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Rolys Silberscheiben des Monats März
Publiziert am: 09.03.09 - Medienformen: Medienform Text

Idea 6: Steppin Out
(deja vu)

Während seit Mitte der 90er Jahre DJs wie Rainer Trüby, Michael Reinboth, Gilles Peterson, Patrick Forge oder die Jazzanova-Jungs die Ohren ihres Publikums auf den sogenannten NuJazz oder auch Future Jazz trainierten, veröffentlichten auch italienische Musik immer wieder überzeugende Arbeit, die Jazz in einen clubtauglichen Kontext führen sollten. Es ging um Jazz-Grooves, die zeitgenössische Updates nicht schreckte und trotzdem traditionelle Sounds weiterlebten. Vor etwa sieben Jahren gründete der italienische Produzent Paolo Scotti das Label Déjà Vu Records. Seine Intention war und ist, Stücke zu veröffentlichen, ihren Ausgangspunkt im Jazz haben. Gianni Basso, Guido Pistocchi, Dino Piana, Stano Bagnoli, Andra Pozza und Riccardo Fioravanti bilden das neueste Projekt „Idea 6” auf Scotti’s Imprint. Zu dem Sextett gesellt sich noch die Sängerin Francesca Sortino. Gemeinsam liefern sie mit „Steppin Out“ einen an den Sixties orientierten Sound ab. Zu Beginn gibt es erstmal eine erstklassige Coverversion von Miles Davis’ „Tune Up“. Weitere Highlights sind die Saxophon-Nummer „Mr. G.B.“, der leidenschaftliche Titelsong „Steppin Out“, das smoothe „Bells“, das verspielte „Dance Of The Crickets“ und das balladeske Cover von George Gershwin’s „Ain’t Necessarily So“. Als Bonus gibt es noch Backstage-Einblicke, Interviews und Tourimpressionen auf DVD. Großartiger Jazz pur!
www.myspace.com/dejavurecord
www.paoloscotti.com


Nat King Cole: Re:Generations
(capitol / emi)

Als die amerikanischen Medienkanäle am 15. Februar 1965 des Tod des Musikers Nat King Cole verkündeten, verzeichnete die Welt der Unterhaltungsmusik nicht nur den Verlust eines großartigen Sängers mit wundersam weicher Stimme, eines exzellenten Pianisten, der vom Kollegen Ray Charles über alle Maßen geschätzt wurde, und auch eines beliebten TV-Stars mit zeitweiliger eigener Show (1956/57). Er war auch einer der Allerersten, der seine Popularität, nicht zuletzt auch bei den weißen Zuschauern, nutzte, um sich nachhaltig für die gesellschaftlichen Belange der afro-amerikanischen Minderheit einzusetzen. Posthum zum 90.Geburtstag erscheint nun eine liebevolle Hommage der zeitgenössischen Pop-Welt. Initiiert von seinen Töchtern Natalie und Carole Cole und Michaelangelo L’Acqua haben Künstler unterschiedlicher stilistischer Couleur Songs und Melodien des legendären Crooners unter Verwendung der originalen (!) Tonspuren bearbeitet. Gnarls Barkley-Vokalist Cee-Lo offeriert ein Funk-Beat-geladenes „Lush Life“. Black Eyed Peas-Mitglied will.i.am vertieft im Duo mit Natalie Cole den Swing von „Straighten Up And Fly Right“. Bebel Gilberto verleiht dem „Brazilian Love Song“ ihre Stimme, und die Bob Marley-Söhne Stephen und Damian verpassen dem „Calypso Blues“ das entsprechende karibische Sound-Gewand. Auch die exklusiven Beiträgen von Nas & Salaam Remi, The Roots, Souldiggaz & Izza Kizza und Amp Fiddler sind wundervoll. Nicht nur für TV On The Radio, die den Klassiker „Nature Boy“ mit einem düster groovenden Rhythmus, flirrenden Leadgitarrensätzen und einem tight hämmernden Schlagzeugspiel untermauerten, hat Nat King Cole eine weit über seinen Tod gehende Bedeutung: „Die Verweigerung der Anerkennung einer endlichen Relevanz der menschlichen Herzen und Köpfe inspiriert uns dazu, etwas als ›zeitlos‹ zu erachten.“ So sieht’s aus.
www.myspace.com/natkingcole
www.natkingcole.com
www.capitolrecords.com


Nosliw: Heiss & Laut
(rootdown records)

Im Gegensatz zum letzten Longplayer, auf dem moderner Roots Reggae auf Deutsch den roten Faden sponn, widmet sich Nosliw auf seinem neuesten Streich ausgiebig der elektronischeren Dancehall-Disziplin. Inzwischen samt trauter Kleinfamilie fest in Berlin verwurzelt, hat der höchst charismatische Singjay wieder deutliche Worte und fette Produktionen am Start. Nach dem denkwürdig-amüsanten Intro gibt „Pramm Pramm“ gleich mal die Richtung vor, und beim ebenfalls von Teka produzierten „Action“ wird weitergebouncet. Mit „Yeah Yeah Yeah Yeah Yeah“ zeigt der gelernte Sanitärinstallateur und staatlich geprüfte Logopäde eindrucksvoll, dass er auch selbst ganz gut mit Riddims umgehen kann. „In Da Club“ ist ein lustiger Skit mit einer etwas gereizten Frau, doch die Spannung entlädt sich mit „Ey Jau“ und „Heiss & Laut“ auf dem Floor. Dann folgen meine drei Lieblingshits: Die „Blockparty“ mit Ronny Trettmann ist ein enthusiastischer, erfrischender Mix aus Calypso und Dancehall, „Angst ist deren Business“ kommt als nachdenkliche Hip Hop Ballade mit Olli Banjo mit einem melodramatischen Refrain, und im Jungle-Smasher „Ihr könnt mir gar nichts“ harmoniert das neue Dream-Team Bassface Sascha & Nosliw wieder perfekt. Nach der straighten Aufforderung „Maul auf“ und einem weiteren Skit von „Sista Sabine“ liefert Nosliw mit „Was ged aab?!“ ein nettes Partylied in Eigenregie, bevor mit dem Outro „Immer nur bergauf“ noch Reggae-Liebhaber glücklich gemacht werden. Nach diesem leidenschaftlich groovigen Mash Up sieht und hört man sich am besten live am 21.März 2009 im Berliner Yaam.
www.myspace.com/nosliw
www.nosliw.de
www.rootdown-records.com


DJ Koze: Reincarnations -
The Remix Chapter 2001-2009
(get physical music)

Nicht nur als Musiker (Fischmob, International Pony, Adolf Noise etc.) und gefragter DJ (mehrfache Wahl zum DJ des Jahres bei Umfragen in Spex, Intro, De:Bug) verwandelt er der jeden Club umgehend in einen Ort ekstatischen Wahnsinns, auch als begnadeter und verspielter Remixer versteht es Stefan Kozalla kein Zweiter, das Ausgangsmaterial in stets umwerfende clubby und freaky Neu-Interpretationen zu verwandeln. Nachdem im Jahre 2000 eine erste Wahl seiner Remix-Arbeiten unter dem Titel „Music is okay“ erschien, folgt nun endlich die längst überfällige zweite Werkschau „Reincarnations - The Remix Chapter 2001-2009“. Hier wirkt Matthew Dear’s „Elementary Lover“ verspielter und fröhlicher, Battles’ „Atlas“ mutiert zum bratzigen Schlafliedchen und der „Minimal“-Remix für Matias Aguayo war sowieso einer der lässigsten Sommerhits der vergangenen Saison. Mein Lieblingsremix ist Kosi’s Swim-Edit von Wechsel Garland, das Rework von „Danse Avec Moi“ der Herren Nôze und Dani Siciliano kommt als verführerischer Cyberchanson, während der bisher unveröffentlichte Remix für Ben Watt’s „Guinea Pig“ mit Julia Biel noch eine Spur erotischer ist. Nach „Kaltes Klares Wasser“ (einer meiner absoluten Köln-Hits) und der deepen Bearbeitung von Sascha Funkes „Mango Cookie“ transportiert Koze mit „Ich Liebe Euch“ ein witziges und zugleich tragisch-schönes Stück gesungener Gesellschaftskritik der einzigartigen Hildegard Knef ins Hier und Jetzt. DJ Koze war halt schon immer etwas stilvoller unterwegs und hinterlässt interessante Spuren.
www.myspace.com/djkozeakaadolfnoise
www.djkoze.de
www.physical-music.com


V.A.: Strike 100
(shitkatapult)

Unter dem Titel „Cozmic Suckers (vol. orange)“ begann eine lange Karriere zwischen knirschendem Knarz, landschaftlicher Musik, kühlen Experimenten und warmem, frohen Mut für den Floor, das Schlafzimmer und alle Zwischenräume. Elf Jahre später erscheint nun ein Jubiläums-Aquavit als Tonträger. Auf Doppel-CD oder wahlweise auf drei Vinyl-Platten direkt aus einem giftigen, fiebrigen, schönen Wald versammeln sich 25 stille Lieder entgegen des rauen Images unter dem Prädikat „Listening/Electronica/Ambient“. Langjährige Assoziierte wie etwa Warren Suicide, Fenin und Peter Grummich zeichnen ebenso seelenvolle Klanglandschaften wie die Gäste Julia Hummer + Pluramon, Krater oder Soap & Skin. T.Raumschmiere liefert mit „Lass Knattern“ ein neues Stück aus seinen Random Noize Ambient Sessions, Apparat remixte Johnny Cash’s „I Heard The Lonesome Whistle Blow“, Tom Thiel’s „Laissez Faire“ eröffnet den tieferen Raum, den finsteren, tollen Wald, während Felix dann mit „Outside On A Cold Day“ den Atem sehen lässt. Das Bierbeben ist im „Delirium“, und absolut großartig sind auch wieder The Orb, Judith Juillerat, Jan Jelinek, Shrubbn!!, Anders Ilar und Bus – was für ein grandioses Finale. Hört den verträumten Wald im schönsten Wahn der Elfen und Fliegenpilze! - Am Mittwoch, dem 18.03.2009 wird übrigens ab 20:00 Uhr das „Shitkatapult Strike 100 Record Release“ im Berghain / Elektroakustischer Salon präsentiert. Dazu gesellen sich Jan Jelinek, Anders Ilar und Frank Bretschneider live sowie T.Raumschmiere als DJ. Die After Party im killekill Club in der Kantine beschallen Daniel Meteo live, ND Baumecker und DJ Flush.
www.myspace.com/shitkatapult
www.shitkatapult.com
www.shopkatapult.com


Roland Grieshammer
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