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Rolys Silberscheiben des Monats Januar
Publiziert am: 19.01.09 - Medienformen: Medienform Text

BYM: Girls Watching Corner
(unexpected audio productions)

Seit Ende der 70er war er Bassist in verschiedenen Bands, gründete die mittlerweile legendäre New Wave-Band „Flucht Nach Vorn“ und spielte bei den „Toten Piloten“. Seit 1984 Querbeet-DJ, kam er über Hip Hop und Happy Hardcore zu Jungle. Anfang der 90er gehörte er zu den ersten Machern illegaler Parties in Ost-Berlin („Swamp“), veranstaltete in den ersten drei Locations des WMF Hip Hop und Ragga-Parties und spielte im Globus, Toaster und vielen anderen Clubs der Stadt. Seine mehrjährige, montägliche Drum’n’Bass-Reihe „Elektrolounge“ im Roten Salon wummert inzwischen im Icon weiter. Nach den Alben „Kurwa Galactica“ (1997) und „Love Is Faster Than Light“ (2000) unter dem Alias „Four Ears“ und seinem ersten Solo-Album „From That Monitor Inside“ (1998) überrascht BYM uns hier mit „Girls Watching Corner“ (Re-Release von 2003). Darauf werden unterschiedlichste, einflussreiche Stile mit prägnanten Samples zu bewusst abstrakt gehaltenen Soundscapes verwebt - sogar aus dem rhythmischen Quietschen einer Sprungfeder-Matratze macht er einen fetten Beat. Auch seine Leidenschaft für Asien bleibt nicht verborgen. Von seinen schön verspielten Klangcollagen habe ich vor allem bei „Creeping Blue“ und „I Scream“ meinen Spass. „Deepest Complexities“ dagegen hat etwas geheimnisvoll Verführerisches – mein Lieblingstrack. Zum kurios-relaxten Albumtitel meint BYM: „In Berlin-Zehlendorf, wo ich herkomme, gab es eine Wiese, auf der sich die Kids nach der Schule immer getroffen haben, zum Abhängen, Kiffen und Abchecken, wo am Abend Parties gehen. Ganz in der Nähe waren Barracks der US-Armee, die dort stationiert war. Wenn die G.I.’s mit ihren Bussen an der Wiese vorbeigefahren sind, haben sie immer den Mädels nachgeschaut. Deswegen hiess die Wiese irgendwann ‚Girls Watching Corner‘“. Davon amüsiert kann ich diesen skurril-spannenden Hörfilm hier jedem ans Herz legen, der Lust auf Unvorhersehbares und den Funk im Blut hat.
www.myspace.com/bymski
www.myspace.com/unexpectedaudioproductions

Orchestra Poly-Rhythmo De Cotonou: The Vodoun Effect
(analog africa)

Der kulturelle und spirituelle Reichtum der traditionellen Musik Benins hatte einen enormen Einfluss auf die moderne Musik des Landes. Benin ist die Geburtsstadt der Vodoun Religion (im Westen besser bekannt als Voodoo) und gilt der Verehrung von ca. 250 heiligen Göttlichkeiten. Anthropologen und Musikwissenschaftler sind sich darüber einig, dass diese Religion die wichtigste „kulturelle Brücke” zwischen Afrika und all seinen Diasporas der Neuen Welt darstellt. Viele der komplexen Rhythmen hatten einen grossen Einfluss auf Blues, Jazz, kubanische und brasilianische Musik. Zwei Vodoun-Rhythmen dominierten die Musik von Orchestre Poly-Rythmo: Sato, ein traditioneller, energiegeladener Rhythmus, der durch eine 1,75m hohe, senkrecht stehende Trommel erzeugt wird und in Benin während alljährlicher Rituale zu Gedenken der Toten eingesetzt wird. Sakpata, ein Rhythmus, der der Heiligkeit gewidmet ist, soll die Menschen vor den Pocken schützen. Beide Rhythmen sind hier vertreten und gemixt mit Funk, Soul, Farfisa Sounds und psychedelischen Gitarrenklängen. Von 500 Titeln, die das Orchestre Poly-Rythmo de Cotonou zwischen 1970 und 1983 aufgenommen hat, hat Analog Africa Labelboss Samy Ben Redjeb hier 14 vergessene polyrhythmische Schätze aus dem Afrika der siebziger Jahre Songs liebevoll zusammengestellt, die „heimlich” aufgenommen wurden, während die Band bei kleineren Labels in und um Cotonou (Benins grösste Stadt) und in der Hauptstadt Porto Novo unter Vertrag war. Schön, dass diese ausserordentliche Musik am Leben erhalten wird.
www.myspace.com/analogafrica
www.analogafrica.com

Kano: 140 Grime St.
(bigger picture music)

Nach dem lyrisch genialen „Home Sweet Home“ und dem poppigen „London Town“ meldet sich der gerade mal 23-jährige Brite mit jamaikanischen Wurzeln mit seinem dritten und bisher besten Album zurück. Bei seinem Label „Bigger Picture Music“ geht es darum, ein größeres Bild zu sehen, weniger engstirnig zu handeln und neue Verfahrensweisen für Musikveröffentlichungen zu entdecken. Die erste Single „Hustler“ mit dem Berliner Rapper Marteria als Feature-Gast ist bereits erschienen, „140 Grime St.“ bezeichnet das Konzept hinter der Musik. „140 beats per minute ist das Tempo, ‚Grime‘ steht für die Atmosphäre und die Gemeinschaft, aus der ich stamme. ‚Street‘ bezieht sich auf den Ort, an dem ich aufgewachsen bin und auf die Leute, die ich erreichen will“, so Kano über sein Album, was in Ilford/London, im Schlafzimmer eines Freundes, aufgenommen wurde. Inspiriert von Wiley, der Heartless Crew und der kompletten Garage-Szene zählt bei Kano nur die Kreativität und Qualität, mit der das Ganze umgesetzt wird. Im Opener heisst es: „I’m moving out from 140 Grime Street, but you can come over this friday, I’m throwing a party.” Die musikalische Richtung des eigentlich als Mixtape geplanten Albums dürfte damit weitgehend geklärt sein. „Paper“ ist ein aggressiver Banger inklusive Hi-Hat-Lawinen und runtergepitchter Hook. Das klassisch-hektische „Anywhere We Go“ mit dem Bow E3-Veteranen Wiley erinnert an den Kano der Nasty-Crew-Ära, und auch Ghetto, Skepta und Mikey J liefern überzeugende Arbeiten ab. Eine ziemlich erfrischende Geschichte aus dem Londoner East End.
www.myspace.com/kanorecordings
www.140grimest.blogspot.com

DVD-Special:
Bangkok Dangerous
(constantin-film)

„Bangkok Dangerous“ ist das Remake eines Thai-Thrillers der erfolgreichen Regie-Brüder Pang, von dem sich Cage die Rechte gesichert hat. Doch sowohl Story und Handlung sind komplett anders, vor allem geradliniger und etwas temporeicher. Joe (Nicolas Cage) ist ein eiskalter Auftragskiller, bekannt dafür, seine Jobs mit äußerster Anonymität und höchster Präzision zu erledigen. In Bangkok soll er vier unbequeme Gegner von Gangsterboss Surat (Nirattisai Kaljaruek) töten. Er stellt den Kleinganoven Kong (Shahkrit Yamnarm), doch statt seinen Komplizen nach der Arbeit zu töten, bildet er ihn aus. Joe ist müde geworden, hinterfragt sein Geschäft und bricht mit seinen eigenen Regeln. Alles wird noch schlimmer, als er sich in eine stumme Apothekerin (Charlie Yeung) verliebt, aber gleichzeitig seine Aufträge zu Ende bringen muss. Während seine Auftraggeber sich bereits überlegen, wie sie ihn am Besten los werden, entdeckt Joe seine Menschlichkeit wieder. - „Bangkok Dangerous“ besitzt trotz einer hoch stilisierten Bildsprache eher einen europäischen Look als den eines Hollywood-Blockbusters. Die Mordaufträge sind professionell schnell und perfekt inszeniert, es wird spektakulärer und actionreicher bis sich im Finale dann auch die Hongkong-Wurzeln der Pang-Brüder zeigen. Ein absolut hochwertiges, tragisch-schönes Werk über Gewalt und Menschlichkeit, das man als Asia-Version von „Leon Der Profi“ bezeichnen könnte.
In Kooperation mit Constantin Film verlosen wir drei DVD-Exemplare der Neuverfilmung von „Bangkok Dangerous“. Schickt uns bis zum 31.01.2009 eine Mail mit dem Betreff „Bangkok Dangerous“ und eurer Postanschrift an gewinnen@hanfjournal.de - viel Glück!
www.bangkok.film.de
www.constantin-film.de
Roland Grieshammer
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