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Gebt den Hanf frei – für Senioren

Ulli Wickert (65) und Peter Lustig (73) haben es getan, ebenso Jürgen Drews (65), Hans Eichel (68) und Gregor Gysi (62): Sie alle haben sich illegal Haschisch in die Nase gespritzt. Und da gehört es auch hin, denn die kiffenden Greise wissen: Haschisch ist die Hefe des Denkens.
Publiziert am: 10.01.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Sadhu van Hemp
Glow

Dass Cannabisprodukte jung halten, ist ein offenes Geheimnis in der Seniorenszene (Willst du Herz und Leber schonen, musst du Haschisch schmoken!). Ob auf Bahnhöfen oder Spielplätzen, überall sind sie unterwegs, von der Haschsucht zerfressene Tattergreise, die nach Knaben Ausschau halten, um ihre Sucht zu befriedigen. Ein Fall für RTL und Freifrau von und zu Guttenberg könnte man denken, aber falsch. Vielmehr sind unsere Opas und Omas leichte Opfer schwarzarabischer Kinderdealer, die im Auftrag Osama bin Ladens die Alten ins Gebüsch locken und ihnen den Stoff verhökern, der lustige Beine macht. Dass der Handel und Besitz des Teufelskrauts in Deutschland mitunter höher bestraft wird als Totschlag, Bankraub und Vergewaltigung, kümmert die agilen Grauköpfe wenig. Wer keinem minderjährigen Btm-Fachhändler seines Vertrauens traut, der pflanzt sein Haschgift halt in aller Stille unter Kunstlicht selber an oder fährt mit der Bahncard 55 plus ins Einkaufsmekka nach Amsterdam.
Es ist nicht mehr zu leugnen: Der Anti-Hasch-Krieg ist verloren! Die Strategen in Sachen Rausch und Sucht, denen das Hanfverbot von 1958 bislang genutzt hat, denken angesichts der demographischen Entwicklung um, denn legale Joints, Haschpillen und Hanfbiere für Senioren würden den Unternehmen milliardenschwere Gewinne garantieren. Das Merkel-Westerwelle-Regime steht unter Druck, denn insbesondere die Pharmariesen fordern einen Ausgleich für die durch die vermurkste Gesundheitsreform entstandenen Defizite. Bayer Schering hat bereits ein THC-Mundspray auf den Markt geworfen, das Lahme und Blinde in Kanada heilt. Um aus dem Monopol auf die Wundermedizin tüchtig Profit zu schlagen, ist eine Zulassung im Land der Hypochonder und Pillenschlucker zwingend erforderlich.
Ein Blick nach Amerika reicht, die Zeichen der Zeit zu erkennen. In Kalifornien haben die Prohibitionskrieger der Politik nämlich längst die Waffen gestreckt, vorneweg der gerade pensionierte Gouverneur und passionierte Alt-Kiffer Arnold Schwarzenegger (63), der schon vor Jahren im Falle einer kompletten Freigabe des Zauberkrauts dieses kräftig besteuern wollte, um den bankrotten Golden State zu sanieren. Dass der von Politikern und cleveren Multimillionären angezettelte Volksentscheid zur Marihuana-Freigabe knapp scheiterte, war zwar ein Rückschlag für die Hanfaktivsten, aber das lag daran, dass viele Hochleistungskiffer mit der Ohnmacht des Staates ganz gut leben können und der Urne fernblieben. Schließlich ist der gegenwärtige Verfolgungsdruck nicht höher als beim Falschparken. An der Universität Oaksterdam können Haschsüchtige sogar das Fach „Earth Friendly Cannaculture“ studieren, mit dem Ziel, später als promovierter THC-Doktor den Hanf solange genetisch zu manipulieren, bis fertige Joints an den Zweigen wachsen. Außerdem ist Marihuana als Medikament längst verkehrsfähig. Ob Fußpilz, Hitzewallungen oder Ohrenschmalz, ein entsprechendes Rezept vom Arzt genügt, um sich in den zahlreichen Cannabis-Apotheken Kaliforniens mit dem Heilkraut gegen alles und nichts einzudecken. Aber nicht nur Amerikaner wie Bill Clinton (64) wissen um den medizinischen Nutzen der Hanfblüte, die bei homöopathischer Anwendung Körper und Geist entkalkt. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi (74) verabreicht sich und seinen Nutten schon seit Jahren Cannabis, denn der spätrömische Lustgreis genießt den Beischlaf gerne ohne Gleitcreme und Viagra.

Unsereins kann sich da nur wundern. Stand doch bislang das orientalische Gift in dem Ruf, bei einmaliger Einnahme unweigerlich zu Heroinsucht, Wahnsinn und Debilität zu führen. Bestes Beispiel ist der Ex-Präsident der Vereinsamten Staaten George Bush (64), der in jungen Jahren immer dann zum Joint griff, wenn der Whisky alle war. Jahrelang lagen uns die SPD-Spaßbremsen Bätzing und Caspars-Merck in den Ohren, die der Bevölkerung absolute Drogenabstinenz predigten. Von der Bildzeitung bis zum Tagesspiegel, wenn es eine Lüge über Cannabis zu verbreiten gab, dann schockten uns die Fachspezialexperten mit kiffenden Kindern und erfundenen Haschtoten. Die Spezies der quarzenden Rentner, die ihre altersbedingten Wehwehchen mit einem Gute-Nacht-Joint lindern, existierten bis dato nicht in diesem unserem Vaterland, sondern nur in Schurkenstaaten wie Holland. Doch plötzlich ist die totgeschwiegene Zielgruppe der senilen Hanffreunde für Industrie und Handel relevant. Stuttgart 21 und Gorleben zeigen, dass unsere Senioren noch längst nicht fertig haben und sich überdies mit den Juniorkiffern verbünden. Während die Arbeitsfähigen dieser Gesellschaft pünktlich zum Feierabend brav das Gehirn in Alkohol einlegen und sich von Kerner, Jauch und Beckmann die angeordnete Weltanschauung verabreichen lassen, spielen Opa und Enkel unbehelligt im Keller „Wir bauen eine Hanfplantage“, um sich ein schönes Taschengeld hinzuzuverdienen. Mittlerweile spricht sich der Netto-Nebenerwerb auch unter den Hartzis herum, die sich vom JobCenter die als Champignonzucht beantragte Ich-AG sponsern lassen.

Dass dieser Wildwuchs so nicht weitergehen kann und die Hanflüge nicht mehr zu halten ist, leuchtet langsam auch den Spritbirnen und Koksnasen im Reichstag ein, zumal die Zulassung von THC-Mundsprays und synthetischen Haschpillen dem Klientel der notleidenden Ärzte und Apotheker eine tüchtig sprudelnde Geldquelle erschließen würde. Wen überrascht es also, dass die FDP voranprescht und mit dem als Sparpaket getarnten Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes ganz nebenbei auch Cannabis genehmigen will – als Medizin. Die Pharmamonopolisten jammern zwar über Röslers Gesundheitsreform, die angeblich auf dem Rücken der Patientin ausgetragen wird, reiben sich aber insgeheim die Hände in Hinblick darauf, schon bald auch Cannabispräparate ins Drogensortiment aufzunehmen – gemeinsam mit traditionellen Heilkräutern, für die die EU eine Vereinheitlichung im Zulassungsverfahren betreibt – zu Gunsten der Pharmabuden. Die geplante Genehmigung THC-haltiger Medikamente ist dabei nur ein Abfallprodukt des von der Regierung großspurig angekündigten Paradigmenwechsels, der keiner ist. Das neue Gesetz ist eine üble Mogelpackung, die darüber hinwegtäuschen soll, dass die Pillendreher auch weiterhin ihre Drogen auf dem weltweit größten Markt im Pro-Kopf-Verbrauch testen und sich tüchtig bereichern dürfen. Deutsche Apotheker verhökern schon jetzt 29 000 Tonnen Arzneimittel pro Jahr – kein Wunder, dass runde 90% der Patienten von ihrem Arzt zum Abschied ein Rezept in die Hand gedrückt bekommen. Allein die gesetzlichen Kassen gaben 2009 rund 32 Milliarden Euro für Medikamente aus, 5,3 Prozent mehr als 2008!
Nun sollen die erwachsenen und altersmorbiden Kiffer rekrutiert werden, um dem illegalen Cannabismarkt die Kundschaft zu entziehen. Das Konglomerat aus FDP und Pharma-Lobby stößt jedenfalls bei den Christdemokraten auf keinen nennenswerten Widerstand, THC-Präparate als Arznei zuzulassen. Vor allem die Rechenkünstler des CDU-geführten Bundesfinanzministeriums haben bereits ihre Montblanc-Füller gezückt und malen sich hohe Steuereinnahmen aus, zumal die Angst mitschwingt, dass immer mehr Nikotinjunkies sich vor der Tabaksteuer in Gras flüchten, weil diese Rauchware gesünder und vor allem abgabenfrei ist. Eine Besteuerung des Heilkrauts ist langfristig unumgänglich, was allerdings eine gesetzliche Freigabe als Medikament voraussetzt. Die Aufgabe von Politik und Medien ist es nun, die kiffenden Greise in die staatsbürgerliche Pflicht zu nehmen und langsam darauf vorzubereiten, von Straßenhasch und Eigenanbau auf Pharmaprodukte umzusteigen. In nicht allzu ferner Zukunft werden wir dann unserem Arzt ein Rezept aus dem Kreuz leiern und damit zum Apotheker flitzen, der uns gegen Rezeptgebühr und Medikamentenzuzahlung ein besteuertes Zäpfchen mit synthetisch hergestelltem THC andreht. Und wer eignet sich für diese Handels- und Konsumform besser als unsere drogensüchtigen Rentner, die immer älter werden und es bequem mögen? Dass diese Vision nicht die der Hanffreunde ist, die sich seit Jahrzehnten für eine generelle Hanffreigabe einsetzen, bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung.

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