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Marihuana Tree Shakers
Eine Hanfpflanze auf youtube macht hoffnungsvolle Talente zu gemeingefährlichen Kriminellen
Publiziert am: 01.11.08 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 08november artikel treeshakers
„Die zum Teil gesellschaftskritischen Themen der eigenen Kompositionen unterstreichen die Authentizität der Gruppe“, sagte der Projektleiter der Pop Akademie BW, Dietmar Polzin,
anlässlich des Sieges der „Marihuana Tree Shakers“ beim Coca Cola Newcomer Contest im Jahr 2006. Seitdem ist die eine Band aus der lokalen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Durch zahlreiche Auftritte, darunter auch Benefizkonzerte für die Deutsche Krebshilfe sowie der Gewinn des Coca Cola Newcomer Contests 2006 und 2008, machte sich die Band um Frontmann JahRobby im süddeutschen Raum in den letzten Jahren einen Namen, besonders als Live-Act eilte den Treeshakers ein exzellenter Ruf voraus.
„Seit nunmehr 6 Jahren begeistern die “Hegauer Baumschüttler” bereits mit vielen Live Auftritten rund um den Bodensee“, schrieb der „Südkurier“ noch im Sommer diesen Jahres.
Der offensichtlich Hanf-freundliche Name der Band interessierte niemanden, ihre Legalize-Texte wurden kurzerhand als „sozialkritsch“ eingeordnet und die Lokalpresse berichtete einhellig positiv über die „Baumschüttler“. Der Zusatz „Marihuana“ wurde bei der eingedeutschten Version von den zuständigen Lokalredakteuren geflissentlich und regelmäßig übergangen.


Doch seit Angang Oktober ist Schluss mit lustig.


JahRobby wird von der lokalen Presse als Drogendealer vorab verurteilt, Auftritte werden abgesagt und der Gitarrist der Band musste sich aus „privaten Gründen“ von den anderen trennen. Was war passiert?
In einem alten youtube Video wird der Sänger hinter einer am Waldrand wachsenden Hanfpflanze sowie mit einer nicht näher definierbaren Zigarette gezeigt. Daraufhin folgte eine Hausdurchsuchung beim Sänger, wobei die Polizei „….Drogen im Wert von 40000 Euro fand . Wer jedoch weiß, wie die dortigen Ermittler beschlagnahmtes, selbst angebautes Gras wiegen, ist bei der Einschätzung offizieller Angaben vorsichtig:
Nicht selten werden Blätter, Wurzel und sogar die Topferde mitgewogen und die richtige Menge taucht erst in der Hauptverhandlung auf. So werden aus drei Pflanzen schon mal schnell vier Kilo.
Die Lokalpresse sowie städtische Veranstalter tun nun so, als hätten sie über Jahre hinweg die „Apple Tree Shakers“ promotet, anstatt ordentlich zu recherchieren und die Rufmordkampagne wenigstens erst dann einzuleiten, wenn irgend jemand rechtkräftig verurteilt ist.
Jugendarbeit in Süddeutschland aber heißt, Realitäten zu leugnen, selbst in Jugendzentren die Angst vor Strafe über Aufklärung zu stellen und somit auch dieses Jahr wieder die meisten Drogentote in Deutschland mitzuverantworten. Das Hanf Journal gratuliert. Unsere Nachfrage bei der für die Absage eines Konzerts verantwortlichen Jugendreferentin in Rilasingen ergab, dass sie selbst nicht genau über den Sachverhalt Bescheid wusste, Bürgermeister und örtliche Polizei „das aber so wollten, weil da was vorgefallen sei.“

Die Marihuana Treeshakers sind:
vocals jahrobby aka bingy aka g for live
vocals mcwill
drums dom
bass andy
keys yogi
guitar sista tan
perc. jacko
backgroundvocals sista lara
webside,managemant breda maik

www.treeshakers.de

Kurzinterview mit JahRobby
Ha Jo: Hi
MTS: Jo greetings from Bodensee, thanks for support.
Ha Jo: Wie lange spielt ihr schon zusammen?
MTS: Die Marihuana Tree Shakers an sich gibt es schon seit 1998. Live-Konzerte und Gigs, so wie wir sie heutzutage machen, gibt es in der Form seit 2002.
Ha Jo: Gab es vor dem Vorfall irgendwelche Probleme oder Nachfragen aufgrund eures Namens?
MTS: Nein, zumindest nie offiziell.
Ha Jo: Wie sehen die Konsequenzen für die Treeshakers momentan aus?
MTS: Pure fuckry goin‘ on. Zwei Konzerte wurden bereits gecancelt, unser Gitarrist musste auf familiären Druck hin ausscheiden. Die Mundpropaganda der Schein-Heiligen kennt keinerlei Grenzen, die öffentliche Verleumdungskampagne ebensowenig. Wir wollen unseren Namen jetzt in JAHROBBY & THE TREESHAKERS-BAND ändern, keine Spliffs und so‘n Zeug mehr auf ‘nem Video.
Ha Jo: Wieviele Leute eurer Band hatten aufgrund des Videos Ärger mit der Polizei?
MTS: Nur ich. Aber es gibt auch keinen Grund, warum sich in dieser Richtung bei den anderen was tun sollte.
Ha Jo: Gibt es momentan noch Veranstalter in eurer Gegend, die euch mit Auftrittsmöglichkeiten unterstützen?
MTS: Seit dem Bust halten sich die lokalen Veranstalter mit Buchungen zurück. Wir sind und bleiben Underground hier unten, man spricht halt nicht offen über das Thema Hanf.
Bis jetzt hat sich leider seitdem noch nichts ergeben, deshalb ein kleiner Aufruf an alle Konzert-Promoter, Festivalveranstalter, Musikneipen-Wirte, Sound-boys & -systems, in ganz Europa: Wir kommen gerne, haben für kleinere Clubs oder Events reggaemusikalischer auch unsere eigene Anlage am Start.
Wer die Legalisierung in Germany musikalisch vorantreiben möchte, kann uns unterstützen.
Ha Jo: Wie geht es weiter/ woran arbeitet ihr gerade?
MTS: Zur Zeit arbeiten wir an unserem ersten Album, das Januar 2009 bei Ironmusic-Recordings erscheinen soll. Im Oktober habe ich mein letztes Mix- Tape veröffentlicht. Außerdem haben wir ein Akustik-Projekt am Laufen und mit Konstanz‘ besten Rappern von sdz (studiozeit) arbeite ich gerne und oft zusammen. Zur Zeit suchen wir noch einen Produzenten für ein Album.
Ha Jo: Vielen Dank und alles Gute für die musikalische Zukunft und den anstehenden Prozess. Respect’n seen.

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