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Was sich lange genug wehrt, wird endlich gut!
Sie haben es geschafft: Games sind Kultur!
Publiziert am: 01.10.08 - Medienformen: Medienform Text

08oktober artikel spielebibliothek

Am 14.08.08 wurde der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen im Deutschen Kulturrat als Mitglied aufgenommen. Nach jahrelangen Debatten und mehreren Streitfällen ist es nun offiziell: Videospiele gehören zur Kultur.
Die junge Branche der Computerspielentwickler , die gerade in Deutschland immer eine „besondere“ Behandlung erfuhr, könnte nun endlich ihr verdientes Ansehen in der Öffentlichkeit beschert bekommen. Entwicklungen von Spielen sind heutzutage Millionen-Euro-Investitionen und beherbergen eine Vielzahl Arbeitnehmer. Allen voran natürlich Programmierer, selbstverständlich aber auch eine Unmenge an Künstlern wie Musiker, Grafiker, Zeichner, Drehbuchautoren und anderen aus ähnlich kreativen oder sogar geisteswissenschaftlichen Bereichen.
In Deutschland immer eher als gefährliches Kinderspielzeug eingestuft, wurden hier regelmäßig weltweit veröffentlichte Produktionen dem Markt angepasst und entschärft; Produzenten von „Gewalt verherrlichenden Killerspielen“ in Deutschland bekamen Besuch von Sondereinsatzkommandos der Polizei und wurden wie Verbrecher behandelt. Seit neustem ist die USK Alterseinstufung eines Spieles so groß auf dem Cover Artwork der Packung verzeichnet, dass man den Titel des Spieles fast schon suchen muss. Außerdem verzichtet man hier meist auf die Ausübung von virtuellen Gewalttaten und deren realistischer oder übertriebener Darstellung. Ob Fiktion oder historisch, spaßig übertrieben oder verstörend bizarr, meist erscheint der Titel in Deutschland Zensur gerecht behandelt oder überhaupt erst gar nicht offiziell.
Ausschlaggebend für die neue derzeitige Akzeptanz und immer häufiger werdende Berichterstattung in allen Medien ist sicherlich die finanzielle Kraft hinter dem gesamten Spielebusiness.
Während die meisten Unterhaltungsindustriezweige, wie die Musikbranche zum Beispiel, sich stetig über Verluste beklagen, stieg der Umsatz im Videospielbereich allein im vergangenen Jahr um satte 21 Prozent. Solche Zahlen bewegen dann wohl auch den einen oder anderen Kritiker sich damit abzufinden, dass die Bevölkerung bereit ist, für gut gemachte Unterhaltung bares Geld zu bezahlen und den schlechten Ruf des Hobbys zu überhören. Einem solchen Trend Einhalt gebieten zu wollen offenbart sich dann als ähnlich sinnvoll wie ein Kampf gegen Windmühlen. Spiele sind aus unsere heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Sie beinhalten mehr gute Ideen als so manche Kinoproduktion oder der nächste Roman von der Stange. Sie sind in ihrer Produktion zeitaufwendig, fesseln aber dafür ebenso lange und intensiv. Sie bleiben in Erinnerung, bestimmen einen gewissen Zeitraum.
Sie haben ihre begrenzte Zeit und spiegeln diesen Zeitgeist besser wider als manch Gesellschaftskritiker wahrhaben möchte, beeinflussen unsere Landschaft so sehr, das sich nun jeder, vom Cineasten bis zum Politiker, mit den Gepflogenheiten dieses Mediums auseinander setzen muss. Wer kennt Lara Croft nicht und ist sie je wieder wegzudenken?
Sicherlich ist nicht jedes Spiel gleich mit einem da Vinci gleichzusetzen, aber ab und an entstehen hier die wunderbarsten Momente zum staunen, wundern, fürchten, freuen, denken und sogar fühlen.
Was einen in solch umfangreichem Maße bewegt, einen Teil unserer Erinnerungen ausmacht und somit genauso ein Stück unserer Zukunft bestimmt, sollte seinen wohlverdienten Platz im öffentlichen Ansehen haben und die Unterstützung des Staates bekommen, die es verdient.


mze
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