Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*

  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

growing
*
Versenden: Artikel drucken Bild Druckversion
WASSERLÖSLICHE CANNABINOIDE
Eine Entwicklung mit weitreichendem Nutzen
Publiziert am: 06.04.10 - Medienformen: Medienform Text


Cannabinoide als Schutzstoffe
Das von der Hanfpflanze abgesonderte Harz hat eine wichtige Schutzfunktion bei der Abwehr von Fressfeinden wie Insekten und vor allem von Vögeln, die es auf die nahrhaften Hanfsamen abgesehen haben. Deshalb wird auch das meiste Harz an den verstärkt weiblichen Blüten- und Fruchtständen abgesondert, wo die Samen gebildet werden und heranreifen. Die übrigen Blätter und Stängel, sowie die männlichen Pflanzen bilden daher nur sehr wenig davon.
Dieses Harz enthält hauptsächlich Cannabinoide, ätherische Öle und Wachse, wobei die enthaltenen ätherischen Öle, wie auch bei vielen anderen Pflanzen, eine Abwehrwirkung gegen Fressfeinde ausüben. Die genaue Funktion, welche die Cannabinoide dabei erfüllen, ist hier noch nicht restlos geklärt. Jedenfalls fungieren sie als Bitterstoffe und möglicherweise als Scharfstoffe, wie Erfahrungen mit solubilisierten, wasserlöslichen Cannabinoiden nun zeigten.

Wasserunlöslich aber gut haftend
Für die Hanfpflanze ist es sehr wichtig, dass ihre Schutzstoffe gut auf den Blättern haften bleiben und nicht durch Regen und andere Witterungseinflüsse abgewaschen und entfernt werden.
Dies ist auch der Grund, weshalb Cannabisharze und die darin enthaltenen Cannabinoide in Wasser praktisch unlöslich sind, während sie sich in Fetten und Ölen leicht lösen lassen. Erfahrene Hanf-User wissen dies und lösen oder extrahieren die Harze aus dem Pflanzenmaterial in erhitzter Butter oder in Pflanzenöl, bevor sie zu psychoaktiven Backwerk verarbeitet werden. Beim Versuch dies mit Wasser zu tun würden sich im besten Fall minimale Spuren der wirksamen Cannabinoide auflösen.

Schlechte Wasserlöslichkeit
= geringe Bioverfügbarkeit

Diese sehr geringe Wasserlöslichkeit der Cannabinoide hat aber große Bedeutung für deren Aufnahmefähigkeit durch den menschlichen Organismus. Schwer- oder unlösliche Stoffe können nicht oder nur in geringen Mengen vom Körper aufgenommen werden. Man spricht von einer geringen Bioverfügbarkeit.
Untersuchungen haben gezeigt, dass maximal 20 % von oral eingenommenem THC dem Cannabis-Hautwirkstoff vom Körper aufgenommen werden. Auch beim Rauchen oder Vaporisieren liegt die maximale THC-Aufnahme nicht höher, da durch das Erhitzen der größte Teil davon zersetzt oder verbrannt wird, ehe es überhaupt die Lunge erreicht.

Eine unglaubliche Verschwendung
Damit wird klar, was sich viele Cannabis-Konsument(innen), die allzu oft unter den hohen Cannabispreisen stöhnen, gar nicht vorstellen können.
An die 80 Prozent oder vier Fünftel der gesamten, von der Menschheit konsumierten Cannabis-Präparate werden vom Körper gar nicht aufgenommen. Sie zersetzen sich entweder beim Rauchen oder verschwinden in der Toilette und gehen damit, ohne ihre Wirkung entfalten zu können, verloren!

Cannabis-Medizin für viele unerschwinglich
Der in den letzten Jahren expandierende Einsatz von THC als Medikament (Dronabinol) in der Medizin hat sich durch die extrem überhöhten Pharmapreise für diesen Wirkstoff für viele Patient(innen) als unerschwinglich erwiesen.
Abgesehen von neuen Technologien, mit denen THC-Gewinnung weit kostengünstiger möglich wäre, könnte eine verbesserte Bioverfügbarkeit des Wirkstoffes zu einer deutlichen Kostensenkung dieses Medikamentes für die Patient(innen) führen.

Eine Entwicklung mit unglaublichen Effekten
Nach eingehender Forschung gelang es nun Cannabisharze und die darin enthaltenen Cannabinoide mit Hilfe eines speziellen Zusatzes aus Stoffen auf Pflanzenbasis, völlig klar und vollständig in Wasser zu lösen und in jedem Verhältnis verdünnbar zu machen.
Es zeigte sich dabei, dass dadurch deren Bioverfügbarkeit von etwa 20 % bis auf fast 100 %, also auf das bis zu Fünffache, erhöht wurde. Gleichzeitig konnte die Dosierung bei gleicher Wirkung auf ein Fünftel reduziert werden.

Wasserlösliches THC – eine bittere Angelegenheit
Interessant ist, dass das normalerweise relativ geschmacklose reine THC, sowie das normalerweise typisch würzig schmeckende Cannabis-Öl, in wasserlöslicher Form einen intensiv bitteren Geschmack zeigten.
Ein Beweis für die Effektivität dieser Methode, sowie ein Hinweis darauf, dass unsere Zunge Cannabinoide als intensive Bitterstoffe erst in wasserlöslicher (solubilisierter) Form wahrnehmen kann.

Neue Möglichkeiten und viele Vorteile für die Medizin
Für die Medizin eröffnen sich mit wasserlöslichen Cannabinoiden viele neue und interessante Einsatzmöglichkeiten. So können nun nicht nur genau dosierbare, mit jedem Getränk verdünnbare Tropfen mit schneller einsetzender Wirkung auf Basis solubilisierter Cannabinoide, sondern auch Infusions- und Injektionslösungen mit völlig reinem THC oder CBD (nicht mit Cannabisharz) für die Aids- und Krebstherapie hergestellt werden können. Auch Cannabinoid-Lösungen für die lokale Anwendung direkt am Auge zur Glaukom-Behandlung ohne unerwünschte psychische Nebenwirkungen können auf diese Weise angewendet werden.

Endlich kostengünstigere THC-Präparate
Die schon erwähnte Verfünffachung der Aufnahmefähigkeit von wasserlöslichen Cannabinoiden für den menschlichen Organismus und die damit verbundene Reduzierung der üblichen therapeutischen Dosierung um 80 % ermöglicht eine erhebliche Kostenreduzierung heute noch teurer Cannabismedikamente.
Damit sollten sich auch weniger begüterte Patient(innen) eine Cannabis-Dauertherapie leisten können bzw. wären für die Krankenkassen, die in Österreich bisher nur fallweise eine Dronabinol-Verschreibung finanzieren, die Kosten eher tragbar.

Ein wesentlicher Beitrag für die Gesundheit
Für den nichtmedizinischen Cannabis-User wäre diese Erfindung nicht nur von der Kostenseite von entscheidender Bedeutung. Wie wohl allgemein bekannt ist, ist auch das Rauchen von Cannabispräparaten wie Marihuana oder Haschisch mit einem erheblichen gesundheitlichen Risiko verbunden.
So werden bei der thermischen Zersetzung im Joint, Spliff oder Bong Unmengen von zum Teil noch unbekannten Substanzen freigesetzt und eingeatmet, die zum Großteil toxisch, krebserregend oder sonst bedenklich sind und deren tatsächliche Auswirkungen sich oft erst nach Jahrzehnten einstellen. Auch das Vaporisieren ist keineswegs unbedenklich, da sich auch dabei viele Zersetzungsprodukte der enthaltenen ätherischen Öle und Cannabinoide bilden.
Durch die orale Verwendung von wasserlöslichen Cannabinoiden könnten diese Gefahren völlig vermieden werden, auch wenn dabei auf das gewohnte Rauchritual verzichtet werden muss. So würde sich jedenfalls auch für passionierte Nichtraucher und gesundheits-bewusste Interessenten die Möglichkeit des Cannabisgenusses neu anbieten.

Weniger ist sicherer
Nicht zu vergessen sind natürlich die gesetzlichen Gefahren, denen Cannabisuser ausgesetzt sind. Welche Bedeutung bei der derzeitigen Gesetzeslage eine um ein Fünftel kleinere Cannabis-Besitzmenge das Vermeiden von Rauchutensilien oder eines zwar würzigen, aber verräterischen Duftes unter bestimmten, unerwünschten Umständen hat, braucht wohl nicht diskutiert werden.

Für die Küche exzellent
Nicht nur deswegen, weil Cannabis äußerst appetitanregend ist, kann man sich vorstellen, dass wasserlösliches Cannabis auch im Nahrungsmittelbereich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten bieten würde, sofern es die Gesetzeslage einmal erlauben sollte.
Mit einem sehr geringen, aber wirksamen, solubilisierten Cannabisanteil könnten in Zukunft verschiedene Getränke wie Limonaden, Säfte, Weine, Biere, Instant-Drinks oder Süßigkeiten wie Konfekt, Bonbons, Bäckereien bis hin zum Speiseeis oder auch andere Nahrungs- und Genussmittel erzeugt werden.

Auch für die private Anwendung
Zur Herstellung eigener wasserlöslicher Essenzen von verschiedenen Pflanzenharzen und ätherischen Ölen, sowie zur einfachen und umweltschonenden Reinigung diverser, mit Harzen oder Ölen verschmutzter Gegenstände wurde für den privaten Einsatz ein Kit (mit Solubilisierungsflüssigkeit, Kolben, Spritzenfilter und Dosierfläschchen) entwickelt.
Unter dem Namen „Hulasolution“ wurde das Produkt erstmals auf Österreichs größter Hanfmesse, der „Cultiva“ in Wien, vorgestellt.

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft
Die Entwicklung dieser Solubilisierungs-Methode, mit der es erstmals gelingt, auf einfache Weise Cannabinioide in eine viel wirksamere, wasserlösliche Form überzuführen, ermöglicht eine Vielzahl von neuen Anwendungen und könnte in vielen Bereichen, vor allem aber in der Medizin, einen wesentlichen Beitrag für einen breiteren und effektiveren Einsatz von Hanf und seinen wertvollen Inhaltsstoffen leisten.

Peter Rausch
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

*
  Sonderausgaben
-