Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*

  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

- cool-tour
*
Versenden: Artikel drucken Bild Druckversion
Rolys Silberscheiben des Monats Februar
Publiziert am: 13.02.09 - Medienformen: Medienform Text

Marcus Intalex presents DAT:Music Pt.II
(soul:r)

Wer nicht aus London oder Bristol war, schien lange Zeit verdammt dazu, nur peripher wahrgenommen zu werden. Doch die Raveinitiation im Pantheon des Acid House, dem Manchester Club Hacienda im Hinterkopf und Chicago und Detroit umarmend, setzte sich Marcus Intalex auf den Dancefloors fest und brachte wieder etwas ins Spiel, das lange Zeit vernachlässigt wurde: House. Nach der Mix-CD „Soul:ution“ 2003 ist die Zeit nun reif für den zweiten Part einer weiteren Labelschau, die nicht mit Inhalten geizt. Der Kopf des Soul:R Labelverbundes hat sich zahlreiche qualitativ hochwertige Tracks von bekannten und aufkommenden Acts gesichert und auf der Doppel-CD „DAT:Music 2“ veröffentlicht. Der musikalische Fokus liegt auf reduziertem Drum’n’Bass. Mit der Liebe zum Detail entfalten sich diese 22 ernsthaften, eher hintergründigen Tracks auf ihre ganz eigene Weise. Ohne sich in sphärischem Flächen hängen zu lassen oder sich mit Funk und Soulreferenzen um den Verstand zu samplen, wird hier alles richtig gemacht: fein durchdeklinierte Soundästhetik, pulsierender Bass und minimale Struktur. Meine Lieblingstracks kommen von Naibu, Lynx vs. Hellrazor, Lomax, Instra:Mental, Zero T & Mosus, S.P.Y. & Mosus, Calibre, Chris Coda, Commix, Martyn und S.T. Files. Ohne Soul:R wäre Drum’n’Bass um einige Perlen ärmer. Das hier ist kein Hitfeuerwerk mit Melodien für Millionen, sondern subtile Deepness und ein sehr erfrischender, kristallklarer Sound mit Atmosphäre vom Feinsten.
www.myspace.com/intalex
www.soulr.com
www.grooveattack.com


DePhazz & The Radio BigBand Frankfurt: Big
(phazzadelic)

„DePhazz“ leitet sich ab von destination phuture jazz, und das beschreibt ziemlich genau die Idee, die hinter dem 1997 gegründeten Bandprojekt steht. Spätestens seit dem letztjährigen Longplayer „Days Of Twang“ wird DePhazz weltweit als beständig feste Größe wahrgenommen. Nun hat sich Pit Baumgartner mit der HR-Bigband die Hilfe eines der versiertesten Klangkörper der Republik gesichert. Mit scharfen Bläsersätzen und angeschrägten Arrangements bringt sie frischen Wind in die gemütliche DePhazz-Stube. Statt einer schnöden „Greatest Hits“-Kopplung wurden hier zwölf Gassenhauer in selbstironischen Neuinterpretationen gegen Strich gebürstet, dass man sich überrascht die Augen reibt. „Getrieben von der Originalität ist dieses Album eher ein Innehalten und Zurückblicken“ lässt Pit verlauten, „...wobei die BigBand-Arrangements unsere Musik sicherlich adeln.“ Mehr als andere DePhazz-Produktionen wird „Big“ geprägt von den langjährigen Vokalisten Pat Appleton und Karl Frierson, wieder begleitet von Gründungsmitgleid Otto Engelhardt an der Posaune. Pit Baumgartner verzichtet bei „Big“ weitgehend auf elektronische Kollagen, sondern folgt dem analogen Klangspektrum und den Arrangements der Radio BigBand unter Leitung von Jörg Achim Keller. Trotz wohlbekannter Latin- und Soulgrooves entwickeln so alle Songs ein sehr stylishes Eigenleben. Und die langlebigen Dickhäuter mit entsprechendem Stehvermögen auf dem Cover-Artwork sind sicher nicht zufällig gewählt. Große Tiere werfen lange Schatten. Eine Top-Vergangenheitsbewältigung.
www.myspace.com/dephazz
www.dephazz.com
www.phazzadelic.com


Madlib: Beat Konducta Vol. 5 & 6
(stones throw)

1974 in Oxnard 40 Kilometer nördlich von Los Angeles geboren, wird ihm seine Leidenschaft zur Musik schon mit der Flasche eingeimpft. Sein Vater, Otis Jackson sr., ist ein bekannter R‘n‘B- und Soul-Sänger der 60er und 70er Jahre, seine Mutter, Senesca Jackson, Songwriterin und Background-Sängerin, und sein Onkel ist der große Jazz-Trompeter Jon Faddis, der schon mit Dizzy Gillespie und Charles Mingus auf der Bühne stand. Der Rest der Geschichte um Madlib dürfte bekannt sein. Ich habe immer noch sein Instrumental zu „Shopping Bags“, die erste Single des De La Soul-Albums „The Grind Date“, in guter Erinnerung. Nach der Kollaboration mit Talib Kweli auf „Liberation“ und seinem „WLIB AM: King Of The Wigflip“-Album im Herbst 2008 präsentiert der Loopdigga nun die Fortsetzung seiner hochgeschätzten „Beat Konducta“-Reihe: „Vol. 5: Dil Cosby Suite“ und „Vol. 6: Dil Withers Suite“. J Dillas Album „Donuts“ ist quasi die Blaupause für diese Serie, daher ist hier Jay Dees Einfluss deutlich zu hören. Die relaxte und sehr gelungene Hommage an einen der talentiertesten und bedeutendsten HipHop-Produzenten vereint 42 ausnahmslos geniale Tracks. Ich erwähne trotzdem mal „Two For Pay Jay“, „Floating Soul”, „Sacrifice“, „Rebirth Cycle“, „The Main Inspiration”, „Anthenagin‘“, „The Electric Zone“ und „All Love”. Da versteht man besonders gut Madlib’s Statement: „I make music from the heart. If you like it, you like it. If not, that‘s cool.” - Soul pur und Beats galore.
www.myspace.com/madlib
www.stonesthrow.com


Smoke: Routes
(echo beach / indigo)

Seit vier Jahren gibt es diese in Mailand beheimatete Band, nun erscheint das zweite Album des italienischen Quartetts. Die 17 Songs von „Routes“ umgehen geschickt vorbeiplätschernde Trends ohne die gewisse Frische vermissen zu lassen. Die Vorliebe zum One-Drop-Riddim ist dabei nicht zu überhören. Zusammen mit Europas Top-Soundsystem Pow Pow Movement aus Köln singen sie bei „Save All The Kids“ eine Hymne über den Schutz der Rechte von Kindern, inspiriert durch Ishmael Beahs Buch „Erinnerungen eines Kindersoldaten“. „Ironman Wang“ ist eine Reflektion über die Konsequenzen des maoistischen Regimes durch die Reise eines jungen, chinesischen Arbeiters, „To Them“ eine Anklage gegen das Apartheit-System in Südafrika und „Ken Saro Wiwa“ die Geschichte eines Mannes, der vom nigerianischen Militärregime umgebracht wurde, weil er gegen die Umweltzerstörungen durch die Shell Ölförderung kämpfte. Andere Songs betonen die Werte, die alle Menschen teilen und sprechen vom allgemeinen Verlangen nach universeller Harmonie. Neben den unglaublich couragierten Texten beeindrucken auch die sauber und dick produzierten Riddims, oft garniert mit feinsten Bläsersätzen, sowie die äusserst angenehme Stimme des südafrikanischen Sängers Séan Daniel Martin, die mich etwas an Horace Andy erinnert. Ein hochwertiges, sehr gesellschaftskritisches Album mit einer gehörigen Portion Soul.
www.myspace.com/smokepower
www.smokeroutes.com
www.wayouteventi.it
www.echo-beach.de

Roland Grieshammer
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-