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Breitspiele im Februar
Was für ein Jahreswechsel. Kalt und weiß. Soviel Schnee hat es in Berlin wahrlich schon lange nicht mehr gegeben. Die richtige Zeit, um zu spielen. Das entspannt und ist je nach Spiel mal lustig, mal spannend und manchmal auch beides. Wie zum Beispiel bei „Pandemie“, jenes Spiel, das 2008 in Essen für Furore sorgte. „Auf Messers Schneide“ ist die erste Erweiterung. Diese und „Maria“, das Nachfolgespiel von „Friedrich“ (02/05), stelle ich euch in dieser Ausgabe vor.
Publiziert am: 08.02.10 - Medienformen: Medienform Text


Pandemie – Auf Messers Schneide ...
... erweitert das Grundspiel auf allen Ebenen. Es gibt zusätzliche Rollen, Ereigniskarten und einige Szenarien, die die Spieler vor neue Herausforderungen stellen.
Zur Erinnerung: Pandemie ist das Spiel, bei dem die Spieler gemeinsam versuchen, die Welt vor dem Untergang zu retten, denn allzu schnell breiten sich die Seuchen aus.
Während das Grundspiel nur vier Spielern vorbehalten war, sind es jetzt fünf. Je nach Anzahl an Epidemiekarten, die in den Kartenstapel gemischt werden, umso schwerer ist es zu gewinnen. Wer es also legendär mag, kann es nun mit sieben Epidemien aufnehmen. Wer das immer noch zu einfach findet, kann ja statt simpler Epidemiekarten, die Erweiterung „virulenter Stamm“ spielen. Da hat jede Epidemie eine zusätzliche Auswirkung. Die zweite Erweiterung heißt „Mutation“, das bedeutet, eine fünfte Seuche kommt ins Spiel und die Spieler müssen wie bei den anderen Seuchen auch, ein Gegenmittel entdecken. Wem das weiterhin zu läppisch ist, kann ja beide Erweiterungen zusammen spielen. Bleibt noch eine Erweiterung übrig.
Der „Bioterrorist“ spielt alleine gegen den Rest. Wie bei Scotland Yard schreibt er geheim auf, wo er sich befindet und was er macht, steht er gemeinsam mit einem Spieler auf einem Feld, muss er sich zeigen, also seine Spielfigur auf den Plan stellen. In dem Moment läuft er Gefahr, gefangen genommen zu werden. Auf der anderen Seite hat er nichts anderes zu tun, als überall auf der Welt seine Seuche zu verteilen und gleichzeitig die anderen Spieler daran zu hindern, das Gegenmittel zu entdecken. Außerdem kann er die Forschungslabore zerstören, die zum einen das Reisen erleichtern, zum anderen für die Gegenmittelentdeckung notwendig sind. Der Bioterrorist gewinnt, wenn die anderen verlieren, aber nur, wenn mindestens einer seiner Seuchenmarker noch auf dem Feld ist. Sollte dies nicht der Fall sein, verlieren alle. Die Spieler gewinnen wie immer, wenn sie Gegenmittel aller Seuchen entwickelt haben. Schaffen es die Spieler, die Bioterroristenseuche auszurotten, scheidet der Bioterrorist aus.
Mit all den Erweiterungen, neuen Rollen und Ereignissen eröffnen sich genug Optionen, dass „Pandemie“ auch in den nächsten Jahren nicht langweilig wird. Denn noch immer ist es schwer genug, fünf, sechs oder gar sieben Epidemien zu überstehen. Auf alle Fälle ist und bleibt auch „Auf Messers Schneide“ spannend. Und das allerbeste? Für jede Seuche gibt es Petrischalen. Sind zwar nur aus Plastik, trotzdem schick. Fehlen eigentlich nur noch Gummihandschuhe und Gesichtsmasken und man würde sich wie ein echter Seucheneindämmungsexperte fühlen.




Maria
Das Profi-Spiel

Dabei handelt es sich nicht um die Mutter Jesu sondern um jene Figur, die schon Friedrich das Fürchten lehrte. Also Geschichtsunterricht ist angesagt: 1740, Österreichischer Erbfolgekrieg. Im Krieg befinden sich Österreichs Maria Theresia auf der einen, Preußen, Frankreich, Bayern und Sachsen auf der anderen Seite. Nur die Pragmatische Armee, ein Zusammenschluss aus Niederländern, Hannoveranern und Briten, ist in Flandern mit Maria Theresia verbündet, das heißt, sie kämpfen gemeinsam gegen die Franzosen. Aufgeteilt werden die Staaten folgendermaßen: Ein Spieler repräsentiert Maria, einer Frankreich sowie Bayern und der Dritte im Bunde Preußen, Pragmaten und Sachsen. Nicht wundern, das funktioniert, obwohl Preußen gegen und die pragmatische Armee mit Maria spielen.
Der Spielplan ähnelt dem von Friedrich, das heißt Städte beziehungsweise Festungen sind durch Straßen miteinander verbunden und müssen erobert werden. Sobald es einer Großmacht gelingt, alle eigenen Siegpunktmarker auf den Spielplan zu bringen, hat sie sofort gewonnen. Dazwischen liegen aber ein paar Stunden Spielzeit. Wobei Maria flotter und kämpferischer ist als Friedrich. Außerdem sammelt man auch bei weitem nicht so viele Kampfkarten, bevor man sich ins Schlachtgetümmel wirft. Überhaupt hat Richard Sivél ein paar Änderungen des Spielablaufs eingeführt, die Maria zu einem Superspiel machen. Vor allem, weil es noch immer relativ wenig gute Drei-Personen-Spiele gibt.
Also zum Spielablauf: Jeder versucht seine Armeen strategisch so zu platzieren, dass er zum einen keine eigenen Festungen verliert und zum anderen gut angreifen kann, um gegnerische zu erobern. Armeen werden zu Spielbeginn einer bestimmten Anzahl von Generälen zugeteilt, die sich über den Spielplan bewegen. So schieben sich nicht unzählige Armeen über den Plan und alles bleibt schön übersichtlich. Zum Kampf kommt es, sobald sich zwei verfeindete Generäle in nebeneinanderliegenden Städten gegenüber stehen.
Die Kämpfe verlaufen nach gewohntem Muster. Der Spielplan ist in Rechtecke unterteilt, die unterschiedliche Skatblatt-Symbole zeigen. Je nach dem, wo der kämpfende General steht, spielen die Kontrahenten abwechselnd die Karten der entsprechenden Farbe aus. Sobald ein Spieler keine Karte mehr legen kann oder will, zieht er sich zurück. Wie weit geben die Karten vor. Außerdem verliert er die gleiche Anzahl Armeen, die er auf seinem Armeebogen abstreicht. Diese sogenannten Technischen Karten brauchen die Spieler aber auch um neue Truppen und Trosse zu kaufen. Letztere können von feindlichen Spielern ebenfalls geschlagen werden. Und ohne Tross werden die Armeen im Feindesland Runde für Runde dezimiert. Und zu guter Letzt kann man mit diesen Karten auch Politik betreiben.
Zu Beginn jeder Runde werden zwei Politik-Karten (PK) aufgedeckt, die von den Großmächten Preußen, Österreich, Frankreich und Pragmatische Armee ersteigert werden können. Wer die höchste Punktzahl hat, darf sich eine davon nehmen und setzt sie sofort ein. Entweder um sich zu verbessern oder die Gegner zu schwächen. Diese Karten ersetzen die Schicksalskarten aus Friedrich. Somit entfällt der enorme Glücksfaktor, wann ein Land ausscheidet.
Und wer gewinnt nun? Derjenige oder diejenigen, die am Ende eines Zuges keine Siegpunktmarker mehr in der eigenen Box haben. Diese Marker werden zu Beginn des Spiels dort hineingelegt und im Laufe des Spiels auf den Plan gebracht. Und zwar durch Festungseroberungen, wenn man mindestens drei feindliche Armeen besiegt oder durch Auswirkungen der Politik-Karten. Dementsprechend landen sie auch wieder in der Box, wenn man Festungen oder im Kampf verliert und natürlich auch durch die PK.
Längstens werden 12 Runden gespielt. Dann gewinnt, wer die wenigsten Minuspunkte hat. Und die hat derjenige, der in den vier Winterphasen (nach jeder dritten Runde) in der Summe die wenigsten Armeen in seinem Siegpunktpool hatte.
Maria ist spannend vom Anfang bis zum Ende. Jeder hat die Chance zu gewinnen, wobei es gerade für Maria vor allem um die Verteidigung der eigenen Festungen geht. Doch auch sie kann nur gewinnen, wenn sie Schlachten gewinnt oder feindliche Festungen erobert. Für die anderen gilt, schneller als die anderen Österreichs Festungen zu erobern und keine an Maria zu verlieren. Preußen muss sich noch um die österreichisch besetzten Festungen in Schlesien kümmern und Frankreich setzt sich in Flandern mit der Pragmatischen Armee und kämpft in Böhmen gemeinsam mit den Bayern gegen Österreich.
Für alle, die Friedrich nicht kennen, aber Strategiespiele mit einer guten Portion Kartenglück mögen, denen sei Maria empfohlen. Aber auch für „Maria“ gilt, genügend Zeit für eine Partie muss mitgebracht werden, denn je länger Maria den Angriffen trotzt, umso eher ziehen die Stunden ins Land. Unsere Partien dauerten zwischen knapp drei und sechs Stunden. Aber spannend waren sie allemal.

Pandemie - Auf Messers Schneide
Autor: Matt Leacock & Tom Lehmann
Verlag: Pegasus Spiele
Spieler: 2-5
Alter: ab 10
Dauer: ca. 45 Minuten

Maria
Autor: Richard Sivél
Verlag: Histogames
Spieler: 2-3
Alter: ab 12
Dauer: mindestens 2-3 Stunden

Kerstin Koch
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