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Fehlt noch die Haschspritze

Ihre Grundwissen über Cannabis basiert wahrscheinlich auf einer Darstellung im Jugendlexikon der DDR, in dem ein Jugendlicher auf einer Haschspritze aufgespießt dargestellt war. Nur eine solch tief sitzende real existierende Prägung könnte die Aussage einer Bundestagsabgeordneten der LINKEN entschuldigen.
Publiziert am: 05.10.07 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Michael Knodt
hanfjournal 07oktober artikel Fehlt noch die haschspritze
Die Antwort der Abgeordneten des Deutschen Bundestages Kersten Naumann auf die Frage nach ihrer Meinung zur Schädlichkeit und einer eventuellen Legalisierung von Cannabis können und wollen wir unserer hoch geschätzten Leserschaft nicht vorenthalten.


25.04.2007
Antwort von MdB Kersten Naumann, Fraktion Die Linke

" Sehr geehrter Herr xxxxxxx,

Cannabis gilt vielen Konsumenten als Schutzmaßnahme gegen die Tabaksucht: Doch das Pur-Rauchen von Marihuana ist mindestens ebenso ungesund wie Tabakrauch. Die British Lung Foundation hat einen Bericht vorgelegt, nach dem das Rauchen von reinem Marihuana schädlicher ist als Tabakkonsum. Drei Marihuana-Joints am Tag richten demnach in den Atmungsorganen ebenso großen Schaden an wie zwanzig Zigaretten. Das Kondensat aus dem Marihuana-Rauch enthält etwa fünfzig Prozent mehr krebserregende Stoffe als das aus Tabak. Eine Umfrage hatte ergeben, dass 79 Prozent der Jugendlichen das Marihuana-Rauchen als «ungefährlich» einstuften. Nur zwei Prozent der Befragten waren sich der Risiken bewusst. Dabei hat der Konsum seit den
sechziger Jahren mit den neuen Hanf-Züchtungen und steigendem Gehalt des Wirkstoffs THC zugenommen. Die psychoaktive Substanz setzt die Widerstandskraft des Immunsystems herab und erleichtere so Infektionen der Atemwege. Darüber hinaus kann der Konsum THC-haltiger Produkte die Entwicklung von Schizophrenie begünstigen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen für sich und sagen nichts über das moralische Für und Wider des Cannabis-Konsums, stellen aber
klar, welche gesundheitlichen Risiken Raucher eingehen. Ich persönlich und auch als Abgeordnete vertrete deshalb den Standpunkt, Cannabis wie andere Drogen abzulehnen und nicht freizugeben. Cannabis ist eine Einstiegsdroge. Sie mögen das als moralische Keule empfinden. Ich möchte, dass weniger Menschen durch Cannabiskonsum abhängig oder krank werden. Allerdings setze ich mich für den Einsatz von Cannabis als medizinisch wirksames Mittel zur Medikamentenproduktion ein, z.B. als Schmerzmittel Dronabinol, dass zwar schon auf dem Markt aber noch nicht von den Krankenkassen zugelassen ist. In klinischen Studien in Großbritannien war gezeigt worden, dass die Cannabis-Medikamente Schmerzen bei Kranken mildern können, die an Multipler Sklerose, den Folgen einer Rückenmarksverletzung oder einer Krebserkrankung leiden."


Mit freundlichen Grüßen
Kersten Naumann

Nachzulesen auf abgeordnetenwatch.de
Unfundierte, falsche Behauptungen, von einer Volksvertreterin, deren Partei angeblich für die Legalisierung eintritt. Auch der eigenen Partei steht Frau Naumann mit ihrer Haltung ein wenig im Abseits. Der drogenpolitosche Sprecher der BAG Drogenpolitik der LINKEN Carsten Labudda schickte uns, aufgeschreckt von Frau Neumann's Statement, hierzu folgende Stellungnahme:

"Die Antwort der Abgeordneten Kersten Naumann kann nicht unwidersprochen stehen bleiben, denn sie zeugt von mangelnder Sachkenntnis in der Drogenpolitik und widerspricht der seit Jahren bestehenden Position der PDS bzw.der LINKEN. Bereits 1999 veröffentlichte die damalige Bundestagsfraktion der PDS ein Papier, in dem klar festgelegt wurde, dass die Kriminalisierung von Drogengebrauchern abgelehnt wird. An dieser Position hat sich bis heute nichts geändert. Noch im März wurde auf dem Dortmunder Parteitag der Antrag eines bayerischen Kreisverandes, eine repressive Linie in der Drogenpolitik zu vertreten, klar abgelehnt. Es hätte genügt, wenn Frau Naumann ein paar Bürotüren weiter bei der drogenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion Monika Knoche nachgefragt hätte. Sie hätte sich auch auf der Homepage der in der BAG Drogenpolitik arbeitenden Experten der Partei informieren können. Dann hätte sie schnell erfahren,dass den Fachleuten in der LINKEN seit langem bewusst ist, dass die Prohibition ihre selbst gesteckten generalpräventiven Ziele meilenweit verfehlt. Längst überfällig ist eine Politik, die regulierend in den heutigen Drogenschwarzmarkt eingreift, anstatt ihn in seinem der Prohibition geschuldeten völlig deregulierten Zustand zu belassen.“

Frau Naumann hat ihre Aussage bis dato nicht zurückgenommen. Vielleicht sollte sie sich ein Beispiel an Herrn Gysi nehmen. Dem ist Anfang des Jahres Ähnliches rausgerutscht (Hanf Journal 04/07), immerhin hatte Genosse Gregor den Mut, seine Aussage tags drauf zu revidieren und richtig zu stellen.

Mehr unter: www.abgeornetenwatch.de
www.linke-drogenpolitik.de
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