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Das Leben ist ein Ponyhof

Interview mit Richard Dorfmeister
Publiziert am: 08.03.10 - Medienformen: Medienform Text

Zusammen mit Peter Kruder hat er Mitte/Ende der Neunziger Musikgeschichte geschrieben. Die legendäre „DJ Kicks“ sowie das ebenfalls zeitlose Doppel-Album „The K&D Sessions“ höre ich noch heute sehr gerne. Parallel zur Formation „Kruder & Dorfmeister“ entwickelt er seit 1994 gemeinsam mit Rupert Huber auch das Projekt „Tosca“. Nach fünf Studio- und fünf Remix-Alben erscheint am 26.03.2010 das neue Album „Pony“, das die Tracks vom letztjährigen Werk „No Hassle“ von ihrer clubkompatiblen Seite zeigt. Anlass genug, Richard Dorfmeister ein paar Fragen zu stellen und das Album wärmstens zu empfehlen ...

Roland: Hallo Richard. Wie war Dein Gig im Berliner Weekend? Ich wäre gerne dabei gewesen, war aber leider verhindert.
Richard: Der Gig war fein. Fettes Soundsystem und eine Crowd, die wirklich abgehen wollte. Guter Start ins neue Jahr.

Roland: Meine erste selbstgekaufte Single war „Der Kommissar“ von Falco. Kannst Du Dich noch an Deine erinnern bzw. durch welche Künstler hast Du Dich beeinflussen lassen?
Richard: Die allererste weiß ich nicht mehr genau, aber das blaue Beatles Album war sicher dabei, auch Ritchie Blackmore’s „Since you’ve been gone“ war dabei und Zappas „Bobby Brown“. Aber die Einflüsse reichen von Bossa Nova und Jazz über French 70’s Soundtracks, Klassische Musik, Reggae, Funk und auch Rock. Dieses permanente Suchen nach Neuem hab’ ich immer noch - das ist manisch.

Roland: Wie unterscheidet sich Deine Arbeit mit Peter Kruder von der mit Rupert Huber? Insgesamt klingen Deine Arbeiten etwas introvertierter als früher.
Richard: Tosca basiert auf einer Freundschaft, die bis zur Schulzeit zurück geht und wir haben da etwas entwickelt, das auf einem gemeinsamen Gefühl beruht und mittlerweile wie ein Tagebuch funktioniert - wir versuchen einfach die persönlichen Veränderungen musikalisch einzufangen - und das funktioniert gut. Mit Peter hab’ ich zuletzt wieder angefangen, die Zusammenarbeit zu intensivieren und ich bin gespannt, wohin sich die Reise entwickelt - ist spannend.

Roland: Mit G-Stone habt ihr nun schon seit 1994 ein eigenes Label, auf dem euch keiner reinredet. Gibt es eine Labelphilosophie oder wird einfach releast, was euch gefällt?
Richard: Die Philosophie war nie genau definiert, aber die Releases waren immer auf unsere kleine Szene in Wien konzentriert. Generell gibt es immer die Qualitätskontrolle durch Peter & mich.

Roland: Erzähle unseren Lesern doch mal, was man auf eurem neuen Tosca Album hören kann. Ist ja bestimmt nicht nur für Pferdeliebhaber gedacht, oder? Und gibt es einen Remix, der Dir besonders am Herzen liegt? Mein Favorit ist „Rosa“ – beide Versionen sind grossartig!
Richard: Ich find’ die Reggae Version von Grant Phabao ziemlich super, aber auch Rodney Hunter’s Rosa Mix ist sehr gut geworden. Es ist einfach eine interessante Interpretation des original „No Hassle“ Albums geworden, wobei das „No Hassle“ Album sicher raucherfreundlicher ist, weil es wie aus einem Guss kommt.

Roland: Wien scheint nach wie vor ein gutes Pflaster für schöne Musikproduktionen zu sein. Ich bin beispielsweise augenblicklich grosser Fan von Camo & Krooked. Kannst Du Dir vorstellen, auch mal (wieder) was in Richtung Drum’n’Bass zu machen? Auf der „DJ-Kicks“ (Kruder & Dorfmeister, K7! 1996) habt ihr da ja auch einige wunderbare Schmuckstücke reingemixt.
Richard: Drum’n’Bass war Mitte bis Ende der 90er ein spannendes Movement, das uns ob seiner Intensität begeistert hat. Das war superfresh, aber nach einiger Zeit war plötzlich die Luft raus und dann war der Sound nicht mehr Teil unserer Sets.

Roland: Uns vom Hanf Journal interessiert natürlich abschliessend, wie Du zu einer Legalisierung von Cannabis (unter strengen Jugendschutzbedingungen) stehst. Und kannst Du uns ein paar Eindrücke vermitteln, wie tolerant sich Wien verhält, wenn es um Ganja geht?
Richard: Bei uns ist es zum Glück nicht so brutal streng, aber man muss aufpassen - es ist nach wie vor illegal. Wir waren ja intensive Raucher, aber in den letzten Jahren hat sich der Konsum eher reduziert - wie bei anderen guten Dingen im Leben: Je weniger desto intensiver der Effekt.

Roland: Dann danke ich Dir dafür, dass Du Dir die Zeit genommen hast und wünsche Dir und Rupert viel Erfolg mit dem „Pony“.

www.myspace.com/toscak7
www.myspace.com/gstonerecordings
www.g-stoned.com

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