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Oh Maria Hilf!

CDU/CSU kennt keine Schmerzgrenze
Publiziert am: 01.11.08 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Michael Knodt
Mittlerweile kann man Maria Eichhorn unterstellen, sie handle beim Thema Cannabis als Medizin wider besseres Wissen. Am 15. Oktober fand zu diesem Thema auf Antrag der „Linke“- Fraktion eine Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags statt. Nach der Anhörung, in der alle gehörten Experten einen erleichterten Zugang zu medizinischen Cannabis bei bestimmten Indikationen forderten, verneinte Maria Eichhorn einen akuten Handlungsbedarf und behauptete weiterhin:
„ Von den zwei Personen, die bisher eine Genehmigung erhielten, brach eine die Behandlung vorzeitig ab. Von der anderen Person liegen keine Auskünfte vor“

Der Inhalt diese Erklärung ist falsch. Einer der beiden erwähnten Patienten hatte die Drogenbeauftragte der CDU/CSU bereits vor drei Monaten auf diese Tatsache aufmerksam gemacht und sich eine weitere Diffamierung seiner Person verbeten.
Die Person, um die es hier geht, ist Lars Scheimann. Er hat die Behandlung mit THC bis zum heutigen Tage nicht abgebrochen. Seine Situation hatte er Frau Eichhorn mehrmals schriftlich mitgeteilt (Hanf Journal 07/08) und versucht, das im Anschluss an die Anhörung im persönlichen Gespräch in den Räumlichkeiten des Gesundheitsausschusses, dessen Zeuge der Verfasser dieses Artikels war, noch einmal zu betonen.
Leider fand er bei Frau Eichhorn kein Gehör, ihre Antwort auf die ausgestreckte Hand des Schwerkranken, dessen Fall sie mehrmals öffentlich als Negativbeispiel angeführt hatte, lautete: „Wer sind Sie?“ In der folgenden Presseerklärung führte sie, trotz der vorherigen Begegnung, zum wiederholten Mal Herrn Scheimann als Vorwand für die ablehnende Haltung ihrer Fraktion an und erneuert die Behauptung, er habe die Behandlung abgebrochen.
Bei der zweiten Person verhält es sich ähnlich, sie hat die Behandlung mit dem unwirksamen Sesamölextrakt abgelehnt und versucht weiterhin, pflanzliches THC zu erhalten. Von wegen Therapieabbruch .
Frau Ute Köhler, Krebspatientin aus Thüringen mit (unbezahlbaren) Dronabinaol-Rezept, hat nach Ende der Anhörung vor Zeugen und im Namen der christlichen Nächstenliebe auf Frau Eichhorns Verantwortung als Christin gegenüber Schwerkranken hingewiesen, die ihre CDU-Kollegen aus Thüringen schon längst erkannt haben. Durch die anschließende Presserklärung entsteht der Eindruck, dass die CDU/CSU-Fraktion versucht, trotz persönlicher Kenntnis zahlreicher Einzelschicksale, die dringend notwendige Versorgung dieser Menschen mit dem Wirkstoff THC aus politischem Kalkül weiterhin zu verzögern. Wie sonst ist der Gesprächsversuch und die darauffolgende Erwähnung von Herrn Scheimann angeblichen Therapieabbruch zu verstehen? Er hatte sie gebeten, seinen Fall gar nicht oder vollständig zu schildern. Denn er ist kein „Abbrecher“, sondern immer noch im Besitz eines gültigen THC Rezepts. Auch behandelt er seine Krankheit weiterhin mit Cannabis, trotz vieler Schwierigkeiten mit den BfArM.
Eigentlich sollte nicht die Drogenbeauftragte, sondern eine echte Gesundheitsexpertin Sprachrohr der Fraktion sein, wenn es um ein gesundheitspolitisches Thema geht. Selbst die SPD hält sich in Person von Frau Bätzing vornehm in der zweiten Reihe und überlässt das Nachfragen der Medizinerin und SPD-Abgeordneten Dr. Marlies Vollmer. In der Anhörung wurde der positive Nutzen bei den Indikationen MS, Krebs-Chemotherapie und HIV von den Experten als umumstritten dargelegt.
Auch der paritätisch, also mit Vertretern aller Parteien, besetzte Pressedienst des Bundestags hat die Anhörung zumindest so interpretiert wie die meisten Anwesenden, wie man an folgender Schlagzeile sehen kann: „Experten fordern Erleichterungen bei medizinischer Verwendung von Cannabis“.
Die CDU/CSU zieht weiterhin ihre eigenen Rückschlüsse und hat es anscheinend schon nötig, Menschen auf eine Art und Weise zu diffamieren, die man sonst nur aus der Boulevard Presse kennt. Allerdings kann man sich heutzutage gegen „BILD“-Artikel besser wehren als gegen eine Presserklärung: Eine Gegendarstellung oder gar eine Entschuldigung wird Herr Scheimann von Frau Eichhorn kaum erhalten. Obwohl sie „in Sachen Scheimann“ eindeutig gelogen hat.

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