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Cannabis in Kalifornien
Auf dem Weg der Legalisierung?
Publiziert am: 09.03.10 - Medienformen: Medienform Text

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Als der amerikanische Vorreiter in Sachen Cannabisgesetzgebung entwickelt sich der „Golden State“ Kalifornien langsam zum „Green State“ und ist somit zur Hoffnung für eine ganze Bewegung weltweit geworden. Mit liberalen Gesetzen ist es für Cannabispatienten zum El Dorado und Vorbild für eine neue Perspektive in Sachen freier Entscheidungsmöglichkeiten und einem immer offener werdenden Umgang mit der Pflanze Cannabis geworden, insbesondere in medizinischer Hinsicht.
Allein im Bundesstaat Kalifornien gibt es mittlerweile tausende so genannter „Medical Marijuana Dispensaries“, also mittlerweile fast so weit verbreitete Cannabisapotheken wie es „Seven Eleven“-Filialen gibt. Alleine im Großraum von Los Angeles haben Cannabispatienten eine Auswahl von über 1200 dieser zukunftsorientierten Kräuterabgabestellen. Schnell wird einem klar, warum die Cannabisindustrie die größte Industrie in Kalifornien geworden ist. Die Nachfrage solcher Abgabestellen steigt rapide.
Was benötigt ein Cannabispatient also, um in den Genuss dieser Apotheken zu kommen? Zum Glück ist die Prozedur recht unbürokratisch und einfach. Aufgrund der Sortenvielzahl beim Cannabis gibt es für fast jedes physische wie auch seelische Leid eine Cannabissorte, die helfen kann. Selbst bei chronischen Kopfschmerzen birgt Cannabis oftmals Linderung, und alles, was man dafür benötigt, ist ein Attest von einem der vielen lokalen Ärzte, die Cannabis als Medizin schon längst wieder anerkannt haben, bevor große Pharmakonzerne es jemals öffentlich zugeben würden. Die Gebühr für solch ein ärztliches Attest beträgt, abhängig von Bezirk und Arzt, zwischen US$ 30 – 100. Dies stellt für Cannabispatienten eine echte Alternative zum Schwarzmarkt dar. Dem illegalen Schwarzmarkt wird somit der Boden unter den Füßen weggezogen und seit Einführung der Medical Dispensaries sinkt auch die Kriminalitätsrate in verschiedenen Counties in Kalifornien. Man muss übrigens kein amerikanischer Staatsbürger sein, um in den Genuss einer „medical card“ zu kommen. Auch „Cannabispatienten-touristisch“ gesehen könnte sich Kalifornien zum neuen Holland entwickeln.

Steuereinnahmen in Milliardenhöhe

Neben den Patienten ist die Regierung des Bundesstaates am Pazifik sicherlich Hauptgewinner dieser Tendenz und Marihuanaraucher zahlen ihren Dank dieser Bewegung in Form von Steuern. Zwar sind die feinen Kräuter meist etwas teurer als auf dem Schwarzmarkt, doch gibt es erhebliche nicht zu unterschätzende Vorteile für den Konsumenten und Patienten:
Man bekommt in der Regel fachkundige Beratung bezüglich der Sorten, deren empfohlene medizinische Anwendung und der Wirkung.
Die Medizin ist sauber, nicht gestreckt und der Konsum somit viel sicherer.
Die Auswahl allein in einer durchschnittlichen Apotheke beinhaltet oftmals dutzende Sorten, wo kaum ein Amsterdamer Coffeeshop in Sachen Auswahl ernsthaft mithalten könnte.
Der Patient hat eine sehr sichere und angenehme Atmosphäre beim Einkauf seiner Cannabisblüten, anstatt wie früher sich beim illegalen Kauf selbst zu gefährden.
Der wirklich einzige Nachteil dieser Abgabestellen ist also der Preis der Produkte, der meist zwischen zehn und teils über 20 Dollar pro Gramm liegt. Eine Gesellschaft als Ganzes profitiert jedoch in jeder Hinsicht von diesem Phänomen und die Zukunft bezüglich Marihuana in Kalifornien sieht mehr als rosig aus. So hat die Organisation taxcannabis.org mittlerweile über 700.000 Unterschriften der Bevölkerung für die Abstimmung zur Legalisierung von Cannabis in Kalifornien gesammelt. Wenn nichts mehr dazwischen kommt, wird im November 2010 über die Legalisierung von Cannabis in Kalifornien abgestimmt. Die weltweiten Auswirkungen dieser Abstimmung im Herbst diesen Jahres sind noch gar nicht abzusehen und dies könnte durchaus der Schritt aus dem dunklen Zeitalter der Cannabisprohibition seit den 1930er Jahren werden, die den Menschen Unrecht, Kriminalität und Freiheitsberaubung gebracht hat.
Im Jahr 2010 scheint der berüchtigte, menschenfeindliche „War on drugs“ seinem Ende entgegenzugehen, doch ist bei Cannabiskonsumenten und –aktivisten Geduld schon immer eine wichtige Tugend gewesen. Die Tendenz ist jedoch eindeutig Pro-Cannabis: Mehr und mehr Personen der Öffentlichkeit und Gruppen der Regierung, Anwälten und Polizisten setzen sich heutzutage für eine Komplettrelegalisierung von Marihuana ein.

Auch das ist Kalifornien:
Rauchverbot für eine ganze Stadt

Da fragt man sich, was der Bürgermeister eines kleinen Städtchens namens Belmont in Nordkalifornien eigentlich verpasst hat. Ist die immer weiter schreitende Liberalisierung von Cannabis auf dem Vormarsch und lässt endlich mehr Gerechtigkeit und Freiheit walten, so ist dieses verschlafene Nest namens Belmont vermutlich so etwas wie die Hölle auf Erden für Nikotinabhängige. Erst vor kurzem, Anfang 2010, wurde nämlich in dem ganzen Städtchen das absolute, uneingeschränkte Rauchverbot ausgesprochen. Dies bedeutet konkret: Rauchverbot überall. Weder in öffentlichen Gebäuden, noch auf der Straße, und, ob man es glaubt oder nicht, selbst im eigenen Zuhause ist das Rauchen von Zigaretten verboten und wird mit Bußgeldern geahndet. Wem das noch nicht reicht, muss sich zu Gemüte führen, dass in lokalen Zeitungen die Bewohner dazu angehalten werden, ihre womöglich (Zigaretten)rauchenden Nachbarn bei der Polizei anzuzeigen. Wer dies nicht tut, mache sich strafbar und wird selbst mit empfindlichen Bußgeldern bestraft. Diese auch in unserer heutigen Zeit stasi-ähnlichen Praktiken stehen also in totalem Gegensatz zur derzeitigen Entwicklung der Cannabisbewegung. Und doch passiert dies alles in Kalifornien. Weitere Städte und Gemeinden in den Vereinigten Staaten haben bereits reges Interesse an diesem Pilotprojekt gezeigt. Die Dummen sind nun die zigarettenrauchenden Bewohner von Velmont. Ein landesweites komplettes Rauchverbot wird von manchem Politiker in den USA mit glitzernden Augen gesehen.
Natürlich ist dem aufgeklärten Leser bewusst, dass der Konsum von Zigaretten oder Tabak alles andere als gesundheitsfördernd ist, doch geht es hier um viel mehr als nur um das Rauchen. Es geht darum, als erwachsener, mündiger Bürger seine eigene Entscheidung zu treffen und sich dies durch keine Regierung diktieren zu lassen. Denn demokratisch ist anders. Vielleicht werden wir in Zukunft also eine noch merkwürdigere Situation erleben, wenn wir die Entwicklung von Cannabis auf der einen Seite und Zigarettenpolitik auf der anderen Seite weiterverfolgen, ähnlich wie beim erlaubten Marihuanapurkonsum in Coffeeshops in den Niederlanden, wo jedoch immer noch das geltende Zigarettenrauchverbot entgegensteht. Viele drogenpolitische Gesetze scheinen aus reiner Willkür von Einzelnen entstanden zu sein und die Leidtragenden sind die Bürger, die Steuern zahlen und diese Politiker in ihre Ämter wählen. Und eine Wahl hat man ja schließlich immer… In diesem Sinne, viva California.





Waldmeista
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