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Reif für die Ernte
Cannabis am Ende des Lebenszyklus
Publiziert am: 08.03.10 - Medienformen: Medienform Text


Nun haben wir Piet in Holland erfolgreich bei der Entwicklung seines kleinen medizinischen Indoor-Grow-Up zugeschaut und in den letzten beiden Teilen so einiges über die Keimung, Beschneidung und den Anbau von Cannabis auf kleinstem Raum erfahren (siehe Hanf Journale #112 & #113). In diesem letzten Teil unserer Serie widmen wir uns vor allem der Hauptblütezeit seiner botanischen Mädels, der erfolgreichen Ernte und schließlich der fachgerechten Trocknung der Früchte seiner Saat.
Während der fünften Woche in der Blüte haben die Pflanzen ihre maximale Wachstumshöhe erreicht. In diesem Fall variieren die Höhen zwischen 65 – 90 cm. Die verwendeten Sorten Master Kush von Nirvana Seeds, Cristal Paradise von K.C. Brains und einem Hybriden, nennen wir ihn einfach SxD, sind lokale Sorten von erfahrenen Züchtern. Der Geruch im Schrank nimmt während der Hauptblüte enorm zu, lässt sich aber durch den verstellbaren Filter gut regeln, und somit hat Piet keinerlei unerwünschte Gerüche, die nach außen dringen könnten. Die relative Luftfeuchtigkeit fällt während der letzten Wochen teilweise auf weit unter die gewünschten 40 – 50 Prozent, doch löst Piet auch dieses Problem mit Hilfe eines kleinen Verneblers. Dafür jedenfalls müsse man nicht extra in die Niederlande fahren, scherzt Piet mit einem Grinsen im Gesicht.
Die verwendeten Bio-Dünger von Jungle-Boost werden bis Mitte der siebten Blütewoche dem Substrat, in diesem Fall Erde, zugegeben, während die Dosierung Woche für Woche erhöht wird. Die Blütenbildung steigt rasant an, in der fünften und sechsten Woche nach Einleitung der Blüte poppen die weißen Härchen wie wild aus den Trieben der Pflanzen. In der siebten und achten Woche hingegen vollzieht sich die Braunfärbung eben dieser Härchen und die THC-haltigen Früchtchen stehen kurz vor ihrer Vollendung ihres Daseins als Pflanze: mit ihren Trichomen wie Kristalle glitzernde, wohlduftende, gesunde Marihuanablüten. Fast schon alleine dafür lohne es sich Cannabis anzupflanzen, so unser holländischer Untergrundbotaniker und Naturfreund Piet. Der Lohn eines Gärtners ist also wiederum manchmal gar nicht so groß wie man denken mag und doch ist diese Medizin das Einzige, was so manchem Patienten helfen kann, berichtet er uns.
Am Anfang des Wachstums von Piets Pflanzen konnte er noch mit Regenwasser, beziehungsweise geschmolzenem Schnee seinen Babies Gutes tun, doch muss er in der zweiten Hälfte seines Grows auf nicht gerade ideales Leitungswasser zurückgreifen. Holländische Winter sind doch eher kurz um genügend Schnee zu sammeln. Trotzdem nutzt Piet die kalte Jahreszeit, um in den nah am Fenster platzierten Schrank bei offenem Fenster kalte Luft von draußen hineinzuleiten und somit die Temperaturen in der Box etwas kühler halten zu können, um die 400 Watt High Pressure Sodium Lampe näher an die Blütenspitzen zu hängen.
Die Pflanzen gießt er erst, wenn die Erde in den Töpfen mehrere Zentimeter unter der Oberfläche trocken ist, in der zweiten Blühhälfte etwa jeden zweiten Tag. Ab dem 47. Blütetag spült er seine grünen Damen mit reinem Wasser ohne jeglichen Düngerzusatz aus. Der restliche Dünger werde von den Pflanzen genutzt und durch das Durchspülen gewinne die Ernte weitaus an Geschmack und ein angenehmeres Rauchergebnis, kommentiert der Niederländer.



Einige Pflanzen werden für erste Geschmackstests im Vaporizer in der siebten Woche, der Großteil der Pflanzen jedoch zwischen dem 52. und 55. Blütetag von Piet geerntet. Um die Blüten rauchen zu können, muss allerdings noch einiges geschehen. So schneidet Piet Ast für Ast seiner Pflanzen ab und manikürt sie, indem er möglichst jegliches Blattwerk abschneidet und sich zum größten Teil nur noch Blüten an den einzelnen Ästen und dem Stamm befinden. Diese Prozedur ist ziemlich zeitintensiv und noch ein ganzes Stück Arbeit, doch kommt Piet dem Ziel immer näher. Die einzelnen abgeschnittenen Triebe werden kopfüber in einem Schrank mit Hilfe von einer auf die andere Seite gespanntem Paketband aufgehangen und mit Zeitungpapier grob abgedeckt. Statt einer Schranktür spannt er ein Leinentuch davor und beugt so einer Schimmelbildung vor, indem Luft bei Zimmertemperatur stetig im Trocknungsschrank zirkuliert. Alternativ sollte aber auch ein Wäscheständer diese Dienste erfüllen, an dem man die Buds wunderbar aufhängen könne, man aber unbedingt darauf achten solle, dass diese abgedeckt und lichtgeschützt sind, um auf diesem Wege das in den Blüten noch vorhandene Chlorophyll entweichen zu lassen, erklärt Piet. Abhängig von der Größe der Buds und den Raumbedingungen sind die Buds nach sechs bis zehn Tagen (oder wenn die Stiele beim Brechen knacken statt zu biegen) trocken genug für den nächsten Schritt.
Die einzelnen Blüten werden von Piet von Stamm oder Ast befreit und locker nach Sorten sortiert in Tiefkühlplastikbeutel gesteckt. Man solle jedoch unbedingt darauf achten, dass man die Buds nicht zu dicht quetscht und lieber einen weiteren Behälter oder Beutel benutzt, so Piet. Die Gefahr von ungleichmäßiger Trocknung oder gar Schimmel besteht immer noch in diesem Stadium. Die Beutel werden von Piet mittels Zipper luftdicht verpackt, indem möglichst die gesamte Luft beim Verschließen aus dem Beutel gelassen wird. Er erklärt, dass die Beutel an einem dunklen Ort aufbewahrt werden sollen. Mindestens zweimal am Tag werden die Beutel geöffnet, um das letzte noch vorhandene Chlorophyll langsam und gleichmäßig entweichen zu lassen. Nach nur ein paar Tagen haben die Buds Aromen entwickelt, die jeden Cannabisliebhaber und -patienten schon rein nasal glücklich stimmen. Ist man geduldig und wiederholt diesen Prozess der langsamen Trocknung über einige Wochen oder gar Monate, wird man Cannabisblüten allerfeinsten Aromas und Geschmacks erhalten. Geduld zahlt sich auch hier, wie so oft im Leben, aus.
Mit einem Trocken-Nettoertrag von 225 Gramm und drei verschiedenen Sorten ist unser holländischer Cannabispatient und -connaisseur zufrieden und genießt nun erst einmal die Früchte seiner Arbeit und denkt sich, was eine Hand voll globaler Pharmakonzerne nicht schafft, macht die Natur mit links. Die Lösung sei so nah und doch sehen viele heutzutage den Wald vor lauter (Cannabis)Bäumen nicht, verabschiedet sich Piet bei uns.



Natürlich fordert dieser Bericht auf keinen Fall zu Straftaten oder sonstigen illegalen Handlungen auf. Solltest Du also in einem repressiven Land wohnhaft sein, wo der Anbau der Kulturpflanze Cannabis als Medizin oder Genußmittel immer noch nicht wieder gestattet ist, wird von dieser Vorgehensweise strengstens abgeraten.

Waldmeista / Fotos: Piet
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