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Doktor-Hanfs Patienten Ecke 13

Doktor Hanf alias Lars Scheimann leidet an Tourette sowie ADHS und ist seit Anfang 2009 Besitzer einer Erlaubnis, seine Symptome mit Cannabis zu lindern.

Der Fall Marcel G.*
Liebe Leser und Leserinnen,
Wie bereits in der letzten Ausgabe erwähnt, möchten wir euch heute gerne einen jungen Mann und dessen Patientengeschichte vorstellen. Wieder ein Hoffnungsschimmer, der uns zeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen!
Publiziert am: 05.06.10 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Doktor Hanf
„Ich bin G., ein 28-jähriger Patient, der seit einem Autounfall an einem chronischen Schmerzsyndrom leidet. Bei dem Autounfall Anfang 2005 erlitt ich:

3-gradig offene Unterschenkelfraktur rechts
Talusfraktur rechts
Os cuboideum Fraktur rechts
Os cuneiforme laterale Fraktur rechts
Talusfraktur links
Calcaneusfraktur links
Distale Fibulafraktur links
Lungenkontusion links
Multiple Schnittwunden an Hand, Gesicht, den unteren Extremitäten

Mein Problem sind meine Füße! Der linke Fuß fängt bei längerer Belastung, dabei meine ich hier knapp eine halbe Stunde, an zu schmerzen und der rechte Fuß ist seit dem Unfall immer noch nicht zusammengewachsen. Er hält also an Schrauben und Klammern zusammen. Dabei hat sich auch eine Arthrose im rechten Sprunggelenk gebildet, die bei jedem Schritt schmerzt!

Ich war im Krankenhaus anfangs trotz dieser schweren Verletzungen auf Novalgin und Paracetamol eingestellt. Diese haben bei diesen Verletzungen jedoch nicht angeschlagen und ich wurde auf Tramal eingestellt. Auf Tramal hatte ich ein komischeres Körpergefühl, und die Schmerzen waren auch nur bedingt gemildert. Ich wurde auf hoch-potente Opiate eingestellt, die den Schmerz vorerst auch gut milderten, doch die Nebenwirkungen wie Verstopfung, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit, Magenschmerzen und Introvertiertheit stellten sich ein. Nach einigen Operationen, insgesamt waren es knapp 20 an den Füßen, wurde ich auf Tramal eingestellt und aus dem Krankenhaus entlassen. Die Schmerzen waren nur gemildert aber nicht weg. Ich versuchte aufgrund der Nebenwirkungen Tramal wegzulassen, doch wer jetzt sagt, Tramal macht nicht abhängig, da kann ich nur schmunzeln! Ich hatte einen extremen körperlichen Entzug vom Tramal, bei dem ich selbst nicht mehr wusste, was abging! Mir war heiß und kalt zugleich, hatte Schüttelfrost, mir lief der Schweiß aus allen Poren und ich entschloß mich dann notgedrungen Tramal weiterzunehmen. Dann setzte ich mich ans Internet und suchte nach Alternativen zu Opiaten. Dort fand ich Cannabis als Schmerztherapie. Das habe ich meinem Arzt auch vorgeschlagen, der meinte auch direkt: „Das ist ein gutes Medikament, nur kann ich es Dir nicht verschreiben, ich hänge schon in einer Regressforderung von der Krankenkasse!“ Somit beschaffte ich mir mein alternatives Medikament auf dem Schwarzmarkt. Als ich es dann ausprobiert hatte, war ich ob der neuen Schmerzfreiheit so überrascht, dass ich mich extrem gefreut habe!
Nun nutze ich Cannabis als Schmerztherapie über Jahre und die Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Mundtrockenheit sind nach einer Woche Einstellung auf das Medikament fast vollständig verschwunden.

Meine Krankenkasse finanziert Dronabinol nicht, obwohl mein Arzt eine Therapie mit Dronabinol (THC) vorschlägt. Er hat auch bestätigt, dass sich keine psychischen Bedenken zeigen. Somit sollte meine Krankenkasse eigentlich das Medikament übernehmen, doch sie hat es mittlerweile zum dritten Mal abgelehnt! Das selbe Spiel beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, dort werden von mir Dokumente von meiner Schmerztherapie gefordert, obwohl Ärzte und Gutachten bestätigen, dass die Einnahme von Cannabis in meinem Fall einen positiven Nutzen hat!
Doch das liegt jetzt auch alles im Widerspruchsverfahren und lässt sich nur auf dem Rücken der Patienten austragen.
Ich werde in die Kriminalität getrieben und da sollte der Staat einen Riegel vorschieben! Denn ich bin kein Spaßkonsument, ich gebrauche es aus therapeutischem Nutzen, um ein relativ schmerzfreies Leben führen zu können, obwohl ich nicht weiß, ob mein Fuß nach ein oder mehreren Operationen überhaupt mal wieder richtig gesund wird!
Mit freundlichem Gruß, G.“

Doktor Hanf:

Wir können euch heute erfreulicherweise mitteilen, dass G. mittlerweile erfolgreich sein Antragsverfahren hinter sich gebracht hat.

Auch er ist nun endlich Erlaubnisinhaber und darf Cannabis zu medizinischen Zwecken nutzen. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals recht herzlich bei ihm für seine Offenheit bedanken und appellieren an alle weiteren Patienten, uns ihre Geschichte zukommen zu lassen und uns bei Fragen über oder auch während der Antragsstellung zu kontaktieren.
Wege entstehen, indem man sie geht.

Euer Doktor Hanf,

doktor-hanf.de.

*Name von der Redaktion geändert
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