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Auch Pflanzen haben Hunger

Gesunder Wuchs, hohe Qualität und angemessene Erträge setzen die Erfüllung einer ganzen Reihe von Bedingungen voraus.
Publiziert am: 10.12.08 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Babomera, forum.hanfburg.de
hanfjournal 08dezember artikel besprühter hanf
Darunter fallen auch die Nährstoffe, die in ausreichender Menge der Pflanze zugeführt werden müssen, um ein gesundes Wachstum bis hin zur Ernte zu fördern.
Soll dieser Vorgang unbehindert ablaufen, müssen wir nicht nur darauf achten, welche und in welcher Dosis die Nährstoffe gegeben werden, sondern auch, wie sich andere Eigenschaften auf die Nährstoffaufnahme auswirken und unerwünschte Symptome hervorrufen können.

Vereinfacht gesagt, werden über die Wurzeln Wasser und Nährstoffe aufgenommen. Diese werden im Stängel über den Wasserstrom (Transpirationsstrom) zu den einzelnen Blättern befördert und ein kleiner Teil des Wassers wird umgesetzt und für die Photosynthese gebraucht. Der übergebliebene Rest, wird über die Blätter nach Außen abgegeben.
Das hört sich zwar alles ganz einfach und simpel an, aber in ganzen ist dieser “kleine“ Ablauf weitaus mehr. Vor allem wird er durch verschiedene Faktoren beeinflusst.


Zunächst wird in verschiedene Nährstoffgruppen differenziert.
Die wichtigsten Elemente, die eine Pflanze zum Wachsen braucht, sind die “Massennährstoffe“, die, anders als anderen Nährstoffgruppen, nicht mineralisch sind. Hierzu gehören Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff, die durch die Luft und das Wasser über die Wurzeln und Blättern aufgenommen werden. Mit Hilfe von Lichtenergie findet durch diese Stoffe die Photosynthese statt.

Die Gruppe der wichtigsten mineralischen Nährstoffe, ist die der Makronährstoffe (Hauptnährstoffe), die Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) beinhaltet. Diese Nährstoffe werden von den Pflanzen vorwiegend aus dem Boden in gelöster Form und in relativ großer Menge aufgenommen, daher sollten diese auch stets in verfügbarer Form vorhanden sein.
Stickstoff wird vor allem im Wachstum benötigt, danach nur noch in geringerer Menge, was aber nicht heißen soll, dass er nicht mehr hinzu gegeben brauch. Bei den meisten Mangelerscheinungen spielt die Stickstoffversorgung eine große Rolle. Hierbei verfärben sich die älteren Blätter gelblich. Da Stickstoff leicht ausgespült werden kann, sollte er besonders während der Wuchsphase durch die regelmäßige Zugabe eines speziellen Wachstumsdüngers immer ausreichend zur Verfügung stehen.

Bei einem Überschuss an Stickstoff, also einer Überdüngung, verfärben sich die Blätter dunkelgrün, die Wasseraufnahme wird behindert, Wurzeln entwickeln sich nur langsam bzw. fangen an zu faulen, es kommt zu Verbrennungen und die Blüten bilden sich nur spärlich. Sollte dies und bei anderen Überdosierungen von Nährstoffen der Fall sein, muss umgehend das Medium gründlich mit dem 3-fachen an Wasser des Topfvolumens gespült werden. Ansonsten kann es zu toxischen Anlagerungen von zurückgebliebenen Salzen führen.
Phosphor ist ein wichtiger Bestandteil der Photosynthese und ist während der Wurzelbildung und in der Blütephase von Bedeutung. Ein Mangel an Phosphor macht sich meist durch einen gehemmten Wuchs, Verformungen der Blätter und letztendlichen Blattausfall bemerkbar. Ein solcher Mangel tritt häufig in der Blüte auf und geringe Symptome am Ende der Blüte sind akzeptierbar.
Sollte Phosphor in einer zu hohen Menge verabreicht wurden sein, kommt es zur Beeinträchtigung des Transports und somit der Verfügbarkeit anderer wichtiger Nährstoffe.
Ebenso ist die Pflanze schneller anfälliger auf Krankheiten.

Kalium ist nach Stickstoff, Wasser-, Kohlen- und Sauerstoff das am stärksten vertretene Element. Es dient der Festigkeit der Zellwände, fördert den Transport von Zucker in alle Teile der Pflanze, sowie der Widerstandfähigkeit gegen Bakterien und Schimmel.
Bei einem Mangel wirken die Blätter dunkelgrün gesund, Blattränder rollen sich ein und vertrocknen, ältere Blätter werden gelb und bekommen braune Flecken.
Bei einer Vergiftung durch Kalium wird die Aufnahme von anderen Nährstoffen blockiert und ist daher auch schwer zu erkennen.

Zu den wichtigsten Sekundärnährstoffen gehören Magnesium, Kalzium und Schwefel. Diese werden, genauso wie die Makronährstoffe, in großen Mengen von der Pflanze benötigt.
Durch Magnesium kann die Pflanze besser Licht aufnehmen und neutralisiert im Boden vorhandene Salze, die von der Pflanze produziert werden.
Vergiftungen durch Magnesium sind eher selten, genauso wie bei Kalzium, welches für die Zellbildung und das Wachstum von Bedeutung ist. Es trägt ebenso dazu bei, dass Nährstoffe nicht von den Wurzeln blockiert werden.
Schwefel puffert den pH-Wert und spielt eine wichtige Rolle bei der Photosynthese.
Auch hier sind Überdosierungen unwahrscheinlich und selten wird ein Mangel hinsichtlich Schwefel diagnostiziert.

Die Spurenelemente werden im Gegensatz zu den Makro- bzw. Sekundärnährstoffen nur in geringen Mengen benötigt. Hier sind Eisen, Zink und Mangan von großer Bedeutung.
Auch enthalten sowohl Leitungswasser als auch der Grunddünger meist schon ausreichend Spurenelemente, so dass der auftretende Mangel bei der Verwendung von Spezialdüngern meist andere Ursachen hat.

Bei den mineralischen Nährstoffen wird nicht nur in Makronährstoffe, Sekundärnährstoffe und Spurenelemente unterschieden, sondern auch in bewegliche und unbewegliche Nährstoffe (siehe Abb. Beweglichkeit der Nährstoffe). Dadurch lässt sich leicht feststellen, um welchen Nährstoff es genau geht.
Die beweglichen Nährstoffe können bei Mangelproblemen von einem älteren Blatt zu einem jungen Blatt verlagert werden, wodurch die älteren, unten liegenden Blätter zuerst Mangelsymptome aufweisen.
Anders ist es bei den unbeweglichen Nährstoffen. Sie bleiben in den älteren Blättern erhalten und die ersten Mängel zeigen sich in den neuen Blättern, im oberen Bereich der Pflanze.

Eine besondere Art des Düngens ist die Nährstoffe über die Blätter der Pflanze zu verabreichen.
In der Photosynthese ist die Aufnahme von Kohlendioxyd über die Pflanzenblätter eine grundlegende Vorraussetzung. Prinzipiell sind die Blätter immer in der Lage, Nährstoffe aus stark verdünnter Lösung aufzunehmen. Diese Aufnahme über das Blatt wird in der Praxis als Blattdüngung bezeichnet.
Der Vorteil bei Verwendung von Blattdüngern ist, dass die Nährstoffe schneller verfügbar sind. In der Regel dauert es zwei bis fünf Tage, bis sie an den Ort ihrer Bestimmung gelangen.
Beeinflusst wird dieser Vorgang durch Luftfeuchtigkeit, Luft- und Mediumtemperatur.
Die besten Bedingungen, das Präparat aufzutragen, sind eine hohe Luftfeuchtigkeit und für die Nährstoffaufnahme optimale Raumtemperatur von ungefähr. 20°C.
Jedoch kann auch hier eine zu hohe Konzentration zu Verbrennungen führen.
Bei guter Erde und richtiger Düngung erübrigt sich Blattdüngung meist von selbst und sollte daher nur bei extremen Stickstoffmangel oder beim Umtopfen angewendet werden. Ebenso kommt die Verwendung nur in der Wuchsphase in Frage.


Ein wichtiger Punkt vor allem im Hydro-Bereich, auf den leider falscher Weise häufig nicht geachtet wird, ist der pH-Wert der Nährlösung (Gemisch aus Wasser und Dünger). Dieser Wert sollte auf Erde in Bereich des standortüblichen Optimums von 5,8 bis 6,8 (bei Hydrokulturen zwischen 5,5 und 6,5) liegen, nicht zuletzt um die Verfügbarkeit und optimale Ausnutzung der Nährstoffe zu gewährleisten. Auf Erde ist es nicht zwingend notwendig den pH-Wert zu messen, da Erde sehr gute Puffereigenschaften besitzt.
Befindet sich der Wert unter- oder oberhalb des optimalen Wertes, sind zahlreiche Nährstoffe für die Pflanze nicht mehr aufnehmbar und es werden Mangelerscheinungen sichtbar (siehe Abb. Nährstoffaufnahme).
Aufgrund dessen, verabreichen viele Unwissende weiterhin Düngemittel und eventuell in einer höheren Dosis, wodurch sich das Ausmaß weiter verschlimmert. Durch die nicht mehr aufnehmbaren Nährstoffe, kommt es zu einer starken Versalzung des Mediums und führt zur toxischen Vergiftung. Verbrennungen der Wurzeln und Blatträndern sind die Folge.
Gerade bei erdlosen Medien ist die Korrektur des pH-Wertes wichtig, da sonst die Verteilung der Nährstoffe nicht richtig erfolgen kann. Deshalb sollte man wenn möglich wenigstens Teststreifen (erhältlich in der Apotheke) oder bestenfalls vor allem im Hydro-Bereich ein geeignetes Messgerät parat haben, um bei Mangelerscheinungen den pH-Wert zu überprüfen und anschließend nachzuregulieren.

Durch Messen des EC-Wertes der Nährlösung können der in dem Leitungswasser vorhandene Mineralsalzgehalt und die hinzu gegebene Menge an mineralischen Dünger optimal aufeinander abgestimmt werden. Wird die Dosierung nur nach dem vom Hersteller angegebenen Mengen verabreicht, kann es in Zusammenhang mit einem sehr harten Wasser (viel Kalk im Leitungswasser vorhanden) zu einer Überdosierung kommen. Daher ist es zu berücksichtigen, dass die Werte im Wachstum der Pflanze zwischen 1,5 mS und später maximal 1,7mS und in der Blüte wiederum nicht unter 1,6mS und höher als 1,8mS liegen.
Besonders ist auch hier wieder ein vernünftiges EC-Messgerät auf Hydro Pflicht, wie schon beim pH-Wert.

Viele Grower sind im Irrglauben, dass das hinzugeben von Düngern das Wachstum beschleunigt. In Wirklichkeit unterstützt es den Wuchs aber nur, indem es Mangelerscheinungen verhindert.
Genauso ist, wie schon oben beschrieben, eine zu hohe Zugabe von Düngemittel in keinster Weise sinnvoll. Es gibt Pflanzen, die sich an größere Mengen gewöhnen, was aber nicht heißt, dass Sie diese auch umsetzen können. Daher trifft hier sehr gut das Sprichwort “Weniger ist mehr“ zu. Ein leichter Mangel kann wesentlich einfacher behoben werden und beeinflusst nicht so stark den Ertrag, wie bei einer Überdosis wo es auch zu komplizierteren Symptomen kommen kann, die nicht so einfach oder schnell zu beheben sind.
Um eventuelle Überdosierungen oder sonstige Fehlhandlungen zu vermeiden, ist der Griff zu organischen Düngemittel ratsam. Erst recht für Anfänger, weil es nahe zu unmöglich ist, eine Pflanze damit zu überdüngen. Hier liegen die Nährstoffe oft organisch gebunden vor. Das heißt sie müssen erst einmal mineralisiert werden um von der Pflanze aufgenommen werden zu können. So lange man die dazu gehörige Dosierungsbeilage beachtet und danach dosiert, sollte jeder damit gut zu recht kommen.
Auf Hydro hingegen sind organische Präparate nur bedingt verwendbar, da hier keine Mikroorganismen vorhanden sind und somit die gebundenen Stoffe nicht mineralisiert werden können. Deshalb werden hier fast ausschließlich mineralische Dünger verwendet.
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