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Breitspiele im Juli
Es ist mal wieder Juli und das heißt, seit Ende Juni stehen die Gewinner des Spiels des Jahres 2009 fest. Leider war schon Mitte Juni Redaktionsschluss und so kann ich euch nur teilweise die Nominierten sowie einen Sonderpreisgewinner präsentieren. Die fünf besten Spiele des Jahrgangs sind laut der Jury: „Dominion“, „Finca“ (beide Hans im Glück), „Fauna“ (Huch), „Fits“ (Ravensburger) und „Pandemie“ (Pegasus, Ausgabe 01/09), welches mein persönlicher Favorit ist. Ihr erinnert euch, es geht darum, die Menschheit vor dem Untergang zu retten. Inzwischen hat die Realität das Spiel eingeholt, denn die Schweinegrippe hat sich weltweit ausgebreitet und die Seuchenforscher versuchen Gegenmittel zu entwickeln.
Dabei betont die Jury immer wieder, dass alle Nominierten den Preis Spiel des Jahres gleichermaßen verdient hätten, doch es kann nur einen Sieger geben. Außerdem gab es in diesem Jahr zwei Sonderpreise und zwar wurde „Space Alert“ ausgezeichnet, da es ein „komplett neues, eigenständiges, absolut unverwechselbares Spielgefühl entstehen“ lässt und „Gift Trap“, weil es um so was Schönes wie Schenken und Beschenkt werden geht.
„Fits“, „Fauna“ und „Gift Trap“ gibt es in dieser Ausgabe, „Space Alert“, „Dominion“ und „Finca“ leider erst in der Augustausgabe.
Publiziert am: 01.07.09 - Medienformen: Medienform Text


Fits
Rainer Knizia gewann im vergangenen Jahr gleich zwei Preise, denn er war der Autor von „Wer war’s?“, dem Kinderspiel des Jahres und von „Keltis“, dem Spiel des Jahres 2008. Und wieder hat Knizia, dessen großer Durchbruch „Siedler von Catan“ war, ein Spiel im Rennen: „Fits“. Eine Art „Tetris“ für ein bis vier Spieler. Jeder Mitspieler erhält eine Rampe, vier Spieltafeln und ein Set Spielsteine in verschiedenen eckigen Formen, die jeweils nur einmal vorkommen. Zu Beginn des Spiels bestimmen die Spieler zufällig ihren Startspielstein und können ihn beliebig ausgerichtet auf ihrer Rampe runterschieben, dabei darf der Stein, anders als bei „Tetris“, nicht mehr gedreht oder nach links oder rechts verschoben werden.

Eine Partie „Fits“ besteht aus vier Runden, das heißt, vier Spieltafeln müssen zugebaut werden und anders als bei Tetris ändern sich dabei die Anforderungen. Nur eins ist bei allen gleich. Unbebaute Felder bringen Minuspunkte. Während alle waagrechten Reihen auf Karte eins einen Siegpunkt bringen, sind es auf Karte zwei nur die Zahlenfelder, die am Ende der Runde noch zu sehen sind. Auf Karte drei müssen Minuspunkte zugebaut und Pluspunkte umbaut werden, während auf Karte vier nur sichtbare Symbolpaare Punke bringen und Minuspunkte, wenn nur ein Symbol zu sehen ist.
Eine Runde läuft wie folgt ab: Vom gemischten Kartenstapel eine Karte ziehen. Der gezogene Stein kann - muss aber nicht - von allen verbaut werden. Ist der Kartenstapel aufgebraucht, endet die Runde und die Punkte werden aufgeschrieben. Es folgt Tafel zwei, …. Sind alle Tafeln durchgespielt, werden alle Punkte addiert und es gewinnt der mit den meisten Punkten.
So richtig wollte der Funke bei uns nicht rüberspringen, was vor allem daran liegt, dass jeder alleine vor sich hinlegt. Deshalb ist dieses Spiel für mich keine echte Konkurrenz für die anderen Spiele. Aber „Fits“ allein zu spielen, das hat Suchtpotenzial.



Fauna
Ob sich Friedemann Friese über so viele nominierte Spiele, die mit F anfangen, freut, kann an dieser Stelle nur spekuliert werden, sicher ist nur, dass dieser Buchstabe sein Markenzeichen ist. Und dass der Bremer es auf die Nominierungsliste geschafft hat, freut mich besonders, denn ich mag seine Spiele. Allerdings ist es nicht im eigenen Verlag erschienen sondern bei Huch und somit erkennt man nicht sofort, wer sich hinter dem Spiel verbirgt, denn der Illustrator war nicht Maura Kaluska, der sonst die Spiele von Friese grafisch aufpeppt. Trotzdem „Fauna“ macht Spaß und lernen kann man auch noch was, zum Beispiel wie lang der Schwanz des ‚Zwergkaninchen’ ist? Oder hat es etwa gar keinen?
Der Spielplan sieht sehr unspektakulär aus, eine Weltkarte, eingeteilt in 76 geografische Land- und Meergebiete sowie drei Leisten: Gewicht (0 Gramm bis 200 Tonnen), Länge (0 Zentimeter bis 50 Meter) und Schwanzlänge (0 bis 5 Meter). Manchmal wird auch nach der Höhe des Tieres gefragt. 180 Tierkarten, beidseitig mit Tieren bedruckt, bilden die Grundlage. Außerdem bekommt jeder Spieler sechs Setzsteine und das Spiel beginnt.
Die Karten stecken in einer Box, sodass nur der deutsche und lateinische Name sowie das Tier zu sehen sind. Außerdem steht da, in wie vielen Gebieten das Tier vorkommt und welche Maße die Spieler schätzen sollen.
Reihum platzieren die Spieler ihre Setzsteine auf den ihrer Meinung nach richtigen Feldern, bis alle gepasst haben. Überall kann nur ein Stein stehen, allerdings bekommen die Spieler, die auf angrenzenden Feldern stehen, auch noch Punkte. Das gilt auch für Gebiete, solange das Tier nicht in mehr als 16 vorkommt. Wer mit seiner Einschätzung völlig daneben liegt, verliert die falsch gesetzten Spielsteine, was schlecht ist, denn je mehr richtig gesetzte Steine umso mehr Punkte gibt es.
Will oder kann niemand mehr setzen, wird die Karte aus der Box gezogen und die mit Spannung erwartete Lösung vorgelesen. Denn wer weiß schon, in welchen beiden Gebieten das ‚gewöhnliche Spitzhörnchen’ vorkommt, da ist es schon einfacher das Gewicht oder die Größe zu schätzen, also ‚Tupaia Glis’ wiegt zwischen 140 und 190 Gramm, ist zwischen 16 und 21 Zentimeter lang und hat einen fast genauso langen Schwanz (16 bis 19 Zentimeter). Wer dies wusste oder gut geschätzt hat, geht entsprechend weit auf der SiegpunktleisteLeiste vor. Das Spiel endet, sobald ein Spieler eine bestimmte Summe erreicht hat.
Vielleicht hört sich das alles etwas langweilig an, doch schon beim ersten Mal lustiges ‚Tiere raten’, bin ich eines Besseren belehrt worden. Ich finde „Fauna“ ein kurzweiliges Spiel, das je nach Spielerzusammensetzung sehr kommunikativ sein kann, vor allem, wenn niemand das Tier kennt. Vorteile bei diesem Spiel haben die, die gerne in den Zoo gehen oder am liebsten Tierdokus anschauen. Aber egal, selbst wenn Schlaumeier mitspielen, macht „Fauna“ Spaß, denn 1. man kann ja nicht alles wissen und 2. wer gut schätzt, kann genauso gewinnen.



Gift Trap ...
... hätte ich mir nie gekauft, denn äußerlich ist das Spiel eher hässlich zu nennen, auch wenn inzwischen zahlreiche Preise darauf abgedruckt sind, die das Spiel schon eingeheimst hat. Dafür ist das Spiel umso schöner. Wie der Name schon sagt, es geht um Geschenke. Wie beschenken uns gegenseitig mit allerlei Nützlichem wie einem Gasherd, aber auch allerlei wirklich Unbrauchbarem wie ein ‚Schmuckkarten-Design-Kurs’. Beschenken können sich drei bis acht Spieler, je mehr umso besser. Und schnell erklärt ist es obendrein.
Spielplan auslegen, die Geschenkpakete auf das Startfeld stellen und die Geschenkkarten nach Wert sortieren, was zwar für die spätere Punktevergabe völlig egal ist, aber es macht schon einen Unterschied ob man ‚Papierlaternen’, ein ‚Heimkino’ oder eine ‚Hüpfburg’ verschenken soll. Auf dem Spielplan liegen auf einem Raster immer ‚Spieleranzahl plus ein’ Geschenk aus. Zuerst beschenken sich die Spieler, das heißt, jeder legt verdeckt vor den Spielern das entsprechende Rasterplättchen hin. Sind alle fertig, müssen alle noch vier weitere Plättchen verdeckt legen und zwar auf folgende vier Geschenke, die sie selbst ‚Super’, ‚gut’, oder ‚okay’ finden und auf das Geschenk, das sie auf keinen Fall wollen, legt man ‚geht gar nicht’.
Es folgt die Auflösung:
Der Startspieler deckt zuerst seine Plättchen auf, so dass jeder sehen kann, welche Geschenke ihm gefallen würden und welches überhaupt nicht. Anschließend dreht er ein Rasterplättchen um und sollte auf alle Fälle den Namen sagen, von wem er das Geschenk hat. Bringt mehr Stimmung. Sollte es ein Geschenk sein, das er auch mag, gibt es für beide Pluspunkte, sollte er das Geschenk überhaupt nicht mögen oder es ihn nicht interessieren, gehen beide zurück. Dann das nächste Geschenk, der nächste Spieler, die nächste Runde und wer als erster am Ende einer Runde beide Pakete im Ziel hat, gewinnt.
„Gift Trap“ ist ausgesprochen lustig und kommunikativ. „Gift Trap“ hebt die Stimmung und sorgt für einen unterhaltsamen Abend. Ich wünsche euch allen viel Spaß bei eurer ersten Partie, wenn man sich fragt: „Wem schenk ich nun ein ‚Schweizer Konto’ und will er das überhaupt oder doch lieber den ‚Tauchkurs’, aber was soll ich dann den anderen schenken? Und was will ich überhaupt? Auf keinen Fall ‚ein junges Kätzchen’! Hoffentlich schenkt mir das keiner, sonst muss ich ja zurück, …
„Gift Trap“ hat mit Recht schon etliche Preise eingeheimst. Unbedingt ausprobieren!

Fits
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Ravensburger
Spieler: 1–4
Alter: ab 8
Preis: ca. 20 Euro

Fauna
Autor: Friedemann Friese
Verlag: Huch
Spieler: 2–6
Alter: ab 10
Dauer: knappe Stunde
Preis: ca. 25 Euro

Gift Trap
Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Spieler: 3 8
Alter: ab 8
Dauer: knappe Stunde
Preis: ca. 30 Euro

Kerstin Koch
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