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Rolys Silberscheiben des Monats Dezember 2010
Publiziert am: 01.12.10 - Medienformen: Medienform Text

Depeche Mode: Tour Of The Universe – Live In Barcelona
(mute / emi music)


Im Laufe der 102 Konzerte in 40 Ländern haben Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher auf ihrer umjubelten Tour Of The Universe vor mehr als 2,7 Millionen Zuschauer gespielt. Am 20. und 21.November 2009 gaben sie zwei ausverkaufte Gigs im Palau Sant Jordi in Barcelona, aus denen 25 Tracks dokumentiert wurden. Die DVD „Standard Edition“ enthält - neben zwei Audio-CDs - noch vier Bonus-Tracks (u.a. „World In My Eyes“) aus den beiden Konzerten. Auf der limitierten „Deluxe Edition“ befinden sich auf einer weiteren DVD die Tourdokumentation „Inside The Universe“, die von Anton Corbijn exklusiv gedrehten Filme für die Bühnenprojektionen zu sieben Songs plus zusätzliche Bildmontagen von Aufnahmen diverser Bühnenbildschirme, zwei in New York während der Proben aufgenommene Stücke sowie vier Videos zum Studioalbum 2009. Auf „Tour Of The Universe - Live In Barcelona” bieten Depeche Mode einen epischen Querschnitt durch ihre 30jährige Schaffensperiode. Die prickelnde Atmosphäre wird hier im Gegensatz zur letzten Live-DVD „Touring The Angel“ durch ruhige Kamerafahrten aus vielen Perspektiven perfekt eingefangen. Regisseur Russel Thomas sorgt für eine Show auf Weltklasse-Niveau. Meine Highlights sind „Wrong“, „Walking In My Shoes”, „It’s No Good“, „A Question Of Time”, „Precious”, „Jezebel”, „Home” (das Publikum singt am Ende des Songs weiter und Dave Gahan dirigiert die Menge), „Come Back“, „Policy Of Truth”, „Enjoy The Silence”, „Never Let Me Down Again”, „Dressed In Black” und „Stripped” . Bin Fan seit 1981 und sehr glücklich, die Harmonie in der Band zu sehen und zu spüren. Sympathisch auch, wie Dave im finalen „Waiting For The Night“ einmal seinen Einsatz verpasst und Martin so herzlich lacht … schön, dass es euch gibt.
www.myspace.com/depechemode
www.depechemode.com
www.mute.com




Ralf Hildenbeutel: Wunderland
(rebecca & nathan)


In den Jahren 1991 bis 1998 kam wohl keiner an den herausragenden Produktionen dieses Mannes vorbei. Ob man die ganzen Eye Q Klassiker oder die Alben von Sven Väth und Earth Nation hörte, überall hatte Ralf Hildenbeutel seine magischen Finger im Spiel. Krönender Höhepunkt war wohl der Goldmedal Award der New York Filmfestivals zum Soundtrack von „Hommage à Noir (1996), zuletzt begegnete ich ihm auf Cargo City’s Album „How to Fake Like You Are Nice & Caring” und bei der Filmmusik zu „Vincent will meer”, mit der er seine Vielschichtigkeit erneut unterstrich. Zwei Jahre nach seinem rein aus Streicher- und Klavieraufnahmen bestehenden Vorgänger „Lucys Dream“ knüpft der in Frankfurt und Paris lebende Produzent, Komponist und klassisch gelernte Pianist nun mit dem Album „Wunderland“ daran an, greift allerdings viel tiefer in die Instrumentenkiste: Während der letzten Jahre gesammelte Kuriositäten wie Toypiano, Organa-Orgeln oder die alte Geige des Grossvaters kamen diesmal genauso zum Einsatz wie Harfe, Akkordeon, Ukulelen, Gitarren oder das alte französische Glockenspiel. Das Streichquartett am Meer löst „Heimweh“ aus, und mit „From Elsewhere“ und der Klavier-Ballade „Nachtzeit“ wird es episch, während der Walzer „The Spirits That I Called“ mit Gastmusikerin Dorit Chrysler am Theremin ebenso zu gefallen weiss wie beispielsweise das rhythmusgeladene „The Feast“. Ja, wirklich alle 14 Stücke lassen eine eigene, vertrauensvolle Atmosphäre entstehen. Und so empfiehlt es sich, dieses „Wunderland“ als Ganzes zu begreifen und zu hören. „Elektro-akustische neo-klassisch und -romantisch cineastische Musik“, wie Ralf es passend umschreibt – oder einfach der perfekte Begleiter für lange Winterabende. Ganz grosses Kopfkino!
www.myspace.com/ralfhildenbeutel
www.myspace.com/rebeccaandnathan
www.ralfhildenbeutel.com
www.rebecca-and-nathan.com




Per Anders: Per Anders
(anders records)


Jörg Holdinghausen (Bassist der Band „Tele“) und der studierte Musiker Pola Roy (Drummer der Band „Wir Sind Helden“) ergeben zusammen den knarzend-romantischen Waldschrat „Per Anders“, dessen nordischer Name an die melancholische Naturstimmung in Skandinavien erinnert. Welchen Sound das Werk vermittelt, lassen auch die Tannen in der dämmerigen Schneelandschaft unter dem grau verschleierten Himmel auf dem Cover erahnen. Per Anders ist ja im Gegensatz zu vielen Beispielen aus der Tierwelt ein Sommerschläfer und nur im Winter aktiv. Und so tragen diese zehn Songs all den Nebel dieser Wälder in sich, haben Raureif im Bart und weite Lichtungen im Herzen. Durch Halleffekte, Klavier, Akustikgitarre und Streicher wird eine einzigartige Atmosphäre geschaffen. All die hauchzarten Lieder riechen nach frischem Holz und haben nichts mit dem Stil der Ursprungsbands zu tun. Vor allem Songs wie „Stay There“, „Seven Seas“ und „Last Winter“ sind mit Holdinghausens sanft rauem Gesang sehr gemütlich, in den Top-Balladen „Twilight“, „Better to Leave“ und „Sun Son“ bringt Judith Holofernes mit bislang ungewohnter lieblicher Stimme Licht in die so schön dunkle Musik. Per Anders ist ein phantastisch andersartiges Debüt gelungen, das vor dem unerbittlichen Grau der Großstadt schützen möchte und von langen Nächten und dunklen Tagen im winterlichen Wald vor Berlin erzählt. Man möchte dem Mann auf dem Cover folgen – in eine kleine Holzhütte hinein und sich vom Kachelofen und diesen nebligen Songperlen wärmen lassen. Volle Packung Herbst & Winter.
www.myspace.com/perandersmusic




Kollektiv Turmstrasse: Rebellion der Träumer
(connoisseur recordings)


Die Farben der „Turmstrasse“ bei Monopoly haben sich im Laufe der Jahre immer mal wieder geändert, mit der Klangfarbe des gleichnamigen Kollektivs aus Hamburg verhält es sich ähnlich. Zielten ihre bisherigen Releases wie „Luechtoorn” oder „Grillen im Park” noch auf den Club ab, nehmen Christian Hilscher und Nico Plagemann für ihr Debüt-Album auf Connoisseur Recordings die Füsse vom Gaspedal. Mit „Rebellion der Träumer“ reflektieren die beiden ihre Entwicklung der letzten Jahre, greifen das Erlebte auf und zeigen das, was sie wirklich sind: Träumer. Mal melodisch, mal lautmalerisch weckt das Werk Assoziationen zu skandinavischen Künstlern wie Trentemøller oder Sigur Rós - „Northern Listening“ sozusagen - und zaubert akustische, märchenhafte Bilder in die Köpfe des Zuhörers. Tracks wie „Affekt“, „Sphäre“, „Schwindelig“, „Heimat“ und „Goldmarie“ bilden mit lieblichen Melodien und konturierenden Beats & Breaks gefühlsintensive Klanglandschaften, welche in „Kontakt“, „Deine Distanz“ und „Ein Teil von Dir“ von einer betörende Frauenstimme bereichert werden. Doch das Album sollte am besten komplett gehört werden, denn die durch stimmungsgewaltige Interludes verbundenen Stücke folgen einer lebhaften Dramaturgie. Inzwischen hat diese „Rebellion“ diverse Künstler, Filmemacher und Graphik-Designer inspiriert, an der Visualisierung einiger Stücke zu arbeiten. Die Ergebnisse werden nach und nach auf der extra dafür ins Leben gerufenen Webseite rebellion-der-traeumer.de zu finden sein. Herbstliche Ambient-Vibes - mit viel Liebe serviert!
www.myspace.com/turmstrasse
www.rebellion-der-traeumer.de
www.connaisseur-recordings.com




Bachar Mar-Khalifé: Oil Slick
(infiné)


„Oil Slick“ ist ein mittlerweile geläufiger Begriff für ein tragisches Ereignis, immer unbeabsichtigt. Um zu zeigen, dass das Leben tägliche Verantwortung bedeutet, hat der in Beirut geborene Komponist der vieldeutigen Zwischentöne seinem Debut-Album diesen Titel gegeben.
Gemeinsam mit drei Kommilitonen, seinem Bruder Rami Mar-Khalifé (Klavier), Aymeric Westrich (Schlagzeug, Synthesizer) und Alexander Angelov (Bass, Hintergrundstimme) verweist Bachar Mar-Khalifé auf seine libanesischen Wurzeln, was sich nicht zuletzt in den arabischen Gesängen und den prägnanten folkloristischen Elementen manifestiert. Seine sechs Parabeln entwerfen eine moderne Definition von Kammermusik und konstituieren zusammen eine musikalische Anthologie der Menschheit. Das mal melodiöse, mal schräge Klavierspiel in „Progeria“ (frühzeitige Vergreisung) krempelt ein Schlaflied um. Auf „Distance“ verwandeln sich die Töne in Liebkosungen, sanft geschaukelt von der emotionalen Geschichte einer verbotenen Liebe und der Suche nach einem neuen Eden. Zusammen mit seiner palästinensischen Freundin Lita Jana feiert Bachar in „Around the Lamp“ wollüstig aber diskret die Freuden der Sinnlichkeit. „Marée Noire“ (Ölteppich auf Französisch) ist ein Liebesbrief ohne Adressat und versinkt in einem dunklen See aus Schmerz und Bedauern. In „Democratia“ zählt Bachar die Namen politischer Gefangener auf, die aufgrund ihres Kampfes für Freiheit eingesperrt wurden, bevor er mit „NTFntf‘“ die dramatische Natur musikalischen Ausdrucks illustriert. Ein avantgardistischer Mix aus klassischer Musik, moody Soundscapes, hörspielartigen Sequenzen und cinematoskopischen Momentaufnahmen aus dem sensorischen Gedächtnis eines echten Klangmagiers. Auch auf InFiné und für Klavier-Liebhaber ein Genuss: Francesco Tristano’s exzellentes „Idiosynkrasia, aufgenommen und produziert an geschichtsträchtiger Stelle von Carl Craig im Planet-E-Studio in Detroit.
www.myspace.com/bacharmarkhalife
www.myspace.com/francescotristano
www.myspace.com/infinemuzik
www.bacharkhalife.com
www.francescoschlime.com
www.infine-music.com

Roly
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