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Breitspiele im Juni

Sommer, Sonne, Wasser, rumlungern und das schöne Wetter genießen ist wohl in diesem Jahr, zumindest, wenn das Wetter so bleibt, allemal attraktiver als im dunklen kalten Zimmer zu hocken und Trübsal zu blasen. Wem weder das eine noch das andere gefällt, der sollte vielleicht mal wieder zocken. Der Hitze angemessen, nicht allzu komplex. Und da hat Kosmos immer etwas auf Lager. Jule Verne lieferte die Vorlage für die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und in „Toledo“ müssen die Spieler Schwerter schmieden. Außerdem stelle ich euch „SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS“ vor. Kann man übrigens auch von hinten lesen. In allen drei Spielen bestimmen Karten Bewegung und Aktion, allerdings sind die beiden Kosmos-Spiele Start-Ziel-Spiele, während sich die Wege im letzten Spiel ständig verändern.
Publiziert am: 02.06.09 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Kerstin Koch
Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde
Zwei bis vier Spieler schlüpfen in die Rollen von Professor Otto Lidenbrock, seinen Neffen Axel und den isländischen Bergführer Hans und steigen hinab in die Erde, um dort Fossilien zu suchen. Ausgestattet mit ein paar Ausrüstungsgegenständen und Forscherkarten beginnen die Spieler ihre Reise.
Nach erfolgreichem Abstieg gelangen die Spieler an ein unterirdisches Meer, dass sie gemeinsam auf einem Floß überqueren müssen und dabei auch vom Kugelblitz getroffen werden können. Haben sie die andere Seite erreicht, werden sie auf einem Lavastrom des Vesuv wieder an die Erdoberfläche befördert. Und jetzt heißt es Fossilien zählen, wer die meisten Punkte hat, war für diese Runde der beste Sammler.
Natürlich gibt es ein paar Regeln und neben einem Spielbrett und den Figuren einen Haufen Karten. So werden mit den Forscherkarten die Spielfiguren oder später das Floß bewegen. Dabei gilt, immer weiter voran, nur nicht auf einer Ebene stehen bleiben. Aber der Weg ist tückisch. Manche Felder können nur mit einem Seil überquert werden, manchmal ist eine Spitzhacke notwendig, um immer tiefer zu gelangen. Fossilienkarten erhalten die Spieler, wenn sie die entsprechenden Gegenstände, natürlich ebenfalls Karten, abgeben. Die Fossilienkarten gefallen mir wirklich gut und neben Knochen, Gold, Quarz oder Trilobiten, können Skelette und Schädel zusammengesetzt werden. Je nach Fossil bringen diese Punkte ein.
Hat man erst einmal den doch sehr langen Abstieg hinter sich gebracht, geht es schneller voran. Ab sofort werden die Figuren gemeinsam bewegt und sind die letzten Abenteuer auf dem unterirdischen Meer überstanden, geht es nur noch durch den Vulkanschlot nach oben, allerdings gehen dabei in der Regel doch das eine oder andere Fossil verloren.
Die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist ein einfaches Start-Zielspiel und vor allem während des Abstiegs sehr zäh. Und so kam es in meiner Spielrunde nicht so recht an. Deshalb erst einmal ausprobieren und wer diese Art Spiele nicht so mag, sollte die Finger von lassen.


Toledo

Ist ebenfalls ein Start-Ziel-Spiel, aber eines von der spannenden Sorte. Berühmt wurde Toledo durch seinen Stahl und die daraus geschmiedeten Schwerter und genau darum geht es in dem Spiel. Noch sind die Spielfelder bis auf zwei Tavernen und einem Künstler in Toledo leer. Aber die potenziellen Edelstein- und Metallhändler, Schwertschmiede und Fechtmeister stehen schon in der Kathedrale bereit. Jeder Spieler kann Geschäfte in Toledo eröffnen um dort Rohstoffe für Schwerter zu bekommen, Schwerte schmieden zu lassen oder um Fechtmeister zu werden. Wer in Läden der Mitspieler ein Geschäft tätigt, muss dem Besitzer natürlich was dafür bezahlen. Je näher das Geschäft bei Alcazar liegt, umso teurer wird es. Ausgestattet mit ein paar Geldkarten, kann es losgehen.
Wer dran ist, kann entweder zwei Geldkarten nehmen oder ein Geschäft eröffnen oder mindestens eine Spielfigur bewegen und eine Aktion machen. Die Bewegungsweite entspricht dem Wert der ausgespielten Geldkarte. Landet die Spielfigur auf einem Geschäft und ist dort noch ein Platz frei, kann sie dort ihren Deal machen. Ist kein Platz frei, muss sie sich mit einem Duell einen Platz erkämpfen. Wer gewinnt, entscheiden höchstens drei Geldkarten, die vom Kartenstapel gezogen werden. Wer verliert muss zurück in die Kathedrale. Gut, wer beim Fechtmeister seine Duellierkunst verfeinert hat. Aus Metall und für Edelsteine entstehen in den Schmieden wertvolle Schwerter, die dann aber erst nach Alcazar zum Herrscher der Stadt gebracht werden müssen um die volle Punktzahl zu bringen. Hat der Spieler eine Spielfigur bewegt und die Aktion gemacht, kann er solange weiter Spielfiguren bewegen und Geschäfte machen, solange er Geldkarten mit demselben Wert ausspielt. Dann ist der nächste dran.
Sobald ein Spieler drei Figuren nach Alcazar gebracht hat, ist die letzte Runde eingeleitet. Jeder kommt noch einmal dran und dann heißt es Ruhmespunkte zählen, die es für Schwerter, Gemälde und Edelsteine gibt. Wer die meisten Punkte hat, hat diesmal seine Geldkarten am geschicktesten eingesetzt.
„Toledo“ erinnert an „Mensch ärgere dich nicht“ und an „Malefiz“, nur dass es kein Würfel ist, der die Bewegung vorgibt, sondern Geldkarten. Die Regel ist einfach und trotzdem ist das Spiel ganz schön knifflig. Wenn es auch nicht abendfüllend ist, macht eine zweite oder dritte Partie Spaß und als Intro für einen längeren Spieleabend ist „Toledo“ allemal geeignet. Mir gefällt es gut, und kann es rundum empfehlen. Aber ich bin eben auch ein Fan von Spielen, die sich Martin Wallace ausgedacht hat.

SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS...




... ist ein Palindrom und zwar vierfach und deshalb auch ein Zauberspruch. In ein magisches Quadrat geschrieben, kann es von oben und unten, von rechts oder links gelesen werden. Ein passender Titel für ein Spiel, dass zwei bis vier Spieler in eine Klosterbibliothek entführt, in der ketzerische Bücher gelagert sind. Die zwei bis vier Akolythen sollen sie finden, dem Hüter überbringen um großes Unheil abzuwenden.
Das Spielbrett ist ein Bibliotheksraum, in dem die Bücher positioniert werden. Um an die Bücher zu gelangen, müssen die Spieler Laufbrücken auslegen, von denen sie zu Beginn des Spiels eine bestimmte Anzahl bekommen. Diese werden reihum alle ausgelegt. Dabei ist zu beachten, dass am Ende dieser Phase alle Bücher auf einer Laufbrücke liegen und nicht mehr im Raum schweben. Das Spiel beginnt.
Wer dran ist, kann Karten tauschen oder ausspielen, dann seinen Akolythen ziehen, Karten abwerfen und Karten ziehen. Allerdings genau in der vorgegebenen Reihenfolge. Jede Aktion kostet Aktionspunkte. Nur einmal im Zug kann der Spieler auf Ansage eine kostenlose Aktion machen.
Karten tauschen erhöht die Chance bessere Bewegungskarten zu bekommen. Mit der Aktion Karten ausspielen können mit den „Incertus Movet“ -Karten die Laufbrücken gedreht werden und die „Liber Fidei“-Karten bewirken Effekte wie das Verschwinden von Laufbrücken, das Auftauchen von Wasserspeiern oder auch das Versetzen gegnerischer Akolythen.
Die Anzahl ausgespielter „Incertus Movet“ –Karten gibt außerdem vor, wie weit der eigene Akolyth bewegt werden darf. Deren Ziel ist es schnellstmöglichst zu ihren Büchern zu gelangen. Wer als erster alle Bücher eingesammelt hat, gewinnt das Spiel.
Klingt erst einmal sehr simpel, doch da die Akolythen nur waagrecht und senkrecht bewegt werden dürfen und schon gar nicht über den Höllenschlund springen können, ist es nicht so einfach ans Ziel zu gelangen. Denn die Akolythen sind weder sehr schnell und die anderen Spieler sind ja auch noch da. Und eh man sich versieht, steht der eigene Akolyth wieder vor einem Abgrund und dann heißt es erst einmal wieder ne Luftbrücke bauen.
„SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS“ erinnert an das „Verrückte Labyrinth“ und „Drunter und Drüber“ und wer Spaß an diesen Spielen findet, dem gefällt bestimmt auch dieses. Vor allen Dingen dann, wenn man ein Faible für das dunkle Mittelalter hat.
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