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Rolys Silberscheiben des Monats August
Publiziert am: 03.08.09 - Medienformen: Medienform Text

Hey-O-Hansen: Sonn und Mond (pingipung)

Auf einer Wiese in einer zerfurchten Alpenlandschaft halten ein Hase und ein Geißbock ein Pläuschchen am Lagerfeuer. Von rechts stiefelt ein Murmeltier heran, am linken Bildrand hockt ein Dachs auf einer Bergkuppe. Alle Tiere sind festlich gekleidet, sie tragen Frack, der Hase und das Murmeltier außerdem einen Zylinder. Eine zufriedene Sonne und ein skeptischer Mond beobachten das Treiben. Die beiden heissen Helmut Erler, genannt „Hey“ und Michael Wolf, Spitzname „Hansen“, kommen aus Innsbruck, leben aber schon seit langem in Berlin und haben in den vergangenen 15 Jahren eine Reihe von Kassetten und Vinylsingles veröffentlicht. Das Lüneburger Elektronik-Label Pingipung fördert nun auf „Sonn und Mond“ 16 grandiose Fundstücke zu Tage. Hier werden die Champs-Élysées in die Berliner Alpen verrückt, charmante österreichische Volksmusik ins Dub-Fundament eingearbeitet und Harfenspiel mit sensibler Lo-Fi-Elektronik veredelt. Dazu müht sich die Japanerin Kazumi im Titelsong „Die Sonn und der Mond“ mit dem deutschen Text ab, während eine falsche Französin namens Frauke-Marie in „Sans Toi“ und „J’ai peur“ das Mikrofon ergreift. Außerdem rezitiert Dirk von Lowtzow (Tocotronic) in „Abraxas Version“ in deutsch gefärbtem Englisch den Schweizer Psychologen C. G. Jung rezitiert. So werden die „Rare And Unreleased Austro-Dub Tracks 1995–2009“ zu einem surrealen Alpentraum, denn Hey-O-Hansens skurriler Musikkosmos ist dort, wo sich Rastafari und Bergziege gute Nacht sagen. Ein virtuoses Spiel mit der Tiefe des Raumes.

www.myspace.com/pingipung
www.heyrec.org
www.pingipung.de




The Alchemist: Chemical Warfare (koch records)

„La Di Da Di“ von Slick Rick und Doug E. Fresh war die erste Platte, die er besass. Doch die erste Platte, die ihn inspiriert hat, selbst zu rappen, hiess „Licensed To Ill“ von den Beastie Boys. In Sachen Produktion hat er viel für DJ Premier übrig, doch inzwischen ist der aus Kalifornien stammende The Alchemist selbst einer der meist gefragtesten HipHop-Produzenten der Gegenwart. Seine knallharten Drums und klopfenden Beats haben die Produktionen von Künstlern wie Mobb Deep, Nas, Eminem, Cypress Hill, Snoop Dogg, Dilated Peoples oder Pharoahe Monch untermalt. Als DJ hat er bereits Mobb Deep und Eminem auf ihren Tourneen begleitet. Fünf Jahre nach seinem Debütalbum „1st Infantry“ zieht der rappende Produzent The Alchemist nun seine neue Waffe „Chemical Warfare“, die mir mit vielen hochkarätigen Scharfschützen am Mic jede Menge Freude bereitet. Meine Favoriten sind das „ALC Theme“ mit Kool G Rap, „Lose Your Life“ mit Snoop Dogg, Jadakiss & Pusha T, „Grand Concourse Benches“ mit KRS-One, „Therapy“ mit Evidence, Blu, Talib Kweli & Kid Cudi, „Lights, Cameras, Action“ mit Lil Fame und das nachdenkliche Outro „Take A Look Back“. Weitere Gäste sind Eminem, Three 6 Mafia, Juvenile, Twista, Maxwell, Oh No, Roc C & Crooked I, Fabolous, Tha Dogg Pound, The Lady Of Rage und der derzeit aufgrund unerlaubten Waffenbesitzes inhaftierte Prodigy. Die Promokampagne und das Layout zum Album sind übrigens eine Art Tribut an Banksy. Der zwischen L.A. und N.Y. pendelnde Musiker macht seinem Namen alle Ehre. Sehr schön!

www.myspace.com/thealchemist
www.alchemistbeats.com
www.kochrecords.com




Laura Vane & The Vipertones: Laura Vane & The Vipertones (socialbeats / unique)

Das Düsseldorfer Label Unique steht seit 1988 für eine coole Melange aus Funk, Soul und Groove. Ein Kollektiv erfahrener Musiker, die sich aus Großbritannien und den Niederlanden zu diesem außergewöhnlichen Funk-Projekt zusammengefunden haben, erweckt hier den modernen R’n’B aus seinem Dornröschenschlaf. Der Begriff ist ja wie so viele in den letzten 25 Jahren total verschandelt worden. 1941 erstmals aufgetaucht, bezeichnet Rhythm and Blues seitdem eigentlich den Stil afroamerikanischer Popmusik. Grundlegend bleibt dafür der Rückgriff auf die Wurzeln aus Gospels, Spirituals und Blues. Die treibenden Rhythmen verschmelzen mit den angesagten Vocals des Doo Woop und kirchlichen Gospel-Phrasen später zum Soul. - Seit Ende der 90er schreibt die aus Brighton stammende Laura Vane eigenes Material und hat mittlerweile vier Alben veröffentlicht, die auch Electronica und House abdecken. Zusammen mit Multi-Instrumentalist Jonathan ‚Diesler’ Radford (Tru Thoughts) und sechs weiteren Jungs liefert Laura Vane, die zuletzt als Backgroundsängerin für The Streets im Einsatz war, eines der wohl besten Soul-/Funk-Alben der vergangenen zehn Jahre. Hier pumpt der Bass wie zu besten Stax- und Motown-Zeiten. Wenn es dann mal moderner wird, stehen The Neptunes dafür Pate. Und überall rückt Laura’s kraftvolle, erdige und erfrischende Etta James-meets-Janis Joplin-Stimme den Begriff „R'n'B” wieder in ein erfreuliches Licht. Stilvoll und groovy.

www.myspace.com/lauravaneandthevipertones
www.myspace.com/misslauravane
www.lauravane.com
www.socialbeats.com
www.unique-rec.com




Jan Delay: Wir Kinder von Bahnhof Soul (universal music)

Gut zehn Jahre sind mittlerweile vergangen, seit es an der Station St. Pauli Landungsbrücken ordentlich Bambule gab. Und nachdem gerade erst Denyo aka Dennis Lisk mit seinem dritten Solo-Album „Suchen und finden“ vorlegte, zieht nun Eißfeldt aka Jan Delay nach. War „Mercedes Dance“ noch „ein neuer Jan, ein neuer Anfang“, so ist „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ die konsequente Fortführung und ultimative Ausflashung einer über drei Jahre gereiften musikalischen Vision. Die erste Single „Oh Jonny“, ein feuriges Uptempo-Brett mit Feier-Potenzial trotz gehaltvollem Text, versprach ja schon einiges. „Es gibt viel Funk der Endsiebziger, von einer Disko No. 1 in Weltklasse-Form. Natürlich auch Programmiertes, Clubbiges. Etwas Rock Mischmasch, aber auch, und darauf bin ich besonders stolz, drei wunderschöne, herzergreifende Schmonzetten“, meint der sympathische Nasenbär. Mit Tropf am Co-Flash, Sound und Mischer und über einem Dutzend Musikern auf der Bühne wird der Reggae von „Searching For The Jan Soul Rebels“ ausgegraben, der Funk und Pop von „Mercedes Dance“ ausgebreitet und hin und wieder auch der HipHop aus den guten Beginner Zeiten zitiert. Meine Lieblingshits sind der funkige „Abschlussball“ mit einer Reminiszenz an Falco, die zuversichtliche Ballade „Hoffnung“ und der oldschoolige Breakdance-Smasher „DJ Mad im Glück“. In einer breiten Themenpalette vereint der Delay Lama die augenscheinlich schroffsten Widersprüche in vollendeter Harmonie. Im Herbst hält der Funk-Zug dann in jedem Bahnhof Soul der Republik, und vielleicht kommt ja 2010 auch endlich wieder ein Beginner-Album ...

www.myspace.com/jandelay
www.jandelay.de



Roland Grieshammer
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