Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*

  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

- fun+action
*
Versenden: Artikel drucken Bild Druckversion
Die Hanfberatung im Hanf Journal- Erste Hilfe für Kiffer
Kascha ist per e-Mail über kascha@hanfjournal.de zu erreichen.
Publiziert am: 01.07.09 - Medienformen: Medienform Text


Tom (ohne Alter und Wohnort) möchte wissen:
„Hallo,
mein Name ist Tom und ich hätte mal eine Frage. Ich kiffe und trinke gern, doch ich würde gern wissen, wie man raucht und trinkt, ohne dass einem dabei schlecht wird. Ich habe mich schon umgefragt, doch jeder erzählt mir etwas anderes: Von den einen hör ich zuerst rauchen, dann trinken und von den anderen erst trinken, dann rauchen?“

Kascha antwortet:
„Hallo Tom,
die Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Das hängt ganz davon ab, wie man beides einzeln und auch zusammen verträgt, also vom einzelnen Konsumenten. Es gibt Leute, die können beides einzeln gut vertragen, aber vertragen die Mischung gar nicht gut - bei anderen macht es keinen großen Unterschied. Deshalb hörst du auch von verschiedenen Leuten verschiedene Geschichten. Im Grunde hängt es aber weniger von der Reihenfolge als von der Dosierung ab. Da die meisten Leute bekifft noch besser urteilen können als betrunken und die Alkoholwirkung auch weniger versetzt einsetzt als die von Cannabis, könnte es sinnvoller sein, erst zu kiffen und dann zu trinken, um besser zu merken wann man genug hat und sich nicht alkoholbedingt zu überschätzen. Man sollte nur aufpassen, dass man gegen den trockenen Mund nicht zu viel zu schnell trinkt. Bier lässt sich dabei leichter dosieren als Schnaps und Joints besser als Bong. Und gut gegessen haben sollte man vorher idealerweise natürlich auch.“

Axel (ohne Alter) aus Wolfenbüttel fragt:
„Hallo,
von der Arbeisgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) habe ich die Information erhalten, dass CBD, das im Ruf steht, sedierend zu wirken, anscheinend eher ein Weckmittel sei und THC bei einem Teil der Konsumenten sedierend wirkt. Jetzt möchte ich wissen, ob noch andere und welche Stoffe müde machen, also als Schlafmittel geeignet wären?“

Kascha antwortet:
„Hi Axel,
Hanfblüten und -harz enthalten viele verschiedene Wirkstoffe, die typische Cannabiswirkung entsteht aus einer Mischung aus den Wirkungen der einzelnen Stoffe. Der wirkungsvollste davon ist das bekannte THC oder Delta-9-Tetrahydrocannabinol, ein weiterer bekannter aber erheblich weniger bedeutsamer Wirkstoff ist CBD oder Cannabidiol. Außerdem gibt es noch Cannabinol oder CBN und Cannabichromen oder CBC, die für einzelne Wirkungen verantwortlich gemacht werden und alle im Verdacht stehen beruhigend zu wirken. Die weiteren Wirkstoffe würde ich hier erst einmal vernachlässigen, die meisten sind ohnehin noch recht wenig untersucht. Isoliert findet man die Wirkstoffe, abgesehen von arzneilich hergestelltem THC, eher selten. Durch Züchtung können allerdings die Wirkstoffeverhältnisse in der Pflanze geändert werden, Züchter versuchen üblicherweise den THC-Gehalt hoch und den CBD-Gehalt niedrig zu halten, da CBD für einige unangenehme Cannabiswirkungen wie Kopfschmerzen mit verantwortlich gemacht wird und die THC-Wirkung zu mindern scheint. Eine eher beruhigende Wirkung hat das CBN oder Cannabinol, und schlaffördernd ist wohl auch das Cannabigerol oder CBG, aus dem die anderen Cannabinoide im Verlauf des Pflanzenwachstums entstehen. In der Praxis lässt sich daraus nicht all zu viel darüber schlussfolgern wie das Gras beschaffen sein muss, damit man davon müde wird, ich hoffe, ich konnte dir trotzdem etwas weiter helfen.“

Heino (ohne Alter, Berlin) möchte wissen:
„High Kascha,
ich wollte mal wissen, wie es eigentlich mit dem THC Nachweis ist. Ich habe schon viele Geschichten darüber gehört (unter anderem auch Fakten). Ich würde gern wissen, wie lange man die verräterischen Stoffe im Blut nachweisen kann und nicht nur im Blut, sondern auch in den Haaren, im Urin und im Fettgewebe. Mit lieben Grüßen und einem dicken Lob an euch, Heino.“

Kascha antwortet:
„Hi Heino,
das hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel deinem Stoffwechsel und davon, wie viel du rauchst. Nachgewiesen wird nicht das THC, das recht schnell (ca. 12-24h) wieder aus dem Blut verschwindet, sondern ein Abbauprodukt, das noch ziemlich lange nachweisbar bleibt. Dabei bleibt es, wenn man regelmäßig kifft, länger nachweisbar, als wenn man einmal eine größere Menge raucht. Im Blut sollte man schon ca. 6-10 Wochen rechnen bis nichts mehr nachzuweisen ist, da die Messungen mittlerweile ziemlich genau sind. Ähnlich sieht es mit dem Urin aus, auch hier sollten regelmäßige Kiffer mit einer Nachweiszeit von bis zu drei Monaten rechnen. Bei seltenem oder einmaligem Konsum verkürzt sich diese Nachweiszeit auf einige Wochen und durch erhöhten Stoffwechsel, z.B. durch Sport oder erhöhte Flüssigkeitsaufnahme von mehr als 3 Liter pro Tag lässt sich die Nachweiszeit ebenfalls etwas verkürzen. Das Fettgewebe wird nicht gesondert getestet, sondern von dort lösen sich die Abbauprodukte nur zur Ausscheidung ins Blut bzw. den Urin, es wird also mit diesen Tests indirekt nachgewiesen. In den Haaren ist Cannabiskonsum theoretisch so lange nachweisbar wie die Haare lang sind, das können also mehrere Jahre sein. Üblicherweise wird aber eine Probe von 5cm ab dem Haaransatz genommen, je nachdem wie schnell die Haare wachsen lässt sich damit der Konsum in einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten nachweisen. In Führerscheinfragen ist es dabei aber nicht unbedingt ratsam sich eine Glatze zu schneiden: Erstens ist man selbst in der Nachweispflicht, und bekommt, wenn man den geforderten Test nicht machen kann, seinen Führerschein auch nicht zurück. Zweitens können in solchen Fällen Haare von anderen Körperstellen entnommen werden, diese Haare wachsen aber meist etwas langsamer und somit hat man einen längeren Nachwuchszeitraum. Eine hygienisch getrimmte Körperbehaarung und ein sommerlicher Kurzhaarschnitt, der zumindest guten Willen erkennen lässt (vier bis fünf Zentimeter), sind aber eine sinnvolle Absicherung im Falle eines solchen Tests – vorausgesetzt, man hat im Testzeitraum von ca. drei bis sechs Monaten nichts konsumiert.“

e-mail an Kascha




Kascha
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
  Sonderausgaben
-