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Schädliche Wirkungen von Cannabis bei Hepatitis C

In diesem Jahr sind zwei Studien veröffentlicht worden, die darauf hindeuten, dass regelmäßiger Cannabiskonsum eine ungünstige Wirkung auf den Verlauf einer Hepatitis-C-Erkrankung haben kann. Andererseits verwendet eine nicht unbedeutende Anzahl von Patienten mit Hepatitis C Cannabisprodukte erfolgreich gegen Symptome ihrer Erkrankung, wie beispielsweise Appetitlosigkeit, Oberbauchbeschwerden und Übelkeit. Dieser Beitrag soll über den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand in dieser Frage informieren.
Publiziert am: 10.04.08 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Dr. med. Franjo Grotenhermen
Erstmals wurde im Jahr 2005 von einer französischen Arbeitsgruppe darüber berichtet, dass bei 270 Patienten mit einer unbehandelten Hepatitis C, die sich einer Leberbiopsie (eine Entnahme und Untersuchung einer kleinen Leberprobe) unterzogen, täglicher Cannabiskonsum mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Leberzirrhose verbunden war.

Die Patienten waren in drei Gruppen eingeteilt worden, Nichtkonsumenten (52 Prozent), gelegentliche Konsumenten (15 Prozent) und tägliche Konsumenten (33 Prozent). Eine Analyse der Risikofaktoren für eine Leberzirrhose ergab, dass nicht nur starker Alkoholkonsum, das Vorliegen einer Fettleber und wenige weitere Faktoren mit einem solchen erhöhten Risiko assoziiert waren, sondern dass auch regelmäßiger Cannabiskonsum das Risiko ungefähr verdreifachte. Täglicher Cannabiskonsum beschleunigte auch das Fortschreiten der Zirrhose.

Gelegentlicher Konsum hatte dagegen keinen ungünstigen Einfluss.

Experimentelle Untersuchungen mit Tieren zeigen, dass die Aktivierung von Cannabinoid-1-Rezeptoren durch körpereigene Cannabinoide (Endocannabinoide) oder durch von außen zugeführte Cannabinoide, wie beispielsweise THC, das Entstehen einer Fettleber und das Fortschreiten zu einer Leberzirrhose bei einer chronischen Leberschädigung, wie sie eine Entzündung der Leber (Hepatitis) darstellt, fördern.

Auf der anderen Seite führte die Aktivierung des Cannabinoid-2-Rezeptors zu gegenteiligen Effekten, eine Reduzierung der Entzündungsaktivität der Leber und die Vorbeugung einer Zirrhose. Daher wird gegenwärtig diskutiert, ob eine medikamentöse Blockierung des CB1-Rezeptors und eine Aktivierung des CB2-Rezeptors eine sinnvolle Therapie bei Vorliegen einer Hepatitis C darstellen könnte.

Eine der beiden neuen Studien, die im Februar 2008 veröffentlicht wurde, stammt erneut von der französischen Arbeitsgruppe, die zweite vom Januar 2008 wurde an der Universität von Kalifornien in San Francisco durchgeführt. In der kalifornischen Studie mit 204 Patienten mit chronischer Hepatitis C waren 14 Prozent tägliche Cannabiskonsumenten, 45 Prozent gelegentliche Konsumenten und die übrigen 41 Prozent keine Konsumenten von Cannabis.

Täglicher Cannabiskonsum war im Vergleich mit Gelegenheitskonsum mit einem etwa siebenfach erhöhten Risiko für die Entwicklung einer mäßig starken bis starken Leberzirrhose assoziiert. Die Autoren schlagen daher vor, dass Hepatitis-C-Kranke ihren Cannabiskonsum reduzieren oder ganz einstellen sollten.

In der neuen französischen Studie mit 315 Hepatitis-C-Patienten war täglicher Cannabiskonsum mit einer Verdoppelung des Risikos für die Entwicklung einer Fettleber verbunden. Erneut war der Anteil der täglichen Cannabiskonsumenten in diesem Kollektiv mit 24 Prozent recht hoch. Dies ist ein Hinweis darauf, dass viele Menschen mit Hepatitis C durch die Einnahme von Cannabis eine Linderung ihrer Symptome erfahren. Umso bedrückender muss es für diese Patienten nun sein, von den möglichen negativen Auswirkungen ihrer Eigentherapie zu erfahren. Es gibt nur einen Trost: Gelegentlicher Konsum wies auch in dieser Studie keinen signifikanten gesundheitsschädigenden Effekt auf. Zudem könnte Cannabis im Rahmen einer antiviralen Therapie der Hepatitis von Nutzen sein. So zeigte eine Studie der Universität von Kalifornien aus dem Jahr 2006, dass Cannabiskonsum die Wahrscheinlichkeit erhöhte, eine solche belastende Therapie mit antiviralen Medikamenten bis zum Ende durchzustehen. Nur 1 von 22 Cannabiskonsumenten (5 Prozent), verglichen mit 16 von 49 Nichtkonsumenten (33 Prozent), brach die Therapie vorzeitig ab. Zudem sprachen die Cannabiskonsumenten häufiger auf die Therapie an, nämlich in 64 Prozent der Fälle, verglichen mit 47 Prozent bei den Nichtkonsumenten. Die Autoren schließen aus ihren Beobachtungen, dass ein moderater Cannabiskonsum eine symptomatische Linderung und einen virologischen Nutzen bei einer antiviralen Therapie haben kann.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass nach dem heutigen Stand der medizinischen Erkenntnis Menschen, die an einer Hepatitis C leiden, nicht regelmäßig Cannabis konsumieren sollten. Vermutlich ist ein gelegentlicher Konsum unbedenklich, wobei allerdings unklar ist, wann in diesem Zusammenhang noch von einem gelegentlichen Konsum zu sprechen ist und wann von einem regelmäßigen. Zudem könnte Cannabis für die Dauer einer antiviralen Chemotherapie der Hepatitis C von Nutzen sein.


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