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Geburtshilfe für Untergrundbotaniker
oder: Keimung von Cannabissamen leicht gemacht
Publiziert am: 11.01.10 - Medienformen: Medienform Text


Nun hast Du also eine Hand voll Samen Deiner Lieblingspflanze und möchtest die neue Generation zum Leben erwecken. Nichts leichter als das. Trotzdem sollten einige wichtige Punkte bei der Keimung von Cannabis unbedingt beachtet werden. Waldmeista war für Euch wieder einmal in Amsterdam und hat unserem holländischen Freund Piet über die Schultern geschaut.
Piet hat sich drei unterschiedliche Samensorten für seine kleine Hobbyzucht ausgesucht: Master Kush von Nirvana, Cristal Paradise von KC Brains und einigen Hybriden von Sensi Skunk x Original Highway Delight (SxD), die er von einem Freund empfohlen bekommen hat. Für Piet ist die Abwechslung beim Rau(s)chkonsum in Sachen Genetik recht wichtig, um der berüchtigten Toleranz bei Cannabisgenießern und –patienten entgegenzuwirken. Die besten Samen, erkennbar an der dunklen Färbung, beziehungsweise einem dunklen Muster, werden für dieses Beispiel ausgewählt.
Der Hobbyzüchter für den Eigenbedarf sollte sich jedoch im Klaren sein, dass ein Zehner-Pack nicht-feminisierter Samen durchaus nur vier bis sechs weibliche Samen hervorbringt. Schlechte Keimrate und kranke Genetik eingeplant kommt man durchschnittlich auf zwei bis drei gute, starke weibliche Pflanzen.



Das Equipement

Folgende Utensilien kommen bei Piets Methode zum Einsatz:
ein paar 0,2l Plastikbecher
Papiertücher
Jiffycubes
Vorsichtshalber eine kleine Pinzette
Leitungswasser

Laut Piet sei das absolut alles, was man für eine erfolgreiche Keimung benötige. In den ersten Tagen der Keimung sollten bloß keinerlei Düngemittel oder Stimulatoren benutzt werden.
Unser holländischer Freund lässt die Samen erst einmal für höchstens zwölf Stunden in mit reinem Leitungswasser gefüllten Plastikbechern an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur ein wenig einweichen. Dies fördere eine bessere Keimrate, da die Schalen der Samen leichter von den Wurzeln durchbrochen werden können, so Piet. Liesse man die Samen zu lange im Wasser, könne Schimmel auftreten und das wäre das Ende dieses Samens. Natürlich sind die Samen in den einzelnen Bechern nach Sorten sortiert und die Becher zur weiteren Identifizierung beschriftet.
Wenn die Samen in den Bechern auf den Grund gesunken (nach zwölf Stunden, manchmal auch früher) sind, nimmt Piet die Samen vorsichtig heraus und legt sie auf ein befeuchtetes Papiertuch, wie gehabt nach Sorten getrennt. Die jeweiligen Papiertücher mit jeweils mehreren Samen werden ein paar Mal zusammengefaltet und wieder zurück in die nun leeren Becher getan. Piet rät jedem unbedingt mehrmals täglich darauf zu achten, dass die Papiertücher immer feucht sind, jedoch niemals im Wasser schwimmen. Die Becher mit den kurz vor ihrer Geburt stehenden neuen Ganjababies werden von Piet wieder bei Zimmertemperatur an einen dunklen Ort gestellt. Nun sei es nur noch eine Sache von einem bis allerhöchstens sieben Tagen, bis die junge erste Wurzelspitze die Schale durchbricht.
Nach nur knapp 24 Stunden sind die Hälfte der Samen aufgebrochen, ein weiteres Drittel am zweiten Tag und die restlichen paar am dritten Tag. Mit einer perfekten Keimrate von 100 Prozent ist Piet sichtlich zufrieden.
Er nimmt die benötigte Anzahl Jiffycubes und taucht diese in lauwarmem Wasser ein, bis sie nach wenigen Minuten zu voller Größe aufgequollen sind. Er drückt noch ein wenig Wasser aus, um Staunässe zu vermeiden und bohrt mit einem Bleistift oder etwas ähnlichem in jedes Torfquelltöpchen ein 0,5 – 1cm tiefes Loch. Entweder mit der Hand oder mit einer kleinen Pinzette nimmt Piet vorsichtig jeden Samen einzeln von den Papiertüchern und platziert sie mit der weißen Wurzel nach unten, etwa einen halben Zentimeter in die Jiffycubes. Das Loch stopft er mit ein wenig Erde, nicht zu stark, aber so fest, dass der Samen und vor allem die Wurzel fest in der Erde stecken. Die Jiffycubes werden, mit kleinen Tafeln markiert, von Piet in die Growbox gestellt. Das Licht könne man jedoch getrost noch auslassen, dies wäre eine völlig unnötige Energieverschwendung. So manch ein Grower stelle die Jiffycubes gerne auf eine Heizmatte, um die Wurzelbildung zu fördern, doch hat sich Piet das erspart. Er dünge lieber gezielter und ziehe ein frühes Umtopfen in große Behälter vor, damit die Wurzeln möglichst schnell tief wachsen können. Jeder hat da halt so seine eigenen Vorlieben.
Der holländische Marihuanaliebhaber kontrolliert nun zwei- bis dreimal täglich, ob die ersten Keimlinge aus den Jiffycubes sprießen. Und siehe da, bereits am darauf folgenden Tag erblicken die ersten Sprösslinge das von nun an eingeschaltete Licht der Welt- zwei 36W/865er TL-D Reflex Masterröhren. Stärkeres Licht sei in diesem Stadium wirklich nicht nötig. Eingeschaltet bleibt das Licht von nun an 18 Stunden täglich und die neuen Keimlinge gehen in die vegetative Phase über. Darüber jedoch mehr ein anderes Mal.
Einen kleinen Tipp möchte Piet uns dennoch schon vorweg für die nächsten Tage des Wachstums der Kleinen geben: Da die schnell wachsenden Keimlinge eine Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent oder mehr benötigen empfiehlt es sich, nach Bedarf zwei- bis dreimal täglich , eine Schale mit kochendem Wasser in die Growbox zu stellen. Bei eventuell zu trockener Luft könne man so die relative Luftfeuchtigkeit um mehr als 30 Prozent für mehrere Stunden äußerst schnell effektiv mit Hilfe des Nebels erhöhen.


Babies

Wir verabschieden uns von Piet und bedanken uns bei ihm- bis zum nächsten Mal. Mal schauen wie seine Babies sich bis dahin entwickelt haben. Für Piet wars wieder mal so etwas wie Geburtshilfe als Untergrundbotaniker oder wie er es gerne nennt, der „grüne“ Storchenwagen. Na dann.

Natürlich fordert dieser Bericht auf keinen Fall zu Straftaten oder sonstigen illegalen Handlungen auf. Er dient lediglich der Dokumentation und allgemeinen Information. Solltest Du also in einem repressiven Land wohnhaft sein, wo der Anbau der Kulturpflanze Cannabis als Medizin oder Genußmittel immer noch nicht wieder gestattet ist, wird von dieser Vorgehensweise strengstens abgeraten.


















Waldmeista/ Fotos: Piet
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