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Rolys Silberscheiben des Monats Januar
Publiziert am: 11.01.10 - Medienformen: Medienform Text


Various: Ghana Special
(soundway)

Über 50 Jahre nach der Unabhängigkeit 1957 zählt Ghana heute zu den stabilsten Staaten Afrikas. Der Tourismus boomt, und Tausende Afroamerikaner kommen jährlich auf den Spuren ihrer Vorfahren ins Land. So macht sich auch die musikalische Entwicklung bemerkbar, denn wo früher die ghanaische Jugend noch zu Highlife tanzte, gibt es heute an jeder Strassenecke einen Mix aus Hip Hop, Highlife, Reggae und Dancehall zu hören, der sich Hiplife nennt und bereits mehrere Subgenres hervorgebracht hat. Seit seiner Gründung im Jahre 2002 steht das britische Label Soundway Records für die Veröffentlichung hochwertiger Compilations / Künstleralben und die Wiederentdeckung längst verloren geglaubter musikalischer Schätze aus Afrika, Südamerika oder der Karibik. Nach dem Erfolg von „Ghana Soundz“ und „Nigeria Special“ präsentiert Soundway-Labelchef und Compiler Miles Cleret hier nun das „Ghana Special - Modern Highlife, Afro-Sounds & Ghanaian Blues 1968-81“. Die Doppel-CD erscheint als sehr liebevoll gestaltetes Hardback Package inkl. eines farbigen 44-seitigen Booklets mit vielen Informationen, originalen Coverabbildungen und Fotos. Miles Cleret reiste persönlich durch Ghana, um dessen musikalische Landschaft neu zu kartografieren. Seine eindrucksvolle Sammlung gibt mit 33 äusserst seltenen und zum großen Teil in Europa bisher unveröffentlichten Songs einen guten Einblick in den westafrikanischen Highlife Stil, der sich als Kontaktprodukt der europäischen Kolonialwelt mit der traditionellen, afrikanischen Musik entwickelte. Zusammen mit polyrhythmischen Afrosounds und einer guten Portion Blues freue ich mich hier über 23 Jahre Musikgeschichte.
www.soundwayrecords.com




SomethingALaMode: SALM
(yellow productions)

Hybride aus klassischer und elektronischer Musik treiben ja seit Jahren schon teilweise sehr merkwürdige Blüten, doch die beiden Pariser Musiker Thomas Roussel (Violine) und Yannick Grandjean (Cello) klingen Gott sei Dank überhaupt nicht nach hochgezüchteten Wunderkindern, die versuchen, schnell ein paar Pop-Scheiben auf den Markt zu werfen, um den breiten Massengeschmack zu füttern. Eher treffen sie mit ihrer Fusion genau den Geschmack der französischen Modeszene. Zumindest stammt die Musik der aktuellen Chanel-Shows zwischen Paris und Venedig von SomethingALaMode. Schon 2006 komponierte das aussergewöhnliche Duo Partituren, um Jeff Mills Tracks auf ein Orchester übertragen zu können, welches in dem fantastischen Blue-Potential-Projekt (CD / DVD auf Tresor) am Pont du Gard mündete. Das vorliegende Album wurde vom dunklen Prinzen der Pariser Club-Szene, Arnaud Rebotini (Black Strobe) produziert, und SALM integrieren hier Violine und barocke Celli in ihren French House Sound und kreieren damit einen Sound, der perfekt zu den Laufstegen dieser Welt passt. So sieht das auch Kalle Lagerfeld, der im Opener „RondoParisiano“ seine persönliche Empfehlung ausdrückt. Dazu gesellen sich West-Coast-Rapperin K. Flay und Adam Joseph, die neue Hoffnung am internationalen Soul-Himmel. Durch ihre tiefe Verwurzelung in die altehrwürdige europäische Musiktradition zeigen SALM in 12 Tracks, wie gut Cello und Violine mit 80er Jahre Synthesizern harmonieren können. Ein angenehm frischer Hauch von Avantgarde.
www.myspace.com/somethingalamode
www.yellowprod.fr




Bassrunner Productions presents: Prisonbreak
(bassrunner)

Das Produzentenduo Luke R.I.C.H. bringt mit seinen frischen, unverbrauchten und sehr aktuellen Riddim Produktionen nun schon seit drei Jahren frischen Wind in die Produktionslandschaft. Mit Riddims wie dem „Thug Funk“, dem „Ghettoride“ oder dem „Outlaw“ sind sie vielleicht näher am aktuellen jamaikanischen Original als irgendjemand anderes aus unserer Breitengraden. So wird sicher auch ihr frischer „Prisonbreak“-Riddim für einige Überraschungen sorgen, denn auf Vinyl und im digitalen Vertrieb wird hier dem Reggaevibe mit einer beeindruckenden Gästeliste gehuldigt. Ganz untypisch für das Produzenten-Duo Luke R.I.C.H. handelt es sich dieses Mal nämlich nicht um ein weiteres Dancehall-Brett, sondern um einen modernen Roots Riddim. Unter den 13 Künstlern im befinden sich grosse Namen wie Mykal Roze, Fantan Mojah, Million Stylez, Natty King und Mr. Mojo aber auch Newcomer wie Joggo, Wildlife, Zareb, Hi Kee, Cornadoor und New Kingston. Zu dem schönen Feature „Too Far“ von 3gga und Emiliano wurde ausserdem ein Musikvideo gedreht. Ganz vorne in meiner Gunst liegen auch Wildlife’s „Concrete & Steel“, „Born In The System“ von Million Stylez und Mr. Mojo’s „Fallen Angels“. Der perfekt zwischen Tradition und Moderne arrangierte Beat bietet den idealen Nährboden für die stark unterschiedlichen Interpretationen der international agierenden Künstlergarde und trägt klar die Handschrift der umtriebigen Soundtüftler von Luke R.I.C.H.. Ein weiteres starkes Lebenszeichen in Sachen Reggae aus dem goldenen Herzen Europas.
www.myspace.com/bassrunnerproductions
www.myspace.com/lukerichmusic




Various:
The Future Sound Of Russia
(hospital)

In den letzten Jahren hat sich vor allem in Moskau und St. Petersburg eine sehr aktive Produzentenschar entwickelt und es finden dort Drum&Bass Megaraves statt, die man wohl hierzulande nur mit der Dimension einer Mayday vergleichen könnte. So geht Hospitals Reise von Cambridge über Tokio und Budapest jetzt nach Russland mit der “Future Sound of”-Serie. Interessant ist hier der Aspekt, dass auf dieser Compilation keine bekannten Namen gedroppt werden, sondern weitgehend auf Newcomer gesetzt wird. Klar, Electrosoul System und Mendelayev dürfen nicht fehlen. Mikhail Kazanok aka Mendelayev, bekannt durch seine beiden Alben „Xpom“ und „Acid Mind“, liefert mit „Breath“ ein schönes Break-Monster ab. Nothing kommt mit einem verspielten „Moonlift“, bevor Megadrummer mit dem Downtempo-Brett „Sedna“ unglaublichen Druck erzeugt. Sehr deep wird es mit Mr Sizef’s „Garmoniya Mirov“, was mit seinen Vocals auch Rave-Referenzen aufweist. Electrosoul System verirrt sich klanglich „anywhere“ in den Achtzigern. Und besonders hervorzuheben ist für meine Begriffe auch das atmosphärisch sehr schöne „Stars Get Down“ von Subwave, der erst vor kurzem exklusiv von Hospital gesignt wurde und hier auch noch mit dem epischen „I Need You“ vertreten ist. Neben dem düster steppenden „Helium“ von Engage und dem experimentellen „Somnambula“ von Bop & Dissident dürfte wohl „Hours Have No Reverse Motion” von Mr Sizef & Unquote mein Lieblingstune sein. Hospital kann manchmal ganz schön überraschen …
www.myspace.com/hospitalrecords
www.hospitalrecords.com




Oscar Mulero: Under Review
(tresor records)

„True Spirit” ist die Philosophie des Tresor, egal ob im Club oder auf dem Label, einem der signifikantesten und relevantesten Labels in der Geschichte der elektronischen Musik. Nun hat der spanische Techno-DJ und Tresor-Resident Oscar Mulero mit „Under Review“ einen DJ-Mix herausgebracht, der knapp 20 Jahre Tresor-Geschichte verkörpert - übrigens ein „echter“ Vinyl-Mix ohne Nachfolgebearbeitung am Computer. Die Idee war, historische Releases aus dem Backkatalog des Labels auf eine vollkommen neue Art zu mixen und verschiedene Epochen zwischen Electro, Acid und Detroit Techno miteinander verschmelzen zu lassen. Von den dreissig 12“-Raritäten und -Klassikern von 1991 bis heute, viele out of print und bisher nicht auf CD oder digital erhältlich, schwelge ich natürlich vor allem bei den sagenhaften, zeitlosen Electro-Tracks von Drexciya in Erinnerung. Neben Jeff Mills sowie seinen Kult-Projekten X-101 und X-103 wissen auch Tresor-Knacker wie Infiniti, Model 500, Daniel Bell, James Ruskin, Robert Hood, Pacou und Maurizio nach wie vor zu gefallen. Über seine Arbeit sagt Oscar Mulero: „Der Grund dafür, dass ich soviele Jeff Mills Tracks gemixt habe, ist ihr Futurismus und damit das Risiko, das nach all den Jahren immer noch von ihnen ausgeht. Und sie sind essenziell, um die Labelphilosphie und die Entwicklung von Techno in der Welt zu verstehen. Für die neue Generation ist das vielleicht noch nicht so offensichtlich, deshalb halte ich es für einen guten Moment, sie dieser in diesem Zusammenhang vorzustellen.“ Eine äusserst gelungene Hommage an ein traditionsreiches Label und eine Geschichtsstunde in Sachen Techno.
www.myspace.com/oscarmulero
www.myspace.com/tresorberlin
www.tresorberlin.de




Various: Mandarinenträume
(permanent vacation)

Auch wenn innerhalb Deutschlands die Band Tangerine Dream (zu deutsch etwa „Mandarinentraum“) bezüglich ihres Bekanntheitsgrades immer etwas im Schatten von Kraftwerk steht, ist die von Edgar Froese im September 1967 gegründete Musikformation dennoch wegen ihrer Pionierarbeit auf dem Gebiet der elektronischen Musik sehr bedeutsam. Wohl daran angelehnt, präsentiert Florian Sievers nun mit seiner neuen Compilation „Mandarinenträume“ wunderbare elektronische Obskuritäten, die zwischen 1981 und 1989 jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs auf dem staatseigenen Amiga-Label veröffentlicht wurden. Elektronische Musik in der DDR hatte es schwer, da es nicht einfach war an das (japanische oder amerikanische) Equipment zu gelangen. Außerdem kontrollierte die einzige Plattenfirma der DDR den Ausschuß und die Veröffentlichung der Musik. In den 80er Jahren gelang es einigen ostdeutschen Musikern mit Hilfe von Synthesizern, Drumcomputern und Samplern aus den engen Grenzen des real existierenden Sozialismus auszubrechen und eine virtuelle Flucht in die unendlichen Weiten fremder Galaxien zu wagen. Dabei zählten neben Tangerine Dream auch Vangelis, Jean Michel Jarre, Klaus Schulze, Genesis, Pink Floyd oder Emerson, Lake and Palmer zu Fluchthelfern. Diese 15 Stücke beinhalten einen Querschnitt über zwölf Alben und symbolisieren einen vergessenen Seitenarm in der Evolutionsgeschichte der elektronischen Musik. Und so überrascht das Münchener Label Permanent Vacation hier mal wieder mit äusserst interessanter Musik. Anhören!
www.myspace.com/permanentvacationrecords
www.perm-vac.com




V.A.: This Is DJs Choice Vol. II
(unique records)

Nachdem auf der ersten Ausgabe der DJs Choice die beiden Schweizer DJs Soulinus und Pun ihre Lieblingsstücke vorstellten, haben sich diesmal Deep Funk und Northern Soul Legende Keb Darge und die bezaubernde Lucinda Slim (auch bekannt als Nia Saw) Gedanken gemacht und eine Auswahl von 17 hochqualitativen Songs auf dem Düsseldorfer Vorzeige-Funk-Label zusammengestellt. So wurden echte Schmuckstücke aus Jump Blues, Rockabilly und R’n’B aus den 50ern mit detailverliebter Akribie ausgewählt und zu einem homogenen Leitfaden gesponnen. John Lee Hooker macht in seinem Intro „I Want To Ramble” gleich eine groovige Ansage. Stilvoll und fernab von alltäglichem Allerwelts-Soul, der im Radio meistens nervt, reicht hier das Spektrum von satten Blues-Grooves (John Lee Hooker, Howlin‘ Wolf) über mitreissend-voluminöse Frauenstimmen (Blanche Thomas, Big Maybelle, Sarah Dean) zu Rhythm & Blues (Cadets), Jump Blues (Joe Houston) und Rockabilly (Baker Knight, Jesse & The Orbits, Jack Rabbit Slim). Am Ende gibt’s dann noch funky Soul mit der großartigen Sugar Pie DeSanto, Sharon Jones & The Dap-Kings, Don Thomas und Timebox („Beggin’“ – eine echte Rarität) sowie etwas Northern Soul mit General Assembly und schließlich Syng McGowan. Falls man mal in London verweilen sollte, geht man bitte freitags zu Keb Darge ins „Madame Jojos“ in Soho, wenn es wieder heisst: Legendary Deep Funk. Das hier ist auf jeden Fall eine sehr originelle Compilation mit wilden Tanzmusikgeschichten der alten Schule von Musikliebhabern für Musikliebhaber. Darf ich zum Tanz bitten?
www.myspace.com/kebdarge
www.myspace.com/lucindaslim
www.unique-rec.com
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