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Red de paddo - Die letzten Stunden der Magic Mushrooms

Publiziert am: 31.10.07 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Roland Grieshammer
hanfjournal 07november artikel Red de paddo Die letzten Stunden der Magic Mushrooms
Es war ein dunkler Tag in der Geschichte der Psychonauten. Wie die niederländische Presse am 12.10.2007 berichtete, einigten sich der niederländische Gesundheitsminister Ab Klink und Justizminister Hirsch Balling auf eine Änderung des Drogengesetzes, die das Verbot der berühmten „Magic Mushrooms“ zur Folge hat – von den Parteien CDA, VVD und Christien Union unterstützt, den Vorschlägen des Amsterdamer Bürgermeister und der Nationalen Organisation von Smartshops zum Trotz. Leider gibt es zu viele, die durch unsachgemäßen Umgang mit psychoaktiven Substanzen den Betonköpfen in den Regierungen in die Hände spielen. Doch dieser Umgang kommt meist von der mangelnden Aufklärung, welche wiederum aus der Illegalität entstanden ist.
Die Leute, die in Holland Pilze gekauft haben, kamen aus Ländern, in denen diese Pilze ein absolutes Tabuthema sind. Wären die Waldgeister überall legal, würden alle Menschen mehr darüber erfahren und lernen damit umzugehen. Dann gäbe es keine ahnungslosen Feierwütigen, die dadurch der Regierung noch mehr Gründe für ihre Verbote geben würden. Ein Teufelskreis, welcher mit dem Verbot begann.

Seit 1971 gibt es bereits ein internationales Verbot für den in den Zauberpilzen enthaltenen psychoaktiven Stoff Psilocybin, allerdings variiert die in den Pilzen enthalte Wirkstoffmenge sehr stark. Auf Grund dieser hohen Schwankungen wurden psilocybinhaltige Pilze bislang nicht verboten. Nun aber wollen die Minister genau auf Grund dieses Umstandes die Pilze doch verbieten. „Es ist unmöglich einzuschätzen, welche Menge welche Wirkung hat.“ erklärte Ministeriumssprecher Wim van der Weegen. Ja glaubt der gute Mann denn wirklich, dass nach einem Verbot niemand mehr Pilze konsumieren wird und sich das „Problem“ der komplizierten Dosierbarkeit dann in Wohlgefallen auflöst?! Eher wird es jetzt mehr Kleingrower und Dealer geben, die die Nachfrage decken werden. Im Grunde schneidet sich die Regierung damit wieder nur ins eigene Fleisch. Nach Monaten der Debatte fiel die Entscheidung, dass sowohl der Verkauf als auch das Züchten halluzinogener Pilze unter Strafe gestellt werden soll. Damit werden Magic Mushrooms in die Liste der „Harten Drogen“ aufgenommen und somit verboten, und die Minister kündigten bereits an, dass die Polizei hart gegen Verkäufer und Pilzzüchter vorgehen werde. Die Smartshop-Betreiber hofften bis zuletzt, dass die Regierung dem Vorschlag des Amsterdamer Oberbürgermeisters Job Cohen zugestimmt hätte, wonach ein legaler Kauf von Zauberpilzen nach einer dreitägigen Verkaufsfrist möglich gewesen wäre.

Ein neues Kommittée von Experten hat mittlerweile einen Bericht vorgelegt (den das Gesundheitsministerium sogar angefordert hatte!), in dem die Risiken der Pilze auf jeder Ebene als sehr gering bis nicht vorhanden klassifiziert werden und das Verbot für unklug und nicht notwendig erachtet. Doch Schritt für Schritt werden die Rechte und Freiheiten der niederländischen Nation abgeschafft. Aber bevor das Parlament dem Verbot zustimmt, kann man ja schnell noch einen Sporenabdruck machen und die Zucht einleiten. Der Weinanbau ist doch schließlich auch ein Kulturgut, aber diese Doppelmoral kennt man ja. Zur Feier auf dieses Verbot werden bestimmt ein paar Gläser Alkohol gekippt. Frei nach dem Motto: „Ich trinke Jägermeister, weil mein Dealer im Knast sitzt!“ In Südamerika haben die Spanier vor 400 Jahren alle Pilzliebhaber niedergemetzelt, weil diese mit dem Teufel sprachen. Im letzten Jahr ist die Ambulanz 140 mal wegen vermutetem Pilzkonsum und über 1400 wegen Alkohol alarmiert worden. Bleibt nur zu hoffen, dass Sporen und Mycelien legal bleiben oder zumindest für Forschungszwecke gekauft werden dürfen. Am 27. Oktober wird in Amsterdam gegen das Verbot demonstriert. Die psychedelische Revolution hingegen lässt noch auf sich warten. Ihr solltet allerdings die Online-Petition „Red de paddo“ (Rettet den Pilz) unterschreiben, um Einspruch gegen ein endgültiges Verbot der Pilze in Holland deutlich zu erheben. Bisher wurden auch etwa 35000 Protestmails verschickt, und täglich werden es mehr. Die englische Regierung hat eine Warnung an die holländische Regierung ausgesprochen, Pilze nicht zu verbieten, da es in England seit dem Verbot mehr Zwischenfälle gegeben hat als davor. Es wird auf jeden Fall eine Sammelklage vor Gericht eingereicht, falls das Verbot durchgedrückt wird, da alle Fakten dagegen sprechen. Der heilige Pilz wird einen Weg finden, um sich auch weiterhin mitzuteilen. Er wurde schließlich nicht gefragt, was er von einem Verbot hält ...

Weitere Informationen (sowie Petition und Bericht) unter:
www.reddepaddo.nl
www.minvws.nl
www.savetheshrooms.com
www.encod.org
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