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Publiziert am: 07.04.09 - Medienformen: Medienform Text

Mocky: Saskamodie
(crammed discs)

Mit dem Bedürfnis nach Veränderung und inspiriert durch einen Traum, in dem er sich als revolutionären Anführer in Gestalt eines ausgestopften Tieres namens „Mocky“ gesehen hat, ist er einst von Kanada nach London und Amsterdam gezogen. Auf der Suche nach Wegen, sich selbst zu promoten, hat er Nachmittagskonzerte gegeben: in Zoos. Dort hat er Duette mit Affen gesungen und Ständchen mit Zwerghippos in ganz Europa gegeben. Das hat ihm auch ohne Hilfe eines Labels die notwendige Aufmerksamkeit der Presse gesichert. Sein erstes Album „In Mesopotamia“ wurde mit seinem einzigartigen Lo-Fi-Funk und den existentialistischen und berührenden Rap-Lyrics gefeiert. Ich wurde 2004 durch sein erstklassiges Album „Are + Be“ mit den „Mickey Mouse Muthaf**kas“ auf ihn aufmerksam und mag auch die melancholische Feist-Kollabo „Fighting Away The Tears“ seines letzten Albums „Navy Brown Blues“ sehr. Nun hat die chamäleonartige Kultfigur die elektronischen Pfade verlassen und kehrt zu seinen Jazz- und Akustik-Wurzeln zurück. „Saskamodie“ strahlt mit klassisch anmutenden Soundtrack-Suiten und einer gesunden Portion Jazz und Soul. Mocky zeichnet sich gleichermaßen für Songwriting, Produktion, Drums, Bass, Rhodes, Piano, Gitarre, Percussion, Glocken, Blockflöte, Gesang, Pfeife, Orgel und Streicherarrangements verantwortlich. Taylor Savvy, Gonzales, Jamie Lidell und Feist steuern jeweils instrumentale und vokale Performances bei und geben der Platte die Intimität einer Liveaufnahme unter Freunden. Absolute Highlights sind „Sleepy Time“ und „For Pepecito“ – unendlich schön! Im Moment probt Mocky in einem umgebauten Pferdestall in Berlin, um diese Songs bald auch wieder auf den Bühnen dieser Welt präsentieren zu können.
www.myspace.com/mockyrecordings
www.mockyrecordings.com
www.crammed.be




Fehlfarben: Live - Hier und Jetzt
(ata tak schallplatten)

Ihre Musik wird leider manchmal fälschlicherweise dem NDW-Genre zugeordnet, unterscheidet sich aber stilistisch von den Tönen der damaligen Spaßfraktion. Die Texte ihrer Songs sind sozialkritisch, zum Teil anarchistisch, immer von punkigen Rhythmen in Szene gesetzt, tendenziell mit Hang zum New Wave. „Die Songs nicht tot spielen“ ist ein Motto der Band, das möglicherweise erklärt, warum die Fehlfarben fast drei Jahrzehnte nach ihrer Gründung und einigen Trennungen musikalisch besser sind als je zuvor. Aufgenommen wurden die 13 Stücke im Mai und Juni 2007 live auf der Tour zum letzten Album „Handbuch für die Welt“. Die besten Songtexte kapiert man immer nur halb. Weil sie nicht schwatzhaft sind und banalen Schrott erzählen, sondern ihr Geheimnis für sich behalten. Peter Hein entwirft die faszinierende Tristesse eines deprimierenden Abends, der wiederum Teil eines unbefriedigenden Lebens zu sein scheint. Was „(I Can’t Get No) Satisfaction“ für die 68er war, ist „Paul ist tot“ für die Generation Punk. Neben diesem melancholischen Erdbeben hören wir, wie Peter Hein erstmals „Wilde 13“ und „Schlaflos Nachts“ singt. Das komplett neue Stück „WWW“ ist ein vorwärts stürmender Rocker, in dem sich der notorische Nörgler Hein mal wieder so richtig auskotzt und ein paar herrlich misanthropische Gedanken in den gesamtgesellschaftlichen Diskurs schleudert. Und mit etwas Glück wird noch in diesem Jahr ein neues Album erscheinen. Bis dahin tröstet uns die Freude über die „Unanpassungsfähigkeit“ (Eigeneinschätzung) der Fehlfarben und ihr mitreissendes Live-Album. Da sind immer noch die rauen Riffs, der mörderische Groove und die souveränen Texte.
www.myspace.com/fehlfarben
www.fehlfarben.com
www.atatak.com




Miss Kittin & The Hacker: Two
(nobody’s bizzness)

Nach mehreren Jahren als DJane begann die 1973 in Grenoble geborene Caroline Hervé 1996/1997 zusammen mit ihrem Partner Michel Amato eigene Stücke auf DJ Hell’s Label International DeeJay Gigolos zu veröffentlichen. Erstmals bekannt wurden sie 1998 mit dem Track „1982“ von der EP „Champagne“. Es ist viel zu lange her seit dem Release ihres herausragenden Klassikers „1st Album” vor acht Jahren, doch nun schlagen Miss Kittin & The Hacker mit „Two“ nicht nur neue Wege ein, sondern formen durch Neugestaltung ihrer vielfältigen musikalischen Einflüsse einen eigenen cluborientierten, europäischen Cyberpop. Die explosive Eröffnung „The Womb“ kommt sanft kreisend und führt hinüber in einen tumultartigen, kolossalen Robo-Rhythm im Madchester Stil. Mit „1000 Dreams“ folgt ein eurogefärbter Track mit grandiosen Referenzen an Propaganda und klassischen 80er Synthie-Pop – ich liebe ihn! „PPPO“ steht für „People, Pleasure, Objects, Power“ und transportiert für mich den sexy düsternen Vibe von 1992 voller Energie und Dynamik, während „Party In My Head“ Visionen von Trockennebel, Schwarzlicht und Diskokugeln heraufbeschwört. Das großartige „Emotional Interlude“ klingt nach Düsseldorf in den 70ern, bevor Miss Kittin über das Miami der 80er ein wellenförmiges Mantra anstimmt. Der King lebt in „Suspicious Minds” weiter, „Inutile Éternité” knallt als Ultra-Nu Beat für das 21. Jahrhundert, und das sinnliche „1000 Dreams“ (Reprise) ist der perfekte Ausklang. Ein aufreizendes, gleißendes und pulsierendes Werk mit Sternenfunken, glasklaren Beats, strudelnden Melodien und sexy-morbiden Parolen - als Duo sind Miss Kittin und The Hacker unschlagbar.
www.myspace.com/mkthmusic
www.myspace.com/kittinmusic
www.myspace.com/thehackergoodlife
www.misskittinandthehacker.com
www.misskittin.com
www.thehackermusic.com




Der Tante Renate: Splitter
(audiolith)

Nach dem 2005er Debüt „666 Deluxe“ und dem Nachfolger „Simplex“ erscheint nun der dritte Langspieler von Norman Kolodziej, der auch schon durch die Kollaboration mit Kevin Hamann („Clickclickdecker“) von sich hören machte. Mit Audiolith Records hat der Bratze-Buddy sein musikalisches Brauhaus gefunden und präsentiert sich diesmal im fetten Rave-Techno-Gewand, denn die 11 Tracks ballern, was das Zeug hält. Der Opener „Trapped“ kommt als Zähne fletschendes Elektro-Brett, und während der Robot-Rock von „Vagabond“ immer melodischer und grooviger wird, folgt mit „Disconnect” eine griffige Technometal-Nummer. Einen dynamischen Elektrohochgenuss gibt’s mit „Stumpf, Schwarz“, der Clubkracher „Attakk” kommt mit Gangshouts und nach dem funkigen „Slackers day off” stecken auch mal The Prodigy ihre Köpfe ins „Beknacktodrom” und lassen grüßen. Reminiszenzen an den großen französischen Elektro-Rock sind sowieso überall zu hören. Die „Propaganda“ dudelt , der „Psychobot” bläst gewaltig, und ein Hit ist sicher auch der Remix von den in Deutschland leider immer noch völlig unbekannten Bondage Fairies zum Thema „Heman“, dessen Schwert und natürlich der ewig besetzten Hütte Castle Grayskull. „43644466“ kreiert zum Abschluss eine hochenergetische, melodiös-sanfte Atmosphäre. Zwischen manischem 80er Jahre Industrial-Pop, High-Tech-Elektronik-Klängen und verspielter Sampler-Attitüde fühlt sich der sympathische Hamburger Bolzenschneider hörbar splitterwohl und verbreitet fast ausnahmslos chronisch gute Laune.
www.myspace.com/dertanterenate
www.dertanterenate.de
www.audiolith.net




Roland Grieshammer
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