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Gedenktag in Frankfurt

Rege Beteiligung am Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher/-innen
Publiziert am: 04.08.10 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Jo Biermanski
Lebensgefährliche Prohibition...... Foto: J.Biermanski
Frankfurt. Bei hochsommerlichen Temperaturen gestaltete ein Bündnis von JES Frankfurt, Hanfinitiative FfM, Aids-Hilfe FfM, Alice FfM, Grüne Hilfe Hessen und Die Linke.- LAG Drogenpolitik Hessen gemeinsam den „Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen“ mit Infoständen am Kaisersack, einem Trauer- und Demonstrationsmarsch in die Taunusanlage und Abschlusskundgebung an der „Gedenkplatte für verstorbene DrogengebraucherInnen“ im Lesegarten.

Von 9- 15.30 Uhr informierten sich zahlreiche interessierte Drogengebraucher/-innen und „NormalbürgerInnen“ bei den beteiligten Initiativen. Große Aufmerksamkeit bewirkten ausgelegte Holzkreuze mit Schuhen und Namen verstorbener DrogengebraucherInnen. 2009 verstarben 35 Betroffene in Frankfurt am Drogentod, 2010 waren es bis zum 21.Juli 16 Drogentote. Zahlreiche Freunde und Bekannte der Drogentoten nutzten die Möglichkeit, um persönliche Kondulenzgrüße an den Holzkreuzen zu hinterlegen. Eine beeindruckende Aktionsform, um die Anonymität der Drogentoten zu überwinden und menschliche Anteilnahme zu zeigen.
Während sich die Frankfurter PolizeibeamtInnen durchaus freundlich zeigten und es nicht zu Konflikten kam, versäumte es das Frankfurter Ordnungsamt, den Weg für den Demonstrationszug durch Aufschließen der Poller freizugeben. Dadurch verzögerte sich die Demonstration, bis schließlich die Feuerwehr im Auftrag der Polizei die Poller öffnete.

Circa 40 TeilnehmerInnen zogen dann als Gedenk- und Demonstrations-Marsch durch die Frankfurter Innerstadt und protestierten mit Transparenten und Parolen, wie „Hopp, hopp, hopp- BtMG stopp“, „Legal illegal-scheißegal. Prohibition kills- Cannabis heals“, gegen die herrschende Drogen-Verbotspolitik.

Gut 50 TeilnehmerInnen zählte dann die Abschlusskundgebung im Lesegarten, die mit einer Gedenkrede „für verstorbene Drogengebraucher, die wir kannten und mochte“ von Pfarrer Schade-James eröffnet wurde. Jürgen Weimar, Mitarbeiter des Drogenreferats der Stadtfrankfurt, erläuterte anschließend, dass unter der Schirmherrschaft der Bundes-Drogenbeauftragten Dyckmanns in 40 deutschen Städten am 21. Juli entsprechende Gedenkveranstaltungen stattfanden und bedankte sich bei JES FfM für die Ausrichtung in Frankfurt. Er unterstrich die medizinische Notwendigkeit der Heroinabgabe an Betroffene, die es zum Überleben und für bessere Lebensbedingungen benötigen. Er schilderte die Erfolge der kommunalen Drogenpolitik des „Frankfurter Wegs“ und kritisierte, dass „die Richtlinien des „Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Kassen zur Diamorphin-Abgabe zu restriktiv seien und gelebte überlebensnotwendige Menschenwürde behinderten, teilweise verhinderten…“ Annette Ludwig (Kreisvorstand Die Linke. Frankfurt) sprach sich in ihrem Redebeitrag u.a. gegen die Kriminalisierung von KonsumentInnen aus und forderte stattdessen eine Verbesserung von Aufklärung und Prävention.

Jo Biermanski, Pressesprecher der Grünen Hilfe, zeigte in seinem Redebeitrag. Solidarität mit JES im gemeinsamen Kampf gegen Kriminalisierung, Ausgrenzung und Stigmatisierung und erläuterte und kritisierte Verschärfungen der Richtlinien für die Methadon-Vergabe durch das Regierungspräsidium Darmstadt als praxisfern. Die herschende Prohibitions-Politik kritisierte er als „Kriminalisierung einer unerwünschten Lebensweise“ ohne präventive Wirkung. Als Veranstalter kritisierte Christian Holl für JES FfM vor allem die Richtlinien des GBA zur Heroinvergabe als „Heroinabgabe-Verhinderungspapier ohne medizinische Begründung“ und forderte Nachbesserungen, um Menschenwürde zu ermöglichen.

Von der Sonne weiterhin verwöhnt fand ein gelungener Veranstaltungstag dann seinen chilligen Ausklang im Lesegarten. Auch die Frankfurter Rundschau und Radio hr4 berichteten vom Gedenktag.
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