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Kiffen statt Koma Saufen

So verlief die 14. Hanfparade
Publiziert am: 01.09.10 - Medienformen: Medienform Text

Während sich auf der Biermeile in der Karl-Marx-Allee diverse Junggesellenabschiede durch mehr als 2000 Biersorten soffen und schon mittags um 14:00 Uhr ziemlich kaputt unter den Bänken mit Gleichgewicht und Muttersprache zu kämpfen hatten, demonstrierten auf der Hanfparade unter dem diesjährigen Motto „Cannabis ist Weltkultur“ zwischen 1500 und 2000 entspannte, gut gelaunte Freunde liberaler Drogenpolitik und Cannabisliebhaber/innen für die Legalisierung von Hanf. Ziel war es, „das Wissen um die Kulturpflanze Hanf und die Legalisierung ihrer Nutzung als Rohstoff, Medizin und Genussmittel auf die politische Tagesordnung zu setzen“.
Ab 13:00 Uhr versammelten sich rund 750 Teilnehmer vor dem Fernsehturm am Alexanderplatz und lauschten zahlreichen Redebeiträgen von Hanfaktivisten und Politikern der Linken, Piraten und Grünen. Es sei nicht nachvollziehbar, warum Alkohol als Volksdroge gesellschaftlich anerkannt sei, während Cannabis kriminalisiert werde, sagte beispielsweise Clara Herrmann, jugendpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Drogen könnten erst dann kontrolliert werden, wenn sie legal seien. Der Skandal um bleihaltiges Marihuana Ende 2007 habe gezeigt, wie gefährlich der illegale Verkauf sei. „Wir brauchen einen bewussten Umgang mit der Droge, keine Verbote“, sagte Herrmann. Viel Applaus bekamen auch Steffen Geyer sowie Theo Pütz, Vorsitzender des Vereins für Drogenpolitik e.V. und Führerscheinexperte, und Cannabispatient Günther Weiglein (im „Free Marc“-Shirt), der seit einem Verkehrsunfall Schmerzpatient ist und während der Parade mit dem einen oder anderen medizinischen Joint im Mundwinkel angetroffen wurde.
Viele Teilnehmer schmückten die Parade mit kreativen bzw. aussagekräftigen Schildern („Prävention statt Prohibition“, „Natürlich kiff’ ich“, „Hanföl statt Mineralöl“, „High sein = frei sein“, „Make Hemp Not War“, „BtMG ändern“, „Coffeeshop statt Dealer“, „Hanf ist 10000 Jahre alt“ und „Wer Pflanzen verbietet, der verbrennt auch Bücher“), auf den Luftballons der Grünen stand „Selbstbestimmter Hanfgenuss“. Dank Steffen und dem VfD gab es eine „rollende Rechtsberatung“, und der schicke blaue VW-Käfer („Hanf! Wer hat ihn erschaffen? Gott! Ist Gott kriminell?“) war auch wieder dabei.
Kurz nach 14:00 setzten sich acht Wagen Richtung Karl-Liebknecht-Strasse in Bewegung, um die fröhliche Meute mit einer ebenso fröhlichen Mischung aus Big Beat, Reggae, Jungle und Techno den Weg zum Hackeschen Markt zu weisen. Hier sprach Rolf Ebbinghaus (H.A.N.F. e.V., Hanf Museum Berlin), und die Crowd wuchs auf etwa 1.200 Personen an. Über die Oranienburger Strasse ging es auf die Friedrichstrasse zum Bundesministerium für Gesundheit, vor dem Tibor Harrach (Bündnis 90/ Die Grünen, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Drogenpolitik Berlin, Vorstand des Eve&Rave Berlin e.V.) und Julia Seeliger (Journalistin, taz) weitere Zwischenkundgebungen eben diesem Ministerium entgegen zu schleudern. Unter den Linden vorbei, hielt Maximilian Plenert, Beisitzer im Bundesvorstand der Grünen Jugend, vor der Russischen Botschaft einen interessanten Beitrag zum Thema Drogenkrieg.
Die Abschlusskundgebung fand kurz vor 17:00 Uhr auf der Scheidemannstraße direkt am Reichtagsgebäude und in Sichtweite von Bundestag und Bundeskanzleramt statt. Hier sprachen Georg Wurth (DHV), Christian Gruß (Patient, Selbsthilfenetzwerk Cannabis Medizin), Hans Cousto (Musikwissenschaftler, Autor und Kämpfer für Rauschautonomie, Eve&Rave Berlin e.V.), Jo Biermanski (LAG Drogen Die Linke in Hessen, Grüne Hilfe e.V.) und Lotar Küpper (MegaSpree), und man hatte die Chance sich an zahlreichen Infostände über Cannabis, andere Drogen und Drogenpolitik im Allgemeinen zu beschäftigen. Ganjaman sorgte für eine gelungene, musikalische Einlage.
Insgesamt waren rund 180 Polizisten im Einsatz und stellten von 26 Personen die Identität fest, natürlich meist wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz, während ein Betroffener sich auf ein Verfahren wegen Beamtenbeleidigung und Widerstands gegen die Identitätsfeststellung einstellen muss. Gegen 20:30 wurde die 14. Hanfparade für beendet erklärt. Wir danken dem Orga-Team sowie allen Sponsoren, Wagenbetreibern, Rednern und allen Teilnehmern, die aktiv mitgewirkt haben.
Steffen’s Rückblick inkl. Tagesrausch sowie eine Zusammenstellung von diversen Foto-Archiven und das Presseecho zur Hanfparade 2010 findest du hier:
usualredant.de/tagesrausch/2010-16-08-hanfparade.html
Ein Interview mit Steffen zur Hanfparade und passende Videoaufnahmen gibt's auf:
www.exzessiv.tv (siehe Kasten links)
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