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Schr(n)itt in die Blüte des (Cannabis)Lebens
Beschneidung (und mehr) von Cannabis
Publiziert am: 03.02.10 - Medienformen: Medienform Text

Zweiter Blütetag

Beim letzten Mal hat uns unser Untergrundbotaniker Piet in Holland einiges über die Keimung von Cannabis verraten. Dieses Mal setzen wir die Serie fort und behalten seinen kleinen Homegrow weiterhin im Auge und widmen uns diesmal unter anderem Themen wie der Beschneidung der grünen Göttinnen.
Piets bunter Mix aus drei verschiedenen Sorten, nämlich Master Kush, Cristal Paradise und einem Hybriden aus Sensi Skunk x Original Highway Delight, hat die kurze vegetative Phase von nur knapp drei Wochen hervorragend überstanden. Die relative Luftfeuchtigkeit wurde bei 60 - 70 Prozent gehalten und umgetopft hat er sie in sechs Liter Töpfe mit jeweils zwei Sprösslingen pro Topf in Compo Sana Erde und Perlite als Substrat. Bio Magic wurde als Wurzelstimulator beim Umtopfen hinzugegeben. Als rein organischen Dünger verwendete er ab etwa der ersten Woche nach der Keimung Jungle Boost. Während der vegetativen Phase gab er, ganz nach Schema, Jungle Grow kombiniert mit dem Growbooster ins Wasser. Erwähnenswert sei hier, dass er Regenwasser oder Schnee gesammelt hat und konnte mit dieser viel besseren Alternative zum verkalkten und oft nicht PH-gerechten Leitungswasser seinen Lieblingspflanzen noch mehr Nährstoffe zukommen lassen kann und Salzablagerungen vermeiden. Eine höhere Ausbeute in der Ernte sollte der Dank der Pflanze an den Untergrundbotaniker sein. Wir werden sehen.


23. Blütetag

So hat Piet seine Babies in die Blütephase (12 Stunden Licht an / 12 Stunden Licht aus) umgestellt und damit auch den benötigten Dünger für die veränderten Ansprüche der Pflänzchen während der Blütezeit. Neben Jungle Grow, das er fast den kompletten Grow über zugibt, kommt noch Jungle Bloom und Bloombooster zum Regenwassermix hinzu.“ Ein absolutes Sieben-Gänge-Menü für Cannabispflanzen“, scherzt der Holländer und hofft auf gute Erträge seines Biomixes. Man ist gespannt. Die Luftfeuchtigkeit wird, laut Piet, immer recht stabil bei 45 Prozent gehalten, mal ein bisschen mehr und mal ein bisschen weniger. Durch den kontinuierlichen Einsatz eines haushaltsüblichen Ventilators ist Piet äußerst zufrieden mit der Dicke und Stabilität der Hauptstämme, die somit ein solides Training absolviert haben.
Noch bevor seine 18 Exemplare ihr Geschlecht preisgeben, beginnt der Hobbygärtner und Cannabisconnaisseur mit der Beschneidung der unteren Triebe. Durch nach unten knickendes Abknippsen mit den Fingern entfernt er die ältesten (also untersten) Triebe ohne großen Schaden an der Pflanze zu verursachen. Durch diesen Stress und Fehlen der Masse wird mehr Energie in den Hauptstamm und die oberen Triebe freigesetzt, als Schutzmaßnahme wird der Stamm stabiler und die oberen Triebe erhalten einen enormen Wachstums-, beziehungsweise Entwicklungsschub. Hat er versehentlich mal zu viel der Aussenhaut des Hauptstammes beim Abknipsen zerstört, wird durch den höheren Stressfaktor die Stelle an diesem Teil des Stammes noch stabiler als der Rest. Auch die Luftzirkulation unter dem Blattwerk der Pflanzen nimmt zu und verbessert den Luftaustausch warmer und kälterer Luft.
Beim Beschneiden der unteren Seitentriebe versucht er neben dem Haupttrieb noch circa vier Seitentriebe zu behalten, um keine sogenannten „Popcornbuds“ entstehen zu lassen, also das Blütenendprodukt als kleine, flockige Klümpchen, die an unteren Trieben, weit weg vom Licht, nur spärlich wachsen konnten. Diese Prozedur des Beschneidens führt Piet nicht nur einmal durch, sondern während der gesamten ersten beiden Blütewochen, da das Wachstum am Anfang der Blüte bei so kurzer Vegizeit rapide ist. Auch gelbliche Blätter werden von Piet entfernt, um den Pflanzen nicht unnötig Energie zu entziehen. Die sollte lieber in den Mainbud und verbleibende Triebe und Blätter fließen, erzählt mir mein niederländischer Freund.
Da Piet mit zwei verschiedenen Sorten und einem noch nicht stabilen Hybriden growt, treten unterschiedliche Phänotypen auf und das Wuchsbild ist aufgrund der Genetik unterschiedlich. Eine perfekte Lichtausbeute wie mit Stecklingen sei unter diesen Bedingungen natürlich nicht möglich. Trotzdem achtet er stets darauf, die grösseren Pflanzen nach aussen und die kleinsten in die Mitte direkt unter seine 400 Watt High Pressure Sodium (HPS) Lampe zu stellen. Der Abstand der jeweiligen Mainbuds beträgt 30 – 35 Zentimeter. Laut Piet ist Qualität und vor allem Abwechslung immens wichtig für ihn, denn man nehme ja auch nicht irgendein immer gleiches Medikament (am besten ein Billigduplikat) gegen alle Krankheiten. So erreiche man ein vor allem quantitativ besseres Ergebnis der Blüten durch diese Art der Beschneidung, weil ein Großteil der Energie und Nährstoffe nun in die wenigeren und näher am Licht stehenden Buds fließt. Nur so erhalte man laut Piet „richtig fette Mainbuds“. Und die könnten auch schon mal faustdick werden.
Es gibt zwar auch noch andere Beschneidungstechniken, wie das Beschneiden des Hauptstammes, um kleinwüchsige und buschige Pflanzen zu erhalten, welche sich als praktisch beim Outdoorgrowen herausgestellt haben, wie auch die mittlerweile legendäre F.I.M. (Fuck I missed) Technik. Doch in diesem kleinen, räumlich begrenzten Indoorgrow auf einem Quadratmeter Fläche greift er gerne auf diese klassische Methode zurück.


23. Blütetag, beschnittener Stamm

Die Pflanzen haben die vierte Blütewoche erreicht und die Nährstoffaufnahme und die Gießintervalle nehmen nun zu. Natürlich wurden die Männchen längst von Piet entsorgt und übrig geblieben sind, man siehe da, ganze zwölf wunderhübsche Mädels. Mit einer Weiblichkeitsrate von 66 Prozent ist Piet mehr als erfreut. Es müssen ja nicht immer feminisierte Samen sein.
Wir bedanken uns wieder einmal bei Piet für die Einblicke in seinen Mikrokosmos der Untergrundbotanik dieser faszinierenden Schöpfung der Natur, welche während der immer noch anhaltenden Prohibition in den meisten Ländern heutzutage fast nur noch als politisches Instrument dient. Doch dieses Wissen und Nutzen ging laut Piet einmal größtenteils verloren, weil es einfach illegalisiert wurde. Da fragt man sich, was für eine politische und soziale Herabwertung von Natur dies doch eigentlich sei. Passt so etwas eigentlich gerade heutzutage noch in eine zivilisierte Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels? Die Antworten oder gar Veränderungen der Verantwortlichen sind leider bis heute ausbleibend.

Natürlich fordert dieser Bericht auf keinen Fall zu Straftaten oder sonstigen illegalen Handlungen auf. Solltest du also in einem repressiven Land wohnhaft sein, wo der Anbau der Kulturpflanze Cannabis als Medizin oder Genußmittel immer noch nicht wieder gestattet ist, wird von dieser Vorgehensweise strengstens abgeraten.





Waldmeista / Fotos: Piet
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