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Mehr Bud pro Watt

oder weniger ist oft mehr
Publiziert am: 01.02.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: HC4L
Text & Fotos: HC4L
Bei Artikeln unserer tschechischen Mitarbeiter merkt man immer wieder, dass Grasanbau @home dort ein wenig lockerer gesehen wird als hierzulande, bei meinem Besuch in Prag hielt es der Hanfbauer noch nicht einmal für notwendig, die Rollos runter zu lassen, während er mir seine Pracht präsentiert hat. Hat halt wenig zu befürchten, anders als im deutschsprachigen Raum. Deshalb: Nur schauen, nicht nachmachen, es sei denn, ihr wohnt in einem Land, in dem der Anbau von Hanf liberaler geregelt ist.

„Angefangen hat es mit 18 Gramm unter einer 150 Watt HPS, irgendwann hat die nächste Armatur (400 Watt HPS) dann 220 Gramm geliefert, aber eine wirkliche Maximalausbeute sieht anders aus. Nach einigen Zuchtzyklen und vielen Versuchen mit allen möglichen Wundermitteln wurde mir klar, dass es nicht immer die Zutaten sind, die eine Pflanze ans annähernde Optimum bringen, sondern viel eher die Umweltbedingungen, die eine Zucht bietet.



Anfangs hatte ich, wie es bei vielen Newbees üblich ist, aus versamten Gras ein paar Samen gesammelt, die mich recht schnell mit dem neuen Hobby infiziert hatten. Der Plan stand, die Freundin zum Glück recht zuversichtlich hinter mir und endlich hatte die erste Box mit einer einfachen 400 Watt „Ausrüstung“ im Schlafzimmer ein neues Zuhause gefunden. Nachdem ich über verschiedene Methoden und allerlei Techniken gelesen hatte, wurde deutlich, dass ein Hobby wie die Cannabiszucht mehr ist als lediglich ein paar Zimmerpflanzen zu gießen. In dem Zelt mit einem Quadratmeter Grundfläche hingen ein günstiger Reflektor, ein relativ kleiner Tischventilator und wahrscheinlich der kleinste Aktivkohlefilter, den es im Growshop gegeben hat. Ich hatte mittlerweile begriffen, dass die Töpfe eine möglichst gute Drainage bieten und die von mir bevorzugte Erde gute Eigenschaften mitbringen sollten. Somit wählte ich 7 Liter Töpfe mit großen Ablauflöchern und ein Substrat aus dem Growshop mit 15 Prozent Perlitanteil. Ein Einkomponentendünger für Erdsubstrate mit extra zusätzlichem Phosphor für die spätere Blühphase hatte sich wegen der Bedienerfreundlichkeit ebenfalls auf der Einkaufsliste gefunden. Damit hatte ich dann nach relativ wenigen Durchgängen einen schönen Ertrag von durchschnittlich 250 Gramm an schönen sauberen Cannabisblüten geerntet.
Nachdem ich von der Sorte Double Fun, die immer in 8 Wochen reif war, genug hatte, wählte ich auf einem Messebesuch eine Sorte von White Label Seeds aus. Die Sorte, aus der ich eine Mutterpflanze züchten wollte, war relativ schnell gewählt, aber aufgrund der extrem abweichenden Blütezeit im Vergleich zu den Herstellerangaben bleibt diese mal ungenannt.



Nach einem Umzug in eine Wohnung mit kleiner Abstellkammer und dem hart ersparten zweiten Zuchtzelt für die Mamapflanzen, konnte ich endlich die Packung Samen aus dem Kühlschrank holen und loslegen. Aus der 10er Packung mit regulärem Saatgut konnte ich dann drei schöne Damen auswählen, der Rest war halt männlich oder sah einfach nicht so kräftig aus. Von diesen drei Damen wählte ich nach einiger Zeit vegetativer Phase meine Favoritin und bot ihr mit 250 Watt Metallhalogenlicht in einem Zelt mit einer Grundfläche von 80x80cm und einen ca. 30 Liter Topf ein schönes Leben. Nachdem ich genügend Ableger hatte, mich selber gut zu versorgen, fing ich an, die Ergebnisse zu protokollieren und konnte mir sogar das ein oder andere Experiment erlauben. Die Angabe von 7 bis 8 Wochen Blütezeit wurde leider überhaupt nicht eingehalten. Die Pflanzen, die ich vor der neunten Woche erntete, waren einfach nicht okay. Wirklich okay waren die Pflanzen erst nach der elften oder gar zwölften Woche. Ich war schon etwas enttäuscht, aber wenn schon solch eine lange Blütezeit erforderlich ist, dann möchte ich doch wenigstens einen ordentlichen Ertrag bekommen.
Das Blütezelt war immer noch das erste mit einer Grundfläche von 100x100 cm. Das klappte alles ganz gut, bis ich an eine Grenze von ungefähr 330 Gramm gestoßen bin. Ich habe ganz am Anfang die pH-Werte gemessen und wollte möglichst genau arbeiten. Deshalb habe ich auch Säure zur pH-Wert Korrektur ins Gießwasser gegeben. Das allerdings brachte irgendwie nichts. Vielleicht findet der ein oder andere es wirklich zwingend, das Wasser auf Erde mit pH-Wert Korrektoren anzureichern, aber für meine Pflanzen bot das nicht viel. Immerhin schreibt auch der von mir bevorzugte Düngerhersteller, dass es auf Erde nicht nötig ist, und in Benutzung mit ihrem Dünger überflüssig sei. Also neue Strategie. Ab in den Growshop nach Zizkov und die Verkäufer nerven, welche Dinge man verbessern könnte und welche verbessert werden müssen.



Zur gleichen Zeit ist dann auch noch der Reißverschluss von meinem ersten Blütezelt kaputt gegangen, womit das Geld eine Zeitlang nicht auf Partys, sondern in den Sparstrumpf wanderte. Dann war es soweit, ein Zelt mit einer Grundfläche von 122x122 cm war nun mein eigen. Nachdem mir dann die immer wilder werdenden Storys um gestrecktes und verdrecktes Gras den Rest gegeben hatten, habe ich meinen Geiz überwunden und das gemacht, was der Growshop-Mitarbeiter ständig wiederholte. Plane deine Klimatisierung besser, und du wirst glücklicher. Somit konnte ich mich nicht zurückhalten, doch ans Sparbuch zu gehen und kräftig einzukaufen. Ein Adjust a Wings Reflektor mit Glasbeschichtung musste es sein, ich möchte ja auch möglichst lange etwas von dem Reflektor haben. Ein großer Aktivkohlefilter und eine große Box mit Schneckenhausventilator waren dann auch gleich gekauft. Diese Schneckenhausventilatoren waren an und für sich schon recht leise, ich wollte es aber noch etwas leiser haben, indem ich den Schneckenhauslüfter mit einem Drehzahlsteller ausgerüstet habe. So konnte ich den Lüfter bei circa 50 – 60 Prozent der Leistung arbeiten lassen. Der Geräuschpegel war minimal und mit einem circa 1,50 Meter langen, schallgedämmten Schlauch am Luftausgang der Box war kaum etwas zu hören.
Nachdem ich dafür gesorgt hatte, dass die Luft in der Box öfter als zuvor getauscht wurde, hatten die Ergebnisse sich bereits beim nächsten Durchgang mit den Ablegern verbessert. Ich hatte die Ableger immer in kleinen 7x7x8cm Töpfchen bewurzelt und dann sofort mit einer Größe von circa 12 – 15 cm in den Blüteraum gestellt. Allerdings merkte ich auch schnell, dass die Ableger auf meine bisherige Erde nicht so gut ansprachen. Es bildeten sich viele Krallen bei den kleinen Pflanzen, und irgendwie wollten einige auch nicht wirklich so richtig in die Blüte starten. Nach einiger Recherche und einem Gespräch mit einem erfahrenen Indoorgärtner wählte ich eine etwas leichter gedüngte Erde, ebenfalls mit Perlitanteil. Die Topfgröße von 7 Litern ermöglichte mir, 25 Pflanzen in das Zelt zu stellen. Danach hatte ich das Gefühl, dass die Pflanzen weniger Krallen aufwiesen, und recht gleichmäßig in die Streckphase gingen.



Mit einigen wenigen Spätzündern, die wahrscheinlich doch noch etwas länger in der vegetativen Phase hätten bleiben können, wurden die Erträge auch höher. Sie bewegten sich zwischen 330 und 380 Gramm, alle drei Monate. Bis ich dann darauf aufmerksam gemacht wurde, dass eine Rechnung in Gramm pro Watt nicht immer das Wahre ist. Wenn ich die Ergebnisse, die ich hatte, mit jemandem verglich, der in 60 Tagen mit einer 400 Watt Lampe 380 Gramm Cannabisblüten erntete, waren das in Gramm pro Tag gerechnet 6,33 Gramm. Da hing ich mit 4,22 Gramm pro Tag doch ziemlich hinterher. Es wäre nicht richtig gewesen zu sagen, dass ich ebenfalls 0,95 Gramm pro Watt Ernte hätte. Wo bleiben dann bitte die 30 Tage, die ich aufgrund der vierwöchigen Wachstumsphase länger dafür gebraucht habe? Genau, nirgends berücksichtigt. Außerdem gibt es Kollegen, die solche Erträge auf einem Quadratmeter einfahren, ich allerdings hatte ja nun 1,44 Quadratmeter, also fast ein Drittel mehr.
Ich hatte von Beginn an bei jedem Durchgang frische Erde genutzt, so konnte ich meine Vergleiche, zu welchem Zeitpunkt gedüngt werden sollte und zu welchem Zeitpunkt gespült werden müsste, besser protokollieren. Nachdem ich mit den Ablegern Übung hatte und sich gezeigt hatte, dass die Pflanzen in der guten Erde erst nach circa dreieinhalb Wochen gedüngt werden wollten, konnte ich meine Ergebnisse nach und nach noch etwas verbessern. Ich hatte aus Geiz irgendwann im Growshop keinen extra Phosphor gekauft, und da dieser nun alle war, musste ich alleine auf den Einkomponentendünger zurückgreifen. Da ich mittlerweile wusste, dass die Pflanzen 90 Tage in der Blüte stehen, habe ich nach ungefähr 70 Tagen das Düngen eingestellt. Überhaupt habe ich nur noch bei jedem zweiten Gießen Dünger beigemischt. Ich habe auch versucht, permanent Dünger in halber Dosierung beizumischen, aber es hat sich gezeigt, dass es den Pflanzen ganz gut tut, bei dreimaligen Gießen pro Woche nur ein bis zweimal gedüngt zu werden, dann jedoch richtig. Wie bereits erwähnt habe ich am Ende der Blüte auch keinen extra Phosphor verwendet, ausschließlich den regulären Einkomponentendünger.



Mit der Zeit, genauer gesagt nach einem Jahr durchgehender Züchten, hatte ich mich dann auch an die 400 bis maximal 415 Gramm herangearbeitet. Nach meiner Rechnung wären das nun 4,61 Gramm pro Tag. Nachdem ich kleinere Fehler langsam ausgemerzt hatte und mich ganz und gar mehr der Theorie hingab, wurde immer deutlicher, dass jegliche Experimente mit Co2 und ähnlichem zwar interessant waren, aber andere Bedingungen braucht, als eine Box im Schlafzimmer. So was ist was für große Gewächshäuser. Langsam verstand ich, was bei mir fehlte, um es so perfekt zu machen, wie ich es von anderen bereits kannte. Licht und Dünger hatte ich jetzt voll im Griff, aber das Thema Luft ist immer etwas zu kurz gekommen. Mit der größer werdenden Anzahl an Büchern und präziseren Fragen an die Growshop-Mitarbeiter konnte ich nun noch die Luftzirkulation im Zelt verbessern. Unaufmerksam wie ich gewesen bin, hing immer noch ein viel zu kleiner Umluftventilator in dem Zelt. Ab in den Shop und erstmal einen 30cm großen Boxventilator für die Umluft gekauft. Nach dem Befestigen habe ich ein wenig über den entstehenden Luftstrom nachgedacht und mich entschieden, gleich einen zweiten Boxventilator zu kaufen, damit die Luft auch wirklich gleichmäßig umgewälzt wird. Der kleine Venti flog raus, und nachdem die Pflanzen circa 10 bis 14 Tage in der Blütebox standen, liefen die beiden Geräte auch permanent auf vollen Touren. Das Zelt fing fast zu wackeln an, ich dachte schon, es wäre zu viel des Guten und die Pflanzen könnten durch diesen plötzlich viel kräftigeren Wind Schaden nehmen, aber genau das Gegenteil war der Fall: Die Pflanzen hatte nun meiner Ansicht nach größere Blätter und verströmten ein kräftigeres Aroma als bisher. Sicherlich hatte ich eine höhere Ernte erwartet, aber mit einem Ergebnis von 450 Gramm hatte ich nicht gerechnet.
Der nächste Schritt in meiner Abstellkammer war ein Zelt mit einer Grundfläche von 1,22 x 2,44 Metern. Dieses Zelt habe ich vergangenes Jahr auf der einen Seite mit den gewohnten 25 Töpfen bestückt und hatte mit noch einem zusätzlichen Umluftventilator ein Ergebnis von 470 Gramm. Die zweite Seite wurde erst in den letzten 2 Wochen der beschriebenen Zucht in Betrieb genommen, ich wollte die mittlerweile zwei Mutterpflanzen nicht früher stressen. Somit ist sicherlich einiges an Streulicht im mittleren Bereich des Zeltes angekommen, entscheidend finde ich das bei dem Ergebnis aber nicht. Ich habe bereits nach circa 75 Tagen die unteren Triebe der Pflanzen geerntet und in einem Trockenzelt trocknen lassen. Diese waren bereits mit saftigen Harzen überzogen und die Härchen waren bereits zum größeren Anteil braun. Die Spitzen der Pflanzen, die entgegen mancher Literatur früher fertig sein sollten, waren zu diesem Zeitpunkt erst von ersten braunen Härchen versehen. Dazu sei noch gesagt, dass ich seit dem letzten Sommer einen sehr ergiebigen Blütestimulator genutzt habe und dieser sicherlich auch seinen Anteil an den hohen Erträgen beigetragen hat. Aber unter dem Strich bin ich davon überzeugt, dass die verbesserte Umluft in dem Zelt entscheidend für die ganz guten Ergebnisse ist. Nun, im Nachhinein gesehen, fällt mir immer öfter auf, dass nicht ausreichend auf die nötige Umluft hingewiesen wird. Nach meiner Rechnung komme ich mit diesem bisher einmaligen Ergebnis auf 5,22 Gramm pro Tag. So gesehen immer noch ein ganzes Stück vom Züchter mit 400 Gramm in 60 Tagen (6,66 Gramm pro Tag) entfernt.

Allerdings habe ich die Sorte nun nicht mehr als Mutterpflanze, ich versuche seit ein paar Wochen mir eine Spezial Kush als Mutter zu züchten, der Duft der ersten Ableger in der Blütekammer verspricht Hervorragendes. Zaubert nicht zu viel mit Dünger und Stimulanzien, prüft das schwächste Glied in der Kette und verbessert dieses zuerst.“


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