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Wasser, Luft und Liebe ... dazu noch ein paar Nährstoffe

Die große Hydroponik Serie im Hanf Journal
Publiziert am: 10.01.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: KIMO
Text & Fotos: KIMO

Vorab: Die Grundlagen

der Herr Heinrich von, zu und „auf Hydro“. In Growerkreisen wird diese Art, indoor anzubauen, wie ein Adelstitel geführt. „Baust du noch auf Erde oder schon auf Hydro an?“ ist oft eine der erst gestellten Fragen in einer gemütlichen Kleingärtnerrunde. Aber die langjährige Arbeit als Growshopper haben mich gelehrt, dass viele, die aus hydroponischen Medien anbauen, weder Zeit noch Arbeit sparen und zudem keine besseren Erträge haben, als ihre Kollegen, die auf natürlichen Medien growen. Das liegt fast immer an der falschen Handhabung, denn ein hydroponischer Grow, egal auf welchem Medium, bedarf einer genauen Vorbereitung sowie gärtnerischen Grundwissen. Wer das nicht hat und sich auch nicht anlesen kann oder möchte, sollte die Finger von Steinwolle & Co lassen und sich ein vernünftiges Erde-SetUp besorgen. Denn, anders als oft behauptet, können auf Erde in der gleichen Zeit genauso gute Erträge wie auf allen hydroponischen Medien erzielt werden. Dazu muss man allerdings auch auf Erde sehr aufwendig arbeiten. Wer an diesem Punkt angekommen ist, also bei aufwendigen Erd- oder Kokosgrows die 1Gramm/Watt „Schallmauer“ erreicht, ist reif für einen Hydro-Grow. Wer jedoch meint, eigene Unzulänglichkeiten eines Erdgrows einfach auszugleichen, indem sie/er auf Hydro umsteigt, wird noch höhere Einbußen haben als zuvor auf Erde, denn: Hydro verzeiht wenig.
Die beste Vorbereitung auf einen „echten“ Hydro-Durchgang ist ein Zwischendurchgang mit Kokossubstrat, da man sich schon einmal ans penible Messen von EC- sowie pH-Wert gewöhnen sowie die Installation und den Umgang mit der automatischen Bewässerung üben kann, die später dann bei den Hydro-Systemen unumgänglich wird. Denn, anders als reine Hydro-Systeme, verzeiht Kokos den ein oder anderen Fehler.
Es gibt auch immer wieder echte Greenhörner, die partout und gleich hydroponisch loslegen wollen. Denen sei gesagt: Haltet euch penibelst an die vorgebenen Parameter und Werte, bleibt sauber (putzen, putzen, putzen und auf die Werte achten!) und l e s t !
Hydro-Systeme und Schadinsekten gehen gerne symbiotische Beziehungen ein, denn wo das Medium selten gewechselt wird, halten sich die Eier umso besser. Aeroponische Systeme bilden hier eine Ausnahme sind, dazu dann im übernächsten Teil.
Denn Hydro ist nicht gleich Hydro, gibt es doch eine Vielzahl unterschiedlichster Varianten: Steinwolle in den unterschiedlichsten Formen, Osasis-Flocks, Hydrokorrels, ganz ohne Medium (aeroponisch), als Bausatz oder Plug‘n‘ Play, als Selbstbau-Variante aus dem Baumarkt, organisch oder mineralisch, die Auswahl ist selbst für erfahrene Grower kaum überschaubar. Von ein paar unrühmlichen Ausnahmen abgesehen, die ich hier jedoch nicht nennen will, gilt: Je besser und arbeitssparender ein System ist, um so aufwendiger und kostenintensiver ist sein Kauf oder ein Eigenbau. Der Lohn ist dann die Zeit, die man durch das Wegfallen von Gießen und Schleppen spart. Trotzdem kosten Messen, Regeln, Wasser wechseln und andere Pflegetätigkeiten gerade bei kleinen Systemen genauso viel Zeit wie paar Pflanzen zu gießen. Bei kleineren Anlagen kann ein Hydro Set-Up aber den Spaß- und Lernfaktor erhöhen, es spart aber definitiv erst ab einer Größe von mehr als zwei Lampen richtig Zeit.
Fast jedes Hydro-Medium erfordert, je nach Wasserspeicherfähigkeit, eine unterschiedliche Pflege. Allgemeingültige Pflegehinweise sind deshalb für Hydro-Fans schwerer zu vermitteln als für Indoorgärtner/innen auf Erde oder Kokos. Ich habe deshalb eine Unterteilung in vier Kategorien vorgenommen:

- Steinwolle und andere, gut speicherfähige, hydroponische Medien
- Hydrokorrels, Seramis und andere, schlecht speicherfähige, hydroponische Medien
- NFT-Nährfilm-Fließ-Technik und ähnliche Systeme
- Growen ohne Medium (Aeoro- und Bioponik)



Hydrokorrels - Foto: Archiv

Genaueste Vorbereitungen für ein passendes Set-Up
Hydro kommt von „Wasser“


Die Vorbereitung sieht bei allen Varianten der Hydroponik ähnlich aus. Vor der Wahl der Ausstattung sollte man sich über die Qualität des zu verwendenden Wassers informieren und ein paar grundlegende Dinge besorgen, die für jeden Hydro-Grow notwendig sind. Der pH- und der EC-Wert sind mit den entsprechenden Geräten, die es anzuschaffen gilt, schnell ermittelt. Die Wenigsten aber achten auch auf den Härtegrad ihres Wassers, der aber ist mit entscheidend für das optimale Gelingen.
In Deutschland unterscheidet man zwischen „weich“ (0- 7 Grad deutsche Härte), „mittelhart“ (7-14 dH) und „hart“ (14-21 dH). Wie hart ein Wasser ist, hängt vom Kalkgehalt ab und der wirkt sich wiederum auf den pH-Wert und auf die Nährstoff-Aufnahmefähigkeit der Pflanzen aus. Reguliert die Nährlösung auf den gewünschten pH-Wert ( 5,5-6,0), ändert das nichts am Kalkgehalt. Ist zuviel Kalk im Wasser, können pH- und EC-Wert noch so gut sein, die Pflanze wird nicht optimal mit Nährstoffen versorgt, obwohl davon ausreichend in der Nährlösung vorhanden sind. Ist das Wasser aus der Leitung „hart“, so sollte man es mit „weichem“ mischen. Das kann entweder gefiltertes Regenwasser oder Osmosewasser sein. Regenwasser sollte deshalb gefiltert werden, weil von draußen allerhand Unrat wie Insekteneier oder Schimmelpilze eingeschleppt werden können. Ein genaues Mischungsverhältnis hängt vom verwendeten Leitungswasser ab, als optimal für die Pflanzen ist ein EC-Wert von 0,2-0,3 mS nach dem Mischen.
Wem das zu kompliziert ist und wer trotz relativ hartem Wasser hydroponisch growen will, sollte darauf achten einen Dünger für hartes Wasser zu nutzen. Einige Anbieter von Drei-Komponenten-Düngern bieten diese Variante bei den Mikronährstoffen an. Drei-Komponenten-Dünger sind am Besten für jede Variante von erd- oder substratlosen Grows geeignet, da man durch die Kombination und unterschiedliche Mischverhältnisse den Dünger der jeweiligen Wuchs- und Blütephase genau anpassen kann. Den Härtegrad des Leitungswassers kann man einfach im Internet oder telefonisch beim örtlichen Wasseranbieter erfahren.
Der Nährstofftank sollte nicht allzu weit von einem Wasseranschluss entfernt stehen, ansonsten sollte ein Schlauch bereitliegen, einen Tank mit Eimern zu füllen ist oft anstrengender als Erde zu schleppen. Der Wasserschlauch der Pumpe sollte mit einem absperrbaren T-Stück und einem Schlauch zum Abpumpen versehen werden, damit für einen späteren Wasserwechsel nicht das komplette System abgebaut werden muss. Eine Umwälz- sowie eine Sauerstoffpumpe halten die Nährlösung frisch und algenfrei, ein Aquariumheizstab garantiert die richtige Temperatur von 19-20 Grad Celsius.

Hat man sich ein umfassendes Bild über die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gemacht, kann man besser einschätzen, welches Set-Up den persönlichen Lebensgewohnheiten und Vorlieben passt.



Aufgepasst:
Egal, ob man einen fertigen Bausatz kauft oder sich seine Anlage selbst zusammenbastelt, das Wichtigste ist, dass alle wasserführenden Verbindungen absolut dicht sind, Stichwort Wasserschaden. Experimente sind hier fehl am Platz. Desweiteren sollte man darauf achten, dass die verwendeten Materialien lebensmittelecht sind. Krebserregende Weichmacher und andere Schadstoffe werden auch von Pflanzen aufgenommen und könnten so in den menschlichen Organismus gelangen. In den bekannten Foren wie zum Beispiel www.growbook.de gibt es hervorragende Anleitungen für selbst gebaute Hydro-Systeme jedweder Art.

In der kommenden Ausgabe fangen bei unserer Vorstellung mit der wohl ältesten hydroponischen Hanf-Indoor Kulturmethode an, der Steinwolle.
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