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Hanfparade 2010 - Cannabis ist Weltkultur

Pressemitteilung der Redaktion Webteam www.eve-rave.net Berlin Hanfparade 2010
Publiziert am: 07.12.09 - Medienformen: Medienform Text

Am Samstag, den 7. August 2010, wird in Berlin die Hanfparade 2010 unter dem Motto »Cannabis ist (Welt) Kultur« stattfinden. Die traditionsreiche Demonstration will das Wissen um die Kulturpflanze Hanf und ihre Nutzung als Rohstoff, Genußmittel und Medizin wieder in den Mittelpunkt der politischen Diskussion stellen.

Die Auftaktkundgebung zur Hanfparade 2010 beginnt um 13:00 Uhr am Berliner Fernsehturm.



Cannabis ist Weltkultur
Die Hanfkultur ist in den letzten 150 Jahren weitgehend aus dem Allgemeinwissen der Bevölkerung verschwunden. Umfaßte der Artikel »Hanf« in Meyers Konversationslexikon in 15 Bänden von 1874-1878 insgesamt mehr als vier Seiten, so waren es im Brockhaus in 20 Bänden von 1929-1935 noch eine Seite und im Knaurs Lexikon in 20 Bänden von 1974 nur noch eine halbe Seite. Interessensgruppen aus Wirtschaft und Politik haben diesen Wissensschwund proaktiv mit irreführenden und angstschürenden Falschmeldungen begleitet und befördert.

Durch von Regierungen bereitwillig geförderte und gesteuerte breit angelegte Kampagnen in den Massenmedien wurde die Bevölkerung Ende der 60er Jahre und zu Beginn der 70er Jahre mit den aberwitzigsten Horrormeldungen bezüglich einer gigantischen Drogenwelle, die auf Europa überschwappte, bombardiert. Ein konkretes Wissen über Drogen ist durch diese Kampagnen jedoch kaum vermittelt worden. Die Meldungen waren häufig suggestiv konzipiert und einseitig tendenziös ausgelegt, um in demagogischer Weise die Bevölkerung zu manipulieren. Selbst völlig harmlose Haschischraucher wurden häufig als kriminelle Rauschgiftsüchtige diskreditiert.

Lange Zeit wurde Papier aus Hanffasern hergestellt. Die Papierproduktion aus Holz wurde erst im vorletzten und vor allem im letzten Jahrhundert üblich. Hätte die Verteufelung des Hanfes nicht stattgefunden und wäre man dem Hanf bei der Papierproduktion treu geblieben, dann würden heute Tausende von Quadratkilometern auf dieser Erde noch bewaldet sein und nicht abgeholzt als minderwertiger Boden die Erde verschandeln und die »Klimakatastrophe« wäre ein paar Nummern kleiner. Die Hanfparade fordert hier eine »Wiedergutmachung« seitens der Propagandisten der Prohibition.

Hanfblüten und Produkte aus Hanfblüten werden seit Tausenden von Jahren als »Zaubertrank« (Miraculix läßt grüßen) im kultischen Rahmen wie auch als Genußmittel genutzt. Diese Riten des Hanfgebrauchs zählen eindeutig zum Weltkulturerbe und sind deshalb zu schützen und nicht zu
kriminalisieren.

Mehr hierzu:

Hans Cousto: Manipulation versus Information


Verfehlte Politik
Wer heute in Deutschland seinem Haus eine Wärmeisolation verpaßt, der erhält vom Staat dafür Geld (Subventionen). Häufig werden Häuser hierbei mit Styropor (ein aus Erdöl hergestellter Dämmstoff) isoliert. Der nachwachsende und somit nachhaltige Dämmstoff Hanf kommt sehr selten zum Einsatz und wird nicht speziell gefördert, obwohl Dämmstoff aus Hanf im Gegensatz zu Styropor atmungsaktiv ist und somit zu einem besseren Raumklima führt und sich weniger Kondenswasser an den Wänden bildet. Zudem wirkt Hanf als Fungizid und mindert die Schimmelpilzbildung im Gemäuer. Gefordert wird somit von der Hanfparade eine ausschließliche Subventionierung von nachhaltigen Baustoffen wie Produkte aus Hanf.

Die frühere Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, behauptete noch im Jahre 2009, Cannabis habe keine medizinische Wirkung, im gleichen Jahr, in dem die größte Organisation von Ärzten in den USA, die American Medical Association (AMA), ihre lange gehaltene Position, daß Cannabis keinen medizinischen Wert hätte, revidiert hatte und ein Jahr nachdem die zweitgrößte landesweite Vereinigung von Ärzten in den USA, den American College of Physicians (ACP), eine Mitteilung herausgegeben hatte, die zu einer »Evidenzbasierten Überprüfung von Marihuana« aufrief, da man die medizinische Wirkung von Cannabis als erwiesen ansah. Die Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin veröffentlichte in den letzten Jahren hunderte von Abstracts von Studien, die die Wirksamkeit von Cannabis als Medizin untermauern. In den USA hat man wohl die Forderungen der Hanfparade besser analysiert und verstanden als im eigenen Land.

Mehr hierzu:

Amerikanische Ärztegesellschaft ruft dazu auf, das Verbot der Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke zu überprüfen


Neue Drogenbeauftragte: Verfehlte Nominierung

Wer glaubte, mit der Nominierung von Mechthild Dyckmans zur neuen Drogenbeauftragten der Bundesregierung würde sich in Sachen Cannabispolitik die Situation in Deutschland verbessern, wurde schnell eines besseren belehrt. In einem Gespräch mit der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) erklärte Mechthild Dyckmans »Ich akzeptiere Alkohol als Teil der Gesellschaft. Nur weil es Menschen gibt, die nicht damit umgehen können, kann man ihn nicht für alle verbieten. (...) Unsere Hauptsäule ist die Prävention. Ich hoffe immer noch, dass man Menschen zu vernünftigem Verhalten anregen kann.«

Mechthild Dyckmans weiß auch, daß manchen Menschen das Rauchen von Haschisch völlig normal vorkommt. Doch eine Legalisierung der Szenedroge kommt für sie nicht in Frage. Die Erfahrung zeige, daß Marihuana oft zusammen mit anderen Drogen konsumiert werde. Haschisch kann man also nach Mechthild Dyckmans Ansicht ruhig weiter für alle verbieten, nur weil einige damit nicht umgehen können. Hier hat sie schon die Hoffnung aufgegeben, daß man Menschen zu einem vernünftigen Verhalten anregen kann. In ihrer Arroganz gegenüber den Hanfliebhabern liegt die neue Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans auf der gleichen Linie wie ihre Vorgängerin Sabine Bätzing.

Am 28. Mai 2009 stimmte der Deutsche Bundestag über das Gesetz zur ärztlichen Verschreibung von Diamorphin (Heroin) ab. Alle Bundestagsfraktionen mit Ausnahme der Union (CDU/CSU) haben für diesen Gesetzentwurf gestimmt, der von den Abgeordneten Carola Reimann (SPD), Detlef Parr (FDP) und Frank Spieth (Linke) in den Bundestag eingebracht worden war. Von den bei der Abstimmung anwesenden Parlamentariern der FDP haben mit zwei Ausnahmen alle für die Annahme des Gesetzentwurfes gestimmt, nur Hans-Joachim Otto und Mechthild Dyckmans enthielten sich der Stimme.

Die Stimmenthaltung der Abgeordneten Mechthild Dyckmans am 28. Mai 2009 im Deutschen Bundestag erscheint äußerst merkwürdig. So mancher fragt sich, ob Mechthild Dyckmans in der FDP eine Außenseiterin ist und vielleicht eine andere drogenpolitische Position als die große Mehrheit in ihrer Partei vertritt. Manch anderer fragt sich, ob Mechthild Dyckmans schon im Mai Ambitionen auf das Amt der Drogenbeauftragten hegte und nur aus Opportunismus kein Votum für das Gesetz zur diamorphingestützten Substitutionsbehandlung abgab, um sich das Wohlwollen der Mehrheit in der CDU/CSU-Fraktion zu sichern und somit ihrer Karriere keinen Stein in den Weg legen wollte. Jedenfalls hat Mechthild Dyckmans bei ihrem Amtsantritt keine Erklärung hierzu abgegeben und die interessierte Öffentlichkeit nicht über die Motive ihres Handelns aufgeklärt. Die Skepsis und die Zweifel bleiben, wahrlich eine schlechte Ausgangsposition, um die Drogen- und Suchtpolitik der Bundesregierung zu koordinieren und in der Öffentlichkeit zu vertreten.





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