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Breitspiele im Februar

Die Nürnberger Spielwarenmesse steht vor der Tür und ich bin in diesem Jahr mal wieder dort. Anders als Essen ist es ja eine reine Händlermesse und riesig groß. Die Hallen sind allerdings nur zu einem Bruchteil mit Brettspielen bestückt, denn dort gibt es alles mögliche,was nur annähernd mit Spiel zu tun, Themen sind Aktionsspielwaren, Multimedia, Modellbau, Puppen und Plüsch, Geschenkartikel, Karnevalszubehör und und und vereinzelt auch Brettspiele, die im Laufe des Jahres im Handel landen. In dieser Ausgabe stelle ich euch „Age of Industry“, „Die verbotene Insel“ und „Era of Inventions“ vor.
Publiziert am: 02.02.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Kerstin Koch
Age of Industry

Im Dezember 2007 habe ich euch „Brass“ vorgestellt, bei dem Fabriken gebaut, deren Produkte erst über Kanäle und später mit Eisenbahnen in den Häfen verkauft wurden, Die deutsche Ausgabe ist bei Pegasus unter dem Namen „Kohle – mit Volldampf zum Reichtum“ herausgekommen und kann als großer Bruder von „Age of Industry“ bezeichnet werden.
Es gibt zwei Spielpläne, wobei es sich, laut Autor Martin Wallace, im Ruhrgebiet einfacher spiele. Wir haben natürlich gleich die andere Seite genutzt. Die Regeln sind grundsätzlich gleich geblieben. Ziel des Spiels ist es, durch den Bau von Eisenbahnstrecken, Industrien, Häfen und Schiffen möglichst die meisten Siegpunkte zu erreichen. Jeder hat die gleiche Ausstattung, die auf dem jeweiligen Spielertableau ausgelegt wird und Karten, die entweder den Ort wo oder die Industrie, die gebaut werden darf, vorgeben. Und niemand hat Geld, das heißt, um überhaupt loslegen zu können, müssen Kredite aufgenommen werden, für die am Ende jeder Runde Zinsen gezahlt werden. Und wer sie im Laufe des Spiels nicht zurückzahlt, bekommt Siegpunkte abgezogen. Wer dran ist, macht in Runde 1 eine, in allen anderen zwei, auch dieselben, Aktionen. Also Häfen, Schiffe, Eisenbahnstrecken, Baumwoll- und Konsumgüterfabriken bauen, deren Produkte in Häfen oder auf Märkten, die manchmal nur über Schiffe zu erreichen sind, verkaufen. Da für das Bauen nicht nur Geld sondern meist auch Kohle und Eisen notwendig sind, müssen auch Zechen und Eisenhütten her. Sobald Industrien und Häfen einmal benutzt wurden, bekommen die Besitzer Einkommen und am Ende Siegpunkte, insofern sie nicht überbaut werden. Die Gebäude sind allerdings unbrauchbar. Beides gilt auch für Zechen und Eisenhütten, Geld gibt es für sie allerdings erst, wenn ihr Vorrat an Kohle und Eisen aufgebraucht ist. Wer Entwicklungen macht, kann Plättchen loswerden, um höherwertige Gebäude zu bauen. Karten ziehen oder passen sind weitere Aktionen. Sobald der Kartenstapel aufgebraucht ist, endet das Spiel und wer dann die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.
Ich mag „Brass“, ich mag das Spielprinzip und somit mag ich auch „Age of Industry“. Da es das kürzere Spiel ist, ist es auch mit Leuten spielbar, die nicht gerne so lange an einem Spiel sitzen wollen und trotzdem auf Herausforderungen stehen. Allerdings haben unsere bisherigen Runden eindeutig ergeben, es gewinnt, wer die meisten Strecken gebaut hat.

Age of Industry
Autor: Martin Wallace
Verlag: Treefrog Games
Spieler: 2–5
Alter: ab 13
Dauer: ca. 120 Minuten
Preis: ca. 40 Euro





Die verbotene Insel

Eine Insel, ein Team, vier Artefakte, ein Ziel. Die vier Artefakte finden, schnell zum Landeplatz und ab nach Hause. Doch es gilt, alle oder keiner. Ist ja alles kein Problem, wenn das Spielbrett ein Gebirge wäre, ist es aber nicht, sondern eine Insel, deren Zeit abgelaufen ist, denn das Wasser steigt unablässig. Teile der Insel sind schon zu Beginn im Meer versunken, andere werden im Laufe des Spiels dazukommen.
Bei wem dies Assoziationen zu „Pandemie“ hervorruft, der liegt völlig richtig, denn der Autor ist derselbe: Matt Leacock. Doch „Pandemie“ ist spannender, dafür ist die Ausstattung bei diesem Spiel hübscher, denn die Protagonisten, die wieder unterschiedliche Fähigkeiten haben, wie auch die Artefakte sind kleine Miniaturen.
Auch der Spielablauf verläuft wie bei „Pandemie“: Wer dran ist, macht zuerst bis zu drei Aktionen (Abenteurer bewegen, Inselfelder trockenlegen, Artefaktkarten einem Mitspieler geben, Artefakt finden, das heißt vier passende Karten abgeben). Dann zieht er zwei Artefaktkarten und zu guter Letzt Flutkarten entsprechend des Wasserpegelstandes. So irren die Spieler über die Insel, müssen darauf achten, dass nicht die Inselfelder untergehen, wo sie die Artefakte finden und vor allem den Landeplatz schützen, denn sobald die Artefakte im Besitz des Teams sind, müssen alle dorthin und mit einer Hubschrauberkarte geht es ab nach Hause. Da die Insel aus 24 Inselfeldern besteht, ist der Aufbau sehr variabel und zusammen mit dem Anfangspunkt des Pegelstandes ergeben sich unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Und wie schon bei „Pandemie“ ist es leichter zu verlieren als zu gewinnen. Die Spieler versagen, wenn die Artefakte nicht mehr gefunden werden können, weil die entsprechenden Inselteile untergegangen sind, der Landeplatz versunken ist, ein Abenteurer ertrinkt, weil er sich nicht mehr auf ein angrenzendes Inselteil retten kann oder der Wasserpegel den Höchststand erreicht.
Wem das Thema „Pandemie“ aktuell zu krass ist, sollte sich die „Verbotene Insel“ besorgen, obwohl auch hier gilt: das Original ist besser. Wir hatten trotzdem unseren Spaß.

Die verbotene Insel
Autor: Matt Leacock
Verlag: Schmidt
Spieler: 2–4
Alter: ab 10
Dauer: ca. 30 Minuten
Preis: ca. 20 Euro





Era of Inventions ...

... ist nicht das erste Spiel, das Erfindungen zum Thema hat. Auch Spielablauf und Spielelemente sind nicht gerade revolutionär.
Alles dreht sich um Nähmaschinen, Telefone bis hin zu Flugzeugen, die erfunden, weiter entwickelt und patentiert werden. Wer Grammophone, Autos oder Eisenbahnen produziert, verdient nicht nur selbst daran, sondern auch die Erfinder. Hat der Erfinder auch das Patent, bekommt er sogar bei der Produktion von Plagiaten Einfluss oder Geld. Plagiate eigener Erfindungen dürfen nicht produziert werden. Natürlich sind für die Herstellung Rohstoffe notwendig. Diese können gekauft oder in eigenen Fabriken, für deren Bau ebenfalls Rohstoffe besorgt werden müssen, produziert werden. Fehlt nur noch der Tauschmarkt, dort können Münzen, Entwicklungssteine miteinander oder gegen Einflusspunkte getauscht werden. Und letztere entscheiden den Sieg. Wer davon die meisten hat gewinnt.
Was braucht man für was? Mit Münzen werden Rohstoffe gekauft, ohne Entwicklungssteine sind keine Erfindungen möglich, die Produktionen und Fabrikbau benötigen Rohstoffe. Dafür können die Spieler Einflusspunkte, Entwicklungssteine oder Rohstoffe bekommen. Sind die spielerabhängigen Runden durchgespielt, bekommen diejenigen, die die meisten Rohstoffe in ihren Fabriken produzieren, die meisten Entwicklungsteine in Erfindungen investiert und die meisten Patente gemacht hat, weitere Einflusspunkte und wer jetzt am weitesten vorn steht, gewinnt.
„Era of Inventions“ ist spannend, denn pro Runde hat ein Spieler zwei oder drei Aktionen, dabei steht jede Aktion nur zwei Spielern zur Verfügung, die Beschaffung von Rohstoffen und vor allem von Entwicklungssteinen ist nicht so einfach und teuer, die Rundenanzahl begrenzt und Fabriken und Produktionskarten werden zufällig gezogen und stehen auch meist nur eine Runde zur Verfügung. Das heißt für die Spieler Runde für Runde und Spiel für Spiel andere Herausforderungen. Mein erster Eindruck von der Messe in Essen wurde positiv bestätigt. Schönes Spiel.

Era of Inventions
Autor: Anthony Daamen
Verlag: Huch & Friends
Spieler: 3–5
Alter: ab 12
Dauer: ca. 90 Minuten
Preis: ca. 35 Euro
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