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Rolys Silberscheiben des Monats Juli
Publiziert am: 04.07.08 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 08juli artikel Ian Pooley: In Other Words
Ian Pooley: In Other Words
(ministry of sound)


Der gebürtige Mainzer, der seit 2006 in Berlin seine Zelte aufgeschlagen hat, sorgt seit über 15 Jahren mit seinen Produktionen für Aufsehen. Anfangs noch mit Kumpel Thomas Gerlach alias Tonka in Sachen Breakbeats (Spacecube + TNI) unterwegs, ging es Mitte der 90er immer mehr in Richtung House. Als Produzent und Musiker lässt er sich viel Zeit für Arrangements und Spannungsbögen – ein Meister der Entschleunigung. Vier Jahre nach „Souvenirs“ hat Ian Pooley noch einmal auf das vielfältige Wechselspiel mit den verschiedenen Technospielarten zurück geschaut und seinen ganz eigenen Weg zwischen den Genres gefunden. Das „Intro“ wie auch „Blue Interlude“ wirken dabei als Ruhepole in einem funkelnden Klanggebilde. Die Hymne „5 am“ besticht mit brasilianischen Percussions und unterschiedlichen Soundflächen, Tim Fuller singt ein sphärisches Falsett zu „What I got“, und Ian Pooleys langjähriger Mainzer Keyboarder Ulf Kleiner aka Perry Colo sorgt bei „Heat“ für feine Orgelsounds. Chicago-House-Held Robert Owens macht aus „Learn“ einen lasziven Electro-Chanson, und die Beats kicken und schrauben sich nochmal nach oben, bevor das rhythmisch dichte „Closer“ als grooviger Rausschmeisser heran rollt. „In Other Words“ ist ein überzeugendes Credo für die Entwicklungsfähigkeit von House Music. Deep, funky und atmosphärisch. Maschinenmusik mit guter Seele, jetzt auch in Berlin. Ein sehr gelungener Neustart aus dem Umzugskarton sozusagen.
www.myspace.com/ianpooley
www.ianpooley.com



Señor Coconut and his Orchestra: Around The World with Señor Coconut
(essay recordings)


Der Frankfurter Uwe Schmidt trieb sich schon Mitte der 80er unter dem Pseudonym Atom Heart als autodidaktischer Programmierer und Schlagzeuger rum. Mittlerweile nach Chile ausgewandert veröffentlicht er nun als Señor Coconut nach „El Baile Alemán“ (gewidmet den deutschen Elektro-Pionieren Kraftwerk), „Fiesta Songs“ (eine fröhliche Sammlung populären Liedguts) und „Yellow Fever“ (eine Hommage an das Yellow Magic Orchestra) das neue Album „Around The World“, dessen Titel den Rahmen und den roten Faden vorgibt. Neben Daft Punks Klassiker werden noch andere Songs mit Rumba-, Cha Cha Cha-, Bolero- und Merengue-Rhythmen neu interpretiert und bekommen so einen eigenen humoristischen Elektro-Latino-Charme. Wenn man schon Perlen des internationalen Pops covert, dann muss man sich mit einer starken Idee selbst einbringen. Den Adelsschlag erhält man, wenn sich die Gecoverten sogar an den Aufnahmen beteiligen, wie diesmal Stephan Remmler, der legendäre Kopf der Band Trio. Auch Argenis Brito und der Crooner Louis Austen standen Señor Coconut beim Culture Clash zur Seite. In „La vida es llena de cables“ clasht ein Latino-Bigband-Arrangement mit zeitgenössischem Reggaeton-Rap und von Atom™ entwickelten Aciton, einem Hybrid aus Acid und Reggaeton. Und ich amüsiere mich sehr über das legendäre „La Boum“-Thema. Der musikalische Ritter der Kokosnuss hat hier wieder mit erstklassigem Mambo Mash Up zugeschlagen.
www.senor-coconut.com
www.essayrecordings.com



V.A.: Atomix
(panatomic)


„Extended Versions“ waren die Ursprünge des Remixes, die Anfang der 80er Jahre auf den Dancefloor abzielten. Bereits ein Jahrzehnt später hatten sich Remixe in der elektronischen Musik zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt, waren allerdings im Indie-Rock immer noch eher weniger originelles Füllmaterial für Single-B-Seiten. Panatomic ist das Label der Münchner Club-Institution Atomic Café (seit Jahren in den Top 3 der beliebtesten Clubs der Republik), und Resident Volker Schadt aka Schadcroft mixt hier die erste Compilation, die stilsicher junge Klassiker, aktuelle Floorfiller und die Hits von morgen aus der vor Kreativität sprudelnden Vereinigung von Indie-Rock und Elektronik versammelt. Hier stehen Bands wie Bloc Party, Franz Ferdinand, The Wombats, Simian Mobile Disco, The Futureheads, The Whip Blood Red Shoes, The Kills, Kasabian, LCD Soundsystem und Hot Chip solchen Soundtüftlern wie Daft Punk, Rex The Dog, CSS, The Teenagers, Digitalism, Soulwax und Serge Santiago gegenüber. 12 der 16 Mixe sind bis dato nur als rare 12“Vinyls oder als DJ-Promos nach Deutschland gelangt, die anderen Mixe meist nur auf limitierten Album-Editionen oder EPs erschienen. Mal wieder erweist sich Bayerns Hauptstadt als Mittelpunkt avantgardistischer Klangkombinationen, denn das Atomic Café ist wie immer geschmackssicher unterwegs. „Atomix“ ist das längst überfällige Zeitzeugnis einer neuen Club-Bewegung!
www.atomic.de
www.grooveattack.com




V.A.: Elaste Vol. 2 – Space Disco
(mixed by Tom Wieland)
(compost records)


Willkommen in der Neonbar. Der ganze europäische Disco-Wahnsinn begann 1977 mit Giorgio Moroder, der mit Donna Summer die Charts aufmischte und nebenbei einen neuen Sound kreierte. Die Munich Music Machine war geboren. Motown, German Electronica, Kraut Rock, Underground Disco, Euro Boogie und New Wave Funk wurden lustig durcheinander gewirbelt. Tom Wieland war bereits vor mehr als einem Jahrzehnt mit seinem Projekt Les Gammas Teil der ersten großen Tage von Compost, ist von Jazz bis Bummbumm mit allen Wassern gewaschen und gehört derzeit zur absoluten Produzenten-Elite. Während er mit 7 Samurai auf dem Hipster-Label G.A.M.M. Dub, Soul und Afro mit den besten Bootleg-Gedanken kreuzt, steht er mit Panoptikum für ein deepes Bewußtsein und die Essenz des Detroiter Technos. Nun kompiliert er den zweiten Teil der Elaste Serie, und man fühlt sich wie „Shane 54“, der aus Jersey nach New York flüchtet, um die Sonnenseite der neuen Musik kennen zu lernen. Zu hören gibt es Moroder’sche Basslines, feine Synthies, etwas Space Latino, wilde Orgelsessions sowie weltmusikalische Trommeleien, und neben Panoptikum’s verdrehten Sequencer-Pop bleiben auch Rufus und Chaka Khan in der selten gehörten Hallocinogenik Version verstärkt im Kopf hängen. Seit sich die Electro-Community wieder rückwärts orientiert und mit alten Sounds um die Ecke kommt, zündet dieser Sound enorm! Hier lebt ausnahmslos der Funk – Zeitgeist pur.
www.compost-records.com




Jazzkantine: Hell’s Kitchen
(sashimi records / rough trade)


Da die meisten Musiker der Jazzkantine mit der Rockmusik der 70er und 80er Jahre aufgewachsen sind und selbst ähnliche Musik gemacht haben, lag es doch auf der Hand, irgendwann einmal ihre eigenen Versionen großer Rock- und Metal-Klassiker der 80er einzuspielen. Ich selbst war nie ein grosser Fan dieses Genres und bin umso überraschter, wie eigenständig die Braunschweiger Band die altbekannten Originale bearbeitet hat. Nach der erfolgreichen Fusion von Jazz und HipHop, deutschsprachiger Soulmusik und etlichen Theatermusiken verknüpfen die Jungs großartiges Handwerk mit viel Kreativität. Shooting-Star Tom Gaebel swingt unwiderstehlich über AC/DCs „Highway To Hell“, Sam Leigh-Brown definiert Van Halens „Jump“ als beseelten Jazzbossa und Xavier Naidoo hat mit viel Ausdruck die Feinheiten aus Metallicas „Nothing Else Matters“ herausgearbeitet. Pat Appleton (DePhazz) interpretiert „I was made for loving you“ von Kiss als wunderschöne Jazz-Ballade und Frontmann Cappuccino stellt mit „Iron Horse“ (Motörhead) und „Paranoid“ (Black Sabbath) nachhaltig seine Gesangsqualitäten unter Beweis. Ausgefeilte Bläser Arrangements und harmonische Variationen der Rhythmusgruppe deutlich, dass man durchaus aus einem Rockgitarren-Riff ein Jazzthema köcheln kann. Erneut hat die Jazzkantine ihre große musikalische Offenheit und ihr Können unter Beweis gestellt. Das Album „Hell’s Kitchen“ groovt, was das Zeug hält. Walk this way !!!
www.myspace.com/jazzkantine
www.jazzkantine.de
www.sashimirecords.com
www.deluxeentertainment.com




Various: Basswerk Sessions Vol.3
(basswerk)


Der FC ist wieder in der Bundesliga, und die Basswerk Sessions Vol.3 sind endlich da – das sind die beiden äusserst erfreulichen Highlights 2008 aus einer meiner Heimatstädte. Anfang der 90er Jahre schufen Green Man und Cheetah das Junglegrower Projekt, woraus sich später das Label und die Clubnight Basswerk entwickeln sollte. Auf die bisher in fast 15 Jahren errungene Anerkennung wird sich nicht ausgeruht, und so hat Mastermind Heiner Kruse nun den dritten beeindruckenden Überblick auf das Schaffen der Protagonisten im Dunstkreis von Basswerk zusammengestellt. Die so wichtige Tiefe und Seele übernimmt Disc 1 (chill-session), auf der Künstler wie Jonathan Baker, TGM, Danoo, Big Bud, Taxidriver, Enea, Amaning & Stunna nicht auf Härte spekulieren, sondern den Vibe an sich fördern. Auf Disc 2 (groove-session) ist der Name Programm, und Musiker wie TGM (feat. Remedy, Chevy & Dragoon), Kubatko & Trg, Robot Redford & Michael Sauer, Gabb, Subz & Matik, Decade, Camo und Young Ax sorgen für den richtigen Drive. Disc 3 (technik-session) dominiert mit technoid peitschenden Tracks von Dementia & NME Click, TGM, Cruel Culture, N.Phect & Dizplay, Rregula & Dementia, Giana Brotherz und Violentbreakz. Vielfalt und Niveau in dieser Dimension bekommt man fast nie – daher nicht nur für alte Tiger ein Muss, sondern gerade für die Nachwuchsstepper das perfekte Einsteigerset. So wie der Heiner kann’s halt keiner. Mütze ab!
www.myspace.com/tgmthegreenman
www.myspace.com/basswerk
www.basswerk.de
www.thegreenman.de


Roland Grieshammer
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