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Animals in Love
Kino-Tip
Publiziert am: 04.08.08 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 08august artikel animals in love
Anderthalb Jahre Drehzeit in 16 Ländern und quer durch alle Klimazonen, von der Tundra bis in die Tropen, haben eine außergewöhnliche Tier-Doku entstehen lassen.

Dass nicht nur Menschen teils kreative Eroberungstaktiken im Repertoire haben, zeigen hier über 80 Tierarten. Und die tierischen Hauptdarsteller sind im Hormonrausch nur allzu menschlich: wir erleben den selbstsicheren Don Juan, die opportunistischen Diebe und Blender sowie die tollpatschigen Verlierer, die nicht wirklich erfolgreich werben, aber um so liebenswerter sind, wenn sie sich untereinander necken. Wichtiger als der kurze Moment der geschlechtlichen Vereinigung ist bei „Animals in Love“ das Putzen und Sich-Schmücken, das Sich-in-Szene-Setzen und die Kämpfe gegen Rivalen, die Rituale der Annäherung und die Entspannung „danach“, das Wunder der Geburt und die Pflichten der Aufzucht. Weg von populärwissenschaftlichen Erläuterungen oder pädagogischer Absicht arbeitet Regisseur Laurent Charbonnier virtuos mit visuellen Elementen und Techniken und bewirkt mit seiner Bilderflut, die assoziativ von Tierart zu Tierart springt, von Kontinent zu Kontinent, und nur selten bei einem Paar verweilt, emotionales Mitschwingen mit optischen Rhythmen und Schnittfolgen. Klar ist die Natur niemals nur schön und romantisch, denn besonders im Tierreich gleicht „Liebe“ einem Kampf ums Überleben. Nur wer erfolgreich seine Gene weitergibt, erlangt ein Stück „Unsterblichkeit“. Ein Naturwissenschaftler würde das vielleicht nicht gelten lassen. Aber ist es nicht naheliegend, die Schnittmengen zwischen Mensch und Tier zu suchen? Und die Tiere gerade in demjenigen Bereich zu vermenschlichen, in dem wir Menschen besonders triebgesteuert und tierisch agieren? „Animals in Love“ ist eine unterhaltsam gemachte und faszinierende Tier-Doku, die von fantastischen Aufnahmen und von einem brillanten Sound lebt, für den Philip Glass mit den verschiedenen Liedern und Geräuschen aus der Tierwelt experimentiert. Mit seinen Kompositionen spiegelt er die visuelle Schönheit der bunten Liebesgeschichten wieder und unterstreicht die komischen und ironischen Momente im Leben der in freier Natur lebenden Tiere.

www.animals-in-love.de und
www.universumfilm.de


Roland Grieshammer
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