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CannaTrade 2008 Hanf-Hochburg Bern

Polizeiwillkür auf der achten CannaTrade
Publiziert am: 14.04.08 - Medienformen: Medienform Text

Autor: KIMO
hanfjournal 08april artikel CannaTrade 2008 Hanf-HochburgBern
Am Morgen des 28. März öffnete die CannaTrade auf dem Berner Expo Gelände zum mittlerweile achten Male ihre Pforten. HanfliebhaberInnen aus aller Welt trafen sich in der Schweizer Bundeshauptstadt, um Infos auszutauschen, legale Hanfprodukte an die Frau/den Mann zu bringen oder einfach nur, um mal wieder gutes Schweizer Gras zu rauchen. Letzteres war aufgrund der Omnipräsenz der Polizei leider schwer zu bekommen, gekifft wurde im abgetrennten Raucherbereich trotzdem ordentlich.

Die Berner Polizei hatte die Veranstalter schon im Vorfeld gewarnt, dass sie gegen Samenhändler vorgehen werde, deren Samensorten nicht im offiziellen Samenkatalog des Schweizer Landwirtschaftsministeriums stünden. Also gegen alle. Und sie machte diese Drohung mehr als wahr. Vorab: Hanfsamen sind in der Schweiz legal und werden seit Jahren dort gehandelt und sogar produziert. Auch andere verkehrsfähige, legale Samen stehen nicht im Samenkatalog, so zum Beispiel viele Samen exotischer Pflanzen.

Trotzdem wurde auf dem Messegelände ein Samenhändler inklusive Personal festgenommen, der Stand geschlossen und die Waren beschlagnahmt Zeitgleich konnten genau die gleichen Samen in den Growshops der Stadt völlig legal erworben werden. Sogar Anbieter durchsichtiger Papers oder von Grow- Systemen mit Platz für mehr als zehn Pflanzen mussten die Segel streichen, um sich nicht anschließend für ein paar Stunden im Knast wiederzufinden. Die Nummer mit dem Sortenkatalog diente offensichtlich als Schikane, nach Ansicht der Messeleitung und deren Rechtsanwalt ist dieses Gesetz auf eine Messe gar nicht anwendbar. Die Beschlagnahmung von Gewächshäusern und Papers entbehrt sowieso jeder rechtlichen Grundlage.

Am schlimmsten traf es den Spanischen Samenversender „Send-a-Seed“ (www.send-a-seed.com), deren Standbetreiber fünf Stunden lang von der Polizei festgehalten und einer erniedrigenden Prozedur (Genau, die Gummihandschuhpoponummer :-( ) unterzogen wurden, bevor sie 1000.- Sfr. Strafe zahlen mussten. Wofür, wurde ihnen nicht mitgeteilt, sie hatten jedoch aufgrund des ausgesprochenen Verbots auf der Messe keine Samen verkauft. Wenigstens gab‘s ne Quittung.

Anscheinend ist die CannaTrade in Bern nicht mehr erwünscht, ansonsten ist es kaum zu erklären, warum seitens von Polizei und Staatsanwaltschaft offensichtliche Rechtsbrüche begangen werden. Mit dem einzigen Ziel, die dort versammelte Hanfgemeinde zu verunsichern und den Veranstaltern die finanzielle Basis zu entziehen. Obwohl es wahrscheinlich ist, dass das Verhalten der Beamten im Nachhinein Konsequenzen haben oder wenigstens für illegal erklärt werden wird, nehmen die Schweizer Behörden das wissentlich in Kauf. Anscheinend ist eine öffentliche Stigmatisierung und Schwächung der Legalisierungsbewegung kurz vor dem Volksentscheid über eine Hanffreigabe oberstes politisches Gebot und wird mit mehr oder weniger rechtsstaatlichen Mitteln durchgesetzt.

Trotzdem konnten sich über 130 Aussteller aus 16 verschiedenen Ländern (CH, Deutschland, Polen Niederlande, Belgien, Frankreich, Italien, Österreich, Slowenien, Tschechien, Spanien, Portugal, Griechenland, England, Kanada und den USA) sowie 12‘000 Besucher wieder drei Tage lang an zahlreichen Informationen und Innovationen rund ums Thema Hanf erfreuen.

Wie bei jeder CannaTrade legte die Messeleitung besonderen Wert darauf, die Nutzpflanze Hanf ganzheitlich darzustellen. So wurde Hanf an vielen Ständen als nachwachsender Rohstoff in den verschiedensten Varianten präsentiert, eine Reihe von Ständen widmete sich dem Thema Hanf + Medizin, darunter auch die „Die Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V. (IACM)“, die zusammen mit dem Selbsthilfenetzwerk - Cannabis – Medizin (SCM) über die schwierige Situation von Cannabis PatientInnen, insbesondere in Deutschland, informierten.

Auch das Hanf Journal präsentierte sich zusammen mit der polnischen Schwesterzeitschrift „Spliff“ in der Schweiz seinen Lesern und Kunden mit einem kleinen Stand. Ein besonderer Dank geht hier nochmal an die Zuschauer von „Exzessiv-TV“, die auch auf der CannaTrade zu unserer Überraschung zahlreich vertreten waren und unseren Redaktionsmitgliedern viele Ideen , ein wenig Lob, Kritik sowie zahlreiche Anregungen für kommende Folgen beschert haben.

Leider musste der schon traditionelle Swiss Cannabis Cup dieses Jahr aufgrund der repressiven Polizeimaßnahmen ausfallen, dafür gab es zum ersten Mal mittels Publikumsumfrage den „CannAward“ in den Kategorien „Bestes Produkt“ und „Schönster Stand“ zu gewinnen.

Als schönster Stand wurde der von den Lokalmatadoren des Grow- und Headshops „Fourtwenty“ aus Bern gekürt. Das beste Produkt war in den Augen des zahlreich erschienen Fachpublikums die „Vapbong“ der Firma „Distribución de Soluciones Werner“ aus Kranada. Wir wissen schon lange, wie gut die Vapbong ist, schließlich durften wir den Mini Vaporizer schon testen, bevor er zum Triumphzug durch Europas Messehallen angetreten ist. Egal ob Madrid, Amsterdam oder Bern, die Vapbong ist immer unter den Top drei der Publikumsgunst. Das Hanf Journal gratuliert.
Auf politischer Ebene geschieht momentan sehr viel, dafür gibt es bei den Grow- und Rauchartikeln wenig Neues. Nachdem jede Messe in den letzten Jahren einen Hype ( vertikale Grow- Systeme, Enerrgiesparleuchtmittel, Plasma Leuchten etc.) verursachte, der sich im Nachhinein als stark übertrieben erwies, fand die Szene in Bern „Back to the Roots“. Die Homebox hat sich für die Anwendung im Hobbybereich durchgesetzt, mittlerweile gibt es aber auch qualitativ gleichwertige Nachbauten wie den DarkRoom, die sich nicht verstecken müssen, sich aber leicht verstecken lassen. Schön hierbei ist, dass die Konkurrenz das Geschäft anscheinend belebt hat und sowohl die Detailausführungen als auch die Modellvielfalt der Indoor-Zelte immer besser werden, wodurch es mittlerweile wirklich für jede Ecke und jeden Bedarf eine passende Box gibt.

Bei den Rauchutensilien war ein Produkt, mit dessen Hilfe man sich das Rauchen eigentlich abgewöhnen sollte, ganz vorne in der Gunst der Besucher: Der Vaporizer, in all seinen vielfältigen Erscheinungsformen. Vom günstigen DragonVap der Firma Earth-Spirtit aus der Schweiz (www.earthspirit.ch) über den alt bewährten Aromed (www.aromed.com) bis hin zum super edlen Digital Volcano (www.storz-bickel.com) konnten auf der Canntrade die verschiedensten Modelle ausgiebigst getestet werden. Auch mit Hanf, wenn gerade keine Uniform in der Nähe war...
Nach drei Tagen Dauerjoint, Reden und wenig Schlaf war dann auch für die Redaktion vom Hanf Journal die CannaTrade zu Ende. Mit sechs roten Augen, drei weinenden und drei lachenden, ging es zurück nach Berlin.

Ob wir uns nur bis nächstes Jahr oder für eine längere Zeit von der CannaTrade verabschiedet haben, wird die Zukunft zeigen. Wir hoffen auf jeden Fall auf ein Wiedersehen 2009, vielleicht zeigt eine andere Stadt unseres Nachbarlandes mehr Respekt vor der großen Schweizer Hanfgemeinde.

In diesem Sinne, tschüß bis 2009 in ????.

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