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Was geschieht mit THC im Körper? (2)

In der Januarausgabe wurde der Frage nachgegangen, wie viel THC den Blutkreislauf nach dem Rauchen oder Essen von Cannabisprodukten erreicht, wie sich THC im Körper verteilt und wie viel THC dabei das Gehirn erreicht. In dieser Ausgabe der dreiteiligen Artikelserie werden weitere Fragen behandelt. In der kommenden Ausgabe geht es um die Verstoffwechselung und die Ausscheidung von THC, beispielsweise um die Frage, wie lange ein Cannabiskonsum im Urin nachweisbar ist.
Publiziert am: 19.01.09 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Dr. med. Franjo Grotenhermen
Wie viel THC gelangt über die Plazenta zum Fetus?
THC gelangt bei Tieren und beim Menschen schnell über die Plazenta (Mutterkuchen) aus dem Blut einer Schwangeren in den Blutkreislauf des Embryos bzw. Fetus. Der Verlauf der THC-Blutkonzentration im Blut des Fetus entspricht dem Verlauf im mütterlichen Blut. Allerdings waren die Blutkonzentrationen beim Fetus verglichen mit den Blutkonzentrationen bei der Mutter bei verschiedenen Tierarten niedriger. Die Abbauprodukte von THC (vor allem 11-Hydroxy-THC und THC-Carbonsäure) überwinden die Plazenta wesentlich schlechter als THC.
Nach oraler Aufnahme (essen, trinken) lagen die THC-Blutkonzentrationen im Fetus bei etwa einem Zehntel der mütterlichen Blutkonzentrationen. Demgegenüber betrug die fetale THC-Blutkonzentration nach der Inhalation (rauchen) etwa ein Drittel der mütterlichen Konzentration. Es könnte daher sein, dass die orale Aufnahme im Vergleich mit der Inhalation eine geringere Wirkung auf den Fetus hat. Studien mit zweieiigen Zwillingen haben ergeben, dass die Exposition von Feten mit THC stark variiert und dass die Plazenta dabei eine große Rolle spielt. Die Plazenta ist bei verschiedenen Müttern bzw. Kindern unterschiedlich durchlässig für THC.

Wie viel THC gelangt in die Muttermilch?
Nach der Geburt gelangt THC auch in die Brustmilch von stillenden Müttern. In Untersuchungen mit Affen tauchte 0,2 Prozent des aufgenommenen THC in der Milch auf. Bei einer regelmäßigen Gabe häufte sich THC in der Muttermilch an, offenbar wegen ihres Fettgehalts. Bei einer Cannabis konsumierenden Frau wurde eine etwa achtmal so hohe THC-Konzentration in der Brustmilch wie im Blutplasma nachgewiesen. Diese Konzentration bewegte sich pro Milliliter Milch im niedrigen Nanogramm-Bereich (1 Nanogramm ist 1 Millionstel Milligramm). Wenn man diese Konzentrationswerte auf absolute Werte umrechnet, so lässt sich daraus folgern, dass ein Baby, das gestillt wird, täglich THC-Mengen in einer Größenordnung von 0,01 bis 0,1 mg aufnimmt, wenn ihre Mutter ein bis zwei Cannabiszigaretten pro Tag konsumiert.

Wie verläuft die THC-Konzentration im Blut?
Vor allem wenn es um Blutproben im Zusammenhang mit der Fahruntüchtigkeit geht, interessiert die Bedeutung einer bestimmten THC-Konzentration im Blut für die Cannabiswirkung.
Werden 5 mg THC direkt in eine Vene injiziert, so findet sich nach zwei Minuten eine Konzentration von THC im Blutplasma von etwa 400 ng/ml (Nanogramm pro Millimeter). Diese Konzentration fällt innerhalb von 90 Minuten auf etwa 20 bis 25 ng/ml ab.
Wird THC geraucht oder mit einem Verdampfer (Vaporizer) inhaliert, so ähnelt der Verlauf der THC-Konzentration im Blutplasma der nach intravenöser Injektion ins Blut. So führte in einer Studie mit mehreren Cannabiskonsumenten das Rauchen einer Cannabiszigarette, die etwa 16 mg THC enthielt, innerhalb weniger Minuten zu einer maximalen THC-Konzentration im Blutplasma von etwa 80 ng/ml. Die Schwankungsbreite lag bei den verschiedenen Teilnehmern an der Untersuchung zwischen 50 und 130 ng/ml. Enthielt die Zigarette 34 mg THC, so lag die maximale THC-Konzentration im Blutplasma bei etwa 160 ng/ml. Innerhalb von drei bis vier Stunden fällt diese Konzentration auf wenige Nanogramm pro Millimeter ab.
Bei oraler Einnahme zeigt die THC-Konzentration im Blut einen flachen Verlauf mit maximalen Konzentrationen von etwa 5 bis 10 ng/ml im Blutplasma nach der Einnahme von 20 mg THC. Diese maximalen Konzentrationen werden nach durchschnittlich ein bis zwei Stunden erreicht. Insbesondere nach der oralen Einnahme variiert der Verlauf der THC-Blutkonzentration bei verschiedenen Personen und auch bei der gleichen Person jedoch stark. Dies betrifft sowohl die Höhe der Konzentrationen als auch ihren Verlauf. Nicht selten wird die maximale Konzentration erst nach drei oder vier Stunden erreicht.
Bei Gelegenheitskonsumenten lässt sich nur selten nach mehr als 12 oder 24 Stunden noch THC im Blut nachweisen, bei gewohnheitsmäßigen Konsumenten ist ein Nachweis nach mehr als 24 Stunden oder auch nach 48 Stunden häufig. Da man nach dem Straßenverkehrsgesetz mit THC im Blut als fahruntüchtig gilt, kann es sein, dass ein regelmäßiger Konsument auch mehr als zwei Tage nach dem letzten Konsum nach dem Gesetz fahruntüchtig ist, was pharmakologisch allerdings Unsinn ist.
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