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Rolys Silberscheiben des Monats April
Publiziert am: 29.04.08 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 08april artikel Logistics: Reality Checkpoint
Logistics: Reality Checkpoint
(hospital)


Die leicht gelangweilten Reviews der Fachpresse über die vergangenen Alben und EPs liessen eine gewisse Sättigung bei Hospital erkennen. Doch ich war nach den vorwärtsgerichteten Gänsehaut-Hymnen vom Masterpiece „Now More Than Ever“ im ersten Moment nur etwas verwirrt und nach mehrmaligem Hören erleichtert, da Logistics bei seinem neuen Werk „Reality Checkpoint“ nicht mehr so auf euphorische Elemente setzt, sondern dank neuer Drums einfach metaphysische Future Classics zum Besten gibt. Klar wird hier das Genre nicht neu erfunden, dafür aber druckvoll und mit viel Liebe zum Detail perfektioniert. In Form von eher düsteren Break-Steppern, die ihren historischen Anknüpfungspunkt bei No-U-Turn-Platten der 90er suchen, gefallen mir vor allem das ermunternde „Lullaby“, das tragende „Reality Checkpoint”, das flirrende „96”, das jumpige „Trying Times”, das anregende „Slow Motion” sowie das verträumte „Dreamer of Dreams”. Am interessantesten ist wohl „Cocoon”, was mich sehr an Danny Breaks erinnert und wie „Bodyrock“ mit Videogame Sounds klingt. Mein Favorit bleibt allerdings das rootsbetonte „Cold World”. Also weniger Disco-Euphorie, sondern mehr Deepness und Electro. Ich halte es ja immer noch für einen Promo-Gag, dass er tatsächlich der kleine Bruder von Nu:Tone sein soll, aber egal – coole Tunes!
www.hospitalrecords.com
www.grooveattack.com


Pete Rock: NY’s Finest
(nature sounds)


Im Verlauf seiner bisherigen Karriere veröffentlichte er unzählige Klassiker, produzierte zahllose Remixe und arbeitete mit Nas, Common, Mary J Blige, Ghostface Killah, Busta Rhymes, Public Enemy und Run DMC zusammen. Knapp vier Jahre nach der Veröffentlichung von „Soul Survivor II“ veröffentlicht der HipHop-Veteran seine neue Platte namens „NY’s Finest“ in Kooperation mit Pete Rocks eigenem Label Soul Survivor Records und dem in Brooklyn, New York ansässigen Independent-Label Nature Sounds. Wie es der Albumtitel schon andeutet, sind auf dem Longplayer eine Menge erfolgreicher und anerkannter Rapper aus New York gefeaturet. Unterstützt wird der Kultproduzent von diversen Jüngern wie Jim Jones, Max B, Styles P, Sheek Louch, Royal Flush, Redman, LD, Chip Fu & Rene (Zhane), Little Brother, Lords of the Underground, Rell, Doo Wop, Papoose sowie Raekwon und Masta Killa aus dem Wu-Tang Family Camp. Bis auf einen Beat von Green Lantern zeigt sich „Chocolate Boy Wonder“ für die Produktion dieser granatenmässigen Beats, Samples und Scratches komplett selbst verantwortlich. Hinzu kommt, dass dieser DJ mit jamaikanischen Wurzeln ein begnadeter Rapper mit einem sehr gutem Flow ist. Das Cover ist natürlich eine Hommage an James Brown und dessen Doppelalbum „Hell“ (1974). Jeder, der sich für guten Hip Hop interessiert, wird diesen Shit von A-Z einfach nur genießen. 1st Class Material mit gewohntem Soulbrother Sound!
www.myspace.com/peterock
www.naturesoundsmusic


Drumpoet Community presents: Drumpoems Verse 1
(compost records)


Der Züricher Alex Dallas (The Lost Men, Die Zukunft) platzierte sich bereits vor circa zehn Jahren mit seinem Label Straight Ahead an der Speerspitze einer musikalischen Bewegung, die sich eine gewisse Vielseitigkeit auf die Fahnen geschrieben hatte. 2005 gründete er zusammen mit dem Soultouristen Ron Shiller das von Compost/Disctrade vertriebene Label Drumpoet Community und läutete zusammen mit dem befreundeten Innervisions-Label um Dixon und Âme die Deephouse-Renaissance ein. Nach diversen 12“-Veröfffentlichungen erscheint nun die erste Label-Compilation „Drumpoems Verse 1“ mit vier speziellen Edits, fünf neuen, bisher unveröffentlichten Nummern sowie drei weiteren groovigen Hits als limitierte Edition inklusive einer stylischen Drumpoet Community Schulter-Tasche. „Pure stunning deepness“, schwärmte Laurent Garnier, und auch ich freue mich, dass hier Elemente wie Wärme, Musikalität und Seele wieder verstärkt in die teilweise unterkühlte und schematisch wirkende Clubmusik von Heute eingebracht werden. Zitate aus der Vergangenheit und Referenzen an Chicago und Detroit sind deutlich zu hören, doch die Gedichte von Foster, Manuel Thur & DPlay, Soultourist, Kawabata, Sascha Dive, Quarion, Thabo und The Lost Men überzeugen mit seelenbehaftetem House als Lyrik der etwas anderen Art.
www.drumpoet.com
www.compost-rec.com


The Black Dog: Radio Scarecrow
(soma recordings)


Eine der renommiertesten und dienstältesten britischen Elektronikformationen, die Anfang der 90er mit „Bytes“ oder „Spanners“ wahre Genre-Klassiker schufen, liefern nun nach fast drei Jahren Arbeit den Nachfolger zu „Silence“. Tief in die Tracks eingebettet befinden sich verschlüsselte Nachrichten, Stimmen und Echos. Diese entstammen EVPs (Electronic Voice Phenomenon), also Tonbandstimmen, die beim Abspielen von Aufnahmen auftauchen, obwohl sie augenscheinlich nicht aufgezeichnet wurden. Der Menschheit sind sie bisher unerklärlich und unheimlich geblieben und haben bis heute zu unendlich vielen Spekulationen und Interpretationen geführt. Genauso wie die rätselhaften Zahlensender auf Kurzwelle, die schier endlose Zahlen-, Buchstabenreihen und Polyphontöne vortragen. All diese Aufnahmen und Übertragungen haben The Black Dog zu ihren 17 wundervollen Kompositionen auf „Radio Scarecrow“ inspiriert und den Tracks ein Konzept vorgegeben. Besonders in „Train By The Autobahn (Part 2)“, „UV Sine“, „Siiiipher“ und „Digital Poacher“ blitzt die gute alte Songstruktur mit einfach wunderschöner Grundstimmung durch. „Witches Ov“ und „Ghost Vexations“ erfreuen mein melancholisches Herz. Am intensivsten ist das Werk aber in seiner Gesamtheit und in voller Lautstärke. Die Pioniere des UK Techno sollten in einem Atemzug mit Autechre und Aphex Twin genannt werden!
www.radioscarecrow.com
www.somarecords.com


Bantu, Docta, Sister Fa & More: Many Lessons
(piranha)


Das Bild, das sich westliche Gesellschaften von islamischen Lebenswelten machen, ist ein ewiger Quell von Vorurteilen und Mutmaßungen. Wo Wissen fehlt, setzen sich Ressentiments durch. In Westafrika hat der Islam eine ganz eigene Geschichte, die ihn vom Islam in arabischen Ländern oder Südostasien abhebt. Speziell die amerikanische HipHop-Kultur, die den Materialismus feiert und die Sexualität offen zur Schau stellt, ist orthodoxen Muslimen suspekt. Doch nirgendwo ist Popmusik derzeit gesellschaftlich so repräsentativ wie der mit seinem Sprechgesang in der afrikanischen Kultur verwurzelte Hip Hop. In muslimisch geprägten Ländern wie Mali oder dem Senegal setzen sich junge Rapper zwangsläufig mit der Rolle der Religion auseinander. Die einen verbinden muslimische Frömmigkeit mit sozialkritischen Botschaften. Andere kritisieren den Missbrauch der Religion zu politischen Zwecken. In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) stellt Piranha Musik mit 14 mitreissenden Lektionen einen authentischen Soundtrack vor, der als Inspiration und Impuls für einen offenen Austausch mit der islamischen Popkultur verstanden werden darf. Highlights sind „Andando” (African Akhlou Bi), „Selebou Yoon” (Sister Fa), „Salamalekoum“ (Les Escrocs), „Ya Rassulilah” (Backa), „Xonet” (Docta), „Bataxal” (General Snipe feat. Kiné Thiam) und „Mighty Intelligence” (Dread Skeezo feat. Dread Maxim). Faszinierender Hip Hop aus dem Mutterland!
www.myspace.com/manylessons
www.piranha.de
www.bpb.de
www.multikulti.de
Roland Grieshammer
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