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Mitten ins Gesicht

Lösung für Selbstversorger ist überfällig
Publiziert am: 06.02.08 - Medienformen: Medienform Text

Autor: KIMO
Die jüngsten Ereignisse haben die Szene aufgeschreckt. Die „Aktion Sativa“ war nicht nur völlig überzogen und rechtlich zumindest bedenklich, sie hat auch das Defizit an Wissen seitens Polizei und Medien gezeigt. So genannte „Groß-, Klein-“ oder „mittlere Anlagen“ sind in deren Augen von der Anzahl der Pflanzen abhängig. Würden die Ermittler eines der beschlagnahmten Bücher lesen, wüssten sie, dass dem nicht so ist. Auch vor Gericht zählt nach wie vor die gefundene Gesamt THC- Menge. Viele Lokalzeitungen berichten über Grower, bei denen eine Lampe mit ein paar Pflanzen gefunden wurde, als „Profis“ mit gewerbsmäßigem Hintergrund. Um den Eigenbedarf ordentlich und sicher großziehen zu wollen, ohne Wasserschäden oder einen Kurzschluss zu verursachen, bedarf es nun mal einer professionellen Ausrüstung. Auch beim kleinsten Kämmerchen mit zwei Pflanzen. Besitzt ein Kleinstgärtner keine Profi- Ausrüstung wird im Polizeibericht über „abenteuerliche Installationen, die die Bausubstanz gefährden“ berichtet. Was denn nu? Die beiden gefundene „Großanlagen“ mit über 1000 Pflanzen waren noch nicht einmal richtige, alleine in Nordrhein-Westfalen wurden im Dezember mehr Pflanzen gefunden - durch normale Ermittlungen. Schon manche enttarnte „Großanlage“ hat mehr Pflanzen beherbergt, als 1600 Beamte Ende Januar in 235 Objekten zusammen gefunden haben. Wer geglaubt hat, der Staat sähe einfach zu, wie sich der Indoor Anbau von Hanf seuchenartig ausbreitet, weiß spätestens seit dem „Schwarzen Montag“, dass dem nicht so ist. Natürlich wird auch immer mehr im großen Stil angebaut, das können solche Aktionen auch nicht verhindern. Aber wirkliche Großbauern bestellen wohl kaum ihre Lampen im Netz oder fahren mit dem eigenen PKW in einen deutschen Growshop. Auch das zeigt, dass hier ein Exempel statuiert werden sollte, nicht gegen den betroffenen Shop, hier sind Ermittlungen gegen einen Mitbesitzer der Auslöser des massiven Einschreitens, sondern gegen die wachsende Zahl der Selbstversorger. Sogar Lüfter, die gar nicht in Betrieb waren, Schnittlauch und Basilikumpflanzen sowie leere Blumentoepfe waren vor den Beamten nicht sicher, selbst wenn ansonsten keinerlei illegale Substanzen gefunden wurden.
Es ist nachvollziehbar, dass der Staat nicht zuschauen will, wenn eine Menge Geld illegal verdient wird, in diesem Falle sogar noch vom Growshopper selbst. Die Sache hat nur zwei Haken: Der Kollateralschaden ist nicht hinnehmbar. In Zeiten von Bleigras und Co. muss der Staat eine „saubere“ Lösung für erwachsene, mündige Hanfkonsumenten finden. Dazu hat die Aktion Sativa nicht beigetragen, im Gegenteil: Viele gebustete Kleinstgärtner werden in nächster Zeit wieder zum Dealer rennen, um dort dann das Gras von den Großbauern zu kaufen. Auch die größte Gruppe aller Kiffer, die Wochenend- oder Geklegenheitskonsumenten, wird weiterhin auf „Profibauerngras“ zurückgreifen, anstatt zu Hause anzubauen. Nach so einer Akion erst recht. Wenn das zarte Pflänzchen der gerade aufkeimenden Eigenversorgung ausgerissen wird, hat das eins zur Folge. Die Anzahl der professionellen Grower wird steigen. Mit ihnen die Vorsichtsmaßnahmen. Das ist wie mit beim Radfahren: Läuft es an einer Stelle nicht rund, eiert bald das ganze System. Reparieren verboten. Wer glaubt, Konsumenten entkriminalisieren zu können, ohne ihnen einen Markt oder die Möglichkeit zur Selbstversorgung zur Verfügung zu stellen, macht sich unglaubwürdig und nimmt die Kriminalsierung unschuldiger Bürger vorsätzlich in Kauf. Schließlich können die viel gescholtenen „Profi- Grower“ ihr Treiben nicht beim Finanzamt anmelden und bedienen auch nur einen Markt, der aufgrund überholter und aus wissenschaftlicher Sicht unsinniger Gesetze, illegal und riesengroß ist. Bei anderer Gesetzeslage wären es veritable Hanfbauern. So wäre wenigstens eine Lösung für den Eigenanbau zum Eigenbedarf ein allererster Schritt, um die Situation ein wenig zu normalisieren. Ganz nebenbei würde eine solche Maßnahme den Jugendschutz stärken, weil der Schwarzmarkt mit wachsender Zahl an Kleingärtnern schrumpfen würde. Von einer solchen Lösung sind wir, auch Dank der altbekannten Betonköpfe, meilenweit entfernt. Als Hoffnung bleibt, dass die „Aktion Sativa“ einige aus dem bekifften Dornröschenschlaf gerissen hat und in nächster Zeit wieder aktiver in Sachen Legalisierung werden lässt. Damit wir nicht irgendwann von der „Aktion Indica“ berichten müssen.
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