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Rolys Silberscheiben des Monats Februar 2011

Publiziert am: 02.02.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Roly
Agoria: Impermanence

infiné

Beeinflusst von Kevin Saundersons House und Jeff Mills’ Detroit-Techno beginnt Sébastien Devaud eines Tages selbst als DJ aufzulegen. Agora, der Name seiner Partyreihe und altgriechisch für Versammlungsort, dient dann auch als Inspiration für seinen Künstlernamen.
Seit Ende der 90er Jahre produziert und veröffentlicht er seine Tracks, neben vielen 12″s und Remixen auch zwei Studioalben und einen Soundtrack. 2006 gründete er zusammen mit Alexandre Cazac und Yannick Matray das eklektische Label InFiné, auf dem er nun sein drittes Album „Impermanence“ releasen darf. Wie der Titel schon andeutet, findet das Album seine Inspiration im stetigen Bewegungszustand von Musik, der sich in kontemplativen Soundpieces, intimen akustischen Songs und groovenden Clubtracks niederschlägt. Auf der einleitenden Klavier-Ballade „Kiss My Soul“ bezaubert die Stimme der gerade 20jährigen Kid A aus Virginia, bevor Seth Troxler im Dub-House-Track „Soulless Dreamer“ mit seinem markanten Flüsterton zum „sich treiben lassen“ verführt und die Stradivari im Stück „Panta Rei“ als Rave Signal auf die Tanzfläche locken. In „Speechless“ tritt Carl Craig als Verbalerotiker in Erscheinung und möchte Whiskey aus dem Bauchnabel einer schönen Frau schlürfen.
Weitere Meisterstücke sind das epische „Grande Torino“, das dezente Pop-Juwel „Heart Beating“ mit Kid A und der Ambient-Track „Under the River“ mit gedämpften Bläserklängen. So balanciert das elegante Werk zwischen sphärischem Detroit-Techno, französischem Verständnis für Pop und einem freien, von Jazz inspirierten Musikverständnis – anmutig, zerbrechlich und durchdringend.
www.myspace.com/agoriagoria
www.myspace.com/infinemuzik
www.infine-music.com




Harrys Gym: What Was Ours Can’t Be Yours
splendour

Norwegen ist schon ziemlich faszinierend. Eine so geringe Einwohnerzahl und eine unglaublich dynamische Musikszene, dazu die Erdöl-Industrie und die Wasserkraft, die den Reichtum schaffen. Anne Lise Frøkedal (Vocals, Guitar), Erlend Ringseth (Keyboard), Bjarne Stensli (Drums) und Ole Myrvold (Bass Guitar) gründeten dort im Jahre 2006 die Band Harrys Gym und veröffentlichten im Oktober 2008 ihr Debüt-Album.
Für den Nachfolger „What Was Ours Cant Be Yours“ auf dem Osloer Label Splendour haben sie sich den britischen Produzenten James Rutledge ausgesucht, der schon Remixe und Produktionen für Four Tet, Prefuse 73, Bloc Party oder Radiohead angefertigt und auf Labels wie Domino, WARP oder Moshi Moshi veröffentlicht hat. Über die Aufnahmen mit Rutledge sagt Sängerin Frøkedal: „It was nice and refreshing to have so many ideas in the room all of the time and to have James somewhat become a fifth member of the band”. Songs wie „Old Man”, „The Visitor”, „Mountains”, „Extraordinary Girl”, „The Ring” und besonders das hymnische „No Hero“, das ruhige „The Part That Falls“ sowie das finale „Next Time“ gehen sofort ins Ohr und vermitteln ein Gefühl unendlicher Weite.
Das norwegische Quartett arbeitet zwar merklich mit elektronischen Einschüben, aber auszeichnen kann es sich vor allem durch atmosphärischen Klang und unheimlich schöne Gesangsmelodien. So schaffen es mal wieder die Nordlichter ein sehr empfehlenswertes Album in die Auslandsspionage zu schummeln. Im März treten sie erstmals live in Deutschland auf … Bang Bang!
www.myspace.com/harrysgym
www.harrys-gym.com
www.splendour.no




Various Artists: Angola Soundtrack
analog africa / groove attack

Der afrikanische Kontinent übt seit meiner frühesten Kindheit eine unglaublich starke Anziehungskraft auf mich aus. Eine erstaunliche Vielfalt von lokalen Rhythmen Afrikas präsentiert das Label Analog Africa und zeigt immer wieder, dass es sich lohnt den Entdeckungsreisen zu folgen.
Mit der neunten, bisher mühevollsten Veröffentlichung widmet man sich nun der musikalischen Landschaft eines Landes in Südwest-Afrika, das eine lange Zeit der Kolonialherrschaft, durch die ehemalige Seemacht Portugal, hinter sich bringen musste und nach seiner Unabhängigkeit im Jahre 1975 direkt in den Bürgerkrieg (bis 2002) steuerte. Die einst von Luanda aus deportierten Sklaven brachten ihre musikalischen Wurzeln in die afroamerikanische Musik ein und beeinflussten vor allem auch die brasilianische Musik. Für den vorliegenden „Angola Soundtrack“ hat Samy Ben Redjeb vor Ort die Archive der Hauptinitiatoren vergangener Tage, die Labels Fadiang und Valentim de Carvalho, durchforstet und die Geschichten hinter der Musik erkundet, die in einem 44-seitigen Booklet mit vielen Bildern & Covern illustriert werden. Textlich wandten sich die Künstler natürlich gegen die Politik und schufen in ihren Songs Raum für sozialkritische Themen.
Auf 18 historisch wie rhythmisch interessanten Tracks aus der goldenen Ära 1965-1976 vermischen sich traditionelle, einheimische Stile wie Rebita, Kazukuta und Semba mit psychedelischen Gitarrenklängen aus dem benachbarten Kongo, Latin Grooves und karibischer Merengue der alten Schule aus dem angolanischen Karneval – melodiös und verspielt.
www.myspace.com/analogafrica
www.analogafrica.com




The Senior Allstars: The Senior Allstars in Dub
skycap records

Seit über zehn Jahren erschaffen The Senior Allstars ganz wundervolle Klangwelten aus Reggae, Jazz und Dub. Beeinflusst von King Tubby, Ernest Ranglin oder auch Rico Rodriguez, entdeckten die Musiker ihre besondere Vorliebe für die instrumentale Spielart jamaikanischer Musik und schufen ihren eigenen kontinentalen Entwurf.
Nach ihrem Debütalbum „Nemo“ (1999), weiteren pulsierenden Werken wie „Red Leaf“ (2006) und „Come Around“ (2008) sowie dem atmosphärisch noch dichteren „Hazard“ (2009) erscheint mit „The Senior Allstars In Dub“ jetzt auf Skycap Records ihr erstes pures Dub-Album, denn der Ansatz des spontanen Neu-Erschaffens und Veränderns eines bestehenden Songs und die Betonung seiner Grundelemente hat die Band immer begeistert.
Einzelspuren der letzten drei Alben wurden in die ganze Welt geschickt und von Mischpultexperten wie Webcam Hi-Fi (Frankreich), Dubolik (Kroatien), Victor Rice (Brasilien), Crazy Baldhead (USA), Avatar (Irland), El Bib (UK) sowie den deutschen Dub-Spezialisten Umberto Echo, Dubvisionist und Aldubb äusserst elegant bearbeitet. Sie verleihen den vierzehn Tracks eine neue Stimmung und sorgen so für ein besonderes Best Of Album der Senior Allstars. Vor allem das verspielt groovige „Walk In Dub“, das relaxte „Tomorrow Now Dub“, das saxophonlastig swingende „5-2-9 Dub“, das gut gelaunte „T-Bird Dub“, das unglaublich deepe „Hazard Dub“, das mediterrane „Red Leaf Dub v2“ und das nachdenkliche „Wha’ppen Dub“ sind für mich ein wahrer Hörgenuss. Schön entspannend und mit viel Charme.
www.myspace.com/theseniorallstars
www.theseniorallstars.de
www.skycap.de




Frank Bretschneider: Komet
shitkatapult

Er gehört zu den einflussreichsten Experimental-Elektronikern Deutschlands. Sein musikalisches Werk ist für die präzise Setzung der Klänge, die komplexe verwobene rhythmische Struktur und einen minimalistischen Flow bekannt.
Seine subtile, detaillierte Musik findet ihre Entsprechung in den Visuals. Nach einem Kunststudium gründete Frank Bretschneider die AG Geige, eine einflussreiche Gruppe im DDR-Underground und begann, sich für das Zusammenwirken von Bildender Kunst und Musik mit Mitteln wie Video, Film oder Computergrafik zu erforschen. Seit Anfang der 1990er Jahre fokussiert er immer präziser die Schnittstelle von „sparsamem und vielleicht mikroskopischen“ Techno und Sound-Design. Neben Produktionen für Mille Plateaux gründete er 1996 mit Olaf Bender Rastermusic, aus dem sich später mit Raster-Noton eines der renommiertesten Label für Experimentalmusik weltweit entwickelte. Die „20’ To 2000“-Reihe erhielt den Prix Ars Electronica und wurde als erster digitaler Tonträger in die Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art aufgenommen. Sein brandneues Album „Komet“ auf Shitkatapult hat Bretschneider ganz dem Flow gewidmet.
Sieben Tracks, die live im Studio eingespielt, respektive arrangiert, und unglaublich tief, lustvoll und detailverliebt auf einem geraden Beat daherkommen und eine eigene Version von Clubmusik manifestieren. Abseits quälender Sorgen um Referenzen und Zeitgeist groovt, fiept, flattert und rauscht das Album wie das bei einem Kometen ebenso ist. Abstrakt, präzise und verschachtelt.
www.myspace.com/frankbretschneider
www.frankbretschneider.com
www.shitkatapult.com

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