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Kannabis ist Cultur

Das Verbot psychoaktiver Substanzen ist Scheinheiligkeit in Reinkultur.
Publiziert am: 03.05.10 - Medienformen: Medienform Text

Während seit mehr als 40 Jahren der Krieg gegen die Drogen verzweifelt geführt wird, gehören Drogen seit Gedenken zum Leben der Menschen dazu. Die Kultur des Menschen hat ihren Ursprung den Veränderungen im Bewusstsein zu verdanken, die unsere Vorfahren dazu gebracht haben, Dinge anders zu betrachten und sie nutzbar machen. Neugier gehörte zu den Tugenden des Homo Sapiens Sapiens, die ihn durch vorsichtige Herangehensweise zu neuen Erkenntnissen führte, anstatt ihm zu schaden. Denn der Überlebenstrieb ist seit der Entstehung des Lebens unverändert. Der Trieb nach Forschung und Entwicklung ist dazu ein notwendiger Motor der menschlichen Entstehungsgeschichte.

Die Beschäftigung mit der äußeren Welt führt zu der Beschäftigung mit einer inneren Welt, die sich im Individuum findet. Der Dialog beider führt zu Fortschritten, die wir in unserer Kultur festigen und in denen wir Kunst erkennen können.

Doch warum schätzen wir diese Kulturen mit ihrer Kunst? Ist es der einfache Genuss an Sinnesstimulanz, das Bewusstsein eine universelle Sprache zu verstehen oder die Freiheit unsere physikalischen und psychologischen Grenzen durchbrechen zu können, sei es nur für einen Augenblick?
In Hochkulturen werden Künstler und kreative Köpfe geschätzt wie keine anderen. Dies wird der Allgemeinheit regelmäßig durch die verschieden Gehaltsklassen sowie pompös inszenierte Preisverleihungen bestätigt. Die vergangenen Helden und Weltbeweger unserer Erde sind in Bibliotheken und Galerien beheimatet und werden noch Jahrhunderte nach ihrem Dasein bewundert. Meist stehen die Werke, Aussagen, Stücke und Handlungen dieser Persönlichkeiten im Vordergrund, jedoch gestalten sich die Biografien dieser Menschen oft als erklärende Wegweiser zu deren vollbrachten Taten. Wie viele dieser Menschen das BtmG in ihrem Werdegang gebrochen hätten oder sogar haben, stellt sich hier als kulturelles Erbe unserer Dichter, Denker und Idole dar.

Fast jede Berühmtheit hatte Kontakt mit Substanzen, die laut Betäubungsmittelgesetz verboten sind, oder sie waren während ihres Lebensweges regelmäßig betrunken.
Heiler und Medizinmänner der Vergangenheit konnten mit gewissen Kräutern und Herstellungsverfahren teilweise ähnliche Ergebnisse erzielen, wie sie die heutige Pharmaindustrie durch chemisch aufwendige Verfahren erwirkt. Diesen derzeit legalen Produkten sind heutige Prominente ebenso oft zu getan wie ihre Kollegen, die zu allen Zeiten auf alternative Medizin zurückgriffen.
Eindeutig bleibt nur, dass der Mensch zu gerne etwas mit seinem Geist anstellt, wovon er ohne äußerlichen Einfluss nur wage Vorstellungen besitzt.

Der Mensch und seine Kultur sind mit den Ausflügen in erweiterte Sphären durch Substanzgebrauch seit Jahrtausenden verbunden. Die Verbote der letzten 40 Jahre stehen in diesem Kontext nur als alberne Straßenbegrenzungen auf unserem Weg des Begreifens. Das Beibehalten und versteifte Anwenden dieser „jungen“ Regeln zeigt nur die Machtlosigkeit unserer kurzzeitig gewählten Vertreter des Volkes. Denn während auf der einen Seite versucht wird Konsum zu unterbinden, sogar einfache Pflanzen verboten werden und eine Diabolisierung vorangetrieben wird, werden den Konsumenten, die sich durch besondere Taten beweisen durften, die Gehälter erhöht, ihr Wert auf dem Markt verbessert oder man ehrt sie mit einem Preis und baut ihnen ein Denkmal.

Drogen gehören zum Leben.

Wenn man sich in den letzten einhundert Jahren die Gesichter unserer Geschichte näher ansieht, muss man feststellen, dass kaum einer ein abstinentes Leben führen konnte, wollte oder führt.

Bevor die heutigen Gesetze in Kraft traten, waren Anwender der alten Medizinschule wohl besuchte Heiler. Eine Hildegard von Bingen als Dealerin zu beschreiben würde wohl keinem noch so prohibitionistischem Vertreter unserer Gattung einfallen. Stattdessen haben wir sie als fortschrittliche Medizinerin mit besonderem Gespür für natürliche Wirkstoffe in Erinnerung behalten. Einen Louis “Sachmo” Armstrong als kiffenden Trompeten-Neger zu betiteln, dürfte auf dem Niveau eines unterbelichteten Klu-Klux-Klan Mitglieds aus den 50er Jahren liegen. Ihn als charmante Jazz-Legende in Gedenken zu halten ist dagegen selbstverständlich. Den US-Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Barack Obama als verstörten Killerkrautkonsumenten nur mit der Kneifzange zu behandeln, würde wohl selbst dem konservativsten Politiker nicht im Traum einfallen. Diese drei Beispiele sind bloß eine klitzekleine Spitze des Eisbergs der oberen Zehntausend, die sich ebenso wie die restliche Bevölkerung eher zwischen der bestehenden Gesetzeslage windet, als sich von ihr verstanden fühlt. Dennoch gelingt es diesen Personen tausende und abertausende Mitmenschen zu begeistern, sie für sich schwärmen und ihnen nacheifern zu lassen. Wir schätzen die ehrlichen Werke, Stücke und Aussagen eines emotionell aufrichtigen Menschen um ein vielfaches mehr, als die Versuche eines Mitläufers mit aufgestellten Regeln konform zu werden, während er dabei seine Persönlichkeit entstellt. Kunstwerke und große Taten werden nicht verstanden, da sie sich an Regeln halten, sondern weil sie über ihnen stehen und sie definieren. Eine Sprache, die durch all unsere Sinne verstanden wird. So etwas kann nicht überwacht und durch den Gesetzgeber beliebig angepasst werden. Was dem einen dabei sein Feierabendbier, ist dem anderen nur ein unangenehmer Geschmack im Mund. Variationen zu unterbinden war schon immer nur ein trügerischer Versuch die Kontrolle zu wahren und eigene Interessen zu priorisieren. Eine Methode, nach der unsere Welt nicht funktioniert. Der Artenreichtum und die Vielfalt auf unsere Erde spricht nicht die Sprache der Monotonie und der Einhaltung von Grenzwerten.

Die Durchmischung ist die Grundlage für neue Substanz.
Dieses haben die meisten Persönlichkeiten, bekannt oder unbekannt, verstanden.

Daher nutzen sie das Potential, das ihnen innerlich wie eben auch äußerlich gegeben wird.

Sich von starren Reglements die Freiheit der eigenen Wahl nehmen zu lassen, ist für Freidenker, Steuermänner und schaffende Kreative einfach keine Möglichkeit ihr Dasein zu fristen und Unentdecktes unentdeckt zu lassen. Ein Pablo Picasso hat seine eigenen Grenzen mit Haschisch auf einem schlechten Rausch erkennen und wohl erst dadurch die Sprengung der möglichen Wahrnehmung vorantreiben können. Der Kubismus entstand.

Einem Bill Gates eine Verhaftung, wahrscheinlich wegen geringer Mengen Cannabis, vorzuwerfen, würde keinem amerikanischen Sheriff - und sei er noch so texanisch - in den Sinn kommen. Der gestandene LSD Konsum des Microsoft Bosses sollte der Karriere des vielleicht einflussreichsten Mannes unserer Erde ebenso wenig geschadet haben. MS-DOS Anyone?

Menschen, die unsere Welt durch ihren Einfallsreichtum und ihr Abstraktionsvermögen formen, sind den Gesetzen des Zeitgeists eher verbunden als den Gesetzen der Politik.
Wir sollten uns fragen, wo unsere Welt stünde, wenn wir Regeln nicht ändern würden und Menschen nur nach deren Konformität mit dem Gesetz beurteilen würden? Was macht wohl ein Paolo Pinkel am heutigen Tag? Darf jemand mit einem solchen Hintergrund überhaupt erneut öffentlich die Moralkeule schwingen? Er tut es jedenfalls und es schadet nicht. Hier sieht man eindeutig die Scheinheiligkeit unserer Kultur und unseren Kulturschaffenden. Es ist nicht von Bedeutung, ob der Mensch seinen Geist mit Hilfsmitteln stimuliert, solange er dabei den Kern und eigentlichen Grund nicht aus dem Auge verliert - Entwicklung der Kultur und ihr Fortschritt. Oder Einsicht und Reue wie im Falle von Herrn Pinkel, die dann aber letztendlich zum erstgenannten Ergebnis führen sollte.

Wenn ein Jimi Hendrix “Purple Haze” spielt, die Beatles im gelben Unterseeboot tauchen gehen, während Alice im Wunderland einer rauchenden Raupe lauscht, Hanfsegel Amerika entdecken, und ein Ötzi in Hanf gehüllt einen Gletscher erklimmt, dann scheinen einem die Artikel des Betäubungsmittelgesetzes, die den Anbau, Besitz und Handel von Hanf verbieten als eine amüsante Idee eines Stoner Heads, der ausgerechnet seine Unsinnigste in die Wirklichkeit umgesetzt hat.

Hier liegt der Handlungsbedarf der Regierenden. Realistische Gesetze, die keinen Versuch darstellen, Menschen an ihrer Entfaltung zu hindern und sie im friedlichen Verhalten zu begrenzen, müssen entwickelt und umgesetzt werden. Das Bekenntnis eines Menschen zu seinem Hanfkonsum ist einfach kein Grund, ihn schlechter zu behandeln oder ihm weniger zuzutrauen. Hanfkonsum gehört zur Kultur, Hanfkonsum ist Kultur und Hanfkonsum besitzt Kultur. Nur der illegale Schwarzmarkt stellt unsere Dichter, Denker und Idole sowie uns selbst vor Schwierigkeiten und Gefahren, die uns mehr als einmal stark an dem kulturellen Verständnis der staatseignen Wagenlenker zweifeln lassen. Die Kulturpflanze Hanf ist mehr als ein verbotenes Gewächs. Sie ist ein nicht zu verachtender Bestandteil unseres Lebens und ein vielseitig einsetzbarer Rohstoff dazu.

Diesen zu verdammen heisst unsere Kultur zu verdammen.
“Und wenn ihr denkt, Drogen hätten uns nichts Gutes gebracht, dann nehmt all eure LP´s, Kassetten & CD´s und verbrennt sie!” Bill Hicks (US-Komiker)

Weitere bekennende Hanfkonsumenten unserer Geschichte:

Stephen King (erfolgreicher Autor): „Hanf sollte nicht nur legal sein, er müsste die Baumwollindustrie ersetzen. Ausserdem könnte man Gras unter legalen Anbaubedingungen sicherlich noch verbessern.“

Arnold Schwarzenegger (Schauspieler / Gouverneur Kalifornien): „Hanf ist keine Droge, es ist ein Blatt.“ / „Cheech Marin und ich wussten, wie man es sich gut gehen lassen kann.“

Jack Nicholson (Schauspieler): „Meine unpopuläre Meinung: Drogen zerstören das legale System und korrumpieren die Polizei. Das liegt aber eindeutig an der repressiven Gesetzeslage.“

Robert Altman (Regisseur): „Ich war starker Alkoholiker, was mein Herz wie mein Leber angriff. Nun rauche ich Marihuana und sage das jedem. Es sollte legal sein und es ist lächerlich, dass es das derzeit nicht ist.“

Norman Mailer (Schriftsteller / Pulitzer Preis): „Der Zustand auf Marihuana ist immer existentiell. Man fühlt die Prägnanz eines Momentes und wie er alles verändert. Du fühlst dein Sein, den enormen Apparat der Nichthaftigkeit - das Summern eines Hi-Fi Sets, die Leere einer unwichtigen Unterbrechung, man wird sich bewusst über den Kampf zwischen allen, wie das Nichtsagende in jedem von uns versucht das Sein im anderen anzugreifen, wie unser Sein im Gegenzug von der Nichthaftigkeit anderer angegriffen wird.“
Sir Paul Mccartney (Beatle): „Valium ist gut! Librium ist gut! Cannabis ist schlecht!” Ohhh, ich hasse diese unbegründete Aussage!“

William f. Buckley (Ex-CIA-Mitarbeiter/konservativer Autor):
„Die Anti-Marihuana-Kampagne ist ein geschwürartiges Gedeck von Lügen, welche die Justiz untergräbt, die Drogenproblematik verstärkt, Kranken Medizin verwehrt und nur die Angst von konservativen Gutmenschen und zahllosen ängstlichen Eltern schürt.

Bill Clinton (ehem.US-Präsident): „Unsere Eindämmungspolitik ist kontraproduktiv.“

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