes Warten bedeutet nicht selten, dass die Siegel schon wieder von einer anderen Farbe überdeckt sind.
Jeder Spieler beginnt mit vier Karten fürs Gebäudebauen und drei eigenen Baumeistern das Spiel. Wer dran ist, kann entweder ein Gebäude bauen, überbaut er dabei einen Zeltplatz, gibt es dafür einen neutralen Baumeister. Oder er setzt Baumeister an ein Gebäude. Wird ein Gebäude völlig eingebaut, bekommt jeder Spieler für jeden eigenen Baumeister ein Siegel. Der aktive Spieler setzt für das Gebäude einen Kastellstein auf Arcadia und kann eine seiner vier Baumeisterfahnen spielen, um zwei neue eigene Baumeister zu erhalten und zusätzlich Siegel gegen Gold tauschen. Soweit die Spielregeln.
Sobald die zweite Ebene abgeschlossen ist, kommt jeder noch einmal dran und am Ende können noch die restlichen Siegel in Gold umgewandelt werden. Wer dann das meiste Gold hat, gewinnt. In meinen Augen gehört „Die Baumeister von Arcadia“ auf alle Fälle zu den besten des Jahrgangs.
Note: 2

Taktik
Zooloretto

Ist ein Spiel für Menschen ab acht. Dementsprechend einfach und wenig kompliziert ist das Spiel. Trotzdem hat es seinen Reiz und ist ein Spiel, an dem die ganze Familie Spaß hat. Vielspielern hingegen dürfte es doch schnell langweilig werden, dennoch eignet es sich für einen schnellen Absacker.
Worum es geht? Den eigenen Zoo mit Tieren füllen. Dabei stehen den Direktoren nur drei Gehege zur Verfügung, die natürlich immer nur mit einer Tierart besetzt werden dürfen. Doch der Nachschub besteht aus bis zu acht Tierarten. Folglich will die Belegung gut geplant sein, doch Mitspieler machen einem da oftmals einen Strich durch die Rechnung.
In der Mitte des Tisches werden verdeckt die Tier-, Münz- und Verkaufsstand-Plättchen hingelegt, daneben kommen die Transportwagen. 15 Plättchen bilden einen Extrastapel. Jeder Spieler bekommt einen Zoo und ein paar Münzen Startkapital. Und los geht’s. Wer dran ist, nimmt entweder ein Plättchen und legt es auf einen der vier Transportwagen oder nimmt sich einen Transportwagen und ist dann für die Runde fertig. Sobald alle Spieler einen Wagen vor sich liegen haben, ist die Runde beendet.
Wer einen Transportwagen genommen hat, muss sofort die maximal drei Plättchen in seinem Zoo platzieren. Tiere kommen ins Gehege oder – sollte die Tierart keinen Platz mehr haben – in den Stall, dort kommen alle unter. Verkaufsstände haben ihre eigenen Orte im Zoo und das Gold landet beim Spieler.
Statt Plättchen legen oder Wagen nehmen, kann der Zoo auch umgebaut werden, gegen Bezahlung natürlich. Da können Tierarten aus dem Stall ins Gehege gehen, Tiere aus dem Stall der Mitspieler in den eigenen Zoo umgesetzt werden oder Tiere aus dem eigenen Stall verkauft werden. Ein Ausbau eines vierten Geheges ist ebenfalls möglich.
Warum das alles? Um am Spielende möglichst wenig Minuspunkte einzuheimsen. Sobald der Stapel mit den 15 Plättchen angebrochen wird, werden nochmals alle Transportwagen be- und entladen und anschließend endet das Spiel. Besetzte Gehege und Verkaufsstände bringen Punkte, alle Tierarten und Verkaufsstandtypen im Stall sorgen für Punktabzug. Also gut überlegen, wann man welchen Wagen an sich nimmt, ob man die Tiere auch unterbringt oder wie man sie wieder los wird.
Note: 3

Strategie und Glück
Notre dame

Paris im 14. Jahrhundert, die zwei bis fünf Bürger versuchen ihr Stadtviertel vor den Ratten zu schützen, wenn es sein muss mit Bestechung, um das meiste Prestige zu erlangen. Wie? Indem sie in den Gebäuden oder in Notre Dame Einflussmarker platzieren. Und schon sind wir beim Kern des Spiels.
Das Spiel hat drei Durchgänge mit jeweils drei Runden. Jeder Spieler hat neun Aktionskarten, die zu Beginn des Spiels gemischt werden, pro Runde nimmt er die oberen drei, behält davon eine, die anderen beiden gibt er an den linken Nachbarn, der wiederum eine davon behält und die letzte seinem linken Nachbarn gibt. Jetzt hat jeder Spieler wieder drei Karten, von denen aber nur zwei Karten ausgespielt werden. Mit dem Ausspielen der Karten werden Einflussmarker in den Gebäuden platziert: Je nach Gebäude gibt es neue Einflussmarker, Geld oder Prestige. Nützlich sind auch der Park und das Hospital, denn sie vermindern die Rattenplage. Haben alle Spieler ihre Aktionskarten ausgespielt, können sie noch einen von drei Bürgern der Stadt bestechen, was nur von Vorteil ist. Entsprechend der Rattenanzahl auf den Bürgerkarten rutscht der Rattenstein in jedem Viertel nach vorne und sollte er über die neun hinauslaufen, verliert der Spieler sowohl Prestige als auch Einfluss. Nach jeder dritten Runde bekommen noch diejenigen Prestigepunkte, die Einflussmarker in Notre Dame haben, alle Spieler bekommen ihre Karten wieder und der nächste Durchgang beginnt.
Die Regeln sind einfach, trotzdem dürfte „Notre Dame“ auch unter Vielspielern Anhänger finden, denn es ist das Kartenweitergeben, was zwar den Glücksfaktor erhöht und somit den Spieler immer aufs Neue zwingt, daraus das Beste zu machen. Und sollte mal ein Spiel lang so gar nichts funktionieren, ist es auch nicht weiter schlimm, denn länger als 75 Minuten dauert eine Partie nicht.
Note: 2-
„Notre Dame“
(alea, von Stefan Feld, ab 10 Jahren, 2–5 Spieler, 45–75 min., ca. 28 €)

Kerstin Koch


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