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Neues aus der Gracht

Den Bericht über Henks Low-Budget Siebung konntet ihr schon in unserer Novemberausgabe ‘08 lesen, endlich hat uns Henk auch den dazugehörigen Growbericht geliefert.
Publiziert am: 19.01.09 - Medienformen: Medienform Text

Artikel Januar 09 guerilla growing
Unser niederländischer Freund hat wie immer neun Pflänzchen zusammen mit seinem Kumpel Manne Koslowski betreut. In den Niederlanden sind fünf Graspflanzen pro Kopf toleriert und so müssen die beiden auch wenig Angst haben, dass ihr Hobby, in eine solch geringen Ausmaß betrieben, Ärger mit der niederländischen Polizei nach sich zieht.
Wie immer haben unsere erfahrenen Grower nebenbei ein paar Dinge getestet, die sie vorher noch nicht kannten. Bei diesem Durchgang haben Henk und Manne einen neuen Dünger ausprobiert und seine Box mit einer Klimasteuerung ausgestattet.

Sein Set-Up:
Box:
Homebox S 80x80x160cm
Beleuchtung:
1x 250 Watt NDL mit Spudnik-Reflektor
Abluft:
180m³ Rohreinschubventilator mit passendem Aktivkohlefilter und Klimacontroller ( Temperatur)
1 Klimacontroller (temperaturabhängig, zwei Geschwindigkeiten)
Medium:
Coco- Perlite Gemisch (80/20) in 4 Liter Töpfen
Wasser:
Mischung aus Leitungs- und Osmosewasser
(Ec-Wert: 0,3 mS)
Dünger:
Grow-Micro-Bloom Vollprogramm von Advanced Nutrients
Ec-Wert der Nährlösung in der Blütephase:
1,4- 2,5 mS. In der letzten Woche < 0,4 mS.
pH wert:
Anfangs 6,0. Kontinuierliche Senkung bis auf 5,5 in der Endblüte
Sorte:
8 x New York Diesel + 1 x unknown

Um eine optimal Nährstoffversorgung zu gewährleisten, hatte Manne seinen Growgenossen überredet, eine Osmoseanlage zu kaufen, da das Leitungswasser in Amsterdam einen sehr hohen Ec-Wert hat. Das sollte sich später dann positiv im Ertrag niederschlagen. Die beiden haben uns berichtet, dass die Qualität der Stecklinge, die sie im Shop gekauft hatten , bei diesem Durchgang in Puncto Bewurzelung sehr zu wünschen übrig ließ. So musste er die Kleinen erst einmal hochpeppeln, nicht zuletzt dank der Zugabe von nützlichen Pilzen und Bakterien haben sie sich dann wohl relativ schnell erholt. Trotzdem bedeutet die anfänglich kümmerliche Entwicklung ungefähr zehn Tage Zeitverlust oder anders ausgedrückt: Die beiden mussten ihre Ladies 14 anstatt nur vier bis fünf Tage in der vegetativen Phase lassen, bevor die Blüte eingeleitet wurde.
Nachdem die Wurzel das Medium ganz durchwachsen hatten, wurde die Blüte durch die verkürzte Beleuchtungsphase von 12 Stunden /Tag eingeleitet. Henk und Manne hielten sich genau an die Anweisungen des Düngerherstellers, die man einfach und individuell einstellbar unter http://www.advancednutrients.com/nutcalc3public/nutrient_calculator.html abrufen kann.
Da Henk und Manne mit gutem Wasser gießen konnten, haben sie sich für das „Moderately Heavy Feeding“ Programm entschieden, bei dem der Ec- Wert von anfänglich 1,4 mS bis auf 2,5mS in der fünften Blühwoche gesteigert wird. In den letzten zwei bis drei Wochen wird er langsam wieder bis auf 0,4mS gesenkt. Je besser das Ausgangswasser ist, um so optimaler kann man die Nährstofflösung anmischen und relativ hohe Ec Werte „fahren“. Wasser, das von Anfang an Salze oder zu viel Kalk (Härtegrad, dH: < 14) enthält oder einen falschen pH- Wert hat, kann trotz ausreichender Menge an Nährstoffen ein Versorgungsproblem nach sich ziehen, weil die Zusammensetzung des (Leitungs)Wassers oft alles andere als gut ist. Das kann durch die Zugabe des besten Düngers nicht kompensiert werden.

Grundregel:
„Gutes“ (salzarmes und weiches) Wasser (Ec-Wert < 0,4 / dH < 14) = Pflanze kann viel Dünger verstoffwechseln.
„Schlechtes“ Wasser (salzreiches und/oder dH < 14): Pflanze kann nicht so viel Dünger verstoffwechseln. Bei solchem Ausgangswasser sollte über die Anschaffung einer Osmoseanlage nachgedacht werden. Den Härtegrad des Leitungswassers erfährt man vom örtlichen Wasserversorger.


Gegossen haben Henk oder Manne alle zwei bis drei Tage, per Hand und mit einem „Drain“* von ungefähr 20 Prozent, damit sich im Medium keine Düngerreste ablagern. Alle zwei Wochen wurde einmal ganz auf eine Düngergabe verzichtet und dafür mit klarem Wasser, pH-Wert 5,8, gegossen. Ansonsten haben es die beiden wie immer einfach gehalten, Erwähnenswert ist noch, dass die Temperatur in der Box konstante 24 Grad betrug, obwohl die Raumtemperatur immer zwischen 17 und 24 Grad schwankte. Nach Mannes Meinung war das wohl der Verdienst der digitalen GSE-Klimasteuerung.
Nach 60 Tagen konnte geerntet werden, das Ergebnis war in Sachen Gramm pro Watt eines der besten, die unsrer Freunde je ergärnert haben. Satte 250 Gramm New York Diesel und nochmal 30 Gramm der „Großen Unbekannten“ machten die beiden nicht zu Unrecht ein wenig stolz, als sie uns den Bericht inklusive der Fotos auf NoMercy Weedcup im Dezember übergaben.

Der Anbau von Hanf ist in Deutschland verboten. Dieser Artikel dient lediglich der Information und dokumentiert real existierende Zustände in den Niederlanden.
Die Redaktion warnt vor Nachahmung.


*als Drain wird die Nährlösung bezeichnet, die bei Verwendung von Cocsubstrat oder Steinwolle nach dem Gießen wieder aus dem Medium herauslaufen sollte. Das sollten ungefähr 20 Prozent der Gesamtmenge sein. Werden den Mädels also 10 Liter Nährlösung verabreicht, so sollten ungefähr zwei Liter wieder aus dem Medium herauslaufen. Gibt es hierfür keinen Auffangbehälter, so sollte dieser Drain auch nach dem Gießen mit einem Lappen aufgenommen werden, da sonst Staunässe und somit Wurzelfäule droht. Arbeitet man wie bei Erde ohne Drain, droht eine Versalzung des Mediums und somit eine Überdüngung der Lieblinge.




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