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Die verflixte vierte Woche

Von Mangelerscheinungen und ihren Ursachen
Eines der häufigsten Probleme, die mir als Growshopper in den letzten Jahren zu Ohren gekommen sind, ist ein
plötzliches Auftreten von Mangelerscheinungen der Pflanze(n) in der vierten Blühwoche. Also genau dann, Also genau dann, wenn die Blüten anfangen, sich auszubilden und an Gewicht zuzulegen.
Publiziert am: 31.10.07 - Medienformen: Medienform Text

Autor: KIMO
hanfjournal 07november artikel Die verflixte vierte Woche
Ausgemusterte Nachzügler bekommen ihr Gnadenbrot in der hintersten Ecke
Die Gründe hierfür sind vielfältig und meist nicht durch
einfache Zugabe von Dünger oder andere Zusätzen zu beheben.
Ursache sind meist schlecht bewurzelte oder anderweitig
schadhafte Stecklinge. Werden solche Hanfbabies zu früh
auf eine zwölfstündige Beleuchtungsphase umgestellt, also „in die Blüte geschickt“, fangen sie zuerst einmal an, sehr schnell zu wachsen. Die eigentliche Blütenbildung fängt erst mit dem Ende dieses Wachtums an, also sortenabhängig zwischen der vierten und fünften Woche. Bis dahin bilden sich nur sehr kleine Blütenansätze, die Pflanze verwendet den größten Teil ihrer Energie immer noch, um zu wachsen. Deshalb ist es auch sehr sinnvoll, in dieser Phase eine Halogendampflampe anstatt einer Natriumdampflampe
zu benutzen: So bleiben die Internodien (Abstände zwischen
den Blütenständen) schön klein, der Geilwuchs (zu starker Längenwuchs) wird gerade in vollgestellten Räumen unterbunden und die Blüten werden kompakter. Zur Ausbildung der Blüten ist der Einsatz eines speziellen Blühleuchtmittels ab dem Zeitpunkt „Hauptblüte“ (vierte bis fünfte Blühwoche) jedoch absolut notwendig. Sowohl in der vegetativen Phase als auch während der Vorblüte braucht die Pflanze sehr viel Stickstoff, der in den speziell abgestimmten Düngern aus einem Growshop ausreichend
vorhanden und leicht über die Wurzeln zu tranportieren ist. Aber auch Stecklinge mit schlechten Voraussetzungen überstehen diese Phase, die so genannte „Vorblüte“, oft ohne erkennbare Mängel.
Selbst bei mäßiger Wurzelausbildung oder Schädlingsbefall
werden die Ladies zu dieser Zeit alle Anzeichen eines gesunden und grünen Wuchses haben. Sobald sich aber die Blüten ausbilden, steigt der Bedarf an Phosphor und vor allem an Kalium. Wer den NPK ( N= Stickstoff, P= Phosphor, K= Kalium) eines Wuchsund eines Blühdüngers vergleicht wird feststellen, dass im Blütedünger der P und K Gehalt anteilig sehr hoch ist, beim Wachstumsdünger
verhält es sich genau anders herum. Am Ende der
Vorblüte zeigt sich dann, ob die Wurzeln in der Lage sind, all die Nährstoffe zu transportieren, die ab jetzt von der bis dato schnell gewachsenen Pflanze benötigt werden, um schwere und kompakte Blüten zu entwickeln. Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem die/der HeimgärterIn entweder die Quittung für schlechte Vorarbeit erhält oder sich täglich an dicker werdenden Blüten erfreuen kann. Auftretende Mangelerscheinungen können jetzt nicht mehr durch zusätzliche Nährstoffzugabe kompensiert werden, weil sie
durch mangelnde Bewurzelung nicht an den richtigen Ort gelangen können. Alle im Grow- Fachhandel angebotenen Produkte enthalten prinzipiell genügend Nährstoffe, um auch bei geringer Dosierung gute Erfolge zu erzielen, für Mangelerscheinungen ist nie der Dünger verantwortlich. Vorausgesetzt er wird benutzt.
Einige, ganz Schlaue wollen aus Kostengründen auf den Dünger
verzichten oder greifen auf Billigprodukte aus dem Supermarkt zurück- die Ergebnisse sind meist verheerend.
In 99 Prozent der Fälle sind die Nährstoffe im Medium ausreichend vorhanden, können jedoch aus den verschiedensten Gründen nicht an die richtigen Stellen transportiert werden. Sozusagen ein zu kleines oder zu wenig Rohrsystem für zu viel Wasser.
Diesem Schlamassel kann nur vorgebeugt werden, indem die
Blüte erst eingeleitet wird, wenn die Bewurzelung ausreichend ist und jede Pflanze auch wirklich kerngesund aussieht. Pflanzen, die nach zwei oder drei Tagen Wachstum nicht mithalten können, werden am besten ausgetauscht. Ist das nicht möglich so kann man den gesund aussehenden Pflanzen ein wenig mehr Platz gönnen, indem man die Nachzügler entfernt. Stecklinge, die
„misshandelt“ wurden oder aus anderen Gründen Startschwierigkeiten haben, müssen so lange gepeppelt werden, bis alle Schönheitsfehler behoben und eventuell verfärbte Blätter wieder grün sind. Durch das Herausnehmen schlecht entwickelter oder die „Krankenversorgung“ muss die Zucht zwar ein wenig länger in der vegetativen Phase großgezogen werden, der zu erwartende Gesamtertrag ist aber auf jeden Fall besser als das „Durchfüttern“ und das Ausblühen von zu kleinen und schwachen Pflanzen.
Sobald die Lichtphase auf zwölf Stunden umgestellt wurde ist
eine Korrektur von Fehlern oder Mängeln kaum noch möglich.
Ein guter Zeitpunkt zur Umstellung der Lichtphase auf 12/12
Stunden auf Erde oder Coco Medium ist erst erreicht , wenn die Wurzeln gerade anfangen, den Topfboden zu erreichen.
Oft werde ich gefragt, wie eine so starke Wurzelbildung denn bei der SOG ( Sea of Green- sehr eng zusammenstehende Pflanzen werden nach nur zwei bis fünf Tagen Wachstum in die Blüte geschickt) in so kurzer Zeit möglich sei? Ganz einfach: Bei der SOG Methode sind perfekte Stecklinge das A&O. Mit ungleichmäßig gewachsenen oder sogar schlecht bewurzelten geht eine SOG Zucht garantiert in die Hose. Lässt man solche Stecklinge blühen wird sich ein Teil der Babies kaum entwickeln und die verbliebenen
kompensieren diesen Ausfall nicht durch einen entsprechend
höheren Ertrag. Perfekt gepflegte und zur Gänze gleichmäßig gewachsene Klone hingegen brauchen bei guter Pflege nicht länger als fünf Tage, um so gut zu bewurzeln, dass die Blütenstände auch in der Endblüte gut versorgt werden können.
Bei hydroponischer Zucht sind die Auswirkungen von Fehlern
noch extremer, hier kann oft schon das falsche Leitungswasser Mangelerscheinungen hervorrufen, weil ein zu hoher EC Wert(dieser gibt den Anteil gelöster Salze im Wasser an), im Ausgangswasser die Nährstoffaufnahme so immens erschwert, dass trotz guter Pflege rot-lila Stiele oder gelbe Blattspitzen nicht ausbleiben.
Aus diesem Grunde benutzen erfahrene Hydro-GärtnerInnen
Regen- oder Osmosewasser. Bei einem Ausgangs EC Wert
des Wassers von 0,3 mS kann das Wasser bestmöglich mit Dünger angemischt werden, so dass die Pflanzen die im Dünger enthaltenen Nährstoffe optimal aufnehmen können. Bei hydroponischer Indoor Zucht ist gutes, mineralarmes Wasser wie zuvor beschrieben ein absolutes Muss, bei Erde oder Coco schadet es auch nicht.
Auch hierbei wirkt es ertragssteigernd, jedoch nicht im selben Umfang wie bei der hydroponischen Zucht. Auch bei Schädlingsbefall oder falschem Klima sind die ersten vier Wochen der Blüte oft trügerisch. Die Pflanzen wachsen so schnell, dass ein Befall mit Kleinstvieh oder eine zu hohe Luftfeuchtigkeit oft nicht auffallen:
Werden die Schädlinge nicht erkannt so vermehren sie sich sich während der ersten Wochen explosionsartig und schlagen in den letzten beiden Wochen zu. Das Ergebnis sind Ertragseinbußen bism zu 30 Prozent. Auch ein fortgeschrittener Schädlingsbefall wurde schon von so manchen Hobbygärtner für ein Nährstoffdefizit gehalten
und mit Dünger bekämpft, mit der fatalen Folge einer Überdüngung und somit einer zusätzlichen Schwächung der Liebsten.
Zur Zeit der Blütenbildung ist es auch viel zu spät für eine Schädlingsbekämpfung, selbst biologische Spritzmittel haben direkt auf der Blüte nichts zu suchen. Selbst organische Zusätze sollte nicht in die Tüte gelangen und wer nicht rauchen möchte, was selbst bei pestizidbehandelten Lebensmitteln verboten ist, sollte die
Abbauzeiten von Pflanzenschutzmitteln peinlichst einhalten. Bei Hanfpflanzen kommt eine Behandlung mit der chemischen Keule, wenn überhaupt, sowieso nur während der vegetativen Phase inFrage, da die kurze Blütezeit nicht ausreicht, Pestizide oder gar Insektizide vollständig abzubauen.
Beträgt die Luftfeuchtigkeit in den ersten Blütewochen über 60 Prozent wachsen die Mädels wunderbar. Ab der Hauptblüte und in der Endblüte (Zeit des Spülens mit klarem Wasser, ca. zehn Tage vor der Ernte) jedoch muss der Feuchtegehalt der Luft unter diesem Wert liegen, da die Blüten ansonsten zwar wunderschön aussehen, jedoch kaum noch an Gewicht und Größe zulegen.
Deshalb suchen erfahrene IndoorzüchterInnen immer einen Weg,
die Luftfeuchtigkeit in der Haupt- und Endblüte unter 60 Prozent zu halten. Sollte eine zum Problem werden kann mit einem größeren Lüfter mit einen regulierbaren Dimmer für die Abluft Abhilfe geschaffen werden. Oder es wird eine zusätztliche Frischluftquelle installiert, wobei die frische natürlich nicht aus der Waschküche kommen sollte sondern möglichst trocken sein sollte.
Ein weiterer, oft auftretender Grund für eine Unterversorgung ist eine zu häufige Wassergabe. So wie übereifrige Mütter haben auch HanfgärtnerInnen den Hang, ihrer Brut zu viel des Guten zu verabreichen- frei nach dem Motto: Viel hilft viel. Aber: Wer es zu
gut mit seinen Kleinen meint schadet ihnen. Zu Feuchte und/oder schlecht durchlüftete Erde kann keinen Sauerstoff speichern. Die Wurzeln können durch den Sauerstoffmangel in zu feuchten Medien keine Kapillarhäarchen entwickeln, die Wurzeln sehen aus wie Spaghetti. Eine gut entwickelte Hanfwurzel in jungem Stadium gleicht eher einer Fischgräte, von der Hauptwurzel zweigen im besten Falle alle ein bis zwei Millimeter kleinste Haarwurzeln ab.
Durch eine zu starke Wassergabe wird deren Anzahl und somit
die Menge der aufnehmbaren Nährstoffe stark reduziert - fertig sind die gelben Blätter. Auch führt zu starke Wassergabe in den letzten Wochen zu einer
zu hohen Luftfeuchtigkeit, was das heißt wurde hier ja schon beschrieben. Wer trotz Bemühen kein Gefühl für die richtige Feuchtigkeit des Substrats entwickelt oder einfach keineZeit hat, ständig nach dem Rechten zu sehen, sollte sich ein Tensiometer zulegen. So wird der richtige Bewässerrungszeitpunkt genau und absolut zuverlässig angezeigt.
Kommt die Erde schon zu Feucht ins Haus oder aus dem Laden
sollte unbedingt ein wenig Perlite (geschreddertes Vulkangestein)hinzugefügt werden (ca.15-30 Prozent), damit die Erde oder das Cocosubstrat in der Lage sind, mehr Luft zu speichern.
Also: Gute Pflege + viel Luft um die Füße und den Kopf + exakt auf Medium, Topfgröße (bei Cococ und Erde) und Sorte abgestimmte vegetative Phase = viele (Haar)Wurzeln = fette BUDS.


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