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Breitspiele
Oktober, bald ist es soweit. Spielesüchtige Menschen werden sich durch die Gruga-Hallen in Essen schieben und neue Spiele suchen, mit denen sie ohne Langeweile durch den rasant herannahenden Winter kommen. Ich muss wie immer noch ein paar Altlasten los werden, dazu gehört auch „War on Terror“, einem Kriegsspiel, dass weder in einer Fantasywelt, noch in der Vergangenheit spielt, sondern im Hier und Jetzt. Außerdem habe ich ein paar Mal „Robotics“ gespielt, in dem es um den Zusammenbau so netter Roboter wie Tanzpartner- oder Hundefrisierbot geht. Schon am Vorabend vor der offiziellen Eröffnung wird der Deutsche Spielepreis vergeben. In diesem Jahr wird „Agricola“ ausgezeichnet. Ja, genau jenes Spiel, welches auch schon mit dem Preis „Bestes komplexes Spiel“ geehrt wurde. Auf dem Fuße folgen „Stone Age“, „Im Jahr des Drachen“ und „Tribun“. Allesamt Spiele, die auch an meinem Spieltisch immer wieder gern ausgepackt wurden. Auch bei den Kinderspielen sahnte „Wer war’s?“ noch einmal ab. Es macht aber auch den Erwachsenen Spaß durch das Schloss zu rennen, immer vom Geist bedroht und es ist auch nicht so einfach den Zauberer davon abzuhalten, das Schloss zu erobern. Ansonsten werden alle, die vom 23. bis 26.10. in Essen sind, zwischen all den Neuvorstellungen bestimmt das eine oder andere Highlight oder Schnäppchen finden, so wie ich im vergangenen Jahr „War on Terror“.
Publiziert am: 01.10.08 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 08oktober artikel war on terror

War on Terror ...
... sollte 2006 in Essen am eigenen Stand präsentiert werden. Die Spiele waren fertiggestellt und dann die Absage aus Essen. Im letzten Jahr konnte ich das Spiel bei einem Händler erstehen. Der Karton und der Name versprachen ein nicht zu ernst zu nehmendes Kriegsspiel. Der Inhalt unterstreicht die Idee: Eine wollene Hasskappe, die Weltkarte mit dem Drehrad für die „Achse des Bösen“, viele Spielfiguren, Spielmarken, einen Block für geheime Nachrichten, Terroristen- und Empirekarten und Spielmarker. Natürlich geht es um die Weltherrschaft, ob als Empirespieler oder als Terrorist entscheidet sich während des Spiels. Wer als erster eine bestimmte Anzahl an sogenannten „Liberation Points“ hat, gewinnt das Spiel.
Alle zwei bis sechs Spieler starten das Spiel als Angehörige des Empire, mit dem Ziel die Welt vor Terroristen zu bewahren und je nach Spieleranzahl eine bestimmte Anzahl Länder zu erobern. Doch Terroristen lauern überall auch unter den Mitgliedern des Empire. Zu Beginn des Spiels werden auf jedes Land Ölmarker gelegt, die bares Geld sind. Je nach Spieleranzahl bekommen die Spieler außerdem Dörfer, Geld und Empirekarten.
Wer dran ist, würfeln zuerst, wie viele Orte der Spieler entwickeln kann, um sich besser zu verteidigen und um das Einkommen zu erhöhen. Anschließend zieht er zwei Karten vom Empiredeck, zumindest solange er Empirespieler ist, und kann dann so viele Aktionen machen wie er will und Karten hat. In erster Linie können die Empirespieler Kriege gegen Empirespieler oder Terroristen führen, sie können Terroristen bewegen und mit ihnen angreifen und noch so manch anderes. Außerdem kann er bis zu zwei weitere Empirekarten kaufen und eben Siedlungen ausbauen. Anschließend würfelt er noch für das Öleinkommen. Jeder Spieler der Ölmarker mit der gewürfelten Zahl hat, erhält Geld. Ausgenommen sind natürlich die radioaktiv verseuchten Gebiete.
Die meiste Zeit bekämpfen sich die Empire-Spieler auch mit Hilfe der Terroristen gegenseitig oder versuchen die Terroristen in den eigenen Ländern loszuwerden. Doch spätestens, wenn das eigene Empire zerstört oder ein Spieler bankrott ist, wird er selbst Terrorist. Es ist auch möglich freiwillig Terrorist zu werden, natürlich erst, wenn ein Sieg als Empirespieler aussichtslos erscheint. Terroristen spielen zusammen und ziehen eigene Karten. Mit ihnen können sie weitere Terroristen rekrutieren, um mit ihnen das Empire oder was davon noch übrig ist, zu bekämpfen. Aber mit diesen Karten kann man auch den anderen das Einkommen abspenstig machen, Selbstmordattentäter losschicken, Flugzeugentführungen anleiern und vieles mehr. Siegpunkte bekommen sie für jeden empirefreien Kontinent. Die Terroristen haben es wesentlich schwerer zu gewinnen, denn sie bekommen kein Einkommen und weniger Karten, so dass es wohl überlegt sein will, diesen Weg einzuschlagen. Sobald ein Spieler die erforderlichen Siegpunkte hat, endet das Spiel.
„War on Terror“ ist ein Kriegsspiel mit aktuellem Hintergrund, ob es deswegen nicht das Recht hat einem breiten Publikum vorgestellt zu werden, halte ich für ungerechtfertigt. Es wird ja niemand gezwungen es zu spielen. Wir hatten bei unseren Spielrunden auf alle Fälle viel Spaß. Vor allem, wenn wieder jemand die Achse des Bösen gewürfelt hat, denn dann wird ein Empirespieler zum „Evil Empire“-Spieler und kann, solange er diese Rolle hat, Terroristenkarten ziehen.
Während des Spiels können sich die Spieler geheime Nachrichten schicken, Versprechungen machen, Bündnisse eingehen, drohen und wenn das alles nichts hilft eben Terrorist werden. Die Anleitung ist in Englisch, dafür sind die Regeln kurz und einfach. Die Karten sind in einem Extraheft ausführlich erklärt. Wer sich für dieses Spiel interessiert, muss sich allerdings an den Verlag wenden: www.terrorbullgames.co.uk oder ein wenig googeln, ob es irgendwo erhältlich ist. Aber Vorsicht, in England wurden erst im August einige Spiele im Rahmen eines Klima Camps bei einer Durchsuchung beschlagnahmt.

Robotics ...
... aus dem Hause Pegasus verspricht äußerlich ein nettes Spiel zu sein. Auch der Inhalt ist lustig illustriert und ein Markt mit Drehrad, Robotereinzelteile, die zur Not in einer Garage zwischengelagert werden können, da sollte doch ein lustiges Spiel bei rauskommen. Die Spielregel ist kurz und leicht verständlich, sodass es sofort losgehen kann.
Drei bis fünf Roboter- oder besser gesagt, Botbauer besorgen sich entweder für teuer Geld ganz legal auf dem Markt oder für die Hälfte des Geldes auf dem Schwarzmarkt Einzelteile für ihren Roboter. Oder, wer mit dem Angebot nichts anfangen kann, der kann sein Glück auf dem Schrottplatz versuchen. Da kostet es zwar nichts, doch welches Bauteil vom Schrottplatz kommt, ist ungewiss. Außerdem tummeln sich dort auch Saboteure und die Betriebskontrolle, die den Spielern ganz schön in die Suppe spucken können. Zwei Aktionen sind möglich, am Ende des Zuges müssen die Roboterteile entweder für den Bau verwendet oder in der Garage zwischengelagert werden.
Wie ein Roboter auszusehen hat, geben die Auftragskarten vor, wer zuerst fertig hat, kann den Bot aber erst zu Beginn seines Zuges verkaufen und erhält Kohle beziehungsweise Credits. Wer zuerst drei Roboter verkauft hat oder 10000 Credits verdient hat, gewinnt das Spiel.
„Robotics“ könnte ein Superspiel sein, wenn es mehr Interaktion zwischen den Spielern gäbe, so ist es mir einfach zu simpel und deshalb zu schnell langweilig und bei der alljährlichen Spielefülle gibt es haufenweise bessere Absacker als „Robotics“. Deshalb vor dem Kauf unbedingt ausprobieren, denn es wird bestimmt den einen oder anderen Gelegenheitsspieler geben, der dieses Spiel, gerade weil es so einfach ist, mögen wird. Achtung, kann auch mit Jüngeren gespielt werden.

Robotics
Autor: Mario Coopmann
Verlag: Hans im Glück
Spieler: 3–5
Alter: ab 12
Dauer: ca. 60 Minuten
Preis: ca. 25 Euro



Kerstin Koch
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