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Low-Budget Growin'
– oder Growing@Hartz IV, Teil 1
Publiziert am: 11.02.09 - Medienformen: Medienform Text

2 Ikea Schränke ergeben eine Growbox

Unser neuer Growreporter Waldmeista war in Holland und hat Henk Paschulke beim Aufbau seines neuen Growraums zugeschaut. Henk musste nämlich unerwartet umziehen und hat so ein wenig Zeit verloren, die er durch einen “Schnelldurchgang” wieder kompensieren möchte.

Planungsphase

Henk geht es wie vielen unserer Leser. Er kifft gerne und ist chronisch pleite ;-). Er ist bereit, ein wenig Arbeit und viel Liebe zu investieren, um endlich ein klitzekleines Stück freier und unabhängiger zu sein. In Zeiten der Prohibition und Wirtschaftskrise bleibt ihm da nur ein Mittel: Er macht‘s sich selber, baut einfach ´ne kleine Homebox und lässt es wieder mal bei sich wachsen!
Gute Samen kann man sich am besten wie Henk in den Niederlanden besorgen oder noch günstiger und einfacher online bei Anbietern aus Spanien bestellen. Es sei denn, man lebt in Deutschland. Dort ist der Verkauf und Erwerb dieser Pflanzensamen illegal. Unser Freund hat sich dieses Mal für Sensi Skunk x Original Highway Delight, Mango, Papaya, Shiva entschieden.

Zuerst einmal kommt jedoch der anstrengende wenn auch sehr interessante Teil: Die Beschaffung der „Hardware“. Da die Growbox erstmals in Henks Schlafzimmer stehen wird, hat er den Aufwand nicht gescheut, die Box aus Holz zu bauen, da sonst der Lärmpegel der Ventilatoren nicht zu ertragen wäre – der Kaskopp pennt halt gerne. Also ab zu Ikea.nl und zwei PAX Korpusschränke in weiß gekauft. Neben den nackten Korpusteilen benötig er zwei Türen, sonst nichts (komplett €118). Aus zwei solchen Schränken kann man nämlich eine tolle Growbox mit den Innenmaßen 116cm x 96cm x 191cm (L x B x H) bauen, also im Grunde so eine Art begehbaren Wandschrank für Botaniker. Desweiteren benötigt Henk einen Rohrventilator von Prima Klima mit 360m3/Sunde (dimmbar auf 220m3/h) und einen Aktivkohlefilter mit 320m3 ( ab € 145 im Set). Dazu eine Grow Lux 400 Watt Hochdrucklampe für die Blütephase von Sylvania mit Vorschaltgerät und mattem Reflektor (ca. €65 in den Niederlanden). Vorsichtshalber kauft er gleich noch eine zweite dazu, um einem eventuellen Ausfall der ersten entgegenzuwirken. Sicher ist sicher. Für die vegetative Phase sollen zwei Philips TL-D Reflex Röhren (865er) mit jeweils 36 Watt genügen, die für die Blütephase dann gegen die Natriumdampflampe getauscht werden. Für beide Phasen benötigt Henk eine Zeitschaltuhr, die auf 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit in der vegetativen Phase und eine für die 12/12 Licht/Dunkelheit in der Blüte eingestellt wird. Kostet ungefähr 12 €. Hierbei sollte unbedingt auf eine Spezialschaltuhr aus dem Growshop zurückgegriffen werden, da die normalen „Baumarktmodelle“ meist die hohe Startlast der Hochdruckdampflampen auf Dauer nicht aushalten. Die 3500 Watt, die bei den billigen Zeitschaltuhren als Maximallast angegeben werden, haben nichts mit der Belastung beim Starten zu tun und verwirren die meisten Neueinsteiger ein wenig.

Im Fall unseres niederländischen Freundes soll die Vorwuchsphase unter den CFL-Röhren kurz gehalten werden (maximal drei Wochen, aus Samen gezogen), um die Pflanzen nicht allzu hoch werden zu lassen und die Ernte somit früher genießen zu können. Ein ganz normaler Ventilator, den man im Sommer) in so ziemlich jedem Heimwerkermarkt oder Kaufhaus erhält, ist für die vegetative wie auch die Blütephase unentbehrlich. Dieser sorgt für ständige Luftzirkulation, beugt so Schädlingen (und Schimmelbildung) vor und lässt die Stämme seiner Babies dicker und stabiler werden.

Ein digitales Hygro- und Thermometer zur Messung von Luftfeuchtigkeit und Temperatur ist zwingend erforderlich, diese gibt es bei bereits ab € 10. Eine Anzeige der Maximalwerte der letzten zwölf Stunden ist empfehlenswert, um eventuell Probleme bei zu hoher Temperatur oder Luftfeuchtigkeit zu erkennen. Natürlich sind ein PH- und EC-Messgerät ebenso eine gute Sache, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen und Mangelerscheinungen der Pflanzen vorzubeugen, doch wird Henk bei diesem Grow aus Kosten- und Einfachheitsgründen darauf verzichten.
Da man selbst im Coffeeshop (siehe Seite vier: „Coffeeshop Voyager) nie wirklich weiß, mit welchen Pestiziden, chemischen Düngern oder gar Streckmitteln gearbeitet wird, hat Henk sich entschlossen, ausschließlich Bio-Dünger zu verwenden, um ein biologisch organisches Produkt zu gewährleisten. Zum einen kommt es seiner Gesundheit und zum anderen auch dem Geschmack der Kräuter zugute. Er verwendet Bio Sevia Grow für die vegetative Phase und Bio Sevia Bloom für die Blütephase. Wenn man auf die Dosierung achtet und der Anleitung folgt, kann gar nichts schief gehen.
Jiffy Torfquelltöpfe sind perfekt für die Keimung der Samen und die ersten Tage danach. Eine gute Anzuchterde, ungedüngt und mit Perlite, ist für eine gute Entwicklung der Wurzeln ebenso wichtig. Wie man einfache Blumenerde rein biologisch mit Nährstoffen aufpeppen kann, hat unsere Bio-Fee M.A. im Hanfjournal 10/08 ( Outside In ) beschrieben.
Wem das zu viel Aufwand ist, der sollte entweder auf vorgedüngte Growshoperde zurückgreifen oder eine gute, also auch teure Baumarkerde (Compo Sana) mit 20 Prozent Regenwurmdung vermengen. Desweiteren stehen auf Henks Einkaufsliste 20 x 0,5l Töpfchen für die Anfangszeit (damit auch alle Pflanzen in der Vegiphase unter die CFL-Röhren passen), mehrere Schalen aus Plastik zum Unterstellen der Pflänzchen und ein Dutzend schwarze, eckige sechs Liter Töpfe für den späteren Wachstumsverlauf. Eine Sprühflasche zum gelegentlichen Besprühen der Blätter ist genauso sinnvoll wie ein 20 Liter großer Behälter zum Anmischen der Nährlösung. Auch eine Packung Bambusstöcke legt Henk noch in den Korb, falls seine Pflänzchen später gestützt werden müssen. Reiner Alkohol und ein Desinfektions- oder antibakterielles Putzmittel sind ein Muss für die Growoperation, denn Schmutz und unzureichende Hygiene bergen die Gefahr von Schädlingen und die kann sich Henk in seiner Box nun wirklich nicht leisten. Zuletzt werden noch Messbecher zum Dosieren des Düngers und des Giesswassers eingepackt. Unser Hobbygärtner plant insgesamt €400 – 450 für alles ein, die Samen nicht mit gerechnet.

Aufbau der Growbox

Jetzt geht’s an den eigentlichen Bau der Growbox. Als mehr als nur empfehlenswert hat sich eine Menge Duct (Gaffa)Tape herausgestellt, ebenso ist ein gewisses Repertoire an Werkzeug aus seinem heimischen Werkzeugkasten von immenser Wichtigkeit. Hammer, Bohrmaschine, Säge, Schrauben, Nägel und Winkel aus Metall sowie Styropor und/oder Schaumstoff zur weiteren Schallisolierung der Lüftungsanlage sind hierbei sehr nützliche Tools und Ausrüstungsgegenstände.

Nun hat Henk also diese beiden großen Schränke von dem besagten schwedischen Möbelhaus gemäß der Anleitung zusammengeschraubt. Bei einem dieser Schränke baut er die dünne Rückwand aber nicht ein, sondern lässt diese Seite frei (aber schön vorsichtig beim Aufstellen!). Beide Schränke werden hintereinander gestellt, in dem hinteren Schrank setzt Henk neben der dünnen Rückwand eine weitere Lage Styropor ein.
Darüber setzt er die Rückwand des anderen Schrankes, um diese Seite ein wenig schalldichter zu machen. Beide Schränke sind hintereinander so aufgebaut, dass sie wie ein einziger großer, fast quadratischer Schrank aussehen.
Unser Freund verbindet beide Teile innen mit mehreren Metallplatten und viel Duct Tape, damit alle Schlitze zwischen den Schränken dicht sind.

Löcher für Haken und Schrauben sind auf beiden Seiten der Schränke zur Genüge vorhanden und die Position der Entlüftungsanlage sowie von Lampe und Reflektor können je nach Wunsch angebracht werden. Für die Zuluft hat unser Kleinstgärtner ganz unten hinten in einer Ecke ein Loch gesägt, vor das er den Umluftventilator platziert, um ununterbrochen für frische Zuluft zu sorgen. Diese etwas rudimentäre Zuluft reicht bei nur einer Lampe vollkommen aus. Für die Abluftanlage sägt Henk ein rundes Loch in die obere, hintere Ecke der Box. Dieses Loch hat den gleichen Durchmesser wie der Rohrlüfter (125mm) und die fexiblenen Abluftrohre. Für ganz eifrige Heimwerker sind ein paar weitere kleine Löcher für Kabel nützlich, die alle sicher aus dem Schrank führen, wo sich Steckdosen und Vorschaltgerät befinden. Die externe Montage des Vorschaltgeräts dient zum einen der Sicherheit und lässt als nützlichen Nebeneffekt abgegeben Hitze gar nicht erst in die Box. An all diesen in die Rückwand gesägten Löchern ist der großzügige Einsatz von Duct Tape notwendig, um weder Licht noch Gerüche in oder aus der Box kommen zu lassen. Ebenso sollten noch so kleine Ritzen an der Vorderseite des Schrankes mit viel Duct Tape verschlossen werden.
Besonders in der Blüte darf keinerlei Licht während der Dunkelphase an die Pflanzen kommen. Zur eigenen Sicherheit sollte ebenso kein Licht durch den Schrank nach außen dringen, um die Grow-Op so undercover wie möglich zu halten. Denn auch in Holland ist der Anbau von bis zu fünf Pflanzen pro Person nur toleriert, nicht aber legal. Auf dem Boden empfiehlt unser Dauergrower das Auslegen einer wasserdichten Folie (5€/m²) zur leichteren Reinigung der Bodenfläche und als Untersatz für austretendes Wasser aus den Töpfen nach dem Wässern.

Henks Schrank ist nun fertig, die Ausrüstung ist komplett und wartet nur darauf genutzt zu werden.
Zur besseren Übersicht haben wir die gesamte Hardware noch einmal kurz zusammengefasst:

2 x 120cm Philips TL-D Reflex CFL-Röhren (36Watt/865er für Vegi)
Jiffy Torfquelltöpfe
Compo Sana Anzuchterde mit Perlite
Viel Blumenerde
Bio Sevia grow + bloom Biodünger
Zuschläge für ungedüngte Erde (siehe Hanf Journal 10/08)
Plastikgewächshaus (Deckel nicht nötig bei Samenaufzucht) für Jiffys
Umluftventilator
400Watt HPS Lampe (Blüte) Sylvania GroLux + Vorschaltgerät
Reflektor, matt
Prima Klima Rohrventilator (360m3/Std, dimmbar)
Prima Klima Kohlenstoffilter (320m3/Std)
ca. 2 Meter flexibles Abzugsrohr
2 Ikea Pax Korpusschränke weiß mit 2m Höhe mit 2 Türen (zusammengebaut:
Anbaufläche 96cm x 116xm)
Mehrere Rollen Duct Tape Klebeband (extra stark)
Schrauben und Haken für die Monturen
Metallketten zum Aufhängen der Abluftanlage und der Beleuchtung
Säge für Zuluftloch und Abzugsloch
2cm dicke Styroporplatten zur Verstärkung der Rückwand des Growschranks
Winkel zur Verstärkung der Schränke
Weiße wasserdichte Folie für den Boden
Digitales Hygrometer/Thermometer mit min/max Anzeige der letzten 12 Stunden
Zeitschaltuhr(en)
20 x 0,5 l Töpfe, rund
12 x 6,2 l schwarze Töpfe, eckig (+ein paar Töpfe extra)
19l Behälter zum Anmischen des Giesswassers + Dünger
Sprühflasche
Messbecher
Regenwasser (dazu mehr in Teil Zwei)
Bambusstäbe
Reiner Alkohol/antibakterielles Putzmittel zum Desinfizieren

Waldmeista
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